Erklärungen zur Offenbarung Jesu Christi nach Parallelstellen der Bibel

Erklärungen der Offenbarung


Quellenexegese, 2010
154 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Der Urheber der Offenbarung (Off 1,1-3)
1.2 Der Schreiber der Offenbarung (Off 1,4-20)
1.3 Die Empfänger der Offenbarung (die sieben Sendschreiben) (Off 2-3)

2. Die Ereignisse, die in Kürze geschehen sollen
2.1 Die Übergabe der Herrschaft an Jesus Christus (Off 4-5)
2.2 Die göttlichen Warnungsbotschaften (die sieben Siegel) (Off 6)
2.3 Das Angebot der Rettung (die Versiegelung) (Off 7)
2.4 Gott lässt zum Gericht blasen (die sieben Posaunen)(Off 8-14)
2.5 Das Zorngericht Gottes (die sieben Plagen) (Off 15-16)
2.6 Der Untergang der abgefallenen Christenheit (Babylon) (Off 17-18)
2.7 Der Jubel im Himmel, die Wiederkunft Jesu (Off 19,1-14)
2.8 Die Vernichtung der antigöttlichen Mächte (Off 19,15-21)
2.9 Die Vernichtung Satans und seines Heeres (Off 20,1-10)
2.10 Das Endgericht Gottes (das 1000-jährige Reich) (Off 20,11-15)

3. Die Neuschöpfung
3.1 Der neue Himmel und die neue Erde (Off 21,1)
3.2 Das neue Jerusalem (Off 21,2-27)
3.3 Das Leben auf der Neuen Erde (Off 22)
3.4 Letzte Hinweise (Off 22,7-21)

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der Urheber der Offenbarung

Kapitel 1

1. Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und indem er <sie> durch seinen Engel sandte, hat er <sie> seinem Knecht Johannes kundgetan,

Das letzte Buch der Bibel gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Welt, auf ihre Menschen und auf die Erde nach dem Tod, der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu. Das Buch wurde Anlass zu sehr vielen Auslegungen und Erklärungen nicht zuletzt wegen der Beschreibungen in nicht allgemein verständlichen Bildern, die Johannes, der Jünger Jesu gesehen hat. Ursprünglich hat Gott selbst seinem Sohn Jesus Christus die Offenbarung gegeben. Jesus Christus gab sie durch einen Engel dem Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, in der Funktion seines Dieners und Botschafters. Er will über die künftigen Geschehnisse informieren, die auf der Erde und in der himmlischen Welt nach seiner Himmelfahrt schnell einsetzen. Zeitlich gesehen beginnen die Ereignisse nach der Zerstreuung der an Christus gläubigen Gemeinde aus Jerusalem nach der Himmelfahrt Jesu. Sie enden mit der Darstellung der neuen Erde und des neuen Jerusalems als Mittelpunkt der Erneuerung der Erde durch Gott.

Der zeitliche Ablauf wird dem Jünger in den erwähnten verschiedenen Bildern und Erscheinungen geschildert. Jesus offenbart sein Leben und Wirken. Er stellt klar, dass er in Übereinstimmung mit Gott dem Vater handelt, der über dem gesamten Weltgeschehen steht. Die Erklärungen Jesu an seinen Diener Johannes sind demnach ein Geschenk oder eine Gabe Gottes an die Menschen und sind somit als ein Charisma oder eine Gnadengabe zu betrachten.

Der Grund der Offenbarung Jesu ist seine Liebe zu allen Menschen. Sie sollen einen prophetischen Weitblick erhalten und wissen, was sich nach der Himmelfahrt Jesu ereignen wird. Sie erhalten Weissagungen über ihr Verhalten. Jesus will sie schützen und vor Unheil bewahren. Insbesondere will er sie warnen und retten, indem er ihnen Richtlinien und Empfehlungen, aber auch Mahnungen gibt und zur Beachtung seiner Worte auffordert.

2. der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah.

Seinen Jünger Johannes hat er zur Veröffentlichung seiner Botschaft an die Menschen auserwählt. Er empfing die weissagenden Worte durch Engelboten. Jesus wollte keinesfalls, daß seine Botschaft geheim oder unverstanden bleibt, sondern er hat sie deutlich gemacht und ausgelegt und in der damals verständlichen Ausdrucksweise seinem Jünger und Boten überreichen lassen.

Johannes hat dann seinen Zeitgenossen und darüber hinaus allen Menschen das Wort Gottes, das er von dem Engel selbst in Gesichten und Prophezeiungen empfangen hat, als Zeuge bestätigt. Er hat uns dieses Wort Gottes dargelegt und offenbart gleichsam als Zeugnis Jesu. Das Neue in der Prophezeiung besteht darin, dass Jesus durch sein Werk auf der Erde das Wort Gottes bereits bezeugt und bewiesen hat. Er hat nicht allein die Taufe mit Wasser empfangen, sondern auch durch sein Blut und durch seine Hingabe am Kreuz den Beweis für die Echtheit des Wortes Gottes erbracht. Zum Zeugnis Jesu[1] gehören demnach seine Werke, die er im Auftrag und nach dem Willen Gottes ausführte und für die er von seinem Vater die Kraft erhielt. Die Werke dienten dem Zweck der Erlösung der Menschen. Zum Zeugnis Jesu gehören auch der Geist Gottes in der Weissagung[2], die Johannes erhalten hat, und zum Dritten der für die Rettung der Menschen wichtige Glaube Jesu[3] und schließlich das Wirken Jesu bei Gott dem Vater für die Menschen nach seiner Himmelfahrt.[4]

3. Glückselig, der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist! Denn die Zeit ist nahe.

Für die Menschen hat die Offenbarung Jesu insofern eine weitere besondere Bedeutung, weil sie durch die Enthüllungen glücklich gepriesen werden unter der Voraussetzung, dass sie die Worte Jesu lesen, hören und in sich aufnehmen. Die Mitteilungen sollen nicht in das eine Ohr hinein und durch das andere wieder hinausgehen und unbeachtet bleiben. Glücklich gepriesen werden die Menschen nur dann, wenn sie die Lehren Jesu für sich in Anspruch nehmen, seine Worte anerkennen und sich danach richten, denn er birgt für seine Worte. Die Worte der Offenbarung sind gleichzeitig Zeugnisse Jesu und Wegweiser zum ewigen Leben, das Gott den Menschen schenkt. Johannes hebt die Wichtigkeit seiner Botschaft durch den Hinweis auf die nahe Zeit der Erfüllung der vorhergesagten Worte hervor. Die Entscheidungsstunde zum Entschluss des Lesens, Hörens und Beachtens ist für jeden Menschen zu jederzeit weit vorgerückt. Zeitvergeudung oder Aufschub der Entscheidung für Jesu ist gefährlich, da sie den Verlust des ewigen Lebens bedeuten, denn kein Mensch weiß, wann seine letzte Stunde und damit die Möglichkeit der Entscheidung geschlagen haben.

1.2 Der Schreiber der Offenbarung

4. Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind,

Die Botschaft Jesu ist zunächst an die Gemeinden in Kleinasien adressiert, die zur damaligen Zeit existierten. Sie sollten die Weisungen in Form von Briefen oder Sendschreiben erhalten. Im Allgemeinen beginnt jeder Brief mit der Angabe des Absenders und so auch diese Schreiben. Johannes beginnt mit seinem Namen als Briefschreiber und nennt dann den Empfänger, die sieben Gemeinden oder die sieben Versammlungen, die sich in der Provinz Asia befinden. Es handelt sich um die römische Provinz Asia proconsularis. Sie wurde im Jahre 129 v.Chr. aus dem Reich Attalus III. gebildet, dem letzten König von Pergamon. Sein Reich umfaßte die Landschaften Mysien, Lydien, Karien und Phrygien, dem heutigen Westteil der Türkei. Die Provinz Asien war zur damaligen Zeit eine Hochburg der Kultur und der Wirtschaft. Hier lebten „moderne“, progressiv denkende Menschen, so daß die sieben Gemeinden und die Botschaften praktisch für alle Zeitalter aktuell und gültig sind.

Die Worte Jesu empfingen also die Gemeinden dieses Teils des Römischen Reiches, und sie wurden, wie aus dem folgenden Abschnitt hervorgeht, von Johannes, dem Jünger Jesu, übermittelt. Der Urheber der Botschaft ist der dreieinige Gott selbst. Johannes stellt ihn vor als den ewig Lebenden:

1.) Der da ist, oder er lebt,
2.) Der da war, der von Ewigkeit her gelebt hat und
3.) Der da kommt, der ewig leben wird.

Er sendet den Gemeinden die Gnaden- und Friedensbotschaft und mit ihm die sieben Geister Gottes. Sie stellen den Geist Gottes in seiner Fülle dar, der vor dem Thron Gottes und vor dem Angesicht Gottes steht und für das menschliche Verständnis unbegreiflich ist:

1.) den Geist der Kraft,
2.) den Geist der Liebe,
3.) den Geist der gesunden Vernunft (2.Timotheus 1,7),
4.) den Geist der Weisheit (Epheser 1,17),
5.) den Geist der Wahrheit (Johannes 14,17),
6.) den Geist der Gnade und
7.) den Geist des Gebets (Sacharja 12,10).

5. Und von Jesus Christus, <der> der treue Zeuge <ist>, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut

Gnade und Frieden sendet auch Jesus Christus den Gemeinden. Er ist gekennzeichnet durch drei Merkmale:

1.) Das erste Kennzeichen ist die Treue. Er ist der Blutzeuge, auf den sich die Menschen verlassen können, der mit seinem Wort und mit seinem Leben zeugt.
2.) Das zweite Kennzeichen ist seine Erstgeburt. Er ist als der Erste von den Toten auferstanden zum ewigen Leben und wird mit dieser Auferstehung zum Erstgeborenen von den Menschen, die gestorben sind und sterben werden und von den Toten auferstehen. Als Erstgeborener erlangt er nach dem jüdischen Recht das Erbrecht. Mit diesem Hinweis stellt er sich dar als der Thronerbe des Reiches Gottes.
3.) Das dritte Kennzeichen ist die Herrscherwürde. Er ist zu einem Herrscher der Könige auf Erden geworden. Kein König und Herrscher unserer Erde ist mit ihm vergleichbar, denn er lebt von Ewigkeit und regiert in Ewigkeit.

Das hervorstechende Merkmal Jesu Christi aber ist seine Liebe zu uns Menschen. Durch die Größe und Gewalt seiner unendlichen Liebe hat er uns durch seinen Opfertod am Kreuz von unseren Sünden und Verfehlungen befreit.

6. Und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Jesus schenkt uns im Rechtsstaat Gottes die Königswürde und macht uns auf diese Weise zu besonderen Gliedern und Bürgern seines Reiches. Er wünscht die Erfüllung des Willens Gottes auf dieser Erde durch uns, der in der Liebe zu allen Menschen gipfelt. Denn sein Reich hat er auf dieser Erde begonnen. Er sieht es realisiert durch die Menschen, die an ihn glauben und willens sind, seine Liebe in jeder Form weiterzugeben. Deshalb zeigt sich die Angehörigkeit zu seinem Reich zunächst im Charakter des einzelnen Menschen. Jesus hat uns auch die Priesterwürde verliehen. Mit dieser Würde stehen wir in einem besonderen Verhältnis zu Gott. Wir sind ihm verpflichtet und tragen die Botschaft Jesu weiter. Wir verkündigen die Wunder Jesu und bringen den Menschen die Hoffnung auf das ewige Leben. Wir berichten ihnen von der Auferstehung Jesu, die uns zu dieser Hoffnung berechtigt. Wir weisen die Menschen darauf hin, daß Jesus jetzt der Allgewaltige ist, der im Weltall von Ewigkeit zu Ewigkeit herrscht. Wir treten als Zeugen dieser Wahrheit in der Welt auf.

7. Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde. Ja, Amen.

Johannes setzt die Beschreibung des Gottessohnes fort mit dem Hinweis auf seine Wiederkunft, die kein Traum, sondern Wirklichkeit ist. Der Prophet beschreibt die Art der Wiederkunft. Jesus kommt mit den Wolken am Himmel, so daß ihn alle Menschen bei seiner Wiederkunft sehen werden.[5] Sehen werden ihn auch die Menschen, die ihn gequält und ans Kreuz genagelt haben. Gemeint sind sicherlich auch diejenigen, die ihn jetzt „durchstechen“, das heißt, die ihn als irreal und tot ansehen und nicht an ihn glauben. Sie werden mit der Wiederkunft Jesu erfahren, dass er lebt und in der Tat der Heiland und Retter der Welt geworden ist. Zu dem Zeitpunkt werden alle Völker der Erde in Furcht geraten und um Erbarmen, Rettung und Hilfe rufen.[6] In der Gegenwart und unter den natürlichen Verhältnissen einer Welt, die unter dem Stress des Lebens und der Arbeit steht, ist der Glaube an die Wiederkunft in den Hintergrund getreten oder sogar verloren gegangen. Dennoch bleibt die Tatsache der Aussage über die Wiederkunft Jesu bestehen. Sie ist nach der Mitteilung des Johannes kein Vorstellungsbild in unseren Gedanken wie ein Trugbild oder eine Einbildung.

8. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

Jesus bestätigt selbst die Tatsache seiner Wiederkunft, indem er seinen Namen unter die Ankündigung setzt. In seiner ausführlichen Bezeichnung stecken drei Zahlenbedeutungen. In dem Begriff „der Allmächtige“ steckt die Zahl „eins“, welche die alleinige Macht und Alleinherrschaft Gottes andeutet. Die Zahl „zwei“ finden wir in der Bezeichnung „Alpha und Omega.“ Dieser Name erinnert an die Zweiteilung der Bundestafeln oder des Bundes zwischen Gott mit seinem Volk. Schließlich zeigt sich die Zahl „drei“ in der Darstellung „der ist, der war, der kommt“. Sie dient als Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes und die drei Erzväter: Abraham, Isaak und Jakob.

Jesus bezeichnet sich als:

1.) „Ich bin das Alpha und das Omega,[7] der Anfang und das Ende“.[8]
2.) Der ist, der war und der kommt oder der Erste und Letzte, und
3.) Der Allgewaltige.[9]

Jesus hat sich zur Betonung seiner Ankündigungen bereits zur alttestamentlichen Zeit bei Abraham und beim Volk Israel in dieser Weise vorgestellt[10] und wählt seine Allmacht zum Zusatz seines Namens.[11] Er besiegelt mit seiner Vorstellung in der Offenbarung die Wahrheit und die Aktualität seiner Worte und bezeugt sich als der Gott, der allein die Macht über die ganze Welt besitzt.[12]

Mit dieser umfassenden Darstellung des Sohnes Gottes endet die Einleitung der Offenbarung, die Vorstellung der Empfänger und der Urheber. Im Weiteren folgen die Beschreibung des Empfangs der Weissagung Jesu und die einzelnen sehr detaillierten Botschaften.

9. Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse in der Bedrängnis und dem Königtum und dem Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.

Johannes stellt sich zunächst einmal vor. Er versteht sich

1. als unser Bruder, der wie wir an Jesus Christus glaubt, an seinen Opfertod für unsere Sünden und an seine Auferstehung und Himmelfahrt,
2. als unser Leidensgefährte, der mit vielen anderen als Christ den Verfolgungen und Demütigungen ausgesetzt ist[13], die Jesus im Hinblick auf das Leben seiner Jünger nach seinem Weggang vorausgesagt hat.[14] Sie werden zerstreut und in der Welt unterdrückt und zur Angst getrieben werden.[15]
3. Als Mitbürger des Reiches Christi, das bereits auf dieser Erde in uns wohnt als Gnade der Erlösung von unseren Sünden durch das Blut Jesu, und
4. als derjenige, der mit uns auf die Wiederkunft Jesu wartet.

Er war während der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian (81-96 n.Chr.) gefangen genommen und auf die Insel Patmos verbannt, die etwa 55 km von der Südwestküste Kleinasiens entfernt liegt. Der Grund der Verbannung war seine Treue zum Wort Gottes, sein Zeugnis von Jesus und sein Bekenntnis zur Wahrheit, dass Jesus als Sohn Gottes am Kreuz für uns gestorben ist, dass er von den Toten auferstanden und in den Himmel gefahren ist und dass er wiederkommen wird.[16]

Worin Johannes das Zeugnis Jesu sah, beschreibt er ausführlich in seinem ersten Brief.[17] Es bestand für ihn in dem festen Glauben an Jesus als den Sohn Gottes und an seine Wirksamkeit auf dieser Erde. Wer diesen Glauben bekennt, der besitzt das Zeugnis Gottes und damit das von Gott geschenkte ewige Leben.[18]

10. Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune,

Durch die Wirksamkeit des Geistes Gottes, der wundersame Dinge zeigen und an ungeahnte Orte führen kann, erlebte Johannes plötzlich die Gegenwart Jesu an dem Tag des Herrn. Der Tag des Herrn ist ein feststehender Begriff der Propheten und bezeichnet den Tag des Gerichtes Gottes.[19] Johannes erhält demnach vom Geist Gottes die Möglichkeit, in die Gerichtszeit Gottes Einblick zu nehmen. Manche Ausleger sehen dahinter auch den göttlichen Ruhetag[20] oder den Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu[21]. Beide Tage tragen aber in der Bibel nicht die Bezeichnung Tag des Herrn.

Nach der geistigen Versetzung zum Tag des Herrn hörte Johannes hinter sich eine laute Stimme, die so laut und eindringlich klang wie eine Posaune. Der laute Posaunenklang weist uns auf die besondere Eindringlichkeit und Gewalt der Stimme hin[22], auf die Gerichtszeit[23] und auf die weithin zu vernehmende Botschaft.[24]

11. die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!

Die nun folgenden Offenbarungen in Form von bildlichen Darstellungen vor seinem geistigen Auge, die als Gesichte oder Visionen bezeichnet werden, soll Johannes in ein Buch schreiben und an die damals existierenden sieben kleinasiatischen Gemeinden schicken, nach Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea, die sich alle im Gebiet der heutigen Türkei befinden. Die Gemeinden unterscheiden sich durch ihre unterschiedlichen Charaktere und durch die unterschiedliche Erfüllung ihres Dienstes für Jesus Christus, die sich zum Teil aus den politischen und innerstädtischen Verhältnissen ergaben. Aus diesem Grunde haben sie eine parallelisierende und damit überzeitliche Bedeutung und werden zu Abbildern von Charakteren und Eigenschaften, die stellvertretend für die christlichen Gemeinden oder Kirchen aller Zeitalter Gültigkeit besitzen. Infolgedessen gewinnen die Schreiben an die Gemeinden reale Beziehungen für die Christen der Gegenwart. Andererseits wird auch daran gedacht, dass die sieben kleinasiatischen Gemeinden Perioden der kirchengeschichtlichen Entwicklung darstellen.

12. Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,

Johannes wünschte den Sprecher mit der Posaunenstimme näher kennenzulernen und wollte ihn sehen. Aus diesem Grunde wendete er sich um und erblickte zuerst sieben goldene Leuchter. Sie stellen symbolisch die sieben kleinasiatischen oder christlichen Gemeinden aller Zeiten dar.[25]

13. und inmitten der Leuchter <einen> gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel;

Mitten unter den sieben Gemeinden erkannte er eine Person, die dem Sohn des Menschen Jesus Christus glich und sich andererseits von dem Menschensohn unterschied, als den sich Jesus Christus während seines Wirkens auf der Erde bezeichnete.[26] Dieser Menschensohn trägt eine auffällige Kleidung. Sie besteht aus einem langen Gewand, das die Füße nicht bedeckt. Um die Brust des Gewandes wird ein goldener Gürtel sichtbar. Das Kleid erinnert an Kleidung und Kennzeichen des Hohenpriesters[27] und gleichzeitig an das Kleid eines Königs, denn der Priester trug keinen goldenen Gürtel, sondern einen aus bunt gewirkter Leinwand.[28] Jesus Christus wird folglich nicht mehr als der schlichte Menschensohn dargestellt, sondern er zeigt sich dem Johannes als der von Gott erhöhte Hohepriester und König unter seinen Gemeinden. Gleichzeitig ist er aber die gemeinsame Kraft- und Lebensquelle der sieben goldenen Leuchter, die bildlich für die sieben Gemeinden stehen.

14. sein Haupt aber und die Haare <waren> weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme

Haupt und Haare des Menschen Sohnes sahen weiß aus und wirkten wie weiße Wolle oder wie Schnee. In dieser Gestalt beschrieb bereits der Prophet Daniel den zu Gericht sitzenden Gott.[29] Das Weiß der Haare des Menschensohnes weist zugleich auf die Reinheit Jesus Christi hin, der ohne Sünde war und von keiner Sünde wusste.[30] Mit der Bezeichnung „wie weiße Wolle“ lässt das Bild die Lammähnlichkeit erahnen. Johannes der Täufer hatte ihn als das Lamm Gottes bezeichnet, das die Sünden der Welt trägt.[31] Wie ein unschuldiges Lamm wurde Jesus am Kreuz geopfert und nahm unsere Vergehen auf sich[32], um Gott wieder mit den Menschen zu versöhnen. Die Augen des Menschensohnes leuchteten wie die Flamme des Feuers. Sie durchschauen alle Menschen und alle Dinge. Der Prophet Hanani sagte einst zum König Asa: Die Augen Gottes durchschauen alle Lande,[33] auch das Innerste des Menschen. Vor ihnen kann nichts verborgen bleiben.[34] David schilderte in den Psalmen sogar die Augen Gottes als Organe, die ihn sahen, bevor er geboren war.[35]

15. und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser;

Die Füße des Menschensohnes waren mit weißer Bronze oder nach anderer Übersetzung mit glänzendem Kupfer zu vergleichen, das in einem Ofen glühend gemacht wurde. Sie waren bereit, alles Gottlose niederzutreten und auszurotten.[36] Seine Stimme klang wie das Rauschen vieler Wasser als Darstellung der Stärke und Herrlichkeit Gottes. Bereits der Psalmist wagte, die Macht des Weltmeeres mit der Stärke Gottes zu vergleichen und bezeichnete das Brausen der Wasserwogen als mächtig. Dennoch ist die Größe Gottes mächtiger als die Wucht des Weltmeeres.[37] Auch Hesekiel verglich das Geräusch beim Einzug der Herrlichkeit Gottes in seinen Tempel mit dem Brausen großer Wassermassen.[38]

16. und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert[b] hervor, und sein Angesicht <war>, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.

In der rechten Hand des Menschensohnes befanden sich sieben Sterne. Der Menschen Sohn selbst erklärt sie als die Engel oder Boten der christlichen Gemeinden.[39] Maleachi bezeichnete die Priester als Engel oder Boten des Jahwe der Heerscharen.[40] Nach Daniel[41] könnten darunter auch die Lehrer fallen, die verständig sind und viele Menschen zur Gerechtigkeit weisen. Alle genannten Persönlichkeiten sind von Gott mit schwerwiegender Verantwortung betraut, stellen aber nur Werkzeuge in der Hand Jesu Christi dar, die von ihm gelenkt werden. Trotzdem sind sie nicht an ihn gekettet, und es wäre denkbar, dass sie in der Gefahr stehen, aus seiner Hand fallen zu können. Dagegen spricht allerdings die feste Beziehung mit der bewahrenden Hand Jesu.

Aus dem Munde Jesu kam eine scharfe, zweischneidige Schwertklinge. Das Schwert ist das Bild für die Macht des Wortes Gottes, durch das Jesus die Völker zurechtweist und richtet.[42] Sein Gesicht leuchtete wie die mittägliche Sonne am wolkenlosen Himmel und ist ein Beweis seiner Herrlichkeit.

17. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte

Als Johannes seinen Lehrer und Herrn in dieser Gestalt als König und Hohepriester erblickte, fiel er wie tot zu den Füßen Jesu nieder. Der Glanz und die Herrlichkeit Gottes und seine Rede vermögen solche Reaktionen des menschlichen Zusammenbruchs und der Furcht zu verursachen. Propheten des

Alten Testamentes bezeugen es. Hesekiel fiel beim Anblick der Herrlichkeit Gottes nieder und wagte nicht aufzuschauen.[43] Daniel sank wie betrübt mit seinem Gesicht auf die Erde, als er die Stimme Gottes vernahm[44], und Habakuk zitterte am ganzen Leibe bei dem Gesicht des nahenden Richters.[45] Aber Jesus tröstete und ermutigte den Johannes durch seine aufklärenden Worte. Johannes sollte keine Furcht haben und sich nicht erschrecken, weil Jesus, der Sohn Gottes, der Erste ist, nämlich der Schöpfer, und der Letzte, der alles Geschehen auf der Erde und im Himmel nach dem Ratschluß Gottes des Vaters ausführt.

18. und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.

Jesus bezeichnet sich auch als der Lebendige, der das Leben in sich selbst durch Gott hat, der eigentlich das ewige Leben besitzt. Er war tot. Hingerichtet zum Tod am Kreuz hat er sein Leben freiwillig zu Erlösung und Rettung der Menschen gegeben. Aber er ist auferstanden[46], und nun hat er in der Tat ewiges Leben und noch mehr[47]: Er besitzt die Schlüssel des Todes, der von ihm überwunden wurde.[48]

Nur derjenige Mensch wird den ewigen Tod erleiden müssen, den Jesus als Richter der Welt zum Tode verurteilt. Auch die Schlüssel für den Verwahrungsort der Toten, den Hades oder die Unterwelt, befinden sich in seiner Hand, weil er als Herr über Leben und Tod die Gläubigen aus diesem Todesreich befreien und zum ewigen Leben erwecken kann. Solche Weisheit vom lebenden Erlöser verkündeten schon Hiob[49] und David[50]. Sie wußten, daß ihr Erlöser lebt und als der Letzte auf der Erde stehen wird.

19. Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird!

Johannes erhält die Aufgabe, die ihm von Jesus gezeigten prophetischen Bilder für die Gemeinden aufzuschreiben. Er soll dazu schreiben, was die Visionen oder Gesichte darstellen und was in Zukunft noch geschehen soll. Wichtige Botschaften schrieben die Auserwählten und Propheten Gottes auch in älterer Zeit auf, damit die Worte nicht in Vergessenheit geraten, ständig gelesen werden, keine Zweifelsfragen aufkommen und allen Menschen erhalten bleiben. Jesaja musste die Botschaft Gottes für das Volk auf eine Tafel schreiben und in ein Buch einzeichnen, damit die Verheißungen Gottes für einen künftigen Tag als Zeuge bis in Ewigkeit erhalten bleiben.[51] Hesekiel erhielt den Auftrag über den Tempelbau zu berichten und, um Vergessenheit und Fehlererkenntnisse zu verhindern, sollte er für das Volk Israel alle diesbezüglichen Weisungen vor den Augen des Volkes als Beweismaterial und zum Befolgen schriftlich niederlegen.[52] Schließlich beauftragte Gott den Propheten Habakuk, sein Gesicht über das Auftreten der Chaldäer[53] zum flüssigen Lesen aufzuschreiben.[54]

20. <Was> das Geheimnis der sieben Sterne, die du auf meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter <betrifft>: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.

Die Erfüllung des Geheimnisses der bildlich dargestellten Botschaften für die sieben Sterne, nämlich für die Engel und Boten und die Verantwortlichen der Gemeinde, die sich in der Hand Jesu befinden, liegt in wahrscheinlich naher Zukunft. Es fällt auf, dass sich die Struktur der christlichen Gemeinden gewandelt hat und die Apostel nicht mehr die Gemeinden leiten, sondern besondere Boten. Sind es von Gott beauftragte besondere Schutzengel der Gemeinden oder handelt es sich um die Leiter der Gemeinden? Historisch bekannt ist die Berufung und Einsetzung von Bischöfen, Ältesten und Diakonen, die am Ausgang des ersten Jahrhunderts und zu Beginn des zweiten Jahrhunderts den lokalen Gemeinden vorstehen. Rangunterschiede zwischen Bischöfen und Ältesten waren zunächst nicht bekannt. Daraus entwickelten sich dann seit ca. 100 n. Chr. die drei geistlichen Ämter Bischof, Ältester (Presbyter) und Diakon mit unterschiedlichen Funktionen. Nach den ältesten Berichten war der Bischof der Leiter einer örtlichen Gemeinde, predigte und leitete die Feier des Gottesdienstes. Unterstützt wurde er von Ältesten und von Diakonen. Diese Teilung der Ämter hat sich bis heute in den christlichen Kirchen erhalten. Johannes wird nun die Botschaften an die einzelnen Gemeinden in ihren Einzelheiten erfahren, aufschreiben und an sie senden.

1.3 Die Empfänger der Offenbarung (die sieben Sendschreiben)

Kapitel 2

1. Das Sendschreiben an die Gemeinde in Ephesus

1. Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:

Das erste Schreiben, das Johannes durch den Geist Gottes in einem Gesicht erhielt, richtet sich an den Leiter und Verantwortlichen der Gemeinde zu Ephesus, der Hauptstadt der römischen Provinz Asia an der Westküste von Kleinasien. Die Stadt war berühmt durch ihren Artemistempel (Tempel der Diana der Epheser)[55], der zu den Wundern der Antike gehörte, und durch ihre Zauberkunst. Die Gemeinde versinnbildet mit ihrem Namen eine wünschenswerte Gemeinde. Sie könnte die christliche Urgemeinde zur Zeit des Wirkens der zwölf Apostel im ersten Jahrhundert gewesen sein und/oder die christliche Kirche in ihren Anfangsjahren. Jesus Christus, der alle verantwortlichen Mitarbeiter unter dem Bild der sieben Sterne in seiner Hand hält und mitten unter den sieben Gemeinden steht, die als goldene Leuchter dargestellt werden, und die sieben Gemeinden durch die innige geistliche Verbundenheit begleitet, lässt folgende Botschaft an die Gemeinde Ephesus richten:

2. Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden;

Jesus kennt die Werke der Gemeinde Ephesus:

1.) Sie besitzen die Geistesgaben.
2.) Sie haben einen starken Glauben.
3.) Sie leben in der Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu und
4.) Sie fallen auf durch ihre gegenseitige Liebe.
5.) Sie bemühen sich in der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi und
6.) Sie beweisen in dieser Arbeit eine nennenswerte Ausdauer.
7.) Sie sehen zu, daß die Gemeinde rein bleibt, indem die Sünder ausgeschlossen werden, wenn sie sich nicht bekehren wollen.

Die Gründlichkeit der Prüfung durch die Gemeinde geht sogar so weit, daß sie Apostel und Lehrer der Gemeinde auf die Probe stellen und ihren Charakter prüfen; denn unter ihnen gab es einige, die zwar behaupteten gläubige Christen zu sein, es aber nicht waren. Durch diese Prüfung hat die Gemeinde Ephesus Heuchler, Irrlehrer und Lügner entlarvt. Die Gemeinde kennt die praktische Anwendung der Verheißungen aus den Psalmen, daß die Gottlosen im Gericht nicht bestehen und auch nicht die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.[56]

3. und du hast Ausharren und hast <vieles> getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden.

Die Gemeinde Ephesus bewies auch eine geduldige Wesensart. Sie offenbarte die Charaktereigenschaft, die in der Erwartung der Ankunft Jesu und des ewigen Lebens notwendig ist. Sie besaß die Ausdauer, die der Landmann aufbringen muß, wenn er nach der Saat im Frühjahr bis zum Herbst auf die reifen Ähren wartet.[57] Die Gemeinde ertrug sogar Leiden und Beleidigungen um Jesu Namens willen, so wie Jesus für uns Hohn und Schande ertragen hat, als er gefoltert, gemartert und an das Kreuz geschlagen wurde.[58] Trotz der Schmähungen und Beleidigungen blieb die Gemeinde standhaft in ihrem Glauben an den Erlöser.

4. Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.

In einem Punkt musste Jesus die Gemeinde Ephesus tadeln. Sie hat die erste Liebe verlassen und war offensichtlich von ihrer anfänglichen inneren Begeisterung für den göttlichen Auftrag abgewichen. Diesen Fehler hat das Volk Israel in gleicher Weise begangen und ist deshalb zu Fall gekommen. Der sogenannte Brautstand des Volkes Israel nach dem Verlassen Ägyptens und der Zug durch die Wüste[59] und die Besinnung auf den Schutz und die Führung Gottes während der Wüstenwanderung und die ständige Rückkehr in die nahe Beziehung zu Gott blieben wesentlich für die weitere Existenz und Lebensweise eines Restes des Volkes. So bilden die Praxis des Glaubenslebens, die Aufmerksamkeit hinsichtlich der Reinhaltung der christlichen Gemeinde, der Fleiß in der Evangeliumsarbeit und die Innigkeit, mit der eine Gemeinde für Gott eintritt, in jeder Kirche und Glaubensgemeinschaft und zu allen Zeiten Grundfesten zum Erhalt und zum Schutz der Gemeinde.

5. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust.

Jesus Christus bleibt bei dem Tadel der Gemeinde Ephesus nicht stehen, sondern weist in seiner Liebe hin auf den Ausweg aus der bedenklichen Lage. Die Gemeinde soll sich zu allererst selbst erkennen und sich darüber im Klaren sein, daß sie die erste Liebe mit dem anfänglichen Eifer vernachlässigt hat. In der Erkenntnis ihres Mangels an Liebe wird sie aufgefordert, umzukehren und wie am Anfang ihres Christenlebens zu handeln.

Nur wenn sie ihre Meinung und ihre Werke nicht ändert, dann wird Gott besondere Strafgerichte schicken. Er würde in dem Falle ihre Erkenntnis über das helle Licht der frohen Botschaft von Christus, ihre Geistesgaben, ihren starken Glauben und ihre Hoffnung auf die Rettung durch Jesus Christus verdunkeln und schließlich ihnen ganz nehmen. Parallelen zu diesem göttlichen Handeln finden sich häufiger in der Geschichte des Volkes Israel. So vergleicht beispielsweise der Prophet Hosea das Volk Israel mit Trauben in der Wüste, die zum Gedeihen keine Chance haben. Das Volk wurde durch die Abtrünnigkeit zu einem Greuel für die übrigen Völker und für Gott.[60] Trotzdem dachte Gott in seiner Liebe immer wieder an sein Volk, führte es zur Bekehrung und rettete es schließlich.[61]

6. Aber dies hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.

Darüberhinaus leistet die Gemeinde Ephesus rechtschaffene Arbeit und findet sich in Übereinstimmung mit dem Willen Jesu, weil sie sich von den Werken der Nikolaiten abwendet. Die Verfehlungen der Nikolaiten bestanden im Essen von Götzenopferfleisch, in der Unzucht, im Anspruch auf hohe Erkenntnis, in der geistlichen Überheblichkeit, im Verdrehen der Heiligen Schrift , im Geist des Kompromisses ihres Glaubenslebens und in der Flucht vor Gott und seinen Geboten. Die Christen in Ephesus hassen die Taten der Nikolaiten wie auch Jesus Christus, ohne den Sünder als Persönlichkeit zu mißachten, der sich zum Glauben bekehrt.

Bei den Nikolaiten handelt es sich um eine Gruppe von Irrlehrern, deren Name von dem gewählten Armenpfleger Nikolaus abgeleitet wird.[62] Ihre alttestamentlichen Abbilder finden wir bei dem Propheten Bileam, der das Volk Israel durch Hinterlist und Geldgier zur Abkehr von Gott verführen ließ[63] und bei Isebel, der Frau des israelitischen Königs Ahab (871-852 v.Chr.). Sie verleitete fast das gesamte Volk Israel zum Baals-Götzendienst.[64]

7. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.

Das Sendschreiben an Ephesus schließt mit einem Rat des Sohnes Gottes. Mit den Worten, die er auch während seiner Wirksamkeit auf dieser Erde benutzte[65], fordert er den gläubigen Christen zum genauen Hören auf und zum Verständnis des Wortes Jesu, damit der Gläubige den Sinn des Wortes Gottes nicht verfehlt. Jesus spricht mit seiner Mahnung den Christen an, der noch ein Ohr für Gott und sein Wort hat, der noch Interesse zeigt für Gottes Wort. Er möge hören, was der Geist Gottes den Gemeinden sagt: Jesus wird dem Überwinder, der um den Dienst für Gott unablässig bemüht ist, von dem Baum des Lebens, der mitten im Paradies Gottes steht, zu essen geben. Das heißt: Er wird ihm das ewige Leben schenken.

2. Das Sendschreiben an die Gemeinde in Smyrna

8. Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde:

Das zweite Sendschreiben richtet sich an den Leiter und Verantwortlichen der Gemeinde Smyrna. In neutestamentlicher Zeit war Smyrna eine Stadt in der römischen Provinz Asia an der ägäischen Küste. Heute heißt die Stadt Izmir und liegt im asiatischen Teil der Türkei. Auffällig an der Stadt ist ihre Unabhängigkeit trotz der Einnahme durch die Großmächte. Im 2. Jahrhundert n.Chr. kam sie nach einer langen Verborgenheit zur wirtschaftlichen Blüte. Trotzdem hat Smyrna die Bedeutung von Bitterkeit. Sie weist mit ihrem Namen auf die Wesens- und Lebensart einer Märtyrergemeinde hin, die kirchengeschichtlich im zweiten und dritten Jahrhundert anzusetzen wäre. Johannes stellt den eigentlichen Schreiber der Offenbarung Jesus Christus als den Ewigen vor. Er ist der Erste und der Letzte wie er sich selbst bereits dem Johannes vorgestellt hatte[66] als Schöpfer und als derjenige, der alles in seinen Händen hält. Er war tot und lebt wieder, weil er nämlich das Leben in sich selbst trägt.[67] Er richtet folgende Botschaft an die Gemeinde Smyrna:

9. Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans.

Er kennt die Gemeinde genau und weiß über ihre Lasten Bescheid. Er denkt an ihre Bedrängnis, die Verfolgung und Not, die zuerst von den Juden in der Gemeinde selbst verursacht wurde, später durch das Heidentum von Menschen außerhalb der Gemeinde, und weiterhin durch das heidnische Rom. Jesus wußte um die Armut der Gemeinde, vor allem um die Armut an irdischen Gütern. Trotzdem nannte er die Gemeinde reich, weil sie reich war an geistlichem Segen durch ihre Erkenntnis Jesu Christi. Die Schmähungen, Lästerungen und Verfolgungen gingen von Gemeindegliedern aus, die behaupteten Juden zu sein und zum Volk Gottes zu gehören. In Wirklichkeit gehörten sie nicht zum Volk Gottes und waren im Gegenteil eher eine Lehrschule des Teufels. Zu den satanischen Anhängern zählen alle, die sich Juden und Gemeindeglieder von Smyrna nennen, aber in ihrer täglichen Praxis den Namen Jesu durch Wort und mehr noch durch ihre Taten verunglimpfen.[68] Paulus versteht unter solche Menschen, jüdische Christen, die zwar beschnitten sind und damit äußerlich kenntlich als Juden und im übertragenen Sinn als Christen, aber innerlich besitzen sie keine Beziehung zu diesem äußeren Zeichen des Judentums.[69]

10. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird <einige> von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.

Jesus ermutigt die Gemeinde Smyrna. Sie sollten keine Angst vor den künftigen Leiden haben. Der Widersacher, das ist der Teufel als ursprünglicher Anstifter, und seine Helfershelfer unter den Menschen, die sich von ihm verführen lassen, halten sich bereit, etliche von der Gemeinde ins Gefängnis zu setzen. So geschah es auch in der blutigen Verfolgung und der Gefangensetzung der Christen unter den römischen Caesaren Nero, Diokletian und Galerius, so dass die Existenz der Gemeinde Smyrna in die Zeit dieser Herrscher angesetzt werden kann. Aber nicht nur in jener Zeit wurden die bekennenden Christen zu Märtyrern, sondern auch in den folgenden Zeiten setzten immer wieder Christenverfolgungen ein. Besonders drastisch wurden die Christen im Mittelalter durch die christliche Kirche selbst gemartert und im Weiteren durch fundamentalistische Kräfte anderer Glaubensrichtungen und Kulturen. Jesus betrachtet die Verfolgungszeit als Prüfung der Standhaftigkeit der christlichen Gemeinde. Solche Leidensperiode soll prophetisch gesehen zehn Tage andauern. Mit der Zahl zehn wird in der Bibel die Vollkommenheit ausgedrückt und an dieser Stelle ist gewiß eine Zeitdauer gemeint, die Gott nicht verkürzen wird. So lange hielt die Verfolgungszeit unter Diokletian und Galerius an (303 bis 312 n.Chr.). Die Kaiser versuchten mit aller Macht, das Christentum und seine Literatur auszurotten. Christus fordert die Gemeinde auf, dem Evangelium trotz der Schwierigkeiten die Treue zu halten, selbst wenn viele Gläubige den Tod erleiden müssen, ungeachtet dessen, daß Gott die gläubigen Christen wie Daniel und seine Freunden in der babylonischen Gefangenschaft aus der Todesgefahr retten kann.[70] Jesus verspricht der Gemeinde Smyrna die Krone des Lebens und meint das ewige Leben.

11. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod.

Wiederum folgt zum Abschluss der Botschaft an die Gemeinde Smyrna die bekannte Aufforderung Jesu, die Worte Gottes genau zu beachten und ihren Sinn zu erkennen: Wer ein Ohr für Gott und sein Wort hat, hört auf die Stimme des Geistes Gottes an die Gemeinde. Der Gläubige, der in der Versuchung standhaft bleibt und möglicherweise den Tod erleidet, wird bei der Wiederkunft Jesu im künftigen Endgericht Gottes keinen zweiten Tod sterben müssen wie derjenige, der nicht den Glauben an Jesus angenommen hat und die ewige Verdammnis erleben wird.

3. Das Sendschreiben an die Gemeinde in Pergamon

12. Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat:

Das dritte Sendschreiben ist an den Leiter und Verantwortlichen der Gemeinde in Pergamon gerichtet, die zeitgeschichtlich in das vierte und fünfte Jahrhundert einzuordnen wäre, in dem das Christentum Staatsreligion wurde. Zunächst ist aber die kleinasiatische Stadt Pergamon angesprochen. Der Name bedeutet Hohenburg oder Hochburg und Zentrum des Teufels. Die Stadt lag damals in der römischen Provinz Asia, im Westen der heutigen asiatischen Türkei etwa 25 km von der Küste landeinwärts. Die Römer bauten um 29 v.Chr. in dieser Stadt zu ihren Ehren und zu Ehren des Kaisers Augustus den ersten Tempel des Kaiserkultes. Außerdem befanden sich dort ein Ansammlung heidnischer Kulturen, in denen Zeus, Athene, Dionysos und Asklepios verehrt wurden. Deshalb charakterisiert Johannes die Stadt als Hochburg des Teufels und stellt Christus der Gemeinde Pergamon und jeder anderen christlichen Gemeinde, die sich den satanischen Kult als Mittelpunkt wählt, als rächenden Richter vor, der das zweischneidige scharfe Schwert besitzt in der Bedeutung seines kraftvollen Wortes, das keine Kompromisse duldet und auf eine klare Scheidung dringt. Der Prophet Jesaja vergleicht die Gewalt des Wortes Gottes mit einem Herrscherstab, der aus dem Mund Gottes kommt, und mit dem leichten Ausatmen, dem Hauch seiner Lippen, der bereits als oberflächlicher Atemstoß den Gottlosen töten kann.[71] Im Neuen Testament wird das Wort Gottes als Macht dargestellt, die bei dem Menschen durch und durch dringt bis in das Innerste Wesen des Menschen, das sonst unerreichbar ist, und die sogar Urteile über die Gedanken fällen kann.[72]

13. Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron des Satans ist; und du hältst meinen Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.

Christus kennt die Heimat und die gefahrvollen näheren Umstände um die Gemeinde Pergamon (siehe Erklärung zu Vers 12). Satan hat die Anbetung des wahren Gottes verdrängt durch Götzendienst, Götteranbetung und durch den Kaiserkult. Er hat auf diese Art und Weise seinen Thron auf Erden aufrichten können. Aber Christus weiß, daß die christliche Gemeinde, die ja seinen Namen trägt, an seinen Namen „Christus“ festhält und ihren Glauben an ihn auch in den Tagen nicht verleugnet, wenn sie vermeintlich mundtot gemacht und gerichtet wird. Als Symbol der Treue wird Antipas aufgeführt als Vertreter der ganzen Gemeinde, der gegen Verweltlichung der Kirche und gegen den Götzendienst in der Stadt Pergamon, der Hochburg Satans, protestierte und deshalb getötet wurde. Antipas ist aber nicht nur der mit Namen erwähnte Märtyrer der Gemeinde Pergamon, sondern sein Name steht stellvertretend für die Christen aller Zeitalter, die wegen ihres Glaubens gefoltert und hingerichtet werden.

14. Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben.

Christus fand die Gemeinde Pergamon nicht im vollen Umfang lobenswert. Er macht Einschränkungen, weil in der Gemeinde Christen existieren, die nach der Lehre des umstrittenen Propheten des Alten Testamentes Bileam verfahren. Sie vermengen nämlich heidnische und christliche Sitten und Gebräuche. Sie sind behaftet mit Lastern wie Habsucht, Ehrgeiz, Üppigkeit und Verweltlichung. Sie verkaufen sogar geistliche Ämter oder vergeben sie nach Privilegien, Sympathien oder verwandtschaftlichen Beziehungen. Bileam klärte einst den Balak auf, den König der Moabiter im Osten des Toten Meeres und sinnbildlich den Vertreter des gottfeindlichen Staates, wie die Söhne Israels am besten zu verführen wären. Balak sollte ganz einfach mit den Einwohnern Israels Feste zusammen mit fremden Völkern feiern, die nicht an den Gott Israels glaubten sondern andere Götter verehrten. Während der Feierlichkeiten lernten dann wie rein zufällig die jungen Männer Israels die Mädchen der anderen Völker kennen, im Falle Bileams die jungen und sicherlich hübschen Moabiterinnen. Aus dem Kennenlernen entwickeln sich nicht selten intime Beziehungen untereinander. Schließlich werden die Israeliten verführt, durch ihre fremdländischen Frauen die Gepflogenheiten der anderen Völker anzunehmen, also Götzenopfer zu essen und damit unheilige Kulthandlungen vorzunehmen. Sie werden Zukunftsforschungen betreiben und sich von ihrem Gott abwenden. Übertragen auf die Gemeinde Pergamon hat die Geschichte Bileams die Bedeutung, daß auch die Christen in Pergamon und die Christen aller anderen Zeitalter sich durch die Übernahme anderer Kulturen, Sitten und Gebräuche mit dem Heidentum vermengen und verweltlichen. Sie trennen nicht mehr Kirche und Staat sowie die Wahrheit des Wortes Gottes und die Irrlehren und Philosophien der Nichtgläubigen.

15. So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten.

Zu solchen Menschentypen nach der Art des Bileam gehörten die Nikolaiten. Sie brachten verkehrte Lehren in die christliche Gemeinde und beachteten nicht die christlichen Grundsätze. Sie führten den Gnostizismus ein mit den führenden Ideen der hellenistischen Mystik, wie Aberglauben, Zauberei und alle möglichen okkulten Praktiken (s. auch Off 2,6).

16. Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes.

Jesus mahnt die Gemeinde Pergamon in ernster Weise zur Umkehr von dem verkehrten Weg der Vermischung weltlicher philosophischer Lehren mit den christlichen Lehren. Die Gemeinde muss diese Verschmelzung abwenden und zum einfachen Glauben an Gott und Jesus Christus und seine Lehre zurückfinden. Andernfalls vollstreckt Jesus selbst als Vertreter der wahren und unverfälschten biblischen Lehre das Urteil über die Gemeinde. Er streitet gegen sie mit der Macht des Wortes Gottes, das als Schwert seines Mundes dargestellt wird, um die Reinheit des Seelen- und Geisteslebens der christlichen Gemeinde zu bewahren.

17. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.

Nun folgt wiederum der Schluß des Prophetenwortes, "wer ein Ohr für Gott hat, der gibt auf die Stimme des Geistes Gottes acht". Wer ein echter Christ bleibt und sich von der reinen Lehre Jesu Christi nicht abwendet und sie nicht mit anderen Lehren vermischt, dem wird der Herr Jesus selbst das verborgene "lebendige Brot vom Himmel" schenken, seinen Geist und die Kraft durch sein Wort. Dazu erhält er den weißen Stein als Ehrung des Siegers, wie es in den antiken Spielen gehandhabt wurde. Auf diesem Stein steht ein neuer Name geschrieben. Es ist der Name, den der Christ im ewigen Leben tragen wird und der das Leben, Werden und Wachsen mit Christus offenbart und der den neuen Charakter des Menschen kennzeichnet, der im Sinne Jesu Christi lebt. Diesen Namen kennt niemand. Nur derjenige, der den Bund mit Christus hält, wird das besondere Geheimnis Gottes erfahren, denn Gott zieht die ins Vertrauen, die ihn verehren und seine Unterweisungen annehmen.[73]

4. Das Sendschreiben an die Gemeinde in Thyatira

18. Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Dies sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und Füße gleich glänzendem Erz:

Das vierte Sendschreiben erhält der Leiter und Verantwortliche der Gemeinde in Thyatira. Kirchengeschichtlich würde sie die Gemeinde des Mittelalters sein vom sechsten bis zum fünfzehnten Jahrhundert. Thyatira war eine Stadt in der römischen Provinz Asia im Westen des asiatischen Teils der Türkei. Sie trägt heute den Namen Akhisar und lag einst im Straßensystem des römischen Reiches von Pergamon nach Sardes. Thyatira war ein bedeutendes Industriezentrum mit Färbereien, Textilproduktionen, Keramik und Kunsthandwerk. Der Name bedeutet Opfer. Johannes stellt der Gemeinde den Sohn Gottes in einer äußeren Gestalt vor, die auf die damaligen Verhältnisse der Stadt Thyatira Bezug nimmt. Jesus zeigt sich der Gemeinde als Gigant eines Industriezentrums mit Augen wie Feuerflammen, die aber nicht auf die Schmelzverfahren, sondern auf den flammenden Zorn Gottes gegen die Sünde hinweisen. Seine Füße sehen aus wie die weiße Bronze. Sie kennzeichnen die unbeugsame Stärke des auferstandenen Jesus.

19. Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und <weiß, dass> deine letzten Werke mehr sind als die ersten.

Jesus bestätigt, dass er auch diese Gemeinde genau kennt. Er schätzt ihre Bemühungen für das Evangelium. Er sieht ihre Liebe zum Nächsten und ihren Glauben. Er weiß um ihren fürsorglichen Diakondienst, denn sie wirkten unablässig für den Nächsten. In ihrem Bemühen zeichneten sich die Gemeindeglieder durch ihre Ausdauer aus. Sie gaben nie auf, dem Mitmenschen zu helfen und ihre Hilfeleistungen steigerten sich sogar im Laufe der Zeit, so daß die Werke, die sie in der letzten Zeit ausrichteten ihre ursprünglichen Taten übertrafen. Auf sie traf das Wort Hiobs zu: der Gerechte hält an seinem Weg fest, und wer reine Hände hat, nimmt an Stärke zu.[74]

20. Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.

Es folgt jedoch das große "Aber". Jesus hat viele Unangenehmes gegen die Gemeinde Thyatira einzuwenden. Sie läßt die Herrschsucht gewähren, wie Isebel, die als herrschsüchtige Gemahlin des Königs Ahab den Götzendienst in Israel zur Blüte brachte. Sie behauptete eine Prophetin zu sein, doch in Wahrheit lehrte sie das Volk Israel und, übertragen auf die christliche Gemeinde, die Diener Christi den falschen Gottesdienst und führte sie in die Irre. Thyatira feierte einen Gottesdienst, der mit heidnischen Lehren und Gebräuchen vermischt ist und unterdrückt auf diese Weise den Geist und die Lehren Christi. Johannes bezeichnet die Vermischung des Christentums mit dem Heidentum und die Ausübung verkehrter religiöser Handlungen und damit die Abkehr von dem wahren Gott und die Hinwendung zu den falschen Göttern und Lehren als Hurerei und als Essen des Götzenopfers.

21. Und ich gab ihr Zeit, damit sie Buße tue, und sie will nicht Buße tun von ihrer Unzucht.

Der Sohn Gottes hatte der Gemeinde Zeit gegeben, allein Gott zu verehren. Er wünschte die Bekehrung zum alleinigen und lebendigen Gott und das Bekenntnis zu Jesus Christus. Aber sie wollte die Vermischung mit dem heidnischen und weltlichen Sitten und Lehren nicht aufgeben. Im Gegenteil, sie dachte gar nicht daran, sich zu bekehren und hielt wie das Volk Israel am falschen Gottesdienst fest und litt unter mangelnder Einsicht. Warum kehrt sich dieses Volk Jerusalems ab in immerwährender Abkehr und halten fest am Trug? Sie weigern sich umzukehren, klagte bereits der Prophet Jeremia.[75]

22. Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken

Jesus Christus gibt in seiner Geduld der Gemeinde Thyatira noch einmal Gelegenheit zur Ruhe und Hinwendung zu Gott und zur Abkehr von der Vermischung mit gottlosen Lehren. Er treibt diejenigen, mit denen sich die Gemeinde zusammengeschlossen hat oder sympathisiert, in eine große Bedrängnis. Die Vormachtstellung der Gemeinde in der Welt wird gebrochen. Auf diese Art und Weise gibt er der christlichen Gemeinde, die ihren Bund mit Gott übertreten hat und vom Urchristentum abgefallen ist, noch einmal die Möglichkeit zur Umkehr. Sollte sie aber weiterhin auf dem eingeschlagenen Weg bleiben, so kündigt er das Gericht über sie an.

23. Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.

Er wird sein Strafgericht in irgendeiner Form über die Anhänger, Nachfolger und Schüler der verdrehten Lehre schicken und sie vernichten. Das Gericht ist notwendig zur Reinigung der Gemeinde Gottes von dem Einfluß der weltlichen Lehren auf das wahre Evangelium. Durch den Erziehungsprozeß Gottes werden alle treuen Christen erkennen, daß Jesus Christus hinter seiner Gemeinde steht. Er allein kann selbst die geheimen Gedanken der Menschen erforschen und ihre Vergehen gerecht auf Grund der Werke beurteilen. Weil Gott gerecht richten wird, führt er stets die Prüfung des Innersten des Menschen durch und richtet sich nach der Aufrichtigkeit des Menschen. Die Art des göttlichen Vorgehens hat bereits David erkannt. Gott prüft die Gedanken des Menschen und beurteilt ihn nach seiner Aufrichtigkeit.[76] Bevor Gott straft und die Frucht der menschlichen Taten heimzahlt, prüft er sorgfältig „Herz und Nieren des Menschen“, also das Begehren und die heimlichen Gedanken des Einzelnen.[77]

24. Euch aber sage ich, den übrigen in Thyatira, allen, die diese Lehre nicht haben, welche die Tiefen des Satans, wie sie es nennen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch.

In der Gemeinde Thyatira leben trotz des Abfalls noch etliche glaubenstreue Christen. Sie haben die heidnischen Sitten und Gebräuche, die Erforschungen der satanischen Geheimnisse und vor allem den verkehrten Gottesdienst nicht übernommen und die gewaltigen Irrlehren und die rein menschlichen Philosophien und Überlieferungen nicht anerkannt. Zu ihnen wird Jesus keine weiteren Strafgerichte und Leiden schicken, denn sie hatten schwer genug zu tragen und mussten sich verspotten lassen, weil sie mit ihren Anschauungen als rückständig angesehen und verhöhnt wurden.

25. Doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme!

Dieser Rest der Gemeinde soll seinen Glauben treu ausleben und bei diesem Glauben bleiben bis zur Wiederkunft Jesu.

26. Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben;

Jesus verspricht dem einzelnen Gläubigen, wer überwindet und in dem Werk Jesu bis zum Ende arbeitet, Geduld übt und die Gebote Gottes hält, dem wird er Macht über die Völker geben. Seine Heiligen werden die Welt und die Engel richten und teilhaben am königlichen Regiment Christi, über das bereits der Prophet Daniel vorhersagte, als er schrieb: die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und es immer und ewig besitzen.[78]

27. und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden,

Durch den Sohn Gottes wird sich das Psalmwort erfüllen, das Gottes Sieg und die Herrschaft Jesu Christi beschreibt. Als endzeitlicher König erhält er die ganze Völkerwelt als sein Reich und wird mit der universalen Gerichtsvollmacht ausgestattet. Er wird die Völker richten und sie beherrschen können wie ein Töpfer seine Gefäße, weil er diese Macht von Gott, seinem Vater, erhalten hat.[79]

28. wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.

Jesus, der sich selbst als der glänzende Morgenstern bezeichnet,[80] wird dem treuen Gläubigen, der sich über die gottesfeindlichen Lehren hinwegsetzt, seine Erscheinung erleben lassen, und der Charakter Jesu wird aus ihm strahlen. Bereits jetzt besitzen wir durch das erfüllte prophetische Wort von der Auferstehung Jesu Christi eine Lichtquelle, die Unklarheiten der Zukunft erklärt und solange scheint, bis der Tag anbricht, an dem Jesus Christus wiederkommt.[81]

29. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Es gilt auch für die Gemeinde Thyatira, genau hinzuhören, um das Wort Gottes zu verstehen und die Weisung Jesu nicht unbeachtet zu lassen.

Kapitel 3

5. Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes

1. Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat:

Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot.

Das fünfte Sendschreiben richtet Jesus an den Leiter und Verantwortlichen der Gemeinde in Sardes. Kirchenzeitgeschichtlich wird sie in das Reformationszeitalter angesetzt vom sechzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert. Die Stadt lag in der römischen Provinz Asia in dem asiatischen Teil der heutigen Türkei und war einst die Hauptstadt des alten Königreiches Lydien. Unter dem wohl bekanntesten König Krösus gilt der Wohlstand der Stadt bis zur Gegenwart als Inbegriff des Reichtums, der einmal auf ihren Handel mit Wollwaren, Stoffen und Teppichen zurückgeführt wurde, dann aber auch auf die Goldgewinnung aus dem Fluß, der die Stadt berührte. Später verlor Sardes immer mehr an Bedeutung. Heute existiert nur noch ein kleines Dorf am Rande der ehemaligen Stadt. Der Name bedeutet neu, Erneuerte oder Erneuerung. Johannes stellt der Gemeinde in Sardes Jesus Christus vor als den, der den Geist Gottes in seiner Fülle besitzt und die sieben Boten und

Verantwortlichen in den Gemeinden fest in seiner Hand hält. Er kennt auch den Zustand und den Charakter dieser Gemeinde und nimmt Bezug auf ihre geschichtliche Entwicklung. Sie trägt noch den Namen „Christliche Gemeinde“ oder „christliche Kirche“ und verlässt sich auf ihre einstigen Werke wie die Stadt Sardes auf den vergangenen Reichtum. Doch in der Wirklichkeit ist sie geistlich gesehen tot und besteht nur noch aus den alten Formen des Gottesdienstes und dem alleinigen Wissen vom Vorhandensein des Evangeliums mit den Wahrheiten, die zur christlichen Lebensführung gehören und zum christlichen Ziel der Verwirklichung des ewigen Lebens führen. Die Gemeinde richtet nicht mehr das aus, was im Evangelium zu lesen ist und was Jesus von ihr fordert.

2. Wach auf und stärke das übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden.

Die Gemeinde Sardes wird zur Wachsamkeit aufgerufen. Sie soll innerhalb der Gemeinde prüfen, welche ihrer Lebensregeln noch zum christlichen Glauben gehören. Jesus wünscht die Festigung des noch vorhandenen Glaubensgutes. Einzig und allein gültig sind die Regeln im Wort Gottes. Erkannte Wahrheiten gilt es zu retten, denn es sieht in der Gemeinde so aus, als ob auch die noch vorhandenen Bruchstücke des christlichen Glaubens und des christlichen Lebens untergehen. Die Sardes-Gemeinde befindet sich im geistlichen Schlaf. Ihre Werke sind vor den Augen Gottes unvollkommen und bestehen in toten Formenwesen, falscher Erkenntnis der Lebensaufgabe Christi, welche die Menschen lehrt, wie sie durch den Opfertod Jesu, durch seine Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft vor Gott gerecht werden. In der Gemeinde fehlt allerdings die Veränderung im Leben, die Neugeburt, die zum Glauben an Christus und an die Erlösung durch ihn führt.

3. Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.

Jesus weist der Gemeinde Sardes den Weg zur Umkehr. Er erinnert sie an den Anfang ihres Glaubenslebens. Sie haben das reine Wort Gottes ohne Dogmen und menschliche Überlieferungen empfangen, ohne Kürzungen und Abwandlungen. Nun soll die Gemeinde das Wort Gottes in dieser Weise bewahren und so einen neuen Anfang machen. Es geht um die Durchsetzung der Werke der Urgemeinde mit dem Eifer der ersten Liebe. Andernfalls wird die Wiederkunft Jesu für sie wie der unverhoffte Einbruch eines Diebes in der Nacht sein, denn die Hoffnung auf seine Wiederkunft und der Glaube an die baldige Wiederkunft sind in allen Sardes-ähnlichen Gemeinden verloren gegangen. Wenn die Gemeindeglieder in ihrem Glaubensleben neue Wege beschreiten, die sich nicht oder nur undurchsichtig nach den Worten und Verheißungen Christi richten, wird sie das Endgericht überraschen, denn die genaue Stunde seines Kommens bleibt für jeden Gläubigen ein Geheimnis Gottes.

4. Aber du hast einige wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir einhergehen in weißen <Kleidern>, denn sie sind es wert.

Aber auch in der Gemeinde Sardes existiert ein Rest oder eine kleine Schar von wahrhaft gläubigen Christen so wie zur Zeit des Propheten Elia eine Anzahl Jahwe-Gläubiger im Volk Israel lebte. Gott hatte damals 7 000 treue Gläubige in Israel übrig gelassen. Sie hatten alle die Anbetung und Verehrung des heidnischen Gottes Baal verweigert.[82] Diese so genannten Übrigen in Sardes führen ein Glaubensleben im Sinne Jesu. Sie sind sozusagen rein geblieben und demütig. Sie haben die eigene Unzulänglichkeit erkannt und ihre Sünden bereut und bekannt. Sie dürfen die Sündenvergebung durch die Erlösung Jesu für sich in Anspruch nehmen. Jesus schenkt ihnen die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, weil er sie für würdig befunden hat. Das Geschenk der Gerechtigkeit wird mit dem Tragen eines fleckenlosen (weißen) Kleides verglichen, wie im Alten Testament beschrieben[83] im Gegensatz zum befleckten Kleid, das wir natürlicherweise alle ohne Sündenbefreiung durch Jesu als ein Zeichen der menschlichen Gerechtigkeit tragen.[84] Der Prophet Sacharja erklärt uns das Geschenk der Gerechtigkeit durch ein prophetisches Gesicht. Er sah vor dem Engel Gottes den Hohenpriester Josua stehen und zu seiner Rechten den Satan, der Josua vor Gott anklagte. Doch Gott widersprach dem Teufel und bedrohte ihn, weil er Josua wie ein Stück brennendes Holz aus dem Feuer herausgerissen hat. Die Sünden Josuas wurden sinnbildlich durch seine schmutzige Kleidung dargestellt. Gott ließ diese Kleider ablegen mit den Worten: ich habe deine Schuld von dir weggenommen und bekleide dich mit Feierkleidern.[85] Weil Gott den gläubigen Rest der Gemeinde gerecht spricht, erhält er den besonderen Segen und die Kraftausrüstung Gottes, damit er unter den Nationen und inmitten der Völker als von Gott Gesegneter erkannt wird. Er darf sich freuen und jubeln, denn Gott hat ihn nach den Worten Jesajas bekleidet mit Kleidern des Heils und mit dem Mantel der Gerechtigkeit.[86]

5. Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

Jesus verspricht die Übertragung seines vor Gott gerechten Lebens in der bildlichen Darstellung des weißen Kleides dem, der das Leben nach seinen Grundsätzen der Liebe zu Gott und zum Nächsten befolgt. Seinen Namen wird er nicht aus dem Lebensbuch streichen, das Gott bereits zu Mose erwähnte und das ausschlaggebend für das ewige Leben ist.[87] Damit wird das ewige Leben am Auferstehungstag gesichert sein. Vor dem himmlischen Vater und seinen Boten wird Jesus sich zu diesen Gläubigen bekennen. Er wird vor Gott für diese Menschen eintreten, weil er ihr Leben durch seinen Erlösungstod verdient und gerettet hat. Diese Verheißung hatte er bereits seinen Jüngern gegeben. Jeden, der sich vor den Menschen zu ihm bekennen wird, wird auch Jesus vor seinem Vater im Himmel bekennen.[88]

6. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Zum Schluss des Briefes folgt wieder der Hinweis auf die Wichtigkeit der Botschaft Jesu.

6. Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia

7. Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen:

Das sechste Sendschreiben wendet sich an den Leiter und Verantwortlichen der Gemeinde in Philadelphia. Kirchengeschichtlich ist die Gemeinde in das neunzehnte Jahrhundert gesetzt worden, in dem sich eine Wiederbelebung des christlichen Glaubens auf der Erde zeigt. Ursprünglich gehörte die Stadt zur römischen Provinz Asia und liegt im Westen des asiatischen Teils der heutigen Türkei. Sie wurde später durch ein Erdbeben bis auf Reste der Stadtmauer zerstört. Ihre Gründung im zweiten Jahrhundert v. Chr. geht auf den König Eumenes von Pergamon zurück und ihre Namengebung auf den Bruder des Königs, der Philadelphos (Bruderliebe) hieß und bekannt war wegen seiner rechtschaffenen Gesinnung und seiner Treue zum Bruder und zur Regierung. Jesus vergleicht in seinem Schreiben den Charakter des Philadelphos mit der Gesinnung der Gemeinde und stellt sich vor als der Heilige und der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat. Er besitzt die königliche Stellung und die unbeschränkte Vollmacht des Lebensfürsten sowie die Abzeichen der Amtsbefugnis. Die Beschreibung erinnert an ein Wort des Propheten Jesaja. Er schildert die Berufung Eljakims, der als Diener Gottes an Stelle von Schebna, dem Hofmeister, über das Haus Juda eingesetzt wird und Schlüsselgewalt erhält. Gott wird den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter Jesu legen. Er wird öffnen, und niemand wird schließen, er wird schließen, und niemand wird öffnen.[89] Folglich öffnet Jesus der Gemeinde den Weg zum ewigen Leben, und niemand wird den Weg versperren; er schließt zu und niemand wird öffnen, das heißt Jesus trifft die Entscheidung, wer im Lebensbuch bleibt und wer getilgt wird. Hiob schreibt bereits solche Machtstellung nur Gott allein zu und meint, wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.[90]

8. Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Jesus lobt die Arbeit der Gemeinde Philadelphia. Er kennt sie und hat während ihres Bestehens und in ihrer Umgebung die Türen der heidnischen Welt für die Mission und die Verkündigung des Evangeliums geöffnet. Keine andere Macht vermag die von Jesus geöffnete Freiheit zu verhindern. Seine Gebote und die Wahrheit des Wortes Gottes kann niemand zudecken. Wenn auch die Gemeinde Philadelphia relativ schwach ist, sicherlich zahlenmäßig und an Mitteln nur unbedeutend, so hat sie doch in Treue den Glauben an das Wort Jesu von der Erlösung, von seiner Gerechtigkeit und auch von der Hoffnung auf seine Wiederkunft nicht verloren. Sie hat den Namen ihres Herrn und Meisters Jesus den Menschen bekannt als eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß auch Jesus die Gemeinde Philadelphia vor Gott bekennt.

Die Wendung "von der geöffneten Tür" als Ausdruck für die Darstellung zur Freiheit der Verkündigung des Evangeliums oder als Möglichkeit zur Evangeliums-verkündigung finden wir mehrmals in der Arbeit des Apostels Paulus. Zum ersten Mal berichten Paulus und Silas der Gemeinde in Antiochien über eine geöffnete Tür des Glaubens bei ihrer Verkündigung des Evangeliums unter den heidnischen Nationen.[91] In Ephesus wollte Paulus sich längere Zeit aufhalten, weil „ihm eine große und wirksame Tür geöffnet wurde“ trotz vieler Widersacher.[92] Auch über die Verkündigung des Evangeliums in Troas schreibt er, dass ihm eine Tür geöffnet wurde im Herrn[93], in die er aber nicht eintrat, weil er sich Sorgen machte über die Gemeinde in Korinth und die Nachricht von seinem Helfer Titus ausblieb. Von den Christen in Kolossäa wünschte Paulus für die Öffnung der Tür im heidnischen Rom Fürbitte für seine Arbeit als Gefangener mit den Worten: „Haltet fest am Gebet, und wacht darin mit Danksagung, und betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür des Wortes öffne, das Geheimnis des Christus zu reden, dessentwegen ich auch gebunden bin, damit ich es kundmache, wie ich reden soll!“[94]

9. Siehe, ich gebe <Leute> aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich werde sie dahin bringen, dass sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.

Jesus hat der Gemeinde Philadelphia nicht nur eine Tür für das Evangelium geöffnet, sondern er will auch die Heiden, Scheinjuden und Namens-Christen umwandeln, die nur noch nach den äußerlichen Zeichen Christen sind, nach dem Zeichen der Beschneidung bei den Juden oder nach dem Namen Christ bei den Christen. Die Umwandlung vollzieht er, indem er ihre Gedanken und Taten so lenkt, dass sie die christliche Kirche anerkennen. Satan hat zwar ihre Gesinnung verdreht, und sie verlästerten Jesus und seine Lehren, aber schließlich müssen sie erkennen, daß Christus seine Gemeinde liebt und schützt. Auf Grund dieser Erfahrung erweckt er Heiden und Juden, damit sie zur wahren christlichen Gemeinde finden und selbst den Schutz Gottes für die Gemeinde in den Stunden der Not und Gefahr kennen lernen.

10. Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.

Jesus wird die Gläubigen bewahren, weil sie den Ruf, in den schwierigen Notzeiten und in den Verfolgungen geduldig auszuharren, beachtet haben. Sie stehen unter seinem besonderen Schutz, wenn Satan sie zu überwinden versucht. In diesen Zeiten benutzt er eine Reihe von Mitteln und Maßnahmen, wie Trübsal und Leid, hartgesottene Gegner des Christentums, die sogar die Regierungsherrschaft gewinnen, philosophische Richtungen, Kriege, Revolten und Katastrophen. Solche Katastrophenzeiten werden sich über die ganze Erde ausbreiten. Die Menschen werden ganz besonders während dieser Zeiten Gelegenheit haben, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Der Prophet Daniel schreibt, daß viele Menschen in solchen Zeiten gereinigt, geläutert und geprüft werden. Das Ergebnis der Prüfung endet oftmals damit, dass die Gottlosen weiter gottlos handeln werden, denn nur die Verständigen verstehen die Sprache Gottes.[95]

11. Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!

Jesus verheißt der Gemeinde Philadelphia seine baldige Wiederkunft und ermahnt und erinnert sie an die Fortführung ihres bisherigen Glaubenslebens, denn sie hat ihren Glauben an den Sohn Gottes nicht nur in ihren Worten und Lehren gehalten und die Gebote Gottes beachtet, sondern sie hat Geduld aufgebracht und Liebe zum Nächsten geübt. In dem Beharren ihres tätigen Glaubens liegt die Gewißheit des Erreichens des ewigen Lebens, das Johannes als Krone oder Siegeskranz bezeichnet. Paulus nennt sie unvergängliche Krone oder unvergänglichen Siegeskranz.[96] Mit diesem Ausdruck will Paulus den Gegensatz zu dem vergänglichen Siegeskranz der sportlichen Wettkämpfer deutlich machen. Zum Erreichen des Sieges hält er Enthaltsamkeit und den richtigen Lebensstil für notwendig. Er verweist auf den Soldaten, der sich während des Kampfes nicht mit Dingen des täglichen Lebens beschäftigen kann, und auf den Sportler, der sich nach den aktuell gültigen Wettkampfregeln richten muss.[97] Trotzdem weiß er wie auch Petrus und Judas, der Bruder des Jakobus, dass eigenes Bemühen zum Erreichen des Sieges nicht ausreicht, sondern entscheidend sind die Gnade Gottes und die Notwendigkeit der Erlösung durch den Glauben an Jesus, der dem Paulus zusammen mit allen, die Jesus lieben, den Siegeskranz aufsetzen wird.[98]

12. Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.

Nur mit dem Beibehalten seines christlichen Glaubens und dem Beachten des Wortes Gottes wird der Christ zum Überwinder, den Johannes in seinen Briefen näher erläutert. Für Überwinder hält er die Gläubigen der Gegenwart, weil ihnen die Sünden vergeben sind um Christi Namens willen. Überwinder sind die Väter, die Jesus noch erlebt haben und ihm nachgefolgt sind und dann die weitere Generation, die sich durch den Bösen nicht besiegen ließen, und die ihren Kindern von der Macht Jesu berichtet haben, weil sie auf das Wort Gottes hörten und es ihnen zur Herzenssache wurde und ihr Leben erfüllte.[99] Die Überwinder, schreibt Johannes weiter, sind diejenigen, die sich von der antichristlichen Welt nicht beeinflussen lassen.[100] Jesus wird diese Menschen gleichstellen mit dem Erzvater Abraham und den Aposteln und sie wie diese zu einer Säule im Tempel Gottes machen. Er verheißt ihnen mit dem Tempelsäulenbild, dass er sie in seine ewige Gemeinde einführen und behalten wird. Sie können nicht mehr aus der Gemeinde herausgerissen und von den Gegnern Gottes überwunden werden, weil Jesus selbst sie schützt und sie versiegelt hat, so wie er einst den Propheten Jeremia schützte und den Schutz als feste Stadt, eiserne Säule und eherne Mauer bildhaft darstellte.[101] Der Gläubige der Gemeinde Philadelphia ist ausgerüstet mit dem Geist Gottes. Bei Gott erhält er wie die Glaubensväter einen anderen Namen, den Namen des Gottes, den Namen der Stadt Gottes Jerusalem und den neuen Namen Jesu, der König aller Könige lautet und nicht mehr der Juden König.

13. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Auch im Schlusssatz dieses Briefes mahnt Jesus, seine Verheißung in der rechten Art und Weise zu beachten.

7. Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea

14. Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt der "Amen", der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:

Das siebente und letzte Schreiben an die christlichen Gemeinden, die nach der geographischen Lage im Uhrzeigersinn in der Offenbarung genannt werden, ist an den Leiter und Verantwortlichen in der Gemeinde Laodizea gerichtet. Nach der kirchengeschichtlichen Einteilung wird diese Gemeinde in das zwanzigste Jahrhundert gesetzt. Der Name „Laodizea“ hat die Bedeutung „Volk des Gerichts“. Die damalige Stadt lag im südwestlichen Phrygien in der römischen Provinz Asia, im Westen der heutigen Türkei. Wegen der günstigen Lage an einem Verkehrsknotenpunkt wurde sie zu einem wichtigen Handelszentrum. Im Jahre 60 n.Chr. zerstörte ein Erdbeben die Stadt.

Bekannt waren einst der Handel der Einwohner von Laodizea mit Gewändern aus glänzender schwarzer Wolle und die Behandlung von Augenerkrankungen. Eine Besonderheit bestand in der Trinkwasserversorgung. Während in der nahe gelegenen Stadt Hierapolis heiße Quellen zu finden waren und in der anderen Nähe, in Kolossä, erfrischende kalte Quellen, erhielt Laodizea über ein Aquädukt nur lauwarmes Wasser.

Auch der Apostel Paulus wußte bereits um die Existenz der Gemeinde in Laodizea. Er sorgte sich um die dortigen Christen und schreibt von einem großen Kampf, den er um Kolossä und um die Christen in Laodizea hatte.[102] Sicherlich handelte es sich um intensive Fürbitten, die er und sein Mitarbeiter Epaphras um die Gemeinde Laodizea führten.[103] Paulus schrieb auch an die Gemeinde und wünschte die Kommunikation zwischen den Gemeinden in Kolossä und Laodizea.[104] Es steht allerdings nicht fest, ob er Laodizea jemals besuchte.

Der Inhalt des siebenten Schreibens in der Offenbarung geht auf die Besonderheiten der damaligen Stadt ein. Jesus stellt sich mit dem Namen „Amen“ vor und gibt zu erkennen, daß er seine Verheißungen und Drohungen unabwendbar in Ja und Amen umsetzt und erfüllt. Er wird vollenden, was er um die Zeitenwende begann. Er stellt sich weiterhin als der treue und wahrhaftige Zeuge hin, weil er den Menschen die Gnade und die Gebote Gottes kundtut. Schließlich verweist er auf seinen Ursprung. Er ist der Anfang der Schöpfung Gottes und damit der Erstgeborene aller Geschöpfe. Er war da, bevor die Schöpfung begann als das Ebenbild des unsichtbaren Gottes und als Abglanz der Herrlichkeit Gottes.[105] Vor seiner Geburt in Bethlehem war er bereits bei Gott und lediglich eine kurze Zeitspanne niedriger als die Engel.[106]

15. Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!

Jesus kennt genau das Wirken der Gemeinde Laodizea und ihr Verhalten sowie das Leben in ihrem christlichen Glauben. Sie zeichnete sich nicht besonders aus. Jesus bewertet sie als lau wie das laue Wasser, das aus den Wasserleitungen in die Stadt fließt. Die dortigen Glieder der Gemeinde sind weder wie das wohltemperierte Wasser in Hierapolis noch wie die erfrischenden kalten Quellen der Stadt Kolossä. Sie sind Christen, die auf beiden Seiten hinken und zwei Herren dienen, der Welt und Gott. Sie sollten lieber kalt gewesen sein wie Menschen, die erfrischend wirken oder sich ihres Abstandes von Gott bewußt sind. Der Herr Jesus wünschte sich auch den "heißen" Charakter. Er sucht Menschen, die Gott von ganzem Herzen lieben und für die Sache Gottes und des Evangeliums aufs Entschiedenste eintreten. Wie Josua das Volk Israel zur Entscheidung für oder gegen Gott aufrief mit den Worten: Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: entweder den Göttern, denen eure Väter gedient haben, als sie noch jenseits des Stroms Jordan waren, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt! Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen.[107] Christus erwartet von der Gemeinde Laodizea die gleiche Entscheidung entweder für oder gegen ihn.

16. Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.

Nur im Falle des Verharrens in der Lauheit des christlichen Glaubens sieht sich Jesus gezwungen, sich von der christlichen Gemeinde zurückzuziehen. Sie erregt mit diesen bleibenden Charakterschwächen ohne innere Bereitschaft zur Veränderung seine Abscheu. Deshalb würde er die Gemeinschaft mir ihr abbrechen, denn er verachtet Heucheleien und wird Menschen, die nicht von der Heuchelei lassen, im Gericht verwerfen.

17. Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,

Der Gemeinde fehlt die Selbsterkenntnis. Auf die Gegenwart bezogen gewinnt man gewinnt den Eindruck, sie behauptet, reich zu sein, einen guten Besitz an geistlichen Gütern zu haben, prächtige Gotteshäuser und wunderschöne Gottesdienste. In ihren Reihen befinden sich einflußreiche und gebildete Menschen und gelehrte Priester. Die Gemeinde bringt unter Umständen erstaunliche Summen auf für christliche Anstalten und edle Zwecke. Sie ist eben reich geworden und lebt im Wohlstand. Sie bedarf keiner Zuwendung von außen. In dieser Vorstellung fühlt sie nicht, dass sie in den Augen Jesu elend, erbärmlich, blind und nackt ist. Sie erkennt den erbärmlichen Zustand ihres Christenlebens nicht, denn vom reellen christlichen Charakter besitzt sie praktisch nichts. Sie klebt an uralten Formen des Gottesdienstes ohne lebendigen Glaubenssinn. Sie ist eine Gemeinde geworden, die kaum noch das Wort Gottes liest. Sie führt kein Gebetsleben mehr und kennt schwerlich die biblischen Grundwahrheiten. Bei ihr bewahrheitet sich der Spruch des Königs Salomo, daß sich mancher reich stellt und nichts hat und mancher arm und ein großes Gut besitzt.[108] Sie lebt in dem von Jesus verurteilten pharisäischen Hochmut und hat sich selbst erhöht, aber jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; nur wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.[109] Ihr Zustand kann auch als pharisäische Blindheit bezeichnet werden, in der die eigenen Fehler nicht mehr erkannt und deshalb nicht mehr vor Gott bekannt und gelöscht werden können.[110] Die Gemeinde hat sich mit vielen Christen hochmütig über die mangelnde Erkenntnis und die Verstocktheit der jüdischen Nation hinweggesetzt und lebt selbst darin.[111] Sie handeln in gewisser Weise wie die selbstüberhebliche Gemeinde der Korinther und hat die dienende Liebe Christi vergessen.[112] Einer wollte besser sein als der andere und blähte sich auf gegen den anderen. In Wirklichkeit besitzt keiner den Vorrang in der Gemeinde und unter den christlichen Kirchen. Eine Gemeinde, die sich höher dünkt als die andere, hat ihren Blick von den apostolischen Vorbildern abgewandt, denn die Apostel hat Gott wie die Letzten hingestellt und zum Tod bestimmt. Sie sind gleichsam zu Narren geworden um Christi willen.[113] Nach der von Petrus aufgestellten christlichen Stufenleiter ist Laodizea die Leiter des christlichen Glaubens nicht auf- sondern hinab gestiegen und tappt nach den Aussagen des Petrus im Dunkeln.[114]

18. rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.

Der Rat Jesu an die Gemeinde ist, Gold und damit den Reichtum von ihm zu erwerben. Er meint damit die Rückbesinnung der Gemeinde auf das reine Wort Gottes, das nicht durch Traditionen und eigene Auslegungen verfälscht ist. Er meint die Werke der Nächstenliebe und den rechtschaffenen Glauben, der nach Petrus köstlicher erfunden wird als das vergängliche Gold.[115] Der Kauf des Goldes bedeutet, die Bedingungen Gottes zu erfüllen, die in der echten Qualität des Glaubens, des Gehorsams und des Aufgebens der Selbstgerechtigkeit und der Selbstüberschätzung bestehen. Sein Wort ist deshalb unverfälscht, weil es durch ihn wie Gold im Feuer fein gebrannt und gereinigt ist.

Er rät zu dem Kauf von weißen Kleidern und nicht zu dem der weltlichen eigenen Erzeugnisse, die in Laodizea als Besonderheit schwarz gefärbt sind. Wahre Christen verwerfen ihre eigene Gerechtigkeit und nehmen die Gerechtigkeit Christi für sich in Anspruch, damit ihr Charakter umgewandelt und rein werden kann, damit ihre Sündhaftigkeit, die Verschuldung gegen Gott durch den Wandel auf eigenen Wege weggenommen wird und ihre Mißachtung der Gebote gesühnt wird. Denn das Aufdecken der Blöße gilt vor Gott als Schande.[116]

Zum dritten rät er zum Kauf seiner Augensalbe, und er meint damit die Weisheit und die Gnade als Geschenk Gottes, die den Menschen befähigt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, um dann das Gute zu wählen und die Sünde hinter jeder Maske zu erkennen. Es ist der Geist der Erkenntnis, den Jesus schenken will, mit dessen Hilfe sich der Christ selbst erkennen und seine geistliche Blindheit heilen kann.

19. Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!

Gott prüft und erzieht nur die er liebt und die seine Freunde sind nach dem Spruch Salomos: Wen der Herr liebt, den züchtigt er wie ein Vater den Sohn, den er gern hat.[117] Erst nach der erduldeten Prüfung und der Bewährung, wird der Christ den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.[118] Er weist die Menschen deshalb zurecht und zeigt ihnen durch Rüge und durch Zucht ihre Sünden, weil er sie liebt. Aus diesem Beweggrund kann Gott sogar Trübsal schicken, und die Zurechtweisung wird im Buch Hiob als Glück bezeichnet.[119] Aus diesem Grund fordert er die Gemeinde Laodizea auf, eifrig zu sein im Umsinnen und neu anzufangen und Gehorsam zu üben. Mache dich auf und werde licht, schreibt bereits Jesaja,[120] tue Buße und bekehre dich, fordert Petrus das Volk Israel auf,[121] tue die ersten Werke, schreibt Jesus an die Gemeinde Ephesus.[122] Es gilt, sich vom gottfernen Zustand abzuwenden und sich dem göttlichen Lebensbereich zuzuwenden, der im Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus Christus besteht und im Vertrauen auf sein Wort.

20. Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir.

Jesus zeigt der Gemeinde, daß er vor ihrer Herzenstür steht im Hinblick auf seine nahe Wiederkunft. Er klopft an und erzwingt nicht mit Gewalt den Einlaß in die reiche Gemeinde Laodizea. Durch seine Gnade und Barmherzigkeit möchte er die Gemeinde gewinnen. Sie soll auf seine Worte achten, auf alle Zeitereignisse und alle Geschehnisse in der Welt, denn sie sind seine Klopfzeichen. Jesus nennt die Beachtung seiner Worte Wachsamkeit.[123] Wenn der Mensch auf seine Stimme achtet, die in der Form von Zeichen bestehen kann, wenn er seinem Bußwort gehorsam ist und seinen Worten und Geboten Raum gibt, dann wird Jesus ihn führen und Gemeinschaft mit ihm pflegen. Im ewigen Leben und in der kommenden Herrlichkeit wird er mit ihm verbunden sein.

21. Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

Überwindung bedeutet, das Böse lassen, Buße tun, seine Schuld bekennen, zu seinem Versagen stehen, wieder gutmachen, wo man Schaden angerichtet hat, soweit es möglich ist, Gott um Vergebung bitten und treu sein im Glauben an Jesus.[124] Wer in dieser Weise sein Leben führt und bereit ist, Hindernisse, Schwierigkeiten, Leidenschaften, Scheu und Angst, alles was vom Bösen an ihn herangetragen wird, wegräumen zu lassen, dem schenkt der Sohn Gottes Mitregentschaft auf seinem himmlischen Thron. Seinen Jüngern versprach Jesus in der Wiedergeburt auf der neuen Erde, wenn er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, den Sitz auf zwölf Thronen und das Richten der zwölf Stämme Israels.[125] Er schafft für sie ein Reich oder eine Königsherrschaft, in dem sie an seinem Tisch mitessen und mittrinken.[126] Der treue Gläubige wird siegen, so wie Jesus gesiegt hat über die Sünde, die Angst und die Leiden der Welt. Der Sieg besteht in der Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes auf dem himmlischen Thron.

22. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Auch der letzte Brief in der Offenbarung schließt mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Beachtung der Botschaft Jesu.

2. Die Ereignisse, die in Kürze geschehen sollen

2.1 Die Übergabe der Herrschaft an Jesus Christus

Kapitel 4

Johannes schaut den Thron Gottes

1. Nach diesem sah ich: Und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.

Nach dem prophetischen Ausblick auf die bestehenden Gemeinden in Kleinasien und auf die christlichen Gemeinden aller Zeitalter durch die sieben Sendschreiben erblickte Johannes eine geöffnete Himmelstür. Solche Himmelsöffnungen zeigen im Wort Gottes immer etwas Besonderes an. Wir lesen von der Öffnung des Himmels zur Taufe Jesu und vernehmen die Botschaft des Wohlgefallens Gottes an seinem Sohn.[127] In der Apostelgeschichte wird von Stephanus berichtet, der in den geöffneten Himmel blickt und den Sohn Gottes auf dem himmlischen Thron sah als Beweis für die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu.[128] Auch der Apostel Petrus sah den geöffneten Himmel und erhielt die Botschaft von der Rettung aller Menschen, der Juden wie der Nichtjuden, durch Jesus Christus.[129]

Nun sieht Johannes in den geöffneten Himmel und erblickt die Gesamtheit des himmlischen Heiligtums, und er vernimmt die Stimme eines Engels. Es war dieselbe Stimme, die er bereits am Anfang der Offenbarungen gehört hatte, und die so laut und eindringlich wie eine Posaune klang.[130] Sie lud ihn ein, in diesen geöffneten Himmel zu steigen, um die kommenden Ereignisse von dem Engel zu erfahren.

2. Sogleich war ich im Geist: und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.

Sofort befand sich Johannes in einem Zustand, der völlig durch den Geist Gottes gelenkt wurde. Alle menschlichen Gedanken und Einflüsse waren ausgeschaltet, damit die göttliche Offenbarung auf ihn wirken konnte. Bei der Betrachtung des nun geöffneten himmlischen Heiligtums erkannte er einen Thron. Auf diesem Herrschersitz saß Einer, den er mit einem einzigen Blick nicht erfassen konnte. Der Thron im Himmel und die Umgebung des Throns sind so erhaben und gewaltig, daß die Menschen, die ihn sehen durften wie Jesaja, Hesekiel und Daniel, von dem Anblick überwältigt waren und immer nur Teile erfassen konnten.

3. Und der da saß, <war> von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Sarder, und ein Regenbogen <war> rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd.

Johannes beschreibt die für ihn faßbaren Einzelheiten des Thronenden, die an die Darstellung des Gottes Israels durch Hesekiel erinnern. Der Thron erschien ihm wie der Edelstein Saphir, der Thronende selbst wie Feuer mit glänzender regenbogenartiger und regenbogenfarbiger Umgebung[131], zur der im Weiteren auch Engel gehörten, die wie Edelsteine den Himmel schmückten.[132] Johannes vergleicht den Ausschnitt des Thrones mit dem Edelstein Jaspis, einem eigentlich roten, undurchsichtigen Schmuckstein und mit dem Edelstein Sarder, einem blutroten Stein. Möglicherweise ist aber mit Jaspis ein klarer glänzender Stein gemeint, vielleicht ein Diamant, auf den die Offenbarung bei der Beschreibung des neuen Jerusalems verweist.[133] Der Lichtglanz der Stadt war wie ein kristallheller Jaspisstein. Rot hingegen bedeutet für uns die Farbe der Liebe, für Gott auch die Farbe des Blutes und des Lebens. Ein Regenbogen umgab den Thron als Hinweis auf den Bund Gottes mit den Menschen nach der Sintflut[134] und als Zeichen der ewigen Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die nicht unbeständig sind wie Berge oder Hügel.[135] Der Bogen war wie der sattgrüne Edelstein Smaragd anzuschauen. Seine grüne Farbe spricht für die Hoffnung, und sie wirkt beruhigend wie die von Gott ausstrahlende Ruhe und wie der von Gott ausgehende Frieden.

4. Und rings um den Thron <sah ich> vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Siegeskränze.

Um den Thron sah Johannes vierundzwanzig Thronsessel. Auf ihnen saßen vierundzwanzig Diener Gottes, auch Älteste genannt. Die Zahl vierundzwanzig war nach der alten Ordnung für den Tempeldienst Israels festgelegt als Merkmal der Vollständigkeit oder Vollkommenheit des priesterlichen, des königlichen und des richterlichen Dienstes:

24 Priester dienten im Tempel zur Zeit Salomos,

24 Musiker saßen im Orchester mit Zimbeln, Harfen und Lauten,

24 Diener waren verantwortlich für die Tore,

24 x 12 Sänger lobten Gott im großen Chor und

24 x 1000 Männer standen im Dienst des Königs und wurden monatlich stämmeweise abgelöst.

Wer die vierundzwanzig Ältesten im Himmel waren, erklärte Johannes nicht. Wir spekulieren und meinen, vielleicht handelt es sich um die vierundzwanzig Schreiber des Alten Testaments: Mose, Josua, Samuel, Esra, Nehemia, Hiob, David, Salomo, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja und Maleachi.

Vielleicht sind mit den vierundzwanzig Ältesten im Himmel die Vertreter des Alten und Neuen Bundes gemeint! Ihre Namen stehen auf den Toren der zukünftigen Stadt Jerusalem eingraviert. Vielleicht, und das mit größerer Wahrscheinlichkeit, sind hier die Vertreter der zwölf Geschlechter Israels und die zwölf Vertreter des Neuen Bundes gemeint.

Aber sicherlich kam es nicht auf die Angabe der Namen an. Wichtiger war vielmehr, was Jesus an ihnen getan hatte. Denn die vierundzwanzig Ältesten trugen die weißen Kleider der Sieger und Überwinder der Welt als Zeichen für die verliehene Gerechtsprechung oder Gerechtigkeit der Heiligen[136] und für das Bekenntnis Gottes zu ihnen.[137] Die Ältesten waren frei gemacht von Schuld und Gebrechen. Auf ihren Köpfen hatten sie goldene Kränze oder Kronen, die Zeichen der Herrschermacht[138], auch die Zeichen der Gerechtigkeit[139] und der Ehre[140] sowie der Erlösung und des Lebens.[141]

5. Und aus dem Thron gehen hervor Blitze und Stimmen und Donner; und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.

Von dem Thron Gottes gingen Blitze aus, die Hesekiel als hin und herlaufende himmlische Wesen deutete.[142] Johannes hörte Stimmen und Donner vom Thron ausgehen, die Merkmale der Gegenwart Gottes, wie sie bereits das Volk Israel vernommen hatte, so dass das ganze Volk bebte, das im Lager war.[143] Vor dem Thron brannten sieben Fackeln. Es sind die sieben Geister Gottes, die mit der am häufigsten vorkommenden Zahl sieben des Alten Testaments den Geist Gottes in seiner göttlichen Fülle darstellen.

6. Und vor dem Thron <war es> wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten.

Der Bereich vor dem Thron sah aus wie ein kristallklares, helles und durchsichtiges Meer. Wir werden an die Geräte der Stiftshütte zur Zeit des Mose und an die des jüdischen Tempels erinnert, in der im Vorhof vor dem Zelt bzw. vor dem Tempelgebäude das kupferne Becken stand, das aus den Spiegeln der israelitischen Frauen hergestellt war, die vor der Stiftshütte ihren Dienst versahen.[144] Im Tempel Salomos stand das kupferne Becken auf vier mal drei Rindern, die in die vier Himmelsrichtungen blickten.[145] Es diente zur Reinigung der Priester vor ihrem Dienst in dem Heiligtum Gottes.[146] Am himmlischen Thron bedarf es keiner weiteren Reinigung, denn vor dem himmlischen Thron deutet es auf die Reinheit vor Gott und auf die vor ihm liegende, sich klar abzeichnende heilige Völkerwelt. Bei der spiegelnden Glätte würde wahrscheinlich jede Unreinheit sofort ins Auge stechen.

In der Mitte des Thronaufbaues und zwar ringsherum standen vier Lebewesen, die hinten und vorn Augen besaßen und praktisch nach allen Seiten sehen konnten. Es sind vollkommene Wesen, die gehen, wohin der Geist Gottes sie treibt ohne sich umzuwenden. Johannes wählt in seiner Beschreibung des Thrones im Himmel Formen aus, die in die Zeitverhältnisse der damals lebenden Menschen passen und verstanden wurden. Von dem Propheten Hesekiel werden die vier Wesen als die vier Cherubim beschrieben, Engelgestalten, die als Thronwachen dienten und als Träger der Gottheit.[147] Sie konnten mit ihren vielen Augen alles mit einem Blick erfassen.[148] Johannes beschreibt die Wesen als Seraphim. Sie sind Engelwesen mit sechs Flügeln[149], die bei Jesaja die Heiligpreisung Gottes ausriefen und den Propheten mit einer Glühkohle berührten, um ihn zu reinigen.

7. Und das erste lebendige Wesen <war> gleich einem Löwen und das zweite lebendige Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte lebendige Wesen hatte das Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte lebendige Wesen <war> gleich einem fliegenden Adler.

Nun schildert Johannes Einzelheiten des Aussehens der vier Lebewesen in einer Art, als ob er die Verbundenheit zwischen Himmel und Erde herstellen wollte. Das erste Wesen glich einem Löwen, dem Sinnbild für Macht und Herrschaft, die von Gott ausgeht. Keiner kann ihn aufreizen, sagt Jakob in seinem väterlichen Segen über den Löwen Juda.[150] Das Zweite ähnelte einem Stier als Zeichen der Ausdauer, Kraft[151] und Fruchtbarkeit, aber auch des Opfers. Das Dritte hatte ein Gesicht wie ein Mensch und zeigt uns den Verstand und das menschliche Empfinden. Das vierte Lebewesen verglich Johannes mit einem fliegenden Adler, der Scharfblick und Schnelligkeit verkörpert.[152] Gott kann überall hinkommen und nichts bleibt ihm verborgen.

[...]


[1] Offenbarung 1,9

[2] Offenbarung 19,10

[3] Offenbarung 6,9; 12,17; 14,12

[4] Offenbarung 20,4

[5] Matthäus 24,30

[6] Johannes 19,37; Sacharja 12,10

[7] Offenbarung 21,6

[8] Offenbarung 22,13

[9] 1.Mose 17,1

[10] Jesaja 41,4

[11] 1. Mose 35,11; 2. Mose 6,3

[12] Jesaja 43 und 44

[13] 2. Thessalonicher 1,4; 2. Korinther 7,4; 1.Thessalonicher 1,6

[14] Johannes 16,33

[15] Matthäus 26,31; Markus 14,27; Johannes 16,32; Apostelgeschichte 8,1

[16] Offenbarung 1,2

[17] 1. Johannes 5,5ff.

[18] 1. Johannes 5,10

[19] Jesaja 2; Jesaja 13,6; Jesaja 13,9; Jeremia 46,10; Hesekiel 13,5; Hesekiel 30,3; Joel 1,15; Joel 2,1.11.; Joel 3,4; Joel 4,14; Amos 5,18.20; Obadja 8,15; Zephanja 1,7.14; Maleachi 3,23; Apostelgeschichte 4,20; 1.Thessalonicher 4,2; 2.Petrus 3,10

[20] 2. Mose 20,8-11

[21] Matthäus 28,1

[22] Psalm 29,4

[23] 1. Thessalonicher 4,16

[24] 1. Korinther 14,8

[25] Offenbarung 1,20

[26] Matthäus 24,30; Lukas 17,22; Johannes 6,53

[27] 2. Mose 28,4; 3. Mose 6,3

[28] 2. Mose 39,29; 3. Mose 16,4

[29] Daniel 7,9

[30] 2.Korinther 5,21

[31] Johannes 1,29

[32] Galater 1,4

[33] 2. Chronik 16,9

[34] Hebräer 4,13

[35] Psalm 139,16

[36] Psalm 119,119

[37] Psalm 93,4

[38] Hesekiel 43,2

[39] Offenbarung 1,20

[40] Maleachi 2,7

[41] Daniel 12,3

[42] Offenbarung 19,11 f.

[43] Hesekiel 1,28

[44] Daniel 8,18; 10,9

[45] Habakuk 3,16

[46] Matthäus 28,7

[47] Hebräer 7,16

[48] Hebräer 7,24

[49] Hiob 19,25

[50] Psalm 18,47

[51] Jesaja 30,8

[52] Hesekiel 43,11

[53] Die Babylonier im übertragenen Sinn

[54] Habakuk 2,2

[55] Apostelgeschichte 19,35

[56] Psalm 1,5

[57] Jakobus 5,7

[58] Psalm 69,7

[59] Jeremia 2,2

[60] Hosea 9,10

[61] Jesaja 1,26; Jeremia 2,2.3; Hesekiel 16,63

[62] Apostelgeschichte 6,5

[63] 4. Mose 22-24

[64] 1. Könige 16,29ff.

[65] Matthäus 11,15

[66] Offenbarung 1,17

[67] Offenbarung 1,18

[68] Johannes 8,44

[69] Römer 2,28.29.

[70] Daniel 3,16ff.

[71] Jesaja 11,4

[72] Hebräer 4,11

[73] Psalm 25,14

[74] Hiob 17,9

[75] Jeremia 8,5

[76] 1. Chronik 29,17

[77] Jeremia 17,10

[78] Daniel 7,18

[79] Psalm 2,9

[80] Offenbarung 22,16

[81] 2. Petrus 1,19

[82] 1. Könige 19,18

[83] Jesaja 61,10

[84] Jesaja 64,5

[85] Sacharja 3,4

[86] Jesaja 61,9.10.

[87] 2. Mose 32,33

[88] Matthäus 10,32

[89] Jesaja 22,22

[90] Hiob 12,14

[91] Apostelgeschichte 14,27

[92] 1. Korinther 16,9

[93] 2. Korinther 2,12

[94] Kolosser 4,2-4

[95] Daniel 12,10

[96] 1. Korinther 9,25

[97] 2. Timotheus 2,4-5

[98] 2. Timotheus 4,8; 1. Petrus 5,5; Judas 1,12

[99] 1. Johannes 2,13-17

[100] 1. Johannes 4,4

[101] Jeremia 1,18

[102] Kolosser 2,1

[103] Kolosser 4,12-13

[104] Kolosser 4,16

[105] Kolosser 1,15

[106] Hebräer 2,7.9.

[107] Josua 24,15

[108] Sprüche 13,7

[109] Lukas 18,11 ff.

[110] Johannes 9,40.41.

[111] Römer 11

[112] 1. Korinther 4,6 f.

[113] 1. Korinther 4,6ff.

[114] 1. Petrus 1,9

[115] 1. Petrus 1,7

[116] Jesaja 47,3

[117] Sprüche 3,12

[118] Jakobus 1,12

[119] Hiob 5,17

[120] Jesaja 60,1

[121] Apostelgeschichte 3,19

[122] Offenbarung 2,5

[123] Lukas 12,35-48

[124] 1. Johannes 5,5

[125] Matthäus 19,28

[126] Lukas 22,30

[127] Matthäus 3,16

[128] Apostelgeschichte 7,56

[129] Apostelgeschichte 10,11

[130] Offenbarung 1,10

[131] Hesekiel 1,26-28

[132] Hesekiel 28,13-16

[133] Offenbarung 21,11

[134] 1. Mose 9,13

[135] Jesaja 54,10

[136] Jesaja 64,5-7

[137] Matthäus 17,1ff.

[138] Esther 8,15

[139] 2. Timotheus 4,8

[140] 1. Petrus 5,4

[141] Jakobus 1,12

[142] Hesekiel 1,14

[143] 2. Mose 19,16

[144] 2. Mose 38,8

[145] 1. Könige 7,23f.

[146] 2. Mose 30,17f.

[147] Hesekiel 1,22-25

[148] Hesekiel 1,4ff.

[149] Offenbarung 4,8; Jesaja 6,2

[150] 1. Mose 49,9

[151] 5. Mose 33,17

[152] 2. Samuel 1,23

Ende der Leseprobe aus 154 Seiten

Details

Titel
Erklärungen zur Offenbarung Jesu Christi nach Parallelstellen der Bibel
Untertitel
Erklärungen der Offenbarung
Autor
Jahr
2010
Seiten
154
Katalognummer
V144689
ISBN (eBook)
9783640531271
ISBN (Buch)
9783640531219
Dateigröße
1086 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Offenbarung, Jesus Christus, Endgericht, Weltgericht, Posaune, Plagen, 1000 jähriges Reich
Arbeit zitieren
Dr. med. Dieter Schwarz (Autor), 2010, Erklärungen zur Offenbarung Jesu Christi nach Parallelstellen der Bibel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144689

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