Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob ein theoretischer Zusammenhang zwischen dem Einsatz von IT und der zwischenbetrieblichen Organisation hergestellt werden kann und inwiefern sich der Einsatz von IT auf die zwischenbetriebliche Organisation auswirkt.
Ausgangspunkt dieser Arbeit stellt Kapitel 2 dar, indem auf die verschieden ökonomischen Erklärungsansätze der Theorie der Unternehmung eingegangen wird. Zudem wird versucht diese danach zu beurteilen, inwiefern sie geeignet sind, die Frage nach den Grenzen der Unternehmung zu beantworten. Nach einer kurzen Betrachtung der unterschiedlichen Koordinationsstrukturen betrieblicher bzw. zwischenbetrieblicher Koordination und deren Vor- und Nachteile in Kapitel 3, wird in Kapitel 4 auf die ökonomischen Auswirkungen der IT, insbes. des Internets, auf die zwischenbetriebliche Organisation eingegangen. Abschließend wird in Kapitel 5 ein einfaches mathematisches Modell betrachtet, welches den Aspekt der Auswirkung von IT auf die zwischenbetriebliche Kooperation am Beispiel eines alternativen elektronischen Marktes veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 (Neo-)klassische Theorie der Unternehmung
2.2 Prinzipal-Agent-Ansatz
2.3 Transaktionskostenansatz
2.4 ’property rights’-Ansatz und Theorie unvollständiger Verträge
3 Alternative Koordinationsstrukturen
3.1 Spot-Markt
3.2 Strategisches Netzwerk
3.3 Keiretsu
3.4 Joint Venture
3.5 Integration und Hierarchie
4 Ökonomische Konsequenzen der Informationstechnologie
4.1 Entwicklung des Internets
4.2 Elektronischer Markt
4.3 Auswirkung auf die zwischenbetriebliche Organisation
4.3.1 ’move to the market’-Hypothese
4.3.2 ’move to the middle’-Hypothese
4.3.3 ’mixed mode’-Hypothese
5 Ein einfaches mathematisches Modell
5.1 Technologische Annahmen
5.2 Wirkung beziehungsspezifischer Investitionen
5.3 Wiederholte Beziehung
5.4 Auswirkung transaktionskostensenkender Technologien
5.5 Mögliche Erweiterungen
6 Zusammenfassung und Ausblick
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Informationstechnologie (IT) und der Ausgestaltung zwischenbetrieblicher Koordinationsstrukturen. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, inwiefern IT die Grenzen von Unternehmen beeinflusst und zu einer Verschiebung zwischen Markt, hybriden Strukturen und Hierarchien führt.
- Theoretische Grundlagen der Unternehmung (klassische Theorie, Prinzipal-Agent, Transaktionskosten, Property Rights).
- Analyse alternativer Koordinationsstrukturen wie Spot-Märkte, strategische Netzwerke, Keiretsu und Joint Ventures.
- Untersuchung der ökonomischen Folgen der IT und des Internets auf die zwischenbetriebliche Organisation.
- Entwicklung eines mathematischen Modells zur Veranschaulichung der IT-Wirkung auf Kooperationen.
- Diskussion der "Move-to-the-market", "Move-to-the-middle" und "Mixed-mode" Hypothesen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Spot-Markt
Der Spot-Markt, im folgenden kurz “Markt“ genannt, stellt eines der zwei extremen Ausprägungen der Hierarchie-Markt-Dichotomie möglicher Koordinationsstrukturen dar. Im Gegensatz zur Koordinationsstruktur der Hierarchie werden auf einem Markt die Produktions- und Konsumpläne der Akteure nicht durch zentrale Planung koordiniert, sondern durch den dezentralen Preismechanismus.
Ein Markt ist definiert als ein “...set of suppliers and demanders whose trading establishes the price of a good.“173), bzw. als der “...ökonomische Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage, an dem sich Preisbildung und Tausch vollziehen.“174) Aufgrund dieser recht allgemeinen Definition läßt sich schon erahnen, daß die konkrete sachliche Abgrenzung eines Marktes in praxi oft Schwierigkeiten bereitet.175) Märkte lassen sich nach mehreren Charakteristika voneinander unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Unternehmensgrenzen ein und erläutert den Aufbau sowie das Ziel der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über ökonomische Theorien zur Unternehmung, von der neoklassischen Theorie bis zur Theorie unvollständiger Verträge.
3 Alternative Koordinationsstrukturen: Hier werden Markt, Hierarchie und hybride Formen wie Netzwerke, Keiretsu und Joint Ventures in Bezug auf ihre Vor- und Nachteile untersucht.
4 Ökonomische Konsequenzen der Informationstechnologie: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen von IT und Internet auf die zwischenbetriebliche Organisation und diskutiert verschiedene Hypothesen dazu.
5 Ein einfaches mathematisches Modell: In diesem Kapitel wird ein Modell entwickelt, um die Auswirkungen von IT auf beziehungsspezifische Investitionen und Kooperationen mathematisch zu veranschaulichen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und zeigt auf, dass weiterer Forschungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Informationstechnologie, Unternehmung, Transaktionskosten, Koordination, elektronische Märkte, vertikale Integration, Prinzipal-Agent, Property Rights, strategische Netzwerke, Keiretsu, Joint Venture, Unternehmensgrenzen, IT-Einfluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht den ökonomischen Zusammenhang zwischen dem technologischen Fortschritt in der Informationstechnologie und der Art und Weise, wie Unternehmen ihre Beziehungen untereinander organisieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Theorien der Unternehmung, verschiedene Koordinationsformen wie Märkte oder Joint Ventures und die spezifischen Auswirkungen des Internets und der IT auf diese Strukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird der Frage nachgegangen, wie IT die Grenzen von Unternehmen beeinflusst und welche theoretischen Erklärungen für die Wahl der optimalen zwischenbetrieblichen Koordinationsstruktur existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf der Neuen Institutionenökonomik, und stützt diese durch ein mathematisches Modell sowie eine Diskussion empirischer Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Typisierung von Koordinationsstrukturen, eine Analyse der IT-Konsequenzen und ein mathematisches Modell zur Veranschaulichung der Effekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Transaktionskosten, vertikale Integration, Informationstechnologie, Koordination und unvollständige Verträge.
Warum sind "spezifische Investitionen" für das Modell so wichtig?
Spezifische Investitionen führen zu einer Abhängigkeit zwischen Geschäftspartnern (Hold-up-Gefahr), was wiederum die Wahl der Organisationsform maßgeblich beeinflusst, da der Investor sein Risiko minimieren möchte.
Welchen Einfluss hat das Internet auf die "Unternehmensgröße"?
Die Arbeit diskutiert, dass IT und das Internet einerseits Kosten senken und damit Fremdbezug (Outsourcing) fördern können, andererseits aber auch neue Anforderungen an die Kooperation stellen, was oft zu langfristigen Partnerschaften führt.
- Quote paper
- Dr. Jochen Haller (Author), 2001, Informationstechnologie und Organisation zwischen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1445