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Das kirchenpolitische Wirken Bernhards von Clairvaux anhand des Kirchenstreites von 1130

Titre: Das kirchenpolitische Wirken Bernhards von Clairvaux anhand des Kirchenstreites von 1130

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Michael Gamperl (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Wenn dem durchschnittlich gebildeten Menschen der Name Bernhard von Clairvaux begegnet, wird dieser zumeist mit dem zweiten Kreuzzug in Verbindung gebracht. Natürlich hat jedoch die historische Figur des wohl berühmtesten Zisterziensermönches weit mehr Facetten zu offerieren als nur diese eine. Bereits in jungen Jahren zur Gründung eines eigenen Klosters ausgesandt, war Bernhard schon mit 26 Jahren Abt eines Monasteriums. Bernhard war ein geistiger Vorkämpfer eines neuen Mönchtums, welches sich hauptsächlich asketisch mit sich selbst beschäftigen sollte und sich so oft wie möglich aus allen weltlichen Angelegenheiten heraushalten sollte. Da Bernhard unter seinen Mitbrüdern als doctor mellifluus galt, überrascht es ferner nicht, dass er mit 29 Jahren Vorsteher seines Ordens wurde. Bernhard betätigte sich in vielen Bereichen, beispielsweise in theologischen Kontroversen mit Gelehrten seiner Zeit oder als Unterstützer des Templerordens.
Das Thema dieser Arbeit soll jedoch das kirchenpolitische Wirken von Bernhard von Clairvaux des Kirchenschismas von 1130 beleuchten. Es soll einerseits der tatsächliche Einfluss auf den kirchlichen Richtungsstreit, bar jeder historisch-religiösen Verklärung, aufgezeigt werden und andererseits das zwiespältige Handeln Bernhards vor dem eigenen Anspruch aufgehellt werden. Dies soll sowohl durch eine kritische Betrachtung ausgewählter überlieferter Briefe Bernhards als auch durch seine historische Darstellung bewerkstelligt werden. Die strukturelle Vorgehensweise wird darin bestehen, dass einzelne Aspekte des Kirchenstreites abschnittsweise, vor dem Hintergrund des Wirkens von Bernhard, betrachtet werden. In dieser Arbeit soll weiterhin versucht werden, die ungefähre Chronologie des Schismas und seiner Begleitumstände einzuhalten, was jedoch aufgrund der sich häufig überschneidenden Ereignisse nicht stets in Gänze bewerkstelligt werden kann.
Grundlegende Werke für diese Arbeit sind die Standardwerke von Peter Dinzelbacher und Gert Wendelborn . Weiterhin ist eine Monographie von Michaela Diers zu nennen, welche sich mit Bernhards chamäleonhaften Wesen auseinandersetzt. Außerdem sind die überlieferten Quellen von Bernhard von Clairvaux, die von Gerhard B. Winkler editiert worden sind , anzuführen. Zu der sich mit Bernhard befassenden Literatur ist ergänzend zu sagen, dass gerade ältere Werke durchweg in positiven Tönen gehalten sind. Das Religiöse wird allgemein weniger in Frage gestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kirchenstreit von 1130

3. Die Kommunikationswege Bernhards

4. Der Beginn des Schismas

5. Aquitanien und Gerhard von Angoulême

6. Die erste Italienreise und der Streit zwischen Pisa und Genua

7. Ein örtlich begrenztes Schisma in Tours

8. Vorbereitung eines zweiten Italienfeldzuges

9. Das Konzil zu Pisa

10. Das streitbare Mailand

11. Dritte Italienreise

12. Heimkehr

13. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das kirchenpolitische Wirken von Bernhard von Clairvaux während des Kirchenschismas von 1130, mit dem Ziel, seinen tatsächlichen Einfluss auf den kirchlichen Richtungsstreit objektiv zu bewerten und den Widerspruch zwischen seinem monastischen Anspruch und seinem realen politischen Handeln zu beleuchten.

  • Kirchenpolitisches Handeln von Bernhard von Clairvaux
  • Rolle der Kommunikation und Korrespondenz im Mittelalter
  • Einfluss auf den kirchlichen Richtungsstreit und die Stärkung von Innozenz II.
  • Konflikt zwischen mönchischem Anspruch und politischer Realität
  • Analyse der historischen Rezeption und quellenkritische Betrachtung

Auszug aus dem Buch

4. Der Beginn des Schismas

Die anfängliche Stimmungslage Bernhards nach dem Bekanntwerden des Schismas scheint nicht überliefert zu sein. Bernhard hat später drei Gründe für seine Parteinahme für Innozenz genannt: Die zeitlich zuerst erfolgte Wahl, der bessere Lebenslauf und die richtige Wählergruppe hätten ihn zur Unterstützung Innozenz´ bewogen. Ob dies seine wahrhaften Gründe waren bleibt jedoch anzuzweifeln, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der neue Papst Bernhard wahrscheinlich nicht persönlich bekannt war. Bernhards erstmaliges Eintreten für Innozenz war nach der Synode von Étampes zu verzeichnen. Nachdem Innozenz die Flucht aus Rom nach Frankreich ergriffen hatte, wurde diese Synode durch den französischen König ausgerufen, um sich für einen Papst auszusprechen. Die Entscheidung fiel zugunsten Innozenz´. Inwiefern Bernhard hierbei seinen Einfluss geltend machte bleibt umstritten: So ist bei Leclercq zu lesen, dass die Entscheidung der Versammlung pro Innozenz hauptsächlich auf die Parteinahme einiger Benediktiner, wie Petrus Venerabilis, zurückzuführen ist, wo hingegen Dinzelbacher eine pathetische Rede Bernhards pro Innozenz als entscheidendes Momentum hervorhebt. Nach der Synode ist der Beginn der regen Propagandatätigkeit Bernhards festzustellen. Beispielsweise fordert er in einem Brief an den Erzbischof von Tours, Hildebert, selbigen auf Innozenz als Papst anzuerkennen. Wer ein Gegner Innozenz´ sei, „[…] ist entweder ein Freund des Antichrist oder der Antichrist.“ Weiterhin soll Hildebert durch eine Aufzählung, welche bedeutenden Völker und Männer bereits auf der Seite Innozenz´ stünden, für das Anliegen Bernhards gewonnen werden. Dieser und andere Faktoren wären aber noch durch den einwandfreien Charakter des neuen Papstes übertroffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung von Bernhard von Clairvaux und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich seines politischen Wirkens während des Schismas.

2. Der Kirchenstreit von 1130: Darstellung der Ursachen des Schismas zwischen Innozenz II. und Anaklet II. sowie die unterschiedlichen kirchenpolitischen Auffassungen der jeweiligen Wählergruppen.

3. Die Kommunikationswege Bernhards: Analyse der Bedeutung von Briefen und der Rolle von Sekretären und Boten als zentrale Kommunikationsmittel für das Wirken Bernhards.

4. Der Beginn des Schismas: Erörterung der Parteinahme Bernhards für Innozenz II. und der beginnenden Propagandatätigkeit im Anschluss an die Synode von Étampes.

5. Aquitanien und Gerhard von Angoulême: Untersuchung von Bernhards Bemühungen, den aquitanischen Bischof Gerhard von Angoulême und den Fürsten Wilhelm von Poitiers von der Unterstützung Anaklets abzubringen.

6. Die erste Italienreise und der Streit zwischen Pisa und Genua: Beschreibung der Vermittlertätigkeit Bernhards zwischen den rivalisierenden Städten und der Festigung der Unterstützung für Innozenz II.

7. Ein örtlich begrenztes Schisma in Tours: Darstellung von Bernhards Rolle als Schiedsrichter bei einer strittigen Bischofswahl und der dabei auftretenden moralisch-politischen Interessenkonflikte.

8. Vorbereitung eines zweiten Italienfeldzuges: Analyse von Bernhards diplomatischem Engagement bei deutschen Fürsten und dem Kaiser zur Herstellung militärischer Unterstützung für den Papst.

9. Das Konzil zu Pisa: Erläuterung der kirchenpolitischen Ziele und diplomatischen Druckmittel Bernhards gegenüber dem französischen König zur Vorbereitung des Konzils.

10. Das streitbare Mailand: Untersuchung der erfolgreichen Mission Bernhards, die Stadt Mailand als Zentrum des Schismas zur Unterstützung für Innozenz II. zu bewegen.

11. Dritte Italienreise: Bericht über Bernhards Rolle als Friedensstifter und Verhandlungsführer am päpstlichen Hof bei der Eroberung Süditaliens.

12. Heimkehr: Reflexion über das Ende des Schismas, die Feierlichkeiten in Rom und Bernhards Rückkehr in seine Abtei.

13. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung von Bernhards tatsächlichem politischen Einfluss, seinem rhetorischen Geschick und der kritischen Reflexion seines monastischen Selbstverständnisses.

Schlüsselwörter

Bernhard von Clairvaux, Kirchenschisma 1130, Innozenz II., Anaklet II., Kirchenpolitik, Zisterzienser, Papsttum, Mittelalterliche Geschichte, Diplomatie, Briefkultur, Religiöse Reform, Rom, Italienfeldzug, Machtstrukturen, Mittelalterliche Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das politische und kirchenpolitische Wirken des Zisterzienserabtes Bernhard von Clairvaux während des Kirchenschismas von 1130 bis 1138.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Bernhards Einfluss auf die kirchliche Anerkennung von Papst Innozenz II., seine diplomatischen Aktivitäten in Europa und Italien sowie die Diskrepanz zwischen seinem asketischen Anspruch und seinem politischen Engagement.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine kritische, quellenbasierte Bewertung des tatsächlichen Einflusses von Bernhard von Clairvaux auf den Ausgang des Kirchenschismas, fernab von religiöser Verklärung.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle, chronologische Analyse unter Einbeziehung von Originalquellen (Briefen) sowie einer kritischen Gegenüberstellung der Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich abschnittsweise mit spezifischen Ereignissen des Schismas, wie etwa die Rolle Bernhards in Aquitanien, seine Italienreisen, seine Vermittlung in Mailand und Tours sowie seine diplomatischen Verhandlungen mit europäischen Monarchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bernhard von Clairvaux, Kirchenschisma 1130, Innozenz II., politische Vermittlung, zisterziensisches Mönchtum und historische Quellenkritik charakterisieren.

Wie bewertet die Arbeit Bernhards Rolle als politischer Akteur?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Bernhard eine zentrale und herausragende Rolle einnahm, die über die eines bloßen Mönchs hinausging und ihn teilweise wie einen heutigen politischen Berater agieren ließ, wenngleich sein Einfluss nicht grenzenlos war.

Wie erklärt die Arbeit Bernhards persönlichen Zwiespalt?

Bernhard wird als ein Mensch dargestellt, der sich des Widerspruchs zwischen seinem monastischen Anspruch auf Einkehr und seinem realen politischen Alltag bewusst war, was sich in der emotionalen Zerrissenheit mancher seiner Briefe widerspiegelt.

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Résumé des informations

Titre
Das kirchenpolitische Wirken Bernhards von Clairvaux anhand des Kirchenstreites von 1130
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Note
1,3
Auteur
Michael Gamperl (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
23
N° de catalogue
V144881
ISBN (ebook)
9783640537426
ISBN (Livre)
9783640537136
Langue
allemand
mots-clé
Bernhard von Clairvaux Anaklet Kirchenstreit Kirchenschisma 1130 Gegenpapst
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Gamperl (Auteur), 2008, Das kirchenpolitische Wirken Bernhards von Clairvaux anhand des Kirchenstreites von 1130, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144881
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Extrait de  23  pages
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