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"Der Welsche Gast" gegen "Der große Elmayer". Eine Analyse von mittelalterlicher Sittenlehre und zeitgenössischen Verhaltensempfehlungen

Title: "Der Welsche Gast" gegen "Der große Elmayer". Eine Analyse von mittelalterlicher Sittenlehre und zeitgenössischen Verhaltensempfehlungen

Term Paper , 2022 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Treitl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Der Umstand, dass Thomasin von Zerklaere sein als Anleitung zu gesittetem Denken und Handeln verfasstes Lehrgedicht zum Schutz vor dem Verfall der christlichen Tugenden verfasste, legt eine Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Verhaltensratgebern nahe. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche Gemeinsamkeiten und Gegensätze sich zwischen dem mittelalterlichen Lehrgedicht "Der Welsche Gast" und dem 2020 in der dritten Auflage erschienenen Verhaltensratgeber "Der große Elmayer" ausfindig machen lassen, um in weiterer Folge den Aktualitätsbezug der mittelhochdeutschen Handlungsanweisungen zu bewerten. Wie ein Blick in die Untersuchungsergebnisse veranschaulicht, handelt es sich bei der Mehrheit der gegenübergestellten Textstellen aus den zugrunde liegenden Verhaltensratgebern – mit Ausnahme von einigen wenigen Gegensätzen – um Gemeinsamkeiten, welche auf einen Aktualitätsbezug des 700 Jahre alten Lehrgedichts hinweisen und demonstrieren, dass die analysierten Verse aus Thomasins Sittenlehre nahezu dieselbe Wirkung erzielen wie zeitgenössische Verhaltensratgeber am Beispiel "Des Großen Elmayers".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE ZIELGRUPPE DER MITTELALTERLICHEN VERHALTENSLEHRE DER WELSCHE GAST

3 DER WELSCHE GAST IM KONTEXT VON ZEITGENÖSSISCHEN VERHALTENSEMPFEHLUNGEN

3.1 ACHTSAMKEIT

3.2 ANGEBEREI

3.3 DISKRETION

3.4 GÄSTE

3.5 TISCHMANIEREN

4 ZUSAMMENFASSUNG

5 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Aktualitätsbezug des mittelhochdeutschen Lehrgedichts "Der Welsche Gast" von Thomasin von Zerklaere, indem sie ausgewählte Verhaltensanweisungen einer Gegenüberstellung mit dem zeitgenössischen Ratgeber "Der große Elmayer" unterzieht, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Sittenlehre über einen Zeitraum von 700 Jahren herauszuarbeiten.

  • Mittelalterliche Verhaltenslehre im Vergleich zur Moderne
  • Analyse höfischer Sitten und Benimmregeln
  • Generationenübergreifende Geltung von Anstand und Diskretion
  • Vergleich von Tischmanieren und Gastfreundschaft
  • Rolle der Tugendlehre für eine ethische Lebensführung

Auszug aus dem Buch

3.1 Achtsamkeit

Mit der Anordnung, dass die jungen Leute adliger Herkunft ihre Freunde wol behandeln sollen, äußert sich im Welschen Gast ein Ruf nach Achtsamkeit, um die es im Folgenden geht. Zwar übersetzt Willms den Vers 365 damit, Freunde mit Respekt zu behandeln, jedoch bietet es sich auch an, das adverbial gebrauchte Adjektiv wol mit gut oder wohl(wollend) ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Die Auslegung, Gefährten gut und wohlwollend und damit einhergehend mit Achtsamkeit zu begegnen, ist dabei genauso berechtigt wie Willms Übersetzung, seine Freunde mit Respekt zu behandeln.

Thomasins Forderung, dass „ein ieglîch edel kint“ im Handeln und Wollen das Wohl seines Freundes zu fördern habe, begünstigt die Übersetzung, mit Gefährten wohlwollend und achtsam umzugehen, da ein achtsames Miteinander genauso wie eine gute beziehungsweise wohlwollende Beziehung zu anderen Menschen dazu beiträgt, „den Umgang miteinander in nahezu jeder Situation wesentlich [zu, d. Verf.] erleichtern“. Als Bedingung für ein ideal höfisches Benehmen lässt sich auf Basis Thomasins Ausführungen festhalten, dass es sich gehört, seine Freunde achtsam zu behandeln, um das Wohl dieser zu fördern. Auch für Schäfer-Elmayer ist Achtsamkeit Teil eines kultivierten Benehmens sowie „ein unverzichtbarer Pfeiler des gesellschaftlichen Miteinanders“, wodurch sich zwischen dem mittelalterlichen Lehrgedicht und dem gegenwärtigen Verhaltensratgeber eine Brücke schlagen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der mittelalterlichen Sittenlehre ein, definiert das Forschungsinteresse und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf die Verse 141-550 ein.

2 DIE ZIELGRUPPE DER MITTELALTERLICHEN VERHALTENSLEHRE DER WELSCHE GAST: Dieses Kapitel analysiert, an wen sich Thomasin in seinem Werk richtet, und stellt fest, dass es primär ein junges, adliges Publikum mit einer gewissen ethischen Bereitschaft anspricht.

3 DER WELSCHE GAST IM KONTEXT VON ZEITGENÖSSISCHEN VERHALTENSEMPFEHLUNGEN: Das Kapitel bietet den Hauptteil der Arbeit, in dem spezifische Verhaltensregeln wie Achtsamkeit, Diskretion und Tischsitten direkt mit modernen Ratschlägen verglichen werden.

3.1 ACHTSAMKEIT: Hier wird die Forderung nach respektvollem und wohlwollendem Umgang mit Freunden als Basis für soziales Miteinander untersucht.

3.2 ANGEBEREI: Es wird analysiert, warum das Meiden von Angeberei ein zentrales Element höfischen Verhaltens darstellt und welche unterschiedlichen Konsequenzen dies laut Text für Männer und Frauen hat.

3.3 DISKRETION: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung des Vertrauensschutzes und die Warnung vor Personen, die Geheimnisse anderer ausspähen wollen.

3.4 GÄSTE: Hier wird der Umgang mit Gästen thematisiert und das mittelalterliche Ideal einer aufmerksamen Bedienung kritisch mit modernen Gastgeberpflichten abgeglichen.

3.5 TISCHMANIEREN: Das Kapitel behandelt die im Lehrgedicht verankerten Gebote rund um das Essen, inklusive der Handhabung von Speisen und des Verhaltens bei Tisch.

4 ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Gegenüberstellung und bestätigt den Aktualitätsbezug zahlreicher mittelalterlicher Tugendregeln.

5 LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Der Welsche Gast, Thomasin von Zerklaere, mittelalterliche Etikette, Verhaltenslehre, höfische Kultur, Aktualitätsbezug, Der große Elmayer, Benimmregeln, Achtsamkeit, Diskretion, Tischsitten, Sittenlehre, Tugendhaftigkeit, Interdisziplinarität, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht das mittelalterliche Lehrgedicht "Der Welsche Gast" von Thomasin von Zerklaere mit dem modernen Ratgeber "Der große Elmayer", um festzustellen, wie sich Verhaltensregeln über Jahrhunderte gewandelt haben oder erhalten geblieben sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Achtsamkeit, Angeberei, Diskretion, dem Umgang mit Gästen sowie speziellen Regeln der Tischmanieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Aktualitätsbezug der 700 Jahre alten Handlungsanweisungen zu bewerten und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Ethischen Disposition der Menschen zwischen damals und heute aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine komparative Analyse (Gegenüberstellung) angewandt, bei der ausgewählte Verse aus Thomasins Werk methodisch mit den Inhalten des modernen Referenzwerks "Der große Elmayer" korreliert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf thematische Kapitel, in denen jeweils eine spezifische Bedingung für höfisches Verhalten analysiert und mit der modernen Etikette in Bezug gesetzt wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Höfische Etikette, Tugendlehre, Sittlichkeit, Vergleich Mittelalter-Moderne und Verhaltensratgeber.

Warum unterscheidet der Autor zwischen männlichem und weiblichem Verhalten?

Die Analyse zeigt, dass Thomasin insbesondere bei Themen wie der Angeberei unterschiedliche moralische Maßstäbe ansetzt, wobei er dem weiblichen Geschlecht teilweise tragischere Konsequenzen bei Fehlverhalten zuschreibt.

Inwieweit sind die mittelalterlichen Tischmanieren heute noch relevant?

Während grundlegende Regeln wie das Nicht-Sprechen mit vollem Mund Bestand haben, sind viele mittelalterliche Anweisungen, etwa zum Gebrauch der Hände statt Besteck, heute nicht mehr zeitgemäß oder durch moderne Technik ersetzt worden.

Welches Fazit zieht die Arbeit zum Aktualitätsbezug?

Das Fazit lautet, dass den Themen Achtsamkeit und Diskretion ein hoher Aktualitätsbezug zugeschrieben werden kann, da sich die zugrundeliegenden ethischen Anforderungen inhaltlich kaum von modernen Standards unterscheiden.

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Details

Title
"Der Welsche Gast" gegen "Der große Elmayer". Eine Analyse von mittelalterlicher Sittenlehre und zeitgenössischen Verhaltensempfehlungen
College
University of Salzburg  (Germanistik)
Course
Literatur zur mittelalterlichen Etikette
Grade
1,0
Author
Peter Treitl (Author)
Publication Year
2022
Pages
21
Catalog Number
V1446644
ISBN (PDF)
9783963552922
ISBN (Book)
9783963552939
Language
German
Tags
Gegenüberstellung Sittenlehre Verhaltensempfehlung Ältere Deutsche Literatur Mediävistik Achtsamkeit Angeberei Diskretion Gäste Tischmanieren Tugend Christentum Werte Lehrgedicht Lyrik Thomasin Zerclaere Friaul Heidelberger Handschrift Cerclaria Mittelhochdeutsch Deutschunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Treitl (Author), 2022, "Der Welsche Gast" gegen "Der große Elmayer". Eine Analyse von mittelalterlicher Sittenlehre und zeitgenössischen Verhaltensempfehlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1446644
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