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Sharenting. Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht

Title: Sharenting. Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht

Essay , 2022 , 4 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Baris Kavak (Author)

Ethics
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Durch den exponentiellen Aufstieg von digitalen Medien in den letzten Jahrzehnten, bestimmt die Nutzung von diesen zu Unterhaltungs-, Kommunikations- und Informationszwecken, den modernen Alltag der Menschen. Digitale Medien haben somit auch einen wesentlichen Einfluss auf den familiären Alltag, wodurch sich der Umgang mit Familien- und Kinderfotos, sowie -videos verändert hat. In sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Snapchat und Tiktok, veröffentlichen Eltern die Inhalte ihrer Kinder und dokumentieren somit das Leben dieser im medialen Kontext. Diese Hausarbeit thematisiert die ethische Betrachtung dieses Verhaltens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Sharenting – Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit des sogenannten „Sharentings“, also des Veröffentlichens von Inhalten über eigene Kinder in sozialen Medien durch Eltern. Das zentrale Ziel ist es, die moralischen Konflikte zwischen dem Bedürfnis der Eltern nach sozialer Vernetzung und der Wahrung der Privatsphäre sowie der Schutzrechte der Kinder abzuwägen.

  • Definition und kultureller Kontext des Phänomens Sharenting
  • Auswirkung von Sharenting auf die Eltern-Kind-Beziehung
  • Gefährdung der kindlichen Privatsphäre und Risiken des Datenmissbrauchs
  • Konflikt zwischen elterlicher Entscheidungsbefugnis und dem kindlichen Recht auf eine offene Zukunft
  • Ethisch vertretbare, moderate Formen der digitalen Veröffentlichung

Auszug aus dem Buch

Die Veröffentlichung von persönlichen Inhalten durch die Eltern stellt jedoch auch ein ambivalentes Verhältnis der Eltern-Kind-Beziehung dar.

Jüngeren Kindern mangelt es an kognitiven Fähigkeiten und Lebenserfahrung, um der Veröffentlichung von persönlichen Inhalten bewusst zustimmen zu können und das Risiko der möglichen Konsequenzen abzuwägen. Daher kommt den Eltern, im Rahmen der elterlichen Fürsorgepflicht, eine besondere Verantwortung zum Schutz der kindlichen Privatsphäre zu. Das Sharenting hat jedoch zur Folge, dass Eltern die digitale Identität ihres Kindes in sozialen Medien prägen, ohne dass das Kind dem zustimmt. Dies stellt eine Verletzung des Anspruchs auf kindliche Privatheit - und somit einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre dar.

Des Weiteren kann die Veröffentlichung von persönlichen Inhalten seitens der Eltern, weitreichende Konsequenzen für die Zukunft des Kindes haben. Veröffentlichte Inhalte, welche im Jugend- und Erwachsenenalter als unangenehm oder peinlich erachtet werden, können von Täter*innen zum Zwecke des Cyber-Mobbings ausgenutzt werden und somit zu einer negativen Konsequenz für das Kind führen. Ein weiteres, weit verbreitetes Argument gegen das Sharenting ist der Missbrauch von, eigentlich als harmlos erachteten, Inhalten im sexuellen Kontext. Beispiele für solche, vermeintlich harmlose Inhalte, sind Aufnahmen von Säuglingen in Windeln und Kindern in Schlafanzügen oder Badebekleidung. Täter*innen suchen gezielt nach solchen Inhalten, um diese sexuell zu missbrauchen und eventuell auf bestimmten Webseiten für Personen mit gleichen Interessen zugänglich zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

Sharenting – Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht: In diesem Kapitel wird das Phänomen des Sharentings definiert und der Wandel der Elternrolle durch soziale Netzwerke beschrieben, wobei das Kind als "erweiterter Teil der Identität" der Eltern fungiert.

Die Veröffentlichung von persönlichen Inhalten durch die Eltern stellt jedoch auch ein ambivalentes Verhältnis der Eltern-Kind-Beziehung dar.: Dieser Teil erörtert die Risiken für die Kinder, insbesondere die Verletzung der Privatsphäre, die Gefahr des Cyber-Mobbings und das Risiko des sexuellen Missbrauchs von scheinbar harmlosen Bildinhalten.

Ein weiteres Recht welches dem Sharenting entgegen steht, ist das kindliche Recht auf eine offene Zukunft.: Hier wird der Konflikt zwischen der elterlichen Bestimmung und dem Wunsch des Kindes nach eigenständiger Identitätsgestaltung (Pfadabhängigkeiten) analysiert.

Nach beleuchten der Argumente zur Rechtfertigung des Sharentings, sowie der möglichen negativen Konsequenzen für das Kind ist zu erkennen, dass das Sharenting Vor- und Nachteile für die verschiedenen Akteure beinhaltet.: Das abschließende Kapitel bewertet die ethische Vertretbarkeit und bietet Handlungsrichtlinien für eine moderate und reflektierte Form des Sharentings.

Schlüsselwörter

Sharenting, digitale Identität, Ethik, Privatsphäre, soziale Medien, Eltern-Kind-Beziehung, Überwachung, Datenschutz, Internetmissbrauch, digitale Erziehung, Cyber-Mobbing, Kindeswohl, offene Zukunft, Selbstbestimmung, Oversharing.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das ethische Spannungsfeld, das entsteht, wenn Eltern Fotos oder Informationen ihrer Kinder in sozialen Medien teilen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören das Recht auf Privatsphäre, die digitale Sicherheit von Kindern, die Auswirkungen auf die spätere Identitätsentwicklung sowie die moralische Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Phänomen Sharenting moralisch einzuordnen und Wege aufzuzeigen, wie eine ethisch vertretbare Kommunikation im digitalen Raum mit Rücksicht auf die Kinder gelingen kann.

Welche ethische Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine ethische Abwägungsanalyse, bei der elterliche Interessen (soziale Vernetzung, Kontrollgewinn) gegen die Schutzbedürfnisse und die zukünftige Autonomie des Kindes abgewogen werden.

Was ist im Hauptteil der Arbeit von Bedeutung?

Der Hauptteil behandelt die konkreten Risiken des Internets (Missbrauch, Cyber-Mobbing) und die Problematik von Pfadabhängigkeiten, die entstehen, wenn digitale Inhalte dauerhaft im Netz verfügbar sind.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Sharenting, digitale Souveränität, elterliche Fürsorgepflicht und kindliche Privatsphäre beschreiben.

Warum ist die Privatsphäre bei Babys und Kleinkindern so gefährdet?

Da diese Kinder noch keine eigene Zustimmung geben können und die Eltern die volle Deutungshoheit über die digitale Darstellung ihres Kindes behalten, entsteht ein ungleiches Machtverhältnis.

Was bedeutet der Begriff "Oversharing" in diesem Kontext?

„Oversharing“ beschreibt die übermäßige Preisgabe von sensiblen Details wie Aufenthaltsorten oder genauen Lebensumständen des Kindes, was ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Was empfiehlt der Autor für eine ethische Praxis?

Der Autor plädiert für eine "moderate Form" des Teilens: private Accounts, Schutz der Intimsphäre durch vollständige Bekleidung und eine schrittweise Einbeziehung des Kindes in den digitalen Entscheidungsprozess.

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Details

Title
Sharenting. Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Course
Ethik
Grade
1,0
Author
Baris Kavak (Author)
Publication Year
2022
Pages
4
Catalog Number
V1446996
ISBN (PDF)
9783963554568
Language
German
Tags
Pädagogik, Sharenting, Tiktok, Instagram, Kinder-Influencer, Familienblogger, Kinderschutz in sozialen Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Baris Kavak (Author), 2022, Sharenting. Die elterliche Gestaltung der digitalen Identität aus ethischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1446996
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