Es wird angenommen, dass die Digitalisierung im Bankensektor eine Art Treiber für bargeldloses Zahlen darstellt. Daher widmet sich die Arbeit der Forschungsfrage, wie die Digitalisierung in der Bankenwelt die Bargeldlosigkeit beeinflusst. Um zu erforschen, in welchem Maße der Einfluss stattfindet, werden folgende Unterfragen geklärt: Welche Faktoren beeinflussen das Bargeld? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Banken? Wie beeinflusst die Digitalisierung das Bargeld? Welche Faktoren im Bankwesen beeinflussen die Bargeldnutzung noch?
Kaum eine andere Industrie steht vor so nachhaltigen Herausforderungen durch die Digitalisierung wie die Finanzindustrie. Daneben müssen sich die Banken in einem Spannungsfeld aus neuen Technologien und dynamischen Kundenbedürfnissen beweisen. Die digitalen Entwicklungen lassen technische Möglichkeiten entstehen, aus denen Alternativen zum gesetzlichen Bargeld geschaffen werden. Unternehmen, die gar keine Banken sind, bieten Zahlungsverkehrslösungen an und drängen sich somit in den Bereich des Zahlungsverkehrs. Neben erhöhtem Wettbewerbsdruck durch neue Anbieter von Bezahldiensten, der Kürzung von Erlösquellen und den politischen Maßnahmen, welche Einfluss auf die vorhandenen Systeme und Strukturen der Banken haben, wird weiter Druck auf die Marge ausgeübt. Das gesetzliche Zahlungsmittel wird somit immer mehr in den Hintergrund gestellt und der digitale Zahlungsverkehr gewinnt an Bedeutung. Eine zusätzliche Herausforderung ist die steigende Erwartungshaltung der Kunden an die Bank, denn durch den Generationenwandel ist die Mehrheit der Bankkunden digitalaffin geworden.
Im Rahmen der Forschung wird weniger die Bargeldabschaffung thematisiert, sondern der Trend zur Bargeldlosigkeit und deren beeinflussenden Faktoren im Rahmen der Digitalisierung im Bankwesen erläutert. Hierbei wird nicht von allen Banken detailliert die Situation betrachtet, denn dies zu untersuchen, würde den Rahmen der Arbeit überschreiten. Daher basiert die Forschungsgrundlage größtenteils auf dem Eurobankensystem, wodurch mit Bargeld meist der Euro gemeint ist. Zur Darstellung des technischen Fortschritts wird vereinzelt auf die Bezahlmentalitäten anderer Länder eingegangen. Da die Arbeit lediglich jene Faktoren innerhalb der Digitalisierung in der Bankenwelt betrachtet, welche auch die Bargeldlosigkeit beeinflussen, geht es im Folgenden weniger um die Digitalisierungsmaßnahmen im Vertrieb.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangspunkt und Forschungsgrundlage
1.2 Zielsetzung und methodisches Vorgehen
2. Begriffliche Abgrenzungen und Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Bargeld und Bargeldlosigkeit
2.1.2 Digitalisierung im Bankensektor
2.2 Theoretische Grundlagen der beeinflussenden Faktoren
2.2.1 Entwicklung des Zahlungsverkehrs
2.2.2 Funktionsweise virtueller Währungen
2.2.3 Politischer Einfluss
3. Digitalisierung der Finanzindustrie
3.1 Transformation des Bankwesens
3.2 Bedeutung der Digitalisierung für die Bank
3.2.1 Rolle des Kunden
3.2.2 Kostenfaktor
4. Alternativen Bargeld
4.1 Payment 4.0
4.1.1 Bargeldloser Zahlungsverkehr
4.1.2 Mobile Payment und eWallet
4.2 Virtuelle Währungen
5. weitere Einflussfaktoren
5.1 Datenschutz und Schattenwirtschaft
5.2 Aspekt des politischen Handelns
6. Reflexion der Ergebnisse
6.1 Beantwortung der Forschungsfragen
6.2 Diskussion und Ausblick
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Digitalisierung in der Bankenwelt auf den Trend zur Bargeldlosigkeit. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, in welchem Maße digitale technologische Innovationen und neue Marktteilnehmer das traditionelle Zahlungsverhalten verändern, wobei insbesondere die Rolle von FinTechs, Mobile Payment sowie virtuellen Währungen im Kontext regulatorischer und sozioökonomischer Rahmenbedingungen analysiert wird.
- Digitalisierung als Treiber für den Wandel im Zahlungsverkehr
- Rolle von FinTech-Unternehmen und deren Einfluss auf traditionelle Bankmodelle
- Analyse von Mobile Payment-Lösungen und NFC-Technologien
- Politische Rahmenbedingungen und Datenschutzaspekte bei der Bargeldverdrängung
- Zukunftsbild elektronischer Währungen und deren Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Digitalisierung im Bankensektor
In der Literatur existieren verschiedene Definitionen für den Begriff der Digitalisierung. Christian Matt, Thomas Hess und Alexander Belian definieren in Ihrer Monografie die Digitalisierung als Technische Transformation. Hierbei wird der Begriff als Umwandlung von analogen Signalen wie Schrift, Bild oder Ton, in digitale Formate verstanden. Beispielsweise lässt sich hier die Erfassung papierhafter Einzahlungs-, und Überweisungsscheinen mittels Scanner nennen.
Simon Nora und Alain Minc hingegen bezeichnen die Digitalisierung als gesellschaftliche Transformation. Damit ist die Durchdringung aller Lebensbereiche der Gesellschaft mit IT und die damit verbundene Möglichkeit bzw. Veränderungen gemeint. Betroffen sind hier auch die Arbeitsabläufe in und zwischen den Unternehmen ebenso wie die Konsumgewohnheiten der Kunden. Den Begriff Digitalisierung kann man daher als Veränderung aufgrund neuer Technologien beschrieben werden. Eine orts- und zeitunabhängige Nutzung technischer Geräte für eine unkomplizierte und schnelle Informationsbeschaffung ist dadurch möglich geworden. Gemäß Rainer Alt und Thomas Puschmann, welche sich in ihrem Werk mit der Digitalisierung in der Finanzindustrie auseinandergesetzt haben, existiert keine einheitliche Definition, dazu ist die Digitalisierung zu umfassend. In dieser Arbeit wird die Definition von Nora und Minc verwendet, da die Digitalisierung mit den einhergehenden Technologieveränderungen als eine Art Katalysator für den Verhaltenswandel der Bevölkerung gesehen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den Ausgangspunkt der Forschung im Kontext der Digitalisierung der Finanzwelt dar und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Begriffliche Abgrenzungen und Grundlagen: Hier werden zentrale Fachbegriffe definiert und der theoretische Hintergrund zur Entwicklung des Zahlungsverkehrs sowie politischer Einflüsse erläutert.
3. Digitalisierung der Finanzindustrie: Das Kapitel untersucht die Transformation des Bankwesens und betrachtet speziell die Rollenveränderungen des Kunden sowie den ökonomischen Kostenfaktor.
4. Alternativen Bargeld: Hier wird das Konzept "Payment 4.0" inklusive Mobile Payment und E-Wallets sowie die Rolle virtueller Währungen als Alternativen zum Bargeld analysiert.
5. weitere Einflussfaktoren: Dieses Kapitel widmet sich dem Schutz persönlicher Daten, der Schattenwirtschaft und den politischen Auswirkungen auf das Bargeldsystem.
6. Reflexion der Ergebnisse: Hier werden die Forschungsfragen auf Basis der Kapitelinhalte beantwortet und eine Diskussion mit Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen vollzogen.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht den langfristigen Trend zur bargeldlosen Gesellschaft trotz verbleibender individueller Zahlungsentscheidungen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Banken, Bargeldlosigkeit, Zahlungsverkehr, Mobile Payment, FinTech, Kryptowährungen, Blockchain, Datenschutz, Online-Banking, Bargeld, Zentralbankgeld, Transformation, Innovation, NFC
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Finanzbranche und deren Auswirkungen auf die Nutzung und Verdrängung von Bargeld als Zahlungsmittel.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Wandel des Bankwesens durch neue Technologien, die Rolle von FinTech-Unternehmen, mobile Bezahlsysteme sowie die sicherheitsrelevanten Dimensionen wie Datenschutz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss der Digitalisierung auf die Bargeldlosigkeit zu erforschen und die treibenden Faktoren für diesen Wandel im europäischen Bankensystem zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturarbeit, bei der aktuelle Studien und Publikationen zum Thema Digitalisierung und Zahlungsverhalten analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse der digitalen Transformation des Bankgewerbes sowie die Darstellung spezifischer bargeldloser Bezahlalternativen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bargeldlosigkeit, Mobile Payment, FinTech, Digitale Transformation und Kryptowährungen wie Bitcoin.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Kunden?
Der Autor zeigt auf, dass Kunden durch das digitale Zeitalter informierter und anspruchsvoller geworden sind, wobei mobile Endgeräte wie Smartphones als Hauptwerkzeuge das Verhalten nachhaltig verändern.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu Bargeld?
Bargeld wird als "Verlierer" der Digitalisierung beschrieben, bleibt jedoch aufgrund individueller Präferenzen, traditioneller Gewohnheiten und technischer Abhängigkeiten im aktuellen Zahlungsmix noch erhalten.
- Citar trabajo
- K. Eckerle (Autor), 2021, Digitalisierung in der Bankenwelt. Trend zur Bargeldlosigkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1445613