Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Textanalyse der Rede Leopold von Rankes zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter der Dynastie der Hohenzollern, welche um 1871 vollzogen worden war.
Er hielt sie als Erster Vorsitzender der Historischen Kommission der Bayrischen Akademie der Wissenschaften zu den Themen der Reichsgründung und der implizierten Frage des Verhältnisses Deutschlands zum Kaiserreich Österreich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen des Historismus
3. Analyse der Rede Leopold von Rankes
3.1 Aufbau und Argumentationsstruktur
3.2 Rhetorische Mittel und Sprachgestaltung
3.3 Historistische Einordnung und Deutungshoheit
4. Kritische Würdigung und Fazit
Zielsetzung und Themen der Publikation
Diese wissenschaftliche Textanalyse untersucht die Rede von Leopold von Ranke anlässlich der Deutschen Reichsgründung 1871. Ziel der Arbeit ist es, die rhetorischen Strategien und die historistische Argumentationslogik des Autors herauszuarbeiten, um zu verstehen, wie Ranke die Reichsgründung unter preußischer Führung historisch legitimiert und in den Kontext des deutschen Nationalgefühls einbettet.
- Historischer Kontext der Reichsgründung 1871 und das Ende des Heiligen Römischen Reiches.
- Die Rolle des Historismus als wissenschaftliche und philosophische Strömung bei Ranke.
- Analyse der sprachlichen Mittel, Metaphern und der rhetorischen Überhöhung in der Rede.
- Untersuchung der legitimatorischen Funktion der Rede gegenüber der preußischen Erbmonarchie.
- Kritische Reflexion über die Objektivität historistischer Geschichtsbetrachtung.
Auszug aus dem Buch
Textanalyse
Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Rede Leopold von Rankes zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter der Dynastie der Hohenzollern, welche um 1871 vollzogen worden war. Er hielt sie als Erster Vorsitzender der Historischen Kommission der Bayrischen Akademie der Wissenschaften zu den Themen der Reichsgründung und der implizierten Frage des Verhältnisses Deutschlands zum Kaiserreich Österreich.
In der neueren deutschen Geschichte ist die Reichsgründung 1871 eines der herausragendsten Ereignisse, weil es die Mehrheit der deutschen Bevölkerung in einem Reich einte, welches in weiten Teilen auch dem damaligen Siedlungsraum entsprach. Nach der Vernichtung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch Napoleon, welches zwar kein moderner Nationalstaat im heutigen Sinne war, aber dennoch eine Art verbindende Klammer um die zum Reich gehörenden selbständigen Gliedstaaten und deren Bevölkerung faßte, gab es keine einende Staatlichkeit für die Bevölkerung Zentraleuropas mehr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den historischen Kontext der Rede von Leopold von Ranke ein und definiert den Anlass der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.
2. Theoretischer Rahmen des Historismus: Hier werden die Grundlagen des Historismus erläutert, um das geistige Fundament zu skizzieren, auf dem Ranke seine Geschichtsauffassung aufbaut.
3. Analyse der Rede Leopold von Rankes: Dieser Hauptteil untersucht die Struktur, die sprachlichen Mittel und die argumentativen Schwerpunkte der Originalrede.
4. Kritische Würdigung und Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert die Tragfähigkeit von Rankes Argumentation und bewertet die Rede aus der Perspektive moderner Geschichtswissenschaft.
Schlüsselwörter
Leopold von Ranke, Reichsgründung 1871, Historismus, Deutsches Kaiserreich, Preußen, Österreich, Deutsche Nation, Geschichtswissenschaft, Politische Rhetorik, Legitimation, Dualismus, Metternichsches Regime, Patriotismus, Nationalgefühl, Historische Kommission.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine detaillierte Textanalyse der Rede Leopold von Rankes aus dem Jahr 1871, die sich mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen der Historismus als geschichtswissenschaftliche Strömung, die Rolle Preußens und Österreichs in der Reichsgründung sowie die rhetorische Gestaltung politischer Identitätsstiftung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ranke historische Ereignisse instrumentalisiert, um die preußische Führung im neuen Reich historisch und ideologisch zu rechtfertigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine systematische Textanalyse, die sowohl den historischen Hintergrund als auch die sprachlichen und argumentativen Strukturen des Quelltextes untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Gliederung der Rede, die Nutzung von Metaphern und Ellipsen sowie die Verknüpfung von biographischen Akteuren mit staatlichen Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Historismus, Reichsgründung, Preußen, Deutungshoheit und die spezifische "Gefühl der Nation"-Argumentation des Autors.
Wie bewertet der Autor Rankes Sprache?
Der Autor ordnet die Sprache als "mitreißend" und typisch für die damalige Zeit ein, wobei er die pathetische Wortwahl als bewusstes Mittel zur Beeinflussung des Publikums identifiziert.
Inwiefern spielt der Historismus eine Rolle für Rankes Argumentation?
Der Historismus dient Ranke als argumentative Grundlage, um historische Prozesse als zwangsläufige und gottgegebene Ereignisse darzustellen, was die Kritik an der Reichsgründung erschwert.
- Quote paper
- Christina Herzog (Author), 2010, Leopold von Rankes Rede "Gefühl der Nation" von 1871 - Eine Textanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144552