Männliche Moral - weibliche Moral. Die Kontroverse um eine geschlechterspezifische Ethik und ihre Bedeutung für Bewegung und Sport


Seminararbeit, 2000
31 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhalt

1 Kurze geschichtlicher Abriss der Moralforschung

2 Thesen und Konzepte
2.1 Lawrence Kohlberg
2.2 Carol Gilligan
2.2.1 3 Stadien der Moralentwicklung nach Carol Gilligan
2.2.2 Kritik an Gilligans zweigeteilter Moraltheorie
2.2.2.1 Kritische Aufarbeitung des Untersuchungsmaterials von Debra Nails
2.2.2.2 Kritische Ansatzpunkte von Gertrud Nunner-Winkler und Rainer Döbert
2.3 Gertrud Nunner-Winkler
2.4 Frigga Haug

3 Einfluss des Geschlechts auf die moralische Urteilsentwicklung

4 Anwendungsbeispiele der Thesen
4.1 Umsetzbarkeit Gilligans Thesen
4.1.1 Begriffe genauer definieren
4.1.2 Weibliche Moral zur Festigung des Patriarchats
4.1.3 Frigga Haug: die kollektive Erinnerungsarbeit

5 Leben als geschlechtliches Wesen - Zusammenschau einiger Ansichten
5.1 Kernpunkte des bürgerlichen Moraldiskurses
5.1.1 Trennung von Individuum und Gesellschaft
5.1.2 Autonomes Subjekt
5.1.3 Moralischer Prinzipialismus und Verallgemeinerbarkeit
5.1.4 Moralischer Individualismus

6 Bedeutung der geschlechtsspezifischen Rollenproblematik in Bewegung und Sport
6.1 Koedukation im Sportunterricht
6.2 Rollenbilderaufbruch durch Androgynität
6.3 Sportunterricht nach wie vor als männliche Hochburg? Ein geschichtlicher Rückblick

7 Literatur

1 Kurze geschichtlicher Abriss der Moralforschung

Schon bei Hexenhammer finden sich viele Andeutungen auf mögliche Geschlechtsdifferenzen. Das „Weib“ wird als habsüchtig, affektbesetzt, verlogen , auf die fleischlichen Begehrlichkeiten konzentriert, als dumm beeinflussbar bezeichnet. Freud schließt sich mit seiner Meinung an. Er beschreibt Frauen mit: Es-kontrolliert und mit schwacher Ich-Kontrolle. Sie neigen außerdem in seinen Augen zu Egozentrismus, hoher Kooperationsbereitschaft und Sensibilität.

Auch bei Parson finden sich ähnlich frauenfeindliche Attribute wie wenig standhaft, selbstliebend und selbstbefriedigend.

Mädchen können sich als ihre Mutter ähnlicher sehen und sich verbinden mit ihr. Jungen hingegen müssen sich lösen von der mütterlichen Zuneigung und sehen sich als Gegenpol zur Mutter. Parson meint aber dass das Optimum an Persönlichkeitsentwicklung in der Androgynie ereicht ist, indem sich die Geschlechterrollen im Individuum aufteilen sollen. Freud und Hexenhammer bleiben aber bei ihrer scharfen Separation der Geschlechter.

In der kognitiven Psychologie war federführend Piaget, der große Untersuchungen über das Spielverhalten von jungen und Mädchen anstellte. Jungen war dabei die Einhaltung der Regeln besonders wichtig. Sie entwickelten eine Freude zur Gesetzestreue. Mädchen hingegen verwendeten weniger komplexe Spielregeln. Kam es zu Problemen übten sie eine eher pragmatische Handhabung, wobei sie oft Ausnahmen akzeptierten. Bei ihnen war die Regelkonformität schwach ausgeprägt.

Unterschiede lassen sich weniger auf Kompetenz. als auf Performanzfaktoren zurückführen. Man hält doch an der Einheit der Ethik fest. Aufgrund der unterschiedlichen Sichtweise eines Problems kommt es oft zu Argumentationsdiskrepanzen zwischen Männern und Frauen. Sie besitzen beide die Kompetenz über das Problem zu urteilen und es als konfliktträchtig anzusehen, handeln aber nach divergierenden Performanzfaktoren.

Kohlberg baute Piagets 3-Stufenmodell aus, aber er erklärte für Haans Begriffe die moralische Entwicklung nur partiell, denn wie könnte es sonst erklärbar sein dass 51% von Haans untersuchten Männern und nur 17% der Frauen, trotz gleichem formal-operationalem Niveau postkonventionell (nach Kohlberg s Modell) urteilen?

Haan führte daraufhin eine formale und interpersonelle Moraleinteilung ein. Die Formale entspricht der Moral Kohlberg s die interpersonelle beinhaltet Gilligan s“ weibliche Moral“. (Rücksichtnahme auf andere, Verständnis, kontextorientiertes agieren) . Er formuliert ein 5-Stadienmodell und testete sie in einer Untersuchung mit jugendlichen Probanden beiden Geschlechts, wobei er auch auf Schichtzugehörigkeit achtete.

Die interpersonelle Moral legte sich bei alltäglichen Problemen zu Tage, die formale nur als „Schönwettermoral“ auftrat. Er konnte keine Geschlechts-, dafür aber Unterschiede in der Schichtzugehörigkeit eruieren. Mädchen steckten ihre eigenen moralischen Vorstellungen zugunsten ihrer Partner zurück.

Er ist also bestätigt, dass Kohlberg nicht die gesamte Moral erfasste, sondern mit Haans interpersoneller Moral erst vereinheitlicht wurde, die den Ansätzen Gilligan s nahestehen. Sie war es auch die Haans Kritik an Kohlberg s Thesen wieder aufgriff.

Eigenschaften, die er als defizitär und regressiv einstufte waren der Anlass nochmals nachzuforschen. Ihr ist es zu verdanken, dass ein großer Stein, nämlich der der weiblichen Moral ins Rollen und Gespräch kam. Sie lehnt sich an Chodrows Thesen an.

Die Gerechtigkeitsmoral wird den Jungen zugeteilt, die durch Trennung und Individuierung auf sich alleine gestellt sind. Mädchen hingegen haben Verpflichtungen und Verantwortung sich und anderen gegenüber zu tragen. (6)

2 Thesen und Konzepte

2.1 Lawrence Kohlberg

Lawrence Kohlberg (12), der Piagets Ansätze ausarbeitete, stellte mit seinem Stufenmodell der moralischen Entwicklung (20, Kohlberg, 1996, S.129-133) z ur Beurteilung moralischer Reife ein vielbeachtetes Modell auf, aber hatte er damit alle Aspekte erfasst, mit denen Urteile über Konflikte gefällt werden? Die Geschichten, die er seinen Probanden zur moralischen Beurteilung vorlegte waren frei erfunden, und lösten daher weniger Betroffenheit aus als die unmittelbaren Dilemmasituationen vor denen Gilligan s zu untersuchende Personen standen.

Sein Konzept wurde von seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Gilligan später als androzentrisch entlarvt, weil er zur Aufstellung seiner Thesen lediglich männliche Probanden heranzog, und mit den daraus erlangten Erkenntnissen schloss er auf die menschliche Moralentwicklung, ohne auf die Moralentwicklung der Frauen eingegangen zu sein. Er leitete die weibliche Moralentwicklung von seinem männlichen Stufenmodell ab. Frauen sehen moralische Konflikte aber aus einer anderen Perspektive, die sein Untersuchungsverfahren nicht aufgriff. Deshalb stempelte er die moralische Reife der Frauen als defizitär ab.

Kohlberg musste zur Kenntnis nehmen, dass sein Konzept zu einseitig die moralischen Urteile der Menschen aufschlüssle und änderte nachträglich seine Thesen von „Stadien der menschlichen Moralentwicklung“ auf „Urteilen über Gerechtigkeit“, da er akzeptieren musste, dass auch Fürsorge als moralische Denkweise existiere.

2.2 Carol Gilligan

Carol Gilligan wurde 1936 geboren. Seit 1979 ist sie Professorin für Entwicklungspsychologie in Harvard. Zuvor war sie Schülerin von Erik Erikson und wissenschaftliche Mitarbeiterin von Lawrence Kohlberg. Ihre Theorie basiert auf seinem Ansatz zur menschlichen Moralentwicklung, die sie als androgyn entlarvte, was einer ihrer größten Verdienste darstellt.

Bei der Betrachtung Kohlberg s Studie fiel auf, dass Mädchen meist nur die 3. Stufe von Kohlberg s 6-stufiger Skala erreichten. Dies ist laut Gilligan darauf zurückzuführen, dass sie andere moralische Maßstäbe anlegen als Jungen. Außerdem verwendete Kohlberg ausschließlich männliche Probanden und machte von diesen Ergebnissen Rückschlüsse auf die menschliche und nicht auf die männliche Moralentwicklung. Er legte den Burschen das „Heinzdilemma“ im Abstand von mehreren Jahren immer wieder vor, um ihre moralische Reifung zu beobachten. Der Entwicklungsstand wurde mit der moralischen Begründung des Handelns in der jeweiligen Situation gemessen. Er wählte dazu irgendwelche erfundenen Situationen. Gilligan dagegen wählte keinen fiktiven Dilemmata, sondern befragte Frauen verschiedenster Schicht- und Altersklassen zu Entscheidungssituationen, die sie tatsächlich momentan betrafen, nämlich die bestehende Schwangerschaft abzubrechen, oder das Kind auszutragen. Der Zeitraum erstreckte sich über mehrere Wochen. Gilligan s Untersuchungen begannen mit Interviews in denen sie Frauen bestimmten Problemstellungen vorlegte. Deren Werturteile fielen dabei anders aus als bei Männern. Kohlberg erklärte sich diese Tatsache, dass die meisten Frauen nur Stufe 3 seiner 6 Stadien erreichten damit, dass diese ihren Lebensumständen genüge. Weibliches Ziel sei es seiner Ansicht sich um die Stabilisierung der Familienstruktur und dessen Kontinuität zu sorgen. Es beschreibt Frauen deshalb auch als defizitär, weil sie nur selten höhere Entwicklungsstufen erreichten. Er erkannte nicht, dass die Art und Weise wie Frauen urteilen keine Kategorie in seiner Stadieneinteilung fand. (5)

Gilligan führte daraufhin „Studentenuntersuchungen“ – „Rechts-„ und „Verantwortungsuntersuchungen“ durch. Auch sie stellte ihre ProbandInnen mit dem Heinz-Dilemma gegenüber. Die Burschen leiteten Ergebnisse eher rational ab, nach gerechtigkeitsorientierten Prinzipien. Mädchen sahen Probleme aus einer beziehungs- und komplexorientierten Perspektive.

Kohlberg gab bei seinen Interviewstrukturen Denkprozesse vor, die die Sichtweise der Mädchen nicht zuließen, so wurden ihre Antworten als unsicher und unwahr aufgefasst. Sein Bewertungssystem kannte diese Art von Logik nicht. (5)

Zu Konflikten kommt es, wenn jemand nicht Verantwortung übernehmen will oder Aufrufe ignoriert. Das weibliche Moralurteil ist stets vom Kontext abhängig. Das gesamte Umfeld muss beleuchtet werden. Einfühlungsvermögen und Toleranz werden zur Lösung eines Problems herangezogen. Wie geurteilt wird hängt demnach auch von der Sichtweise ab. Hier gibt es also nicht eine einzige rationale Wahrheitsfindung, wie in der männlichen Moralentscheidung. Ein gefälltes Urteil muss plausibel begründbar sein, nicht aber mit einem Normenkodex, sondern mit Kontextualismus. (10)

Wie ein Gestaltbild sind diese beiden Moralauffassungen nicht zu vereinen, weil sie zu unterschiedlich sind und durch eine Vereinigung irgendeine der beiden Haltungen defizitär werden würde. Die Zuweisung männlich und weiblich bedeutet aber nicht, dass sie ausschließlich dem jeweiligen Geschlecht zugewiesen gehören. Die Person kann auch zwischen den Auffassungen pendeln, und Sachverhalte aus beiden Perspektiven beleuchten. Nach Gilligan gibt es also mindestens 2 moralische Urteilsmöglichkeiten. (24)

- männliche Moralauffassung: Menschen sind voneinander unabhängige Wesen, die erst durch das Zusammentreffen von Individuen eine Gesellschaft bilden können. Das Aufrechterhalten einer solchen Individuengesellschaft wird ermöglicht durch für alle gültige Regeln, die verbindlich sind. Bei der Lösung moralischer Problemstellungen müssten dieser Ansicht nach alle zum selben Ergebnis gelangen, weil allgemeingültige Prinzipen angewendet werden. Diese Ansicht wird auch als Gerechtigkeits- und Rechteethik bezeichnet.
- weibliche Moralauffassung: auch als Verantwortungs- und Fürsorglichkeitsethik bekannt. Diese Moral ist durch Verbundenheitserfahrung mit der weiblichen Erziehungsperson charakterisiert. Hier existiert der einzelne Mensch nur in einem Sozialnetz. Menschliche Beziehungen stehen im Mittelpunkt. Jeder ist in der Gemeinschaft für den anderen verantwortlich. Menschen sind in dem Gemeinschaftsnetz voneinander abhängig.

Gerade das widerspricht dem Universalismus, der nur eine moralische Orientierung zulässt. Alles andere ist unterzuordnen. So scheitert auch der Versuch feministischer Moralauffassungen in die Gerechtigkeitsmoral zu vereinen. Sie wird nach wie vor nur als Erweiterung gesehen, was als eine hierarchische Minderwertigkeit zu deuten ist. (25)

Gilligan ist zwar ein wichtiger Teil in der feministischen Politik gelungen, aber sie legt kein einheitliches feministisches Konzept fest. „Sie grenzt sich zwar vom Androgyniekonzept[1] ab, führt aber kein Gegenmodell an.“ (5, Buse, 1993, S. 95) Darum ist ihr Ansatz auch in so viele Richtungen eingliederbar. Die Ausgrenzung, der von ihr unbeachteten Gesellschaftsschichten gliedert diese vernachlässigten Schichten erneut aus. Haug kritisiert, dass sie sich mit den Ursachen für die gesellschaftlichen Defizite, die eine weibliche Moral unterdrücken nicht beschäftigt. Außerdem müssten beide Moralen auf patriachalem Hintergrund gesehen werden.

Diese Mängel im Konzept und die fehlende Praxisrelevanz kritisiert Haug und entwickelte ein eigenes Konzept. (siehe 2.4)

Carol Gilligan versuchte auf die Missstände in Kohlberg s Theoriegenese aufmerksam zu machen und stellte Untersuchungen zur weiblichen Moralentwicklung an. Sie kristallisierte dabei die Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Moral heraus, die, wie sie betont aber nicht auf ein Geschlecht eingeschränkt sind. Im Gegenteil, ihr Ansatz geht in die Richtung, dass die weibliche Fürsorgemoral und die männliche Gerechtigkeitsmoral gleichmäßig in der Moralentwicklung berücksichtigt werden sollten und ein „kreativer Wechsel“ bei der Beurteilung eines Problems stattfinden soll.

Dennoch basieren ihre Ergebnisse auf der empirisch beobachteten Tatsache, dass Frauen bei Problemstellungen, wie sie in den Dilemmasituationen entstanden, eher mit Rücksichtnahme und Hilfestellung, Männer dagegen eher mit abstraktem Gerechtigkeitssinn reagierten. Frauen setzen vermehrt auf zwischenmenschliche Beziehungen. (16)

Gibt es nun Unterschiede in den Moralen? Wenn ja, woher?

Es ist unsere Gesellschaftsstruktur, die verursacht, dass Männer anders als Frauen urteilen. Es gibt eine eher männliche und eine eher weibliche Moral, diese sind aber keineswegs einem Geschlecht alleine zuzuordnen. Weiblich ist mit Identifikation, Bindung, männlich mit Individuation und Trennung behaftet. Nach dieser Kategorisierung werden moralische Angelegenheiten abgewogen.

In ihren Untersuchungen stellte Gilligan bei Männern und Frauen bereits den Willen zur Integration der anderen Rolle fest. Es sei aber nicht möglich gleichzeitig beide Moralen zu vertreten, sondern moralisches Urteilen solle in einem dynamischen Wechsel erfolgen, indem bei der Lösung eines Konfliktes die Perspektive verändert werden kann. Sie selber formulierte: “ Man neigt bei der Lösung eines moralischen Konfliktes dass, die eine oder andere Perspektive einzunehmen.“ (11, Gilligan, 1995, S.80)

Sie verdeutlicht ihre Ansicht mit einem Beispiel aus der Gestaltpsychologie, nämlich den Umspringbildern, bei denen auch jeweils nur eine Sichtweise möglich ist. Dies Haltung kann Kindern in der Erziehung damit vermittelt werden, indem die Elternarbeit gleich aufgeteilt wird. (11)

In wissenschaftlichem Gebrauch ist nach wie vor eine Moral hauptsächlich vertreten und zwar die Gerechtigkeits- und Prinzipienmoral, die eher der männlichen Natur entspricht. Sie wurde sogar oft als Synonym für moralisches Urteilen verwendet, ohne der zweiten Perspektive, die sich auf Fürsorge und Beziehung konzentriert, Beachtung zu schenken. So kann ein und dieselbe Situation unterschiedlich beurteilt werden von einer einzigen Person. Die Art wie Frauen moralische Konflikte beurteilen, konnte deshalb nicht angemessen eingeordnet werden, weil es keine Kategorie dafür gab. Um eine Unterscheidung der beiden Perspektiven aufzudecken wurden sprachliche Analysen, Dilemmasituationen und die moralische Logik des Urteilens herangezogen.

Beide Perspektiven bieten verschieden Möglichkeiten sich selbst und andere in Beziehung zueinander zu setzen. (11)

Gilligan wird in der Literatur dem gynozentrischem Differenzfeminismus zugeordnet. Sie vertritt eine radikale Position des Feminismus. Nach ihrer Auffassung ist die weibliche Einstellung durch die biologischen Grundlagen charakterisiert und wird nachhaltig durch das soziale Umfeld geprägt. Sie ist gegen die männlichen Werte in der Gesellschaft, die die öffentlichen Institutionen vermitteln. Diese Werte könnten durch Weiblichkeit zum Positiven geändert werden. (5)

Negativ an diesen Ansätzen ist anzumerken, dass für die Umsetzbarkeit in die Praxis von Gilligan s Seite keinerlei Hinweise gegeben werden. Der Ursprung der unterschiedlichen Moralen wird auch nur sehr schleierhaft mittels Chodrows Thesen erklärt, die Frauen eher in der Kindererziehung beheimatet sah. Der für Gilligan so wichtige Wechsel zwischen beiden Moralen wird von keiner/keinem ihrer RezipientInnen aufgegriffen. Zugute zu halten ist ihr, dass sie in höchst seriöser Weise keine Wertung der Moralen vornimmt, was bei einigen ihrer RezipientInnen sehr wohl vorkommt. (5)

Gilligan s Ziel war es das einseitige männliche Moralbild zu vervollständigen, da sonst Frauen weiterhin an männlichen Maßstäben gemessen werden.

[...]


[1] Das Androgynie-Konzept geht davon aus, dass alle männlichen und weiblichen Eigenschaften menschlich sind. In einer androgynen Gesellschaft werden Männer und Frauen nicht auf männliche und weibliche Rollen festgelegt, sondern sie können alle Eigenschaften entfalten. (Schenk, Herrad, Androgyne Utopie?, in: Merkur 31 (1977), 645-659; Singer, June, Androgyny, New York 1976)

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Details

Titel
Männliche Moral - weibliche Moral. Die Kontroverse um eine geschlechterspezifische Ethik und ihre Bedeutung für Bewegung und Sport
Hochschule
Universität Wien  (Studienrichtung Sportwissenschaften mit Prävention/Rekreation)
Veranstaltung
Didaktikseminar
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
31
Katalognummer
V14470
ISBN (eBook)
9783638198646
ISBN (Buch)
9783638717250
Dateigröße
1238 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Männliche, Moral, Kontroverse, Ethik, Bedeutung, Bewegung, Sport, Didaktikseminar
Arbeit zitieren
Dr. Iris Floimayr (Autor), 2000, Männliche Moral - weibliche Moral. Die Kontroverse um eine geschlechterspezifische Ethik und ihre Bedeutung für Bewegung und Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14470

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