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Die Rekrutierung von Eliten in Politik und Wirtschaft am Beispiel Deutschlands

Title: Die Rekrutierung von Eliten in Politik und Wirtschaft am Beispiel Deutschlands

Bachelor Thesis , 2009 , 57 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sarah Penning (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Wie die Entwicklung des Elitebegriffs in der Wissenschaft verlaufen ist, soll im ersten Teil der vorliegenden Arbeit dargestellt werden. Es werden die klassischen Elitetheorien Paretos (1848 – 1923) und Moscas (1858 – 1941) vorgestellt, die nicht nur die ersten Elitetheorien überhaupt verfassten, sondern mit ihrer Gegenüberstellung von Elite und Masse, wenn auch unabsichtlich eine ideologische Grundlage für den Faschismus lieferten. Somit führen sie zu einem Wandel, insbesondere der deutschen Elitenforschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Nachkriegstheoretiker bestimmen den Elitebegriff völlig neu. Die Elitezugehörigkeit soll nicht mehr durch die soziale Herkunft oder gar die Rasse bestimmt sein, sondern von individueller Leistung abhängig gemacht werden. Jedem Gesellschaftsmitglied soll es prinzipiell möglich sein, in Elitepositionen zu gelangen. In einem demokratischen System handelt es sich zudem um pluralistische, in Konkurrenz zueinander stehende Teileliten, so der neue Denkansatz. Das neue Eliteverständnis geht von leistungsabhängigen Positions- und Leistungseliten aus. Diese Theorie suggeriert die Möglichkeit durch Leistungsbereit-schaft, auch aus unteren Schichten aufsteigen zu können.
Demgegenüber etablierte sich ein kritischer Ansatz der Elitentheorie, dessen Vertreter, im Gegensatz zu den funktionalistischen Elitetheoretikern davon ausgehen, dass die soziale Herkunft nach wie vor einen direkten Einfluss auf die Karrierechancen und damit auf die Möglichkeit in Elitepositionen aufzusteigen hat. Die führende Klasse einer Gesellschaft sei auch in einem demokratischen System in einem hohen Maße kohärent und sozial geschlossen. Beide Ansätze sollen in dieser Arbeit verglichen werden.
Im zweiten großen Abschnitt folgt dann ein Blick in die Realität. Anhand empirischer Daten soll festgestellt werden, wie sich Eliten in Deutschland rekrutieren. Die Wahl fiel hier auf die Sektoren Politik und Wirtschaft, die neben der Wissenschaft, der Justiz, dem Militär und den Medien die wichtigsten Teileliten in Deutschland bilden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. VORGEHENSWEISE UND STRUKTUR DER ARBEIT

2. FORSCHUNGSSTAND

2.1 Die Klassiker der Elitentheorie

2.1.1 Gaetano Mosca

2.1.2 Vilfredo Pareto

2.2 Der Bruch mit den Klassikern – Elitentheorien nach dem Zweiten Weltkrieg

2.2.1 Ralf Dahrendorf – Konkurrierende Führungsgruppen statt einheitlicher Machtelite

2.2.2 Hans Peter Dreitzel – Leistungsqualifikation als entscheidender Rekrutierungsmechanismus

3. DIE AKTUELLE ELITENFORSCHUNG

3.1 Die kritische Elitenforschung

3.2 Pierre Bourdieu: Die Reproduktion der herrschenden Klasse

4. ZWISCHENFAZIT: DER KRITISCHE UND DER FUNKTIONALISTISCHE ANSATZ IM VERGLEICH

5. REKRUTIERUNGSMECHANISMEN VON ELITEN IN DEUTSCHLAND

5.1 Der Forschungsstand der modernen Elitenforschung

5.2 Analyse der Rekrutierung in der Wirtschaftselite

5.3 Analyse der Rekrutierung von Eliten im Sektor Politik

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rekrutierungsmechanismen von Eliten in den Sektoren Politik und Wirtschaft in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Einfluss die soziale Herkunft auf den Aufstieg in Elitepositionen hat und ob sich die Annahmen der funktionalistischen oder der kritischen Elitetheorie empirisch belegen lassen.

  • Vergleich der klassischen Elitentheorien (Mosca, Pareto) mit modernen Ansätzen
  • Analyse der Bedeutung von Bildung und sozialer Herkunft für Karrierewege
  • Gegenüberstellung von funktionalistischen Elitetheorien und Bourdieus Habitustheorie
  • Untersuchung der Rekrutierungspraktiken in der deutschen Wirtschaftselite
  • Untersuchung der Rekrutierungspraktiken im Sektor Politik

Auszug aus dem Buch

3.2 Pierre Bourdieu: Die Reproduktion der herrschenden Klasse

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu (geb. 1930, gest. 2002) analysiert in seinem Werk die gesellschaftlichen Eliten und greift mit seinen Thesen und Untersuchungen den theoretischen Ansatz der leistungsbezogenen Funktionselite an. Anders als Mills legt Bourdieu seinen Fokus auf die Reproduktionsmechanismen der herrschenden Klasse und ist somit von besonderem Interesse für diese Arbeit. Gegenstand seiner Untersuchungen ist in erster Linie das französische Bildungssystem und die Bedeutung von Bildungstiteln bei der Reproduktion der herrschenden Klasse, sowie die Rolle des klassenspezifischen Habitus in diesem Prozess.

In seinen Arbeiten geht der Soziologe von zwei Feststellungen aus. Zum einen, so Bourdieu, hänge die Bildungskarriere einer Person von der sozialen Herkunft ab, zum anderen zwänge der Strukturwandel in der Wirtschaft die herrschende Fraktion der herrschenden Klasse zu einer durchgreifenden Veränderung ihrer Reproduktionsstrategien, die das Gewicht von Bildungsabschlüssen bei der Besetzung von Spitzenpositionen ganz wesentlich erhöhen. Allgemeiner gesprochen will Bourdieu zwei Grundfragen beantworten:

1. „Wie und warum reproduziert sich strukturelle soziale Ungleichheit in der Gesellschaft?“

2. „Wie kommt es zur Anpassung an soziale Bedingungen, die sich fortwährend ändern?“

Zusammenfassung der Kapitel

1. VORGEHENSWEISE UND STRUKTUR DER ARBEIT: Dieses Kapitel erläutert das Ziel der Arbeit, die Bedingungen der Elitenrekrutierung in Politik und Wirtschaft zu bestimmen, und stellt den methodischen Aufbau sowie die zentralen Fragestellungen vor.

2. FORSCHUNGSSTAND: Es erfolgt eine Darstellung der klassischen Elitentheorien von Mosca und Pareto sowie des darauf folgenden Bruchs mit diesen Theorien durch Nachkriegstheoretiker wie Dahrendorf und Dreitzel.

3. DIE AKTUELLE ELITENFORSCHUNG: Dieser Teil befasst sich mit der kritischen Elitenforschung und stellt insbesondere Pierre Bourdieus Theorie der Reproduktion der herrschenden Klasse vor.

4. ZWISCHENFAZIT: DER KRITISCHE UND DER FUNKTIONALISTISCHE ANSATZ IM VERGLEICH: Hier werden die zentralen Annahmen beider Denkrichtungen gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die empirische Analyse zu schärfen.

5. REKRUTIERUNGSMECHANISMEN VON ELITEN IN DEUTSCHLAND: Anhand empirischer Daten aus Studien (z.B. von Michael Hartmann) wird untersucht, wie sich Eliten in der deutschen Wirtschaft und Politik tatsächlich rekrutieren und welchen Stellenwert soziale Herkunft dabei einnimmt.

6. FAZIT: Die Arbeit fasst zusammen, dass die empirischen Ergebnisse den funktionalistischen Ansatz in Frage stellen und soziale Herkunft eine zentrale, wenn auch oft subtile Rolle bei der Elitenrekrutierung spielt.

Schlüsselwörter

Elitenforschung, soziale Herkunft, Rekrutierungsmechanismen, Funktionselite, kritische Elitentheorie, Habitus, soziales Kapital, Bildungsaufstieg, Wirtschaftselite, Politikelite, Leistungsprinzip, soziale Selektion, Bourdieus Habitustheorie, Machtelite, Karrieremuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich Eliten in Deutschland in den Bereichen Politik und Wirtschaft rekrutieren und welche Faktoren den Aufstieg in diese Positionen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Leistungsgesellschaft und sozialer Herkunft, die Entwicklung der Elitentheorien sowie die empirische Analyse von Karrierewegen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bestimmen, ob der Aufstieg in Elitepositionen tatsächlich auf reiner Leistung basiert oder ob die soziale Herkunft eine entscheidende, hindernde oder begünstigende Rolle spielt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Elitentheorien in Kombination mit der Auswertung vorhandener empirischer Studien, insbesondere der Untersuchungen von Michael Hartmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Elitentheorien, vergleicht den funktionalistischen mit dem kritischen Ansatz und untersucht detailliert die empirischen Rekrutierungsdaten der deutschen Politik- und Wirtschaftselite.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Habitus, soziale Selektion, Funktionselite und das Spannungsfeld von Leistung und sozialer Herkunft charakterisiert.

Warum spielt der "Habitus" eine so wichtige Rolle für die Argumentation?

Der Habitusbegriff nach Bourdieu dient dazu, zu erklären, warum auch bei formal gleichen Bildungschancen der Erfolg oft an die soziale Herkunft gebunden bleibt, da bestimmte Verhaltensweisen in der Oberschicht als "natürlich" vorausgesetzt werden.

Inwiefern unterscheiden sich Politik und Wirtschaft in Bezug auf die Elitenrekrutierung?

Die empirische Analyse zeigt, dass die Politik rekrutierungstechnisch offener ist als der Wirtschaftssektor, wo der Einfluss der sozialen Herkunft bei der Besetzung von Spitzenpositionen deutlich stärker ausgeprägt ist.

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Details

Title
Die Rekrutierung von Eliten in Politik und Wirtschaft am Beispiel Deutschlands
College
University of Osnabrück
Grade
1,5
Author
Sarah Penning (Author)
Publication Year
2009
Pages
57
Catalog Number
V144801
ISBN (eBook)
9783640548873
ISBN (Book)
9783640552702
Language
German
Tags
Eliten Elitenrekrutierung Deutschland Politik Wirtschaft Pierre Bourdieu Pareto Mosca Michael Hartmann Dahrendorf Dreitzel Habitus Wirtschaftselite Politikelite Elitenforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Penning (Author), 2009, Die Rekrutierung von Eliten in Politik und Wirtschaft am Beispiel Deutschlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144801
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