Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Thema der Semantik mit den Schwerpunkten Lexikologie, Sprach-, Zeichen- und Bedeutungstheorie sowie Metaphorisierung auseinander.
Die Semantik ist ein Teilgebiet der Linguistik. Das Wort Semantik stammt von dem griechischen sēmantikós ab, was „zum Zeichen gehörig“ bedeutet. Demzufolge ist es die Teilwissenschaft, die sich mit den Zeichen bzw. deren Bezeichnung auseinandersetzt, also deren Bedeutung oder für was sie stehen. Das kleinste bedeutungstragende Zeichen wird Sem (griechisch: sẽma) genannt. Der Unterschied zu anderen Teildisziplinen der Linguistik, wie z. B. der Phonologie, der Morphologie oder der Syntax, ist, dass die Semantik nicht vorwiegend die Zusammensetzung bzw. die formale Struktur einfacher und komplexer Ausdrücke untersucht, sondern sich insbesondere mit der Frage nach der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke beschäftigt. Das Teilgebiet der Pragmatik ist enger mit der Semantik verwandt. Während jedoch die Pragmatik die Bedeutung der Ausdrücke in einem spezifischen Kontext ermittelt, sucht die Semantik die konventionelle bzw. wörtliche Bedeutung von Ausdrücken und Sätzen.
In den folgenden Kapiteln werden drei verschiedene Zugänge und Perspektiven in Form von weiteren Teilbereichen des Teilgebiets Semantik vorgestellt und in ihren Grundzügen erläutert. Jedes Kapitel thematisiert dabei jeweils einen dieser Teilbereiche der Semantik: „Lexikologie“; „Sprach-, Zeichen- und Bedeutungstheorie“; „Metapher, Metaphorisierung, (Re-)Motivierung“. Abschließend werden die Erkenntnisse zu den Teilbereichen der Semantik im Fazit zusammengefasst.
Inhaltsübersicht
1 Einleitung
2 Lexikologie
3 Sprach-, Zeichen- und Bedeutungstheorie
4 Metapher, Metaphorisierung, (Re-)Motivierung
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über zentrale Teilbereiche der Semantik und beleuchtet die verschiedenen wissenschaftlichen Zugänge und Perspektiven, durch die sprachliche Bedeutung und Zeichenhaftigkeit theoretisch fundiert und empirisch untersucht werden können.
- Grundlagen und Definitionen der Semantik als linguistisches Teilgebiet
- Lexikologie und ihre Forschungsrichtungen (Onomasiologie vs. Semasiologie)
- Historische und moderne Sprach-, Zeichen- und Bedeutungstheorien (von Platon bis Peirce/Saussure)
- Kategorisierung und Wirkweise von Metaphern sowie Orientierungs- und Strukturmetaphern
- Phänomene der semantischen Umdeutung (Remotivierung und Volksetymologie)
Auszug aus dem Buch
Die ikonische Eigenschaft bzw. das Ikon stellt „durch eine tatsächliche Ähnlichkeit zwischen seinem signans und seinem signatum“ (ebd., S. 80) ein Abbild dar.
Als Beispiel kann hier ein Smiley genannt werden, das eine Ähnlichkeit mit dem Bezeichneten, dem lächelnden Gesicht, aufzeigt. Das indexikalische Zeichen ist durch einen empirischen oder logischen Zusammenhang zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten geprägt, in anderen Worten besteht eine „tatsächliche vorgegebene Kontiguität zwischen seinem signans und seinem signatum“ (ebd.). Ein häufig verwendetes Beispiel für ein indexikalisches Zeichen ist das signans Rauch und sein signatum Feuer. Durch die Erfahrung bzw. das Weltwissen kann der Mensch von der Entdeckung des Rauchs auf die Existenz von Feuer schließen, da bekanntlich Rauch ein Hinweis, ein Index, für Feuer darstellt.
Die dritte qualitative Eigenschaft eines Zeichens ist die symbolische. Bei einem Symbol besteht ebenfalls eine Kontiguität zwischen dem signans und dem signatum, jedoch ist diese Kontiguität nicht durch eine logische oder natürliche Art und Weise, sondern sie ist durch eine gesetzte, willkürlich vorgegebene Art und Weise geprägt (vgl. ebd., S. 81). Es besteht also ein Zusammenhang zwischen dem Bezeichnenden und dem Bezeichneten, der durch die Konvention einer Gesellschaft vorgegeben ist. So stellen Straßenschilder häufig Symbole dar, da die Bedeutung dieser meist nicht von sich aus erschließbar ist, sondern schlichtweg erlernt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert die Semantik als Lehre von der Bedeutung und grenzt sie von anderen linguistischen Teildisziplinen wie der Pragmatik ab.
2 Lexikologie: Erläutert die Erforschung des Wortschatzes und unterscheidet zwischen onomasiologischen und semasiologischen Forschungsansätzen.
3 Sprach-, Zeichen- und Bedeutungstheorie: Analysiert grundlegende Theorien zur Zeichenhaftigkeit der Sprache, insbesondere die Konzepte von Platon, de Saussure und Peirce.
4 Metapher, Metaphorisierung, (Re-)Motivierung: Untersucht die kognitive Funktion von Metaphern sowie Konzepte wie Interaktionstheorien und sprachliche Remotivierung.
5 Fazit: Fasst die Interdependenzen der Teilbereiche zusammen und betont die fortwährende Relevanz der semantischen Forschung für ein dynamisches Sprachsystem.
Schlüsselwörter
Semantik, Lexikologie, Linguistik, Zeichentheorie, Ikon, Index, Symbol, Metapher, Orientierungsmetapher, Strukturmetapher, Remotivierung, Volksetymologie, Onomasiologie, Semasiologie, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen theoretischen und methodischen Zugänge innerhalb der Semantik, um zu verstehen, wie sprachliche Ausdrücke Bedeutung generieren und transportieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Lexikologie, den fundamentalen Zeichen- und Bedeutungstheorien sowie der kognitiven und rhetorischen Rolle von Metaphern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Vielfalt der Semantik als Fachdisziplin aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie unterschiedliche Theorien zur Entschlüsselung kommunikativer Phänomene beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär zur Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Standardwerke der Linguistik und Semiotik, um bestehende Theorien komparativ darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Wissensbereiche: die Lexikologie, die historische und moderne Zeichentheorie sowie die differenzierte Betrachtung von Metaphorik und Remotivierungsprozessen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte umfassen Semantik, Zeichentheorie, Metaphorik, Lexikologie sowie die Unterscheidung von Zeichen wie Ikon, Index und Symbol.
Wie unterscheidet sich laut dem Autor die Onomasiologie von der Semasiologie?
Die Onomasiologie geht „vom Inhalt zum Ausdruck“ (Suche nach Bezeichnungen für Konzepte), während die Semasiologie „vom Klang zum Inhalt“ geht (Suche nach der Bedeutung eines Ausdrucks).
Was versteht man in diesem Kontext unter einer Orientierungsmetapher?
Es handelt sich um ein metaphorisches Konzept, das auf räumlichen Erfahrungen (wie oben/unten oder innen/außen) basiert und unsere Denkstrukturen in abstrakten Bereichen wie Glück oder Trauer stützt.
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- Lena Sauer (Autor), 2021, Zugänge und Perspektiven der Semantik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1446140