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Die Abgrenzung von Flexion und Derivation in der Morphologie

Title: Die Abgrenzung von Flexion und Derivation in der Morphologie

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anastasia Deibert (Author)

Romance Studies - Miscellaneous
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Das Flexion-Derivation-Problem ist eine Forschungsaufgabe, der sich schon viele Linguisten angenommen haben. Für die Bildung von Wortformen eines bestimmten Paradigmas auf der einen Seite und für die Ableitung neuer Lexeme auf der anderen Seite werden die gleichen morphologischen Prozesse angewendet, diese sind im Allgemeinen Affigierung und Modifikation. Dadurch entsteht oft die Frage, ob die traditionelle systematische Trennung zwischen Flexion und Derivation gerechtfertigt ist und ob die Affixe eindeutig als Flexionsaffixe oder als Derivationsaffixe identifiziert werden können.
Dazu gibt es zahlreiche verschiedene Positionen in der morphologischen Forschung. Bis heute gibt es unter den Linguisten keine wirkliche Übereinstimmung, ob Flexion und Derivation als ähnlich oder unterschiedlich betrachtet werden sollen. Dadurch, dass den semantischen Aspekten der Morphologie auch immer eine größere Bedeutung zugeschrieben wird, entstehen verschiedene kognitive Theorien, die das Problem aus einem anderen Blickwinkel angehen. Im Folgenden werden unterschiedliche Ansätze erläutert, die versuchen das Problem zu erklären.
Nach den klassischen Definitionen, folgen die unterschiedlichen Abgrenzungskriterien zwischen Flexion und Derivation. Es werden dann die verschiedenen traditionellen und kognitiven Ansätze dargestellt. Darüber hinaus steht die Gegenüberstellung der verschiedenen Theorien im Mittelpunkt. In den Schlussbemerkungen werden die Kernpunkte nochmals aufgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klassische Definitionen

3. Abgrenzungskriterien zwischen Flexion und Derivation

3.1. Traditionelle Kriterien

3.2. Nach Scalise

3.3. Nach Bybee

3.4. Nach Haspelmath

4. Traditionelle Sichtweise

4.1. Strukturalistische Dichotomie

4.2. „Split Morphology“

5. Kognitive Ansätze

5.1. Der Kontinuum-Ansatz

5.2. Der Dreiteilungsansatz

6. Gegenüberstellung der verschiedenen Theorien

7. Schlussbemerkungen

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Flexion-Derivation-Problem in der Morphologie und geht der Frage nach, ob eine strikte systematische Trennung zwischen diesen beiden morphologischen Prozessen theoretisch gerechtfertigt ist oder ob alternative Ansätze wie Kontinuum-Modelle eine treffendere Beschreibung ermöglichen.

  • Grundlagen der Morphologie und klassische Definitionen
  • Strukturalistische vs. generativistische Sichtweisen
  • Kognitive Ansätze zur morphologischen Kategorisierung
  • Diskussion von Unterscheidungsmerkmalen (u.a. Relevanz, Produktivität, Syntax-Bezug)
  • Gegenüberstellung theoretischer Positionen zur Flexion und Derivation

Auszug aus dem Buch

3.2. Nach Scalise

Der Generativist Sergio Scalise (1988: 578) ist der Meinung, dass Flexion und Derivation klar voneinander abgrenzbare Entitäten sind und die Unterscheidung zwischen Flexion und Derivation nicht nur möglich sei, sondern auch notwendig. Er stellt 15 Kriterien auf, die für ihn einen Unterschied zwischen Flexions- und Derivationsregeln darstellen. Einige Kriterien führt er davon im Detail auf und begründet seine Position:

1. Derivationsregeln verändern die syntaktische Kategorie des Stamms, Flexionsregeln jedoch nicht.

Scalise (1988: 564f) behauptet außerdem, dass Derivationsregeln die syntaktische Kategorie des Stamms immer verändern. Auch wenn ein Nomen ein Nomen bleibt, haben sich dennoch die Informationen des Stamms durch das Derivationssuffix geändert:

(1) engl. man → man-hood

Das Derivationssuffix -hood ändert zum Beispiel die Eigenschaften des Stamms von –abstrakt und +zählbar in +abstrakt und –zählbar. Die Derivationssuffixe haben einen eigenen Inhalt unabhängig von den Informationen des Stamms.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Flexion-Derivation-Problem ein und erläutert die unterschiedlichen theoretischen Positionen sowie die Relevanz semantischer Aspekte in der morphologischen Forschung.

2. Klassische Definitionen: Dieses Kapitel differenziert zwischen Wortbildungslehre und Formenlehre und definiert grundlegende Begriffe wie Derivation, Komposition und Flexion.

3. Abgrenzungskriterien zwischen Flexion und Derivation: Hier werden zentrale Unterscheidungsmerkmale wie Kategoriewechsel und Produktivität vorgestellt, basierend auf den Ansätzen von Schpak-Dolt, Scalise, Bybee und Haspelmath.

4. Traditionelle Sichtweise: Dieses Kapitel beleuchtet den strukturalistischen Ansatz der Dichotomie sowie die „Split Morphology“ des Generativismus.

5. Kognitive Ansätze: Es werden alternative Modelle präsentiert, insbesondere der Kontinuum-Ansatz und der Dreiteilungsansatz, die den Fokus auf konzeptuelle und inhaltliche Aspekte verschieben.

6. Gegenüberstellung der verschiedenen Theorien: Die verschiedenen theoretischen Modelle werden miteinander verglichen, wobei der Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Rollen der Semantik und Syntax liegt.

7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird der theoretische Wandel in der morphologischen Forschung resümiert und die Bedeutung der konzeptuellen Unterscheidungen hervorgehoben.

8. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Morphologie, Flexion, Derivation, Wortbildung, Formenlehre, Strukturalismus, Generativismus, Kognitive Linguistik, Split Morphology, Relevanz, Lexikalische Generalität, Inhärente Flexion, Kontextuelle Flexion, Morphem, Syntax.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Frage der linguistischen Morphologie, wie Flexion und Derivation systematisch voneinander abgegrenzt werden können.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Unterscheidung zwischen Formenbildung und Wortbildung, die theoretischen Ansätze des Strukturalismus, Generativismus und der kognitiven Linguistik sowie die Rolle von Affixen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Darstellung und kritische Gegenüberstellung verschiedener linguistischer Theorien, die versuchen, das Flexion-Derivation-Problem zu lösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und vergleichende Theoriebildung, um die verschiedenen morphologischen Ansätze und Abgrenzungskriterien aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl klassische Definitionen als auch moderne Ansätze (wie der Kontinuum-Ansatz oder der Dreiteilungsansatz) analysiert und hinsichtlich ihrer Aussagekraft geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Morphologie, Flexion, Derivation, Splits Morphology, Kognitive Linguistik und die Dichotomie zwischen Form und Bedeutung.

Was versteht man unter dem in der Arbeit genannten "Dreiteilungsansatz"?

Dieser Ansatz schlägt vor, die Flexion nicht als homogene Einheit zu betrachten, sondern in kontextuelle und inhärente Flexion zu unterteilen, um eine präzisere Abgrenzung zur Derivation zu ermöglichen.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Flexion in der "Split Morphology" von der kognitiven Sichtweise?

Während die "Split Morphology" von einer strikten Trennung der Komponenten ausgeht (Flexion vs. Derivation), betonen kognitive Ansätze fließende Übergänge und die konzeptuelle Relevanz der morphologischen Prozesse.

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Details

Title
Die Abgrenzung von Flexion und Derivation in der Morphologie
College
University of Stuttgart  (Institut für Linguistik/ Romanistik)
Course
Hauptseminar Aspekte der Morphologie des Italienischen
Grade
1,3
Author
Anastasia Deibert (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V144678
ISBN (eBook)
9783640556847
ISBN (Book)
9783640557431
Language
German
Tags
Abgrenzung Flexion Derivation Morphologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anastasia Deibert (Author), 2008, Die Abgrenzung von Flexion und Derivation in der Morphologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144678
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