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Zur Darstellung des Geschlechterverhältnis in der Novelle ´Wir töten Stella´

Title: Zur Darstellung des Geschlechterverhältnis in der Novelle  ´Wir töten Stella´

Term Paper , 2000 , 23 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Micaela Dück (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Einleitung

Ulrike Vedder schreibt in ihrem Resümee, Marlen Haushofers Novelle Wir töten Stella sei ein „radikale[r] Text (auch) über die Liebe, auch und gerade weil in ihm keine Liebesgeschichte erzählt wird.“(1) Letzteres wird bei der Lektüre schnell ersichtlich. Überhaupt, so scheint es, wird hier nicht nur die Geschichte von Anna und Richard oder von Stella erzählt, hier geht es überdies um das Verhältnis zwischen Mann und Frau im Allgemeinen; mehrfach wird im Text darauf hingedeutet, dass die Hauptprotagonisten Stereotypen sind.
Welcher Art diese Beziehung ist und was sie zusammenhält, wenn schon nicht die Liebe, ist dagegen nicht so offenkundig. Zwar bietet der Text aus der Sichtweise der Ich-Erzählerin Anna einen Blick hinter die Fassade der konservativen Ehe, jedoch stellt ihr Erinnerungsschreiben für sie selbst scheinbar den ersten Versuch dar, Distanz zum Geschehenen zu gewinnen und ihre Gedanken zu ordnen. Je mehr jedoch der Leser versucht, diese „verwirrten
Fäden“ auseinander zu knoten, desto stärker wird er von der Resignation, die aus dieser Darstellung des Geschlechterverhältnis spricht, von jener Radikalität, die Vedder(2) bemerkt, ergriffen.
[...]
_____
1 Vedder S. 144
2 Von der „größten Radikalität“ ist auch bei Venske zu lesen: Stephan, Venske, Weigel (1987), S. 103

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

2.1 DIE FIGURENKONSTELLATION

2.2 DIE LIEBE

2.3 TREUE UND SEXUALITÄT

2.4 KOMMUNIKATION

3 „LETZTLICH IST ES EIN HOHER PREIS“ – FOLGEN DER GESCHLECHTERBEZIEHUNG FÜR DIE FRAU

4 SICHERUNG / FESTIGUNG DES GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

4.1 DIE SCHULD DER FRAUEN AN DER WIEDERHERSTELLUNG DES GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

4.2 DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN ANNA UND WOLFGANG

5 DER EINBRUCH IN DIE GESCHLECHTERORDNUNG

5.1 STELLA ALS DAS ANDERE

5.2 STELLA ALS GRUND FÜR DEN BRUCH ZWISCHEN ANNA UND WOLFGANG

6 SCHLUSS: ÜBER DIE UTOPIE EINER VERÄNDERUNG DES GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Geschlechterverhältnisses in Marlen Haushofers Novelle „Wir töten Stella“. Ziel ist es, die Machtstrukturen, die gegenseitige Abhängigkeit und die psychologischen Folgen innerhalb der konservativen Ehe der Protagonistin Anna zu analysieren, um aufzuzeigen, wie diese Konstellation sowohl Frauen als auch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen systematisch zerstört.

  • Die Analyse der Figurenkonstellation und der zugrunde liegenden Machtdynamiken.
  • Die Untersuchung der Liebesunfähigkeit des Mannes und der damit verbundenen tödlichen Konsequenzen für die Frau.
  • Die Rolle von Kommunikation, Schweigen und gesellschaftlichen Tabus bei der Aufrechterhaltung der Geschlechterordnung.
  • Der Einfluss der Mutter-Sohn-Beziehung und die Bedeutung der Identifikationsfigur Stella als Störfaktor im System.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Figurenkonstellation

Die Geschichte spielt fast ausschließlich in der Familie von Anna und Richard, einem „Ehepaar in mittleren Jahren“, mit dem 15-jährigen Sohn Wolfgang und der Tochter Annette, die ungefähr acht oder neun Jahre alt ist. Bereits im ersten Abschnitt der Novelle wird angedeutet, dass das Verhältnis zwischen den Figuren aus der Reihe fällt, wenn nämlich die Ich-Erzählerin schreibt: „Meine Anwesenheit hätte ihn [Richard] und Annette nur gestört.“

Andererseits hätte „ein Fremder mein Verhältnis zu Wolfgang gestört“. Kurz darauf erklärt sie, dass die Familie in zwei Parteien gespalten ist: Richard und Annette auf der einen Seite, Anna und Wolfgang auf der anderen. Anna liebt ihren Sohn über alles und hängt weitaus mehr an ihm, als es eine gewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung vermuten lässt. Sie genießt nicht nur seine Liebe, Fürsorge und Zärtlichkeit, sondern sie scheint von ihnen abhängig zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die These auf, dass der Text eine radikale Auseinandersetzung mit den stereotypen Geschlechterverhältnissen in einer konservativen Ehe darstellt.

2 DAS GESCHLECHTERVERHÄLTNIS: Dieses Kapitel analysiert die familiäre Konstellation, die Liebesunfähigkeit des Mannes, die Einschränkungen der Sexualität sowie die durch Schweigen geprägte Kommunikation.

3 „LETZTLICH IST ES EIN HOHER PREIS“ – FOLGEN DER GESCHLECHTERBEZIEHUNG FÜR DIE FRAU: Hier werden die verheerenden psychischen und sozialen Konsequenzen der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern für die Frau verdeutlicht.

4 SICHERUNG / FESTIGUNG DES GESCHLECHTERVERHÄLTNIS: Dieses Kapitel beleuchtet, inwiefern Anna durch ihre Feigheit und ihr Nicht-Handeln sowie durch ihre kompensatorische Beziehung zu ihrem Sohn die bestehende Ordnung mit stabilisiert.

5 DER EINBRUCH IN DIE GESCHLECHTERORDNUNG: Untersuchung der Rolle von Stella als „das Andere“, die durch ihre Andersartigkeit die Tabus der Familie bricht und die bisherigen Bindungen in Frage stellt.

6 SCHLUSS: ÜBER DIE UTOPIE EINER VERÄNDERUNG DES GESCHLECHTERVERHÄLTNIS: Die Schlussbetrachtung konstatiert, dass trotz des Bewusstseins über die Unhaltbarkeit der Verhältnisse kaum Hoffnung auf eine Veränderung besteht, da Resignation und gesellschaftliche Zwänge überwiegen.

Schlüsselwörter

Marlen Haushofer, Wir töten Stella, Geschlechterverhältnis, Machtdynamik, Ehe, Liebesunfähigkeit, patriarchale Struktur, Identifikation, Kommunikation, Resignation, Rollenverteilung, psychologische Analyse, Abhängigkeit, gesellschaftliche Tabus, Fremdheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen gesellschaftlicher und familiärer Machtstrukturen auf die Geschlechterbeziehung in Marlen Haushofers Novelle „Wir töten Stella“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Liebesunfähigkeit des Mannes, die psychologische Deformation der Frau durch die Ehe, die zerstörerische Funktion von Schweigen und das Scheitern von individuellen Ausbruchsversuchen.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Frauen in einem starren Geschlechterverhältnis „lebendig begraben“ werden und warum eine Änderung dieser Zustände so schwer zu erreichen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation basiert und durch sekundärliterarische Diskurse zu feministischer Literatur und Geschlechterrollen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Figurenkonstellation, das Machtgefälle, die spezifische Mutter-Sohn-Beziehung als Ersatzkonstrukt sowie den Störeinfluss der Figur Stella auf die konservative Familienordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Geschlechterverhältnis, patriarchale Unterdrückung, Machtdynamik, psychologische Entfremdung und die Analyse von Rollenbildern bei Marlen Haushofer charakterisieren.

Warum stellt Stella für Anna eine so große Gefahr dar?

Stella verkörpert das „Andere“, das nicht in das starre System passt; sie verweigert sich den Regeln und konfrontiert Anna damit, was sie selbst einst war, was die mühsam aufrechterhaltene Lebenslüge der Protagonistin gefährdet.

In welchem Zusammenhang steht Wolfgang zur Ehe seiner Eltern?

Wolfgang fungiert für Anna als lebensnotwendiger „Glücksersatz“ und als Symbol für das Leben, das in der Ehe mit Richard verloren gegangen ist, weshalb sein Verlust das gesamte psychische Gleichgewicht der Mutter erschüttert.

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Details

Title
Zur Darstellung des Geschlechterverhältnis in der Novelle ´Wir töten Stella´
College
University of Cologne  (Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Grade
sehr gut
Author
Micaela Dück (Author)
Publication Year
2000
Pages
23
Catalog Number
V1447
ISBN (eBook)
9783638108911
Language
German
Tags
Marlen Haushofer Stella Geschlechterordnung Rolle der Frau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Micaela Dück (Author), 2000, Zur Darstellung des Geschlechterverhältnis in der Novelle ´Wir töten Stella´, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1447
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