Betriebliche Flexibilisierung von Flächentarifverträgen durch Betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungssicherung

Theorie - Empirie und Fallbeispiele - Analyse


Seminararbeit, 2008

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Begründung der Gliederungskonzeption nebst Einordnung des Themas

2 Präzisierung des Begriffs „BBBS“

3 Theoretisches Erklärungsmodell
3.1 BBBS als effiziente Kontrakte
3.2 Modellmodifikation: Gewinnbeteiligung

4 Befunde und Erfahrungen aus der Praxis
4.1 Empirische Datenlage
4.2 Konkretisierung mittels Fallbeispielen

5 Zusammenführende Analyse und Kritik

6 Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Charakteristika der BBBS

Abbildung 2: BBBS als effiziente Kontrakte

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Deskription ausgewählter Fallbeispiele von BBBS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Begründung der Gliederungskonzeption nebst Einordnung des Themas

Die Hausarbeit hat folgende gliederungsmodulierenden Zielsetzungen: Zunächst gilt es den Begriff „BBBS“ ausreichend innerhalb der aktuellen Diskussionslage zu präzisieren und zu charakterisieren (Abschnitt 2). Sodann wird ein ökonomisch luzides Erklärungsmodell präsentiert, welches die Kerngedanken und auch die Vorteilhaftigkeit von BBBS widerspiegelt (Abschnitt 3), wobei zwischen einer Ex-post-Betrachtung (Abschnitt 3.1) und einer erweiternden Ex-ante-Variante differenziert werden wird (Abschnitt 3.2). Im Weiteren sollen Ergebnisse und Beobachtungen aus der praktischen Umsetzung zusammengefasst werden (Abschnitt 4); in diesem Zusammenhang kann auf die allgemeine Unverzichtbarkeit von empirischen Analysen und von akkuraten Ergebnissen aus ihnen als Nageltest für theoretische Modelle verwiesen werden (vgl. bspw. Winker 2007, 3 f.). Die Ergebnisse speisen sich einerseits aus empirischen Befunden verschiedener Autoren (Abschnitt 4.1) und andererseits aus einzelnen ausgewählten Fallbeispielen (Abschnitt 4.2); beides zusammen garantiert ein umfassenderes Bild der praktischen Ausgestaltung von BBBS jenseits von Modellprämissen. Abschnitt 5 liefert nachfolgend eine Zusammenführung der Theorie mit der Ergebnislage – indem die theoretisch zu erwartenden Effekte geprüft werden. Ferner werden weitere Aspekte ausgebaut. Abschließen wird die Hausarbeit mit einer Kurzzusammenfassung aller gewonnen Erkenntnisse nebst eines Versuchs einen Ausblicks bzgl. BBBS zu geben (Abschnitt 6). – Die Hausarbeitkonzeption mit den einzelnen oben skizzierten Zielsetzungen folgt hiermit einer inneren Logik, die schlagwortartig mit den auf sich beziehenden Begriffen „Definition und Verortung“ (Abschnitt 2), „Modell“, das die Nützlichkeit zu beweisen sucht (Abschnitt 3), „reale Beobachtungen“ bzw. „Empirie“ (Abschnitt 4) sowie „Prüfung des Modells“ (Abschnitt 5) via Vergleich von Abschnitt 4 mit 3 beschrieben werden kann und die Zweckmäßigkeit und den Wirkmechanismus der BBBS im Fokus hat. Zusätzlich soll jeweils am Ende der einzelnen Abschnitte das weitere konzeptionelle Vorgehen im Folgenden wiederholt erläutert werden.

BBBS lassen sich thematisch in den Bereich der Lohn- und Entgeltsysteme einordnen. Sie stehen in Verbindung mit der Frage der Zentralisierung/Dezentralisierung von Lohnverhandlungen zwischen AG und AN und stellen ein Abweichungsphänomen vom FTV dar, hin zu vermehrter Dezentralisierung durch Verhandlungen von Löhnen auf Betriebsebene. Der Blick richtet sich auf Kriterien wie „Effizienz“ und „Flexibilität“ und konzentriert sich auf eine nutzenbringenden Tausch zwischen Lohnhöhe und Arbeitsplatz(un)sicherheit. BBBS beinhalten sowohl den Sicherungsanspruch von Arbeitplätzen als auch von Standorten (bzw. von Unternehmenswettbewerbsfähigkeit) – was als zwei Seiten einer Medaille zu interpretieren ist, da nur ein starker Standort sichere Arbeitsplätze garantiert.

2 Präzisierung des Begriffs „BBBS“

Allein vor dem[1] Hintergrund, dass nicht nur ein Ökonom in seiner Schrift zu BBBS anmerkt, dass es bei diesen durchaus eine Art Begriffverwirrung (vgl. bspw. Rheder 2003, 33) gäbe (und es daher vonnöten sei, präzise abzustecken, was das „Wesen“ der BBBS ist) – so wird im Folgenden auch hier eine klärende Präzisierung des Begriffs „BBBS“ erfolgen. Dies stiftet den Nutzen, ein grundlegendes Verständnis für die in Abschnitt 3 vorzunehmende theoretische Auseinandersetzung zu ermöglichen. Es soll also hier – anders ausgedrückt – ein Ausgangsfundament für die nachfolgende theoretische Erörterung gelegt werden.

Als allgemeine Definition kann gelten: Unter BBBS sind befristete, betriebsspezifische Verträge zwischen den AN-Vertretern (Betriebsrat) einerseits und der Unternehmensleitung eines Unternehmens andererseits zu verstehen; sie beinhalten dabei verbindliche, wechselseitige Zusagenbündel unterschiedlicher Art zum Zwecke der Standort- und Beschäftigungssicherung (vgl. statt anderer Sisson et al. 1999).

Die Zusagen der AN-Vertreter können verschiedenen Inhalts sein bzgl.

- des Entgelts oder entgeltähnlicher Vergütungen der AN in Form von Kürzungen oder Kappungen (Absenkung des Entgelts),
- der Gestaltung der Arbeitszeiten (bspw. durch Einführung von Arbeitszeitkonten) in Richtung Flexibilisierung und/oder
- Veränderungen bei der Arbeitsorganisation (vgl. bspw. Seifert 2000, 440 f.).
Auch die Unternehmensleitung kann auf eine Auswahl von verschiedenen Arten an Zusagen, die sie den AN demgegenüber anbieten können, zurückgreifen: Die Unternehmensleitung kann
- den AN eine (befristete) Beschäftigungssicherung geben,
- verschiedene Investitionszusagen machen und/oder
- Qualifizierungsmaßnahmen für die AN zusichern (vgl. bspw. ebd., 441).

Dies kann ferner weiter systematisiert und interpretiert werden: Britta Rheder leitet aus den unterschiedlichen Zusagemöglichkeiten der AN und AG vier verschiedene Typen von BBBS in der Praxis ab:

(1) Lohnsenkende Investitionsvereinbarung (Inhalt: Einkommensverzicht der AN gegen Investitionen und Produktion von AG-Seite),
(2) lohnsenkende Beschäftigungsvereinbarung (Inhalt: Einkommensverzicht der AN gegen Beschäftigungszusagen durch die AG),
(3) produktivitätsfördernde Investitionsvereinbarung (Inhalt: Mehrarbeit, Flexibilisierung der Arbeitszeit, neue Arbeitsorganisation usw. vonseiten der AN gegen Investitionen und Produktion der AG) und
(4) arbeitsverteilende Beschäftigungsvereinbarung (Verkürzung und Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie räumliche und fachliche Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes gegen Beschäftigungszusagen) (vgl. Rheder 2003, 72-88).

Es ist zu betonen, dass die Kombinationsmöglichkeiten der Zusagen – von beiden Seiten quid pro quo gegeben – damit sehr vielseitig sein können, wobei nicht zwangsläufig alle Zusagearten auf einmal genutzt werden müssen (Die Konjunktionskombination „und/oder“ bei den vorangegangenen Aufzählungen spiegelt dies wider). Dies eröffnet die Chance, damit den gerade akuten Gegebenheiten, die ein Unternehmen negativ betreffen, zielgenau entsprechen zu können. Was andererseits allerdings auch eine Gefahr darstellt, wenn Zusagen gemacht und umgesetzt werden, die (schlimmstenfalls) kontraproduktiv sind (vgl. Hübler 2005, 27). Ferner ist es jedoch so, dass BBBS – wenn sie gelingen – sowohl für die AN als auch für die Unternehmensleitung eines Unternehmens nutzenbringend im Vergleich zu einer FTV-Lösung sind. Dies erscheint zunächst paradox, wird jedoch im Folgenden in Abschnitt 3 theoretisch aufgeklärt.

I.w.S. zur Präzisierung des Begriffs „BBBS“ trägt auch die Forschung nach Entstehungsgründen bzw. Katalysatoren für die BBBS bei; denn diese determinier(t)en das Wesen der BBBS ganz entscheidend mit. Bedeutende Gründe stellen dar:

[...]


[1] Neben der Diskussion, was BBBS genau darstellen, ist auch unklar, wie diese Bündnisse bezeichnet werden sollen: In der öffentlichen Diskussion zirkuliert statt BBBS regelmäßig der Begriff „Betriebliche Bündnisse für Arbeit“, ferner existieren auch ganz andere Begriffe für ein und denselben Bündnistyp (vgl. Heidemann 1999, 17). Im Rahmen dieser Arbeit wird nur auf den Begriff „BBBS“ (Betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungs- und Standortsicherung) zurückgegriffen, schon allein, weil die Bündnisse eben nicht nur Arbeit allein sichern sollen; in Zitaten und Abbildungen der Hausarbeit wurden jedoch die synonymen Begriffe der anderen Autoren beibehalten.

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Details

Titel
Betriebliche Flexibilisierung von Flächentarifverträgen durch Betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungssicherung
Untertitel
Theorie - Empirie und Fallbeispiele - Analyse
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V144504
ISBN (eBook)
9783640554508
ISBN (Buch)
9783640554720
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Aus dem Gutachten: "Gut strukturierte Seminararbeit, in der die gedankliche Linie herausgearbeitet wird! (...) Intensive, umfassende Literaturrecherchen zum vorgegebenen Thema! Gute, pointierte Literaturbearbeitung! (...) Sehr exakte und klar ausgeführte Darstellung von wesentlichen Argumenten auf der Basis der Literaturanalyse."
Schlagworte
Betriebliche Bündnisse für Arbeit, Flexibilisierung, effiziente Kontrakte, VWL, Tarifvertrag, Öffnungsklausel, Arbeitsökonomik
Arbeit zitieren
Dipl.-Volkswirt Alexander Hilger (Autor), 2008, Betriebliche Flexibilisierung von Flächentarifverträgen durch Betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungssicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144504

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