Schon als Schüler hat sicherlich schon mal jeder darüber nachgedacht, wie man die Schule oder den Unterricht verändern würde. Gerade als angehender Lehrer, erachte ich es als sinnvoll, die eigenen Ansichten auch hinsichtlich der Schülervorstellungen vom guten Unterricht zu erweitern. Zielstellung des Seminars war es, in Form einer selbst ausgearbeiteten Sozialforschung mehr über guten Unterricht aus Schülersicht herauszufinden. Schließlich bildete ich mit zwei Studenten einen Arbeitskreis, in welchem wir gemeinsame Entscheidungen über Forschungsdesign, Fragemethode und Fragetechnik trafen. Diese Belegarbeit soll die einzelnen Schritte unserer Sozialforschung dokumentieren.
Im ersten Themenschwerpunkt stehen die theoretischen Ansichten aus der Fachliteratur im Mittelpunkt der Betrachtung. In diesem Abschnitt soll grundlegenden Fragen für die eigene Sozialforschung nachgegangen werden: Was versteht man unter dem Unterrichtsbegriff und welche Ansichten über guten Unterricht existieren bereits? Anhand der gesichteten Literatur sollen anschließend eigene Vermutungen über die Wunschvorstellung der Schüler vom guten Unterricht geäußert werden.
Im zweiten Themenschwerpunkt wird die Beschreibung unseres methodischen Vorgehens behandelt. Die genaue Erklärung des Forschungsdesigns schafft zunächst Klarheit über die Bereiche unserer Forschungsfragen und leitet schließlich zum nächsten Arbeitsschritt über: die Festlegung unserer Forschungsmethode. Hierbei haben wir uns für einen standardisierten Umfragebogen entschieden. Für die Erarbeitung des Fragebogens mussten wir für die einzelnen Themenbereiche operationalisierbare Variablen entwickeln. Dieser Vorgang soll anhand jeder Frage explizit geschildert werden. Gleichsam sollen methodenkritische Angaben, die die Validität der Fragen betreffen, gemacht werden. Zuletzt soll eine Schilderung über die Untersuchungsbedingungen erfolgen, die wir bei unserer Durchführung der Umfrage an der Ge-meinschaftsschule Geithain vorfanden.
Im dritten Themenschwerpunkt soll unsere Umfrage, die wir in drei Klassenstufen mit insgesamt 64 Probanden durchführten, ausgewertet werden. Hier soll der Frage nachgegangen werden, welche Vorstellungen unsere Probanden von einem guten Unterricht haben. Schließlich werden diese Ergebnisse mit den anfangs gestellten Vermutungen verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Forschungsstand
2.3 Erwartung der Schüleraussagen
3. Methodenreflexion
3.1 Forschungsdesign
3.2 Forschungsmethode
3.3 Festlegung der operationalisierbaren Variablen und Kritik
3.4 Untersuchungsbedingungen
4. Ergebnisdarstellung und Ergebnisdiskussion
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, ein tieferes Verständnis für die Wunschvorstellungen von Schülern bezüglich eines „guten Unterrichts“ zu entwickeln und hierbei den Fokus explizit auf die Unterrichtsmethodik zu legen.
- Analyse theoretischer Ansätze zum Begriff des guten Unterrichts
- Untersuchung der Differenz zwischen real praktizierten und von Schülern gewünschten Methoden
- Erhebung empirischer Daten mittels eines standardisierten Umfragebogens
- Vergleich von Schülerwünschen mit bestehenden bildungswissenschaftlichen Forschungsergebnissen
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition
Aufgrund der weitläufigen Konzeptionen und Definitionen des Unterrichtsbegriffs, sollte im Rahmen einer umfassenden Vorstellung des Unterrichts von Unterrichtskonzepten gesprochen werden. „Unterrichtskonzepte sind Gesamtorientierungen methodischen Handelns, in denen explizit ausgewiesene oder implizit vorausgesetzte Unterrichtsprinzipien, allgemein -und fachdidaktischer Theorieelemente und Annahmen über die organisatorisch-institutionellen Rahmenbedingungen und die Rollenerwartungen an Lehrer und Schüler integriert werden“.
Die Betrachtung des Unterrichts kann folglich auf mehreren Dimensionen erfolgen. Im Zuge der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen während der Seminarveranstaltungen, hat die Seminargruppe diese Dimensionen des Unterrichts wie folgt abgesteckt: Inhalt-, Raum-, Zeit-, Ziel-, Methoden- und Interaktionsebene.
Innerhalb dieser Belegarbeit sollen die Methoden im Vordergrund der Betrachtung stehen. Ich begründe diese Einschränkung aus der Position, dass guter Unterricht aus Schülersicht insbesondere vom Einsatz der Methoden abhängig ist. „Betroffen fühlen sich die Schüler vor allem von der Art und Weise und der Vermittlung der Inhalte, während gegenüber den Inhalten eine weitgehende Gleichgültigkeit vorliegt“. Des Weiteren interessiert mich die Erforschung der Unterrichtsmethodik aus Schülersicht, weil ich als zukünftiger Lehrer gerade im Methodenbereich den größten Einfluss auf den Unterricht nehmen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Untersuchung aus der Perspektive angehender Lehrkräfte und definiert das Forschungsziel, Erkenntnisse über die Wunschvorstellungen von Schülern hinsichtlich guten Unterrichts zu gewinnen.
2. Theorieteil: Dieser Abschnitt erarbeitet theoretische Grundlagen zu Unterrichtskonzepten, analysiert den Forschungsstand und formuliert Hypothesen für die Schülererwartungen.
3. Methodenreflexion: Hier wird das deskriptive Forschungsdesign dargelegt, die Wahl des standardisierten Umfragebogens begründet sowie die methodische Vorgehensweise bei der Operationalisierung der Variablen und die Rahmenbedingungen der Datenerhebung beschrieben.
4. Ergebnisdarstellung und Ergebnisdiskussion: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten der 64 Probanden und setzt diese in Bezug zu den eingangs aufgestellten Thesen.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert kritisch die methodischen Limitationen der durchgeführten Vorstudie.
Schlüsselwörter
Unterrichtsmethoden, Schülerperspektive, Guter Unterricht, Sozialformen, Klassenführung, Methodenvielfalt, Empirische Sozialforschung, Umfragebogen, Lernkanäle, Lehrerrolle, Frontalunterricht, Kooperatives Lernen, Advance Organizer, Schülervorstellung, Unterrichtsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Schüler guten Unterricht definieren und welche spezifischen Erwartungen sie an die Gestaltung von Unterrichtsmethoden stellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf Unterrichtsstile, Medieneinsatz, Lernkanäle, Sozialformen, den Redeanteil der Lehrkraft, methodische Großformen und die Vorstrukturierung von Lerninhalten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, welche Unterrichtsmethoden Schüler bevorzugen und inwieweit eine Diskrepanz zwischen ihrem Wunsch und der schulischen Realität existiert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren nutzten ein deskriptives Forschungsdesign und führten eine quantitative Datenerhebung mittels eines standardisierten Fragebogens in drei unterschiedlichen Klassenstufen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung und Reflexion der methodischen Vorgehensweise sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schülersicht, Methodenvielfalt, Unterrichtsgestaltung und empirische Erhebung charakterisieren.
Warum spielt das Konzept der „Methodenvielfalt“ eine so große Rolle für die Autoren?
Die Autoren stützen sich auf Forschungen (u.a. von Hilbert Meyer), die belegen, dass eine abwechslungsreiche Methodik die Aufmerksamkeit und den Lernerfolg von Schülern positiv beeinflusst.
Zu welchem Schluss kommen die Autoren bezüglich der Realität an Schulen?
Die Auswertung zeigt eine deutliche Diskrepanz auf: Während Schüler sich kooperative und schülerzentrierte Methoden wünschen, dominieren im realen Unterrichtsalltag weiterhin Frontalunterricht und traditionelle Medien.
- Quote paper
- Erik Neumann (Author), 2009, Untersuchung über die Wunschvorstellung von Schülern bezüglich der Unterrichtsmethoden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144707