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Körper, Körperwahrnehmung und Schönheitsideale im Wandel. Der Körper und seine Bedeutung in gesellschaftlichen Debatten

Ein GRIN-Sammelband

Title: Körper, Körperwahrnehmung und Schönheitsideale im Wandel. Der Körper und seine Bedeutung in gesellschaftlichen Debatten

Anthology , 2024 , 97 Pages

Autor:in: GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Franziska Völkel (Author), Julia Viner (Author), Lena Meyer (Author), Mitja Polacek (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

Dieser Sammelband enthält fünf Hausarbeiten.

Die Idee von der Verbindung zwischen Kriminalität und animalischen Körpern hielt Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in mannigfaltige Wissensdisziplinen. Ziel der ersten Arbeit soll es sein, herauszufinden, welche Vorstellungswelten über Delinquenz zu Ende des 19. Jahrhunderts in der Kriminalanthropologie existierten und wie sie mittels der zur Verfügung stehenden Erkenntnissysteme erschlossen und diskursiv formiert wurden. Es soll dargelegt werden, welche Erklärungsmuster und Motivkomplexe in kriminalbiologischen Abhandlungen verwendet wurden, um ein kausales Verhältnis zwischen Kriminalität und Atavismus oder Degeneration herzustellen.

In der zweiten Arbeit wird die These aufgestellt: „Das Schönheitsideal ist der Spiegel seiner Zeit.“ Der Hauptteil ist unterteilt in Körperformen, welche die weiblichen Schönheitsideale darstellen. Die Unterscheidung erfolgt zwischen korpulenten, „normalen“ und dünnen Körpern. Diese ästhetischen Idealbilder werden anschließend in einem weiteren sozialen Kontext betrachtet.

Auf Grund der Aktualität der Thematik soll im Rahmen der dritten Arbeit der Fragestellung nachgegangen werden, welchen Einfluss Körperbilder auf die Debatte um Inklusion haben. Hierbei soll besonders der Stellenwert, den die Disability Studies dabei einnehmen, hinterfragt werden.

Die vierte Arbeit untersucht die Bedeutung von Körperlichkeit in Actionfilmen anhand der "Terminator"-Filme. Dabei werden die beiden Filme und die in ihnen behandelten Themen und Diskurse zunächst kurz in ihren jeweiligen historischen Kontext eingeordnet. Anschließend wird untersucht, wie der Körper und seine Möglichkeiten präsentiert werden, welche Körpermodelle wie gezeigt, wie bewertet werden und für welche Vorstellungen sie stehen.

Eine der festgestellten Folgen von übermäßigem Social-Media-Konsum ist die körperdysmorphe Störung (BDD), bei der Betroffene ein gestörtes Verhältnis zur Wahrnehmung ihres eigenen Körpers und Erscheinungsbildes entwickelt haben und auf dem Weg der Selbstoptimierung nach immer höheren Zielen und letztlich absolutem Perfektionismus streben, diese jedoch schon allein aufgrund ihrer Wahrnehmung nie erreichen. Die fünfte Hausarbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Parteien an dieser Dynamik beteiligt sind und welche Verantwortung ihnen jeweils für die Folgen und das Finden potenzieller Lösungsansätze zukommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Abnorme Körperkonstruktionen in der Kriminalanthropologie des 19. Jahrhunderts. Vorstellungen über Zusammenhänge zwischen Delinquenz und Körpermerkmalen

1. Einleitung

2. Anthropologische Erfassung des menschlichen Körpers

2.1 Entwicklungsstränge in der Frühen Neuzeit

2.2 Entstehung der Anthropologie und der Subdisziplin Kriminalanthropologie

3. Kriminologische Diskurse im 19. Jahrhundert

4. Abnorme Verbrechernaturen bei Kurella (1893) und Näcke (1899/1902)

4.1 Ursachen der Entstehung von Delinquenz

4.2 Physische und psychische Merkmale von Verbrechern

4.3 Animalische Entwicklungsstufen des Delinquenten

4.4 Homo delinquens als Rassetypus

5. Fazit

Der Körper als Abbild der Gesellschaft. Weibliche Schönheitsideale im Wandel zwischen Zwang und Selbstverwirklichung

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Korpulente Körper

2.2 „Normale“ Körper

2.3 Dünnes Schönheitsideal

4. Schlussteil

Der behinderte Körper und seine Bedeutung in der Debatte um Inklusion

1. Einleitung

2. Grundlegende Definitionen

2.1 Disability Studies

2.2 Inklusion

3. Körperbild in den Disability Studies

4. Disability Studies und Inklusion

5. Fazit

Körper, Ideale und Körperideale in James Camerons „Terminator“-Filmen

1. Einleitung

2. Der Terminator als „Diskursmaschine“

3. Mann und Maschine, Mann gegen Maschine – Männlichkeiten in The Terminator 1&2

4. Der „sportlich-herb[e] Typ“ – Frauen und Weiblichkeit in The Terminator 1&2

5. „Do I look like the mother of the future?“ – Mutterschaft in The Terminator 1&2

6. Der technische Körper: Zwischen Kunst & Künstlichkeit, Form & Funktionalität

7. Zusammenfassung

Schönheitswahn in sozialen Medien. Körperdysmorphe Störung bei Jugendlichen

1. Einleitung

2. Körperdysmorphe Störung (BDD) und ihre Ursachen

3. Gesellschaftliche Verankerung des Vergleichens

3.1 Beauty-Filter

3.2 Neue Schönheitsideale

3.3 Das Dilemma der Influencer:innen

4. Verantwortung

4.1 Werbende

4.2 Influencer:innen

4.3 Betreiber

4.4 Bildungsinstitutionen

4.5 Eltern

4.6 Konsument:innen

5. Lösungsansätze

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegenden Beiträge analysieren den menschlichen Körper aus verschiedenen soziologischen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven, um zu untersuchen, wie Körperbilder, Schönheitsideale und körperliche Normen durch gesellschaftliche, technologische und mediale Diskurse konstruiert, instrumentalisiert und transformiert werden.

  • Körperbilder in historischen und kriminologischen Diskursen des 19. Jahrhunderts
  • Die soziologische Konstruktion weiblicher Schönheitsideale im Wandel der Zeit
  • Der behinderte Körper und die Bedeutung von Inklusion in der modernen Gesellschaft
  • Körperlichkeit und Technologie in der dystopischen Sci-Fi-Reihe "Terminator"
  • Soziale Medien, Body Dysmorphic Disorder (BDD) und die Verantwortung digitaler Akteure

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Sein einziger Gedanke war, immer geradeaus und so weit als möglich zu laufen, um der wüthenden Bestie in seinem Innern zu entfliehen. Seit sieben Monaten schien sie ihm verjagt zu sein, und er hatte sich wieder als Mensch gefühlt; und jetzt heulte sie von Neuem, abermals mußte er sie bekämpfen, um nicht von ihr auf die erste Frau, die ihm der Zufall in den Weg führen würde, gehetzt zu werden.

Der französische Schriftsteller Émile Zola (1840 – 1902) rekurriert in diesem Auszug aus seinem Roman „La Bête humaine“ von 1890 auf eine animalische Veranlagung des Verbrechers Lantier. Die Idee von der Verbindung zwischen Kriminalität und animalischen Körpern hielt Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in mannigfaltige Wissensdisziplinen, so auch in die Kriminalanthropologie im Deutschen Kaiserreich. An diesem Punkt lassen sich die Fragen stellen, welche Strategien im kriminologischen Diskurs des 19. Jahrhunderts angewandt wurden, um einen Konnex zwischen Verbrechen und körperlicher Abnormität ziehen zu können. Inwiefern wurde der „Verbrecherkörper“ kategorisiert und auf animalischen Entwicklungsstufen zurückgeführt? Welche Bedeutung spielten dabei rassistische Überlegungen? Es bleibt zu fragen, welchen Stellenwert biologistische Theorien in der Bekämpfung von menschlichem Gefahrenpotential einnahmen.

Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, herauszufinden, welche Vorstellungswelten über Delinquenz zu Ende des 19. Jahrhunderts in der Kriminalanthropologie existierten und wie sie mittels der zur Verfügung stehenden Erkenntnissysteme erschlossen und diskursiv formierten wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich Kriminalität und körperlicher Abnormität.

2. Anthropologische Erfassung des menschlichen Körpers: Dieses Kapitel behandelt die historischen Entwicklungsstränge der Anthropologie und die Verwissenschaftlichung des menschlichen Körpers.

3. Kriminologische Diskurse im 19. Jahrhundert: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Kriminologie des 19. Jahrhunderts und der Einfluss der Physiognomie und Phrenologie analysiert.

4. Abnorme Verbrechernaturen bei Kurella (1893) und Näcke (1899/1902): Dieser Abschnitt untersucht exemplarisch die kriminalbiologischen Theorien und die Kategorisierung des „geborenen Verbrechers“.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Thesen über die Verknüpfung von kriminologischen, biologischen und gesellschaftlichen Diskursen.

Schlüsselwörter

Kriminalanthropologie, Körperbild, Delinquenz, Atavismus, Degeneration, Schönheit, Schönheitsideal, Inklusion, Disability Studies, soziale Medien, Körperdysmorphe Störung, BDD, Verantwortung, Körperkonstruktion, Machtdiskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Sammelband grundsätzlich?

Der Sammelband widmet sich der Analyse des menschlichen Körpers als zentrales Objekt gesellschaftlicher Debatten und Diskurse, von kriminologischen Konstruktionen im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen digitalen Schönheitsidealen.

Welche Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: Historische Kriminalanthropologie, soziologische Schönheitsforschung, Disability Studies im Kontext Inklusion, filmwissenschaftliche Analysen von Körperlichkeit und die psychologischen Auswirkungen sozialer Medien auf Jugendliche.

Was ist das primäre Ziel der Analysen?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Disziplinen (Medizin, Soziologie, Kriminologie, Medienwissenschaft) den Körper als Projektionsfläche, Produkt und Machtinstrument nutzen und definieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autoren nutzen primär theoretische Analysen, Diskursanalysen historischer Quellen, Sekundärliteratur aus der Sozialforschung und soziologische Denkmodelle (u.a. Foucault, Bourdieu).

Was wird im Hauptteil der verschiedenen Beiträge behandelt?

Der Hauptteil der Beiträge widmet sich der konkreten Untersuchung: von Biologisierungen des „Verbrecherkörpers“ über den Wandel gesellschaftlicher Ideale bis zur ethischen Verantwortung von Social-Media-Akteuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?

Begriffe wie Definitionshoheit, Machtdiskurs, Biologisierung, soziale Konstruktion und Körperwahrnehmung stehen im Mittelpunkt aller Beiträge.

Inwiefern beeinflussen historische Konzepte wie der "geborene Verbrecher" die heutige Debatte?

Die Arbeit macht deutlich, dass die Tendenz zur Biologisierung von Verhalten und zur Stigmatisierung des "Anderen" basierend auf äußeren Merkmalen ein wiederkehrendes Muster der Wissenspolitik darstellt.

Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Entstehung von Körperbildstörungen?

Soziale Medien fungieren als Beschleuniger für Vergleiche und Perfektionsdruck, wobei Inszenierung und digitale Filter verzerrte Standards etablieren, die besonders bei Jugendlichen zu Störungen wie der BDD führen können.

Wie verändert die Inklusionsdebatte den Blick auf den Körper?

Die Disability Studies fordern einen Paradigmenwechsel vom medizinischen Defizitmodell hin zum sozialen Modell, bei dem nicht der Körper, sondern die gesellschaftlichen Barrieren als Ursache für Behinderung identifiziert werden.

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Details

Title
Körper, Körperwahrnehmung und Schönheitsideale im Wandel. Der Körper und seine Bedeutung in gesellschaftlichen Debatten
Subtitle
Ein GRIN-Sammelband
Authors
GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Franziska Völkel (Author), Julia Viner (Author), Lena Meyer (Author), Mitja Polacek (Author)
Publication Year
2024
Pages
97
Catalog Number
V1446255
ISBN (eBook)
9783964879011
ISBN (Book)
9783964879028
Language
German
Tags
abnorme körperkonstruktionen kriminalanthropologie jahrhunderts vorstellungen zusammenhänge delinquenz körpermerkmalen körper abbild gesellschaft weibliche schönheitsideale wandel zwang selbstverwirklichung bedeutung debatte inklusion ideale körperideale james camerons terminator schönheitswahn medien körperdysmorphe störung jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Franziska Völkel (Author), Julia Viner (Author), Lena Meyer (Author), Mitja Polacek (Author), 2024, Körper, Körperwahrnehmung und Schönheitsideale im Wandel. Der Körper und seine Bedeutung in gesellschaftlichen Debatten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1446255
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