Arten von Bonitäts-Ratings und deren Verlässlichkeit als Instrumente zur Kreditvergabe und -überwachung


Seminararbeit, 2001

20 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Einführung

3. Bonitäts-Rating
3.1. Definition
3.1.1. Externe Ratings
3.1.2. Interne Ratings
3.2. Ziele und Funktionen von Bonitäts-Rating Systemen
3.3. Rating Skala

4. Ratingverfahren
4.1. Anforderungen
4.2. Aufbau und Entwicklung
4.3. Methoden
4.3.1. Punktbewertungsverfahren
4.3.2. Diskriminanzanalyse
4.3.3. Lineare Regression
4.3.4. Expertensysteme
4.3.5. Neuronale Netze
4.3.6. Fuzzy Logic
4.4. Beurteilung der Ansätze
4.5. Stärken und Schwächen von Bonitäts Ratings
4.6. Trends

5. Schlussfolgerungen

6. Literaturverzeichnis

2. Einführung

Ziel dieser dieser Arbeit ist die Arten von Bonitätsratings, die Kreditinstituten zum Einsatz kommen zu beschreiben und zu erklären, ob und in wie weit sie verlässliche Instrumente zur Kreditvergabe, bzw. Kreditüberwachung dartestellen, bzw. Darstellen können.

Als erstes wird ein Versuch unternommen Rating zu definieren, dessen Ziele und Funktionen darzustellen, sowie Rating Skalen zu erklären. Im weiteren werden Anforderungen, die an ein modernes und effektives Ratingverfahren gestellt werden, erläutert.

Den Hauptbestandteil der Arbeit bildet eine Darstellung der üblichen Methoden die in Ratingverfahren eingesetzt werden. Im nachhinein wird ein einfaches Modell zur Beurteilung der einzelnen Ansätze und die zukünftigen Trends in der Entwicklung der Verfahren, beschrieben.

3. Bonitäts-Rating

3.1. Definition

Bonitäts-Ratings (im folgenden nur als Ratings bezeichnet) sind Instrumente zur Beurteilung der Bonität und Schuldendienstkapazität von Kreditnehmern. Ähnlich einer Benotung, nach der (potenzielle) Schuldner klassifiziert werden, wird dabei die Ableitung einer standarisierten, objektiven, aktuellen, nachvollzierbaren und skalierten Risiko-Kennzahl angestrebt[1]. Sowohl das Verfahren als auch das Endergebnis, werden als Rating bezeichnet. Statistisch gesehen, ist ein Rating das Abbild der Ausfallwarscheinlichkeit eines Kunden, welches von einer Reihe von mehreren qualitativen und quantitativen Merkmalen abhängt, die im Rahmen einer Kreditanalyse beurteilt werden. Kunden sind in diesem Fall nicht natürliche Personen (Kapitalgesellschaften, Staaten, Körperschaften). Im Privatkundengeschäft wird der Begriff Scoring verwendet.

3.1.1. Externe Ratings

In Abhängigkeit davon, wer das Rating durchführt, werden Externe und Interne Ratings unterschieden. Externe Ratings werden auf Initiative des analysierten Unternehmens durch Rating-Agenturen erstellt. Die bekanntesten Anbieter sind Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch IBCA. Seit einiger Zeit sind auch Deutsche Rating Agenturen tätig. Zu den wichtigsten zählen Creditreform-Rating, EuroRatings, Hermes Rating, und R@S-Rating.. Bei ihren Analysen betrachten die Rating Agenturen die Unternehmen nicht nur von außen, sondern führen gleichfalls Prüfungen in den Betrieben durch. Externe Ratings werden häufig, jedoch nicht immer, publiziert; dies liegt im Ermessen des bewerteten Unternehmens. Bei Veröffentlichung des Ratings kann die Bewertung als Bonitätssignal für den Markt verwendet werden, z. B.

- bei Kreditverhandlungen mit Kreditinstituten
- bei Anleiheemissionen,
- bei Aktienemissionen oder auch
- als Gütesiegel im B2B- oder B2C-Geschäft.

Kreditinstitute verwenden externe Ratings oft als Benchmarks zu ihren eigenen, internen Analysen und Rating Verfahren.

3.1.2. Interne Ratings

Im Gegensatz zum Externen geht beim Internen Rating die Initiative zur Beurteilung der Unternehmen (und damit der auch der Kreditrisiken) vom Kreditinstitut aus.Viele Banken verwenden bei der Prüfung von Kreditrisiken eigene Rating-Verfahren, deren Resultate in der Regel nicht veröffentlicht werden. Die Rating-Systeme werden bankspezifisch entwickelt und eingesetzt, da die Kreditinstitute davon ausgehen, dass ein Monitoring-System individuell auf die Bank und deren Risikostrategie, Größe und Komplexität, auf die Marktaktivitäten und folglich auch auf die Kundenstrukturen abgestimmt sein muss. Außerdem bringt jede Bank ihre Insiderinformationen über die Kunden ein.

Die zum teil komplexe Analyseverfahren der Kreditinstitute, werden oft aus Wettbewerbsgründen nicht veröffentlicht, da sie im Aufbau einen erheblichen Aufwand darstellen. Deshalb ist die Frage nach Stärken und Schwächen von solchen Verfahren wie sie in der Praxis verwendet werden, nur schwer zu beantworten.

3.2. Ziele und Funktionen von Bonitäts-Rating Systemen

Mit dem Aufbau einem Rating-Systems in einem Kreditinstitut werden mehrere Ziele verfolgt. Zu einem wird eine klare und umfangreiche Klassifizierung des Value at Risk eines Kreditgeschäfts angestrebt. Bei der Kreditüberwachung sollen Ratings dazu dienen, veränderte Risikostrukturen und -situationen rechtzeitig zu signalisieren um damit eine Verbesserung der Kreditüberwachung zu erzielen. Dabei können Anhand von Ratings Massnahmen und Vorgehensweisen im Falle von Änderungen erarbeitet werden[2].

Um die Preiskalkulation (risk based pricing) zu verbessern, sollten die Risikoklassen mit tatsächlich eingetretenen Ausfällen verbunden werden. Rating sollten auch dazu beitragen, dass Kreditentscheidungen objektiv, nachvollzierbar und mittels konkreter und einheitlicher Bonitätsaussagen getätigt werden[3].

Im Kreditgenerierungs- und Überwachungsprozess nimmt das Interne Rating eine zentrale Funktion ein. Die Resultate der Ratings werden aber auch in anderen Bankbereichen genutzt[4], so vor allem:

- beim Risiko-Management/Portfolio-Management,
- bei der Gesamtbanksteuerung,
- beim Management Reporting,
- bei der Verbriefung von Krediten (Securitisation)
- Enlohnung der Relationship Manager

3.3. Rating Skala

Die Rating-Agenturen verwenden Buchstabenkombinationen oder Buchstaben/Zahlen-Kombinationen als Rating Notation. Eine nichtnumerische Notation weist u.a. den großen Vorteil auf, dass nicht unmittelbar mit den Rating-Noten gerechnet wird. Das Rechnen mit Rating-Noten birgt den Nachteil, dass bei numerischen Notenskalen die Abstände zwischen den Rating-Werten nicht den Abständen der zugrunde liegenden Ausfallwahrscheinlichkeiten entsprechen; eine entsprechende Gewichtung ist erforderlich.

[...]


[1] vgl. Füser (2001a), S. 37

[2] vgl. o.V. (GOE, 2001), S.1

[3] vgl. Grunwald (2001), S. 138

[4] vgl. o.V. (Basel 2000), S.33-35

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Arten von Bonitäts-Ratings und deren Verlässlichkeit als Instrumente zur Kreditvergabe und -überwachung
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien  (Institut für Kreditwirtschaft)
Veranstaltung
Seminar Bankbetriebslehre - Kreditrisikomanagement
Note
1.0
Autor
Jahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V1449
ISBN (eBook)
9783638108928
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit über neue Methoden von Bonitätsratings und deren Verwendung als Instrumente zur Kreditvergabe und -Überwachung
Schlagworte
Riskmanagement, Kredit, Bonität, Ranking. Scoring, Moody s, Kreditrisiko, Kreditrisikomanagement
Arbeit zitieren
Wojciech Pobratyn (Autor:in), 2001, Arten von Bonitäts-Ratings und deren Verlässlichkeit als Instrumente zur Kreditvergabe und -überwachung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449

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