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Hegel als Vordenker der "Neuen Logik". Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung

Titel: Hegel als Vordenker der "Neuen Logik". Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung

Forschungsarbeit , 2024 , 18 Seiten

Autor:in: Aaron Fellbaum (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit Hegel als Vordenker der "Neuen Logik".

G.W.F. Hegels "Wissenschaft der Logik" bedient sich metaphysischer Begriffe (wie z.B. des Begriffs des allgemeinen Seins, des Begriffs der Qualität usw.), um die vorbegriffliche sinnliche Anschauung als Grundlage von Begriffen zu vermeiden. Es kann gezeigt werden, dass die Intention einer anschauungsfreien Logik, die einen "Trickle-Down" Ansatz der logischen Begriffsbildung verwendet, später auch von Gottlob Frege (1848-1925) und Bertrand Russell (1872-1970) mit Hilfe mathematischer Modellierungen versucht wird. Ontologisch ist die Neue Logik (d.h. die Logik seit Gottlob Frege) nicht unproblematisch: Reichhaltige Gegenstandsontologien (die unrealisierbare, d.h. unmögliche Objekte enthalten) sind hier mehr willkommen als die Fokussierung auf eine Analyse des Realen. Es gibt jedoch auch Bestrebungen Kontinuitäten zu finden, die sich durchs 18., 19. und 20. Jahrhundert durchhalten, um so einen durch die Jahrhunderte bestehenden Begriff der Logik zu finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Ableitung von mathematischen Strukturen statt Ableitung von metaphysischen Begriffen

II. Versionen des modernen Logikverständnisses (Diskussion von John MacFarlane, 2002)

III. Alte Logik: Schwerpunkt der Analyse der Wirklichkeit statt Analyse des Möglichen

IV. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung der Logik von Hegel bis zur sogenannten "Neuen Logik" und analysiert, inwiefern Hegels Ansatz als Vordenker für moderne, mathematisierte Logikverständnisse gelten kann, indem er die sinnliche Anschauung als Basis für Begriffe zugunsten metaphysischer Allgemeinbegriffe vermeidet.

  • Die Abkehr von der sinnlichen Anschauung in der Logikbildung.
  • Vergleich zwischen Hegels "Trickle-Down" Ansatz und Freges mathematischer Formalisierung.
  • Die ontologische Differenz zwischen Logik und Naturphilosophie.
  • Hegels Bestimmung der Wirklichkeit als primärer Gegenstand der Logik.
  • Die Auswirkungen der Mathematisierung der Logik auf das Verständnis des Bewusstseins.

Auszug aus dem Buch

I. Ableitung von mathematischen Strukturen statt Ableitung von metaphysischen Begriffen:

Es ist durchaus nachvollziehbar, warum G.W.F. Hegels Wissenschaft der Logik mit metaphysischen Begriffen beginnen musste. Diese schon am Anfang des Werkes getroffenen Unterscheidungen rein geistiger Entitäten, wie z.B. das allgemeine Sein oder der Begriff der Qualität, erlauben es, Ableitungen (ähnlich wie die Ableitungen von mathematischen Axiomen) zu finden. Wie jede Wissenschaft muss auch die Logik als eine explizit proklamierte Wissenschaft des reinen Denkens einen Anfang haben. Die Fokussierung auf den Begriff einer Sache (und der epistemische Vorrang der Begrifflichkeit, also der logische Vorrang des geistig Fassbaren) ermöglicht es den idealistischen Denkern, und eben auch Hegels Wissenschaft der Logik, von der Anschauung als Erkenntnisbasis abzusehen. Da es sich bei der Logik um eine reine Wissenschaft handelt, ist es so, dass es im strikten Sinne gar nicht sein kann, dass die Wissenschaft der Logik selbst auf der Basis des Materials der Anschauung (d.h. dem „bloßen Stoffe des Denkens“) aufgebaut ist. Es können nämlich tatsächlich bei Klarheit des Denkens keine Anschauungen sein, die die Grundlage reiner Gedanken sind. Das steht mit Hegel fest. Logik ist somit tatsächlich, seinen eigenen Worten zufolge, die schwerste der philosophischen Wissenschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Ableitung von mathematischen Strukturen statt Ableitung von metaphysischen Begriffen: Dieses Kapitel erläutert Hegels Notwendigkeit, metaphysische Begriffe als geistige Entitäten zu nutzen, um die Logik als Wissenschaft des reinen Denkens unabhängig von sinnlicher Anschauung zu begründen.

II. Versionen des modernen Logikverständnisses (Diskussion von John MacFarlane, 2002): Hier wird diskutiert, wie Freges Logikbegriff durch die Reduktion auf mathematische Relationen den Naturbegriff ersetzt und eine neue Form der Formalisierung einführt, die sich vom empiristischen Verständnis abhebt.

III. Alte Logik: Schwerpunkt der Analyse der Wirklichkeit statt Analyse des Möglichen: Das Kapitel analysiert Hegels Aufwertung des Begriffs der Wirklichkeit als primäres Objekt der Logik, anstatt sich rein auf das logisch Mögliche zu konzentrieren.

IV. Abschließende Betrachtung: Die Schlussbetrachtung wägt die Konsequenzen der Mathematisierung der Logik ab und stellt fest, dass, obwohl die sinnliche Anschauung als Basis entfällt, die "Alte Logik" als notwendiger Vorbegriff für ein tieferes Verständnis von Denkprozessen bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Hegel, Wissenschaft der Logik, Neue Logik, Gottlob Frege, Trickle-Down Ansatz, Bottom-Up Ansatz, Metaphysik, sinnliche Anschauung, Formalisierung, reine Logik, Erkenntnisbasis, mathematische Axiome, Naturphilosophie, Wirklichkeit, begriffliche Abstraktion.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung von Hegels Logik hin zur modernen, mathematisierten Logik und analysiert dabei die Veränderung des Logikbegriffs von einem auf sinnlicher Anschauung basierenden System zu einem rein formalen, mathematischen System.

Welche Rolle spielt Hegel innerhalb dieser Entwicklung?

Hegel wird als Vordenker identifiziert, der durch seinen Fokus auf metaphysische Allgemeinbegriffe und die Vermeidung sinnlicher Anschauung bereits Ansätze für die spätere mathematische Formalisierung der Logik wie bei Frege legte.

Was unterscheidet den Trickle-Down vom Bottom-Up Ansatz?

Der Bottom-Up Ansatz baut Begriffe ausgehend von der sinnlichen Anschauung und deren Abstraktion auf, während der Trickle-Down Ansatz logische Begriffe aus mathematisch unhinterfragbaren Grundsätzen oder Axiomen ableitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich primär um eine wissenschaftstheoretische und philosophiegeschichtliche Analyse ausgewählter Primärtexte (Hegel, Kant, Frege, Reinhold) sowie der aktuellen Forschung zu diesen Themen (z. B. MacFarlane).

Warum wird die Mathematik als kritischer Faktor für die Logik betrachtet?

Die Mathematisierung ermöglicht zwar präzise Modelle, birgt jedoch das Risiko, dass die Logik den Bezug zu anderen Wirklichkeitsbereichen, wie der Psychologie oder dem menschlichen Bewusstsein, im Sinne der "Alten Logik" verliert.

Was kennzeichnet die sogenannte "Neue Logik"?

Die "Neue Logik" nach Frege zeichnet sich durch die Reduktion der Logik auf mathematische Relationen, die Aufgabe der sinnlichen Anschauung als Erkenntnisbasis und die Entwicklung interner Formalismen aus.

Inwiefern unterscheidet sich Hegels Logik von der Naturphilosophie?

Für Hegel sind beide Disziplinen streng zu trennen, da die Logik als reines Denken Bewusstseinsgesetze untersucht, wohingegen sich die Naturphilosophie auf mechanische oder physikalische Naturgesetze zur praktischen Anwendbarkeit bezieht.

Warum hält der Autor dennoch an der "Alten Logik" fest?

Der Autor argumentiert, dass das Vorverständnis begrifflicher Analyse, wie sie in der Alten Logik gepflegt wurde, trotz der unbestreitbaren Vorteile mathematischer Verfahren für das Verständnis menschlicher Denkprozesse unerlässlich bleibt.

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Details

Titel
Hegel als Vordenker der "Neuen Logik". Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Autor
Aaron Fellbaum (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1447168
ISBN (PDF)
9783963554957
ISBN (Buch)
9783963554964
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaft der Logik Immanuel Kant (1724-1804) Gottlob Frege (1848-1925) G.W.F. Hegel (1770-1831) Sir Isaak Newton (1642-1726) Bertrand Russell (1872-1970)
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aaron Fellbaum (Autor:in), 2024, Hegel als Vordenker der "Neuen Logik". Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1447168
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Leseprobe aus  18  Seiten
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