Eignet sich autogenes Training zur Behandlung von Burnout in der ambulanten Psychotherapie?
Die Techniker Krankenkasse (2016) berichtet in ihrer Stressstudie, dass Krankenkassen einen Anstieg stressbedingter Fehlzeiten bei den Krankschreibungen melden. Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland hatte in den letzten drei Jahren seelische Beschwerden wie Depression, Burnout oder Angststörung. Die Studie zeigte, dass es einen Zusammenhang von Stress und seelischer Gesundheit gibt. 48 % der Menschen die häufig gestresst sind hatten in den vergangenen drei Jahren psychische Probleme. Von den manchmal Gestressten lediglich 16 % und von den selten und nie gestressten nur 9 % (Techniker Krankenkasse, 2016). Entspannungsverfahren sind als Primärprävention hilfreich, um Symptome vorzubeugen (Hartmann-Strauss, 2020). Aber kommen sie auch als wirksame Ergänzung während einer ambulanten Psychotherapie infrage?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Autogenes Training und Burnout
1.1 Autogenes Training
1.1.1 Definition und Entwicklung
1.1.2 Durchführung
1.1.3 Grundübungen
1.2 Burnout
1.2.1 Definition
1.2.2 Symptomatik
1.3 Wirksamkeit autogenes Training bei Burnout
2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern autogenes Training als wirksame ergänzende Interventionsmethode zur Behandlung des Burnout-Syndroms im Rahmen der ambulanten Psychotherapie eingesetzt werden kann.
- Grundlagen des autogenen Trainings und seine Entstehung
- Definition, Symptomatik und psychologische Einordnung von Burnout
- Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit entspannungstherapeutischer Ansätze
- Methodische Anwendung von Entspannungstechniken bei klinischer Stressbelastung
- Interdisziplinäre Bedeutung der Burnout-Prävention im Arbeitskontext
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Definition und Entwicklung
Das autogene Training wurde in den 1920er Jahren von dem Berliner Nervenarzt J. H. Schultz (1884–1970) ins Leben gerufen. Durch seine Feststellung, dass seine Patienten sich nach einigen Hypnosesitzungen selbst in einen hypnotischen Zustand bringen konnten, ohne dass ein Hypnotiseur beteiligt war, brachte ihn dazu das autogene Training zu entwickeln. Die Probanden fühlten sich nach einer solchen „autohypnotischen Ruhe“ erfrischt. Sie berichteten über nachlassende Erschöpfung und eine Verbesserung oder gar das Verschwinden von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Verspannungen (Vaitl, 2020, S. 65). Unter autogenem Training wird also eine konzentrative Selbstentspannung verstanden, dessen Wurzeln der Hypnose entstammen (Ruhl et al., 2011, S.596). Wie der Begriff „Training“ andeutet, handelt es sich um ein übendes Verfahren. Es muss über längere Zeit unter Anleitung durchgeführt werden damit es die Teilnehmer eigenständig durchführen können und die gewünschten Effekte auftreten. Menschen versetzen sich also durch Selbstsuggestionen selbst in einen hypnotischen Zustand, ohne dass eine Fremdsuggestionen durch einen Hypnotiseur notwendig ist (Vaitl, 2020, S. 65).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet die steigende Prävalenz von stressbedingten psychischen Erkrankungen in Deutschland und führt in die Relevanz von Burnout als arbeitsbezogenes Phänomen ein.
1 Autogenes Training und Burnout: Hier werden theoretische Grundlagen des autogenen Trainings sowie die Definition und Symptomatik von Burnout detailliert dargelegt.
1.1 Autogenes Training: Dieses Kapitel beschreibt das autogene Training als Entspannungsverfahren und dessen Verankerung in klinischen Bereichen.
1.1.1 Definition und Entwicklung: Hier wird die historische Entstehung des autogenen Trainings durch J. H. Schultz sowie das Verständnis als konzentrative Selbstentspannung erläutert.
1.1.2 Durchführung: Dieses Kapitel erläutert den formelhaften Charakter der Instruktionen und die sechs Grundübungen des autogenen Trainings.
1.1.3 Grundübungen: Hier werden der Aufbau der Übungsphasen sowie die Bedeutung des Rundgesprächs und gruppendynamischer Aspekte behandelt.
1.2 Burnout: Dieses Kapitel charakterisiert Burnout als Risikozustand bei andauernder Stressbelastung und geht auf die Ursachen im Berufs- und Privatleben ein.
1.2.1 Definition: Hier wird das Burnout-Syndrom gemäß der ICD-11 als berufliches Phänomen definiert, das durch Energieerschöpfung, mentale Distanz und Ineffektivität gekennzeichnet ist.
1.2.2 Symptomatik: In diesem Kapitel werden die vielfältigen Symptome von Burnout in psychische, körperliche, kognitive und verhaltensbezogene Kategorien eingeteilt.
1.3 Wirksamkeit autogenes Training bei Burnout: Hier wird die wissenschaftliche Studienlage zur Effektivität des autogenen Trainings bei Burnout und zur Stressreduktion analysiert.
2 Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Eignung des autogenen Trainings als mehrdimensionale, ergänzende Therapieform und fordert eine verstärkte Implementierung in der Prävention.
Schlüsselwörter
Autogenes Training, Burnout, Stressbewältigung, Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Arbeitswelt, Prävention, psychische Gesundheit, Selbstinstruktion, klinische Psychologie, Rehabilitation, Symptomatik, Interventionsprogramm, Stressfaktoren, Krankenkassen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von autogenem Training als komplementäre Methode zur Behandlung des Burnout-Syndroms im ambulanten psychotherapeutischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Entspannungstrainings, die klinische Symptomatik von Burnout sowie die Wirksamkeitsprüfung dieser Methode anhand wissenschaftlicher Studien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob sich autogenes Training als wirksame Maßnahme eignet, um Burnout-Symptome bei Patienten in der ambulanten Psychotherapie zu lindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung nationaler sowie internationaler Studien zur Wirkung von Entspannungsmethoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entspannungsmethode selbst sowie eine tiefgehende Analyse von Burnout als arbeitspsychologisches Phänomen und dessen Behandlungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Autogenes Training, Burnout, Stressbewältigung, Prävention und Psychotherapie maßgeblich geprägt.
Warum wird Burnout heute oft als "berufliches Phänomen" und nicht als Krankheit bezeichnet?
Gemäß der aktuellen ICD-11 Klassifikation der WHO wird Burnout explizit als Syndrom aufgrund nicht erfolgreich bewältigten chronischen arbeitsplatzbezogenen Stresses eingestuft.
Welche Rolle spielt die Gruppendynamik beim autogenen Training?
Das Training wird häufig in Gruppen durchgeführt, da der Austausch über Erfahrungen und der gemeinsame Abbau von Befürchtungen motivierend auf die Teilnehmenden wirkt.
Warum ist eine Differentialdiagnose bei Burnout unerlässlich?
Da viele Burnout-Symptome unspezifisch sind, muss ausgeschlossen werden, dass andere psychiatrische oder internistische Erkrankungen vorliegen, um eine unkritische Verwendung des Begriffs zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- J. A. Klinke (Autor:in), 2021, Anwendung von autogenem Training zur Behandlung von Burnout in der ambulanten Psychotherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449026