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Humor und Klatsch. Dichotome Strukturen im sozialen und individuellen Kontext

Titel: Humor und Klatsch. Dichotome Strukturen im sozialen und individuellen Kontext

Hausarbeit , 2021 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit sollen die Überschneidungen von Klatsch und Humor hinsichtlich des sozialen und individuellen Kontextes herausgearbeitet werden, um so die Funktionsweise sowie die konstitutiven Bedingungen transparent erscheinen zu lassen.
Dafür wird zunächst der Forschungsstand der linguistischen Humorforschung reflektiert und in die Fragestellung dieser Arbeit eingeordnet sowie eine Begriffsdefinition von Klatsch bemüht. Anschließend werden zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Klatsch und Humor herausgearbeitet, die Aufschluss über konstitutive soziale und individuelle Kontexte, Bedingungen, Funktionsweisen und Effekte geben. Abschließend sollen charakteristische Eigenschaften von Klatsch auf die vier Maxime des Giceschen Kooperationsprinzips angewendet werden, um zu überprüfen, ob – wie bei Humor – Maxime verletzt werden und somit die dichotome Struktur von Klatsch und Humor in einem weiteren Punkt bestärkt wird und ferner die Gegenüberstellung einen legitimen Vorgang darstellt.

Bekanntlich variiert der Sinn für Humor oder für das, was als witzig empfunden wird, stark. So finden Kinder meist andere Witze lustig als Erwachsene. Auch interkulturell oder durch unterschiedliche religiöse Überzeugungen können Witze oder Humor vollkommen anders interpretiert werden, wie es bspw. die drastischen Reaktionen bzgl. der Karikaturen der französischen Satirezeitschrift ‚Charlie Hebdo‘ zeigen.
Es scheint also ein gewisser sozialer Kontext sowie die individuelle Konstitution einer Person in entscheidendem Maße dazu beizutragen, was als witzig empfunden wird und was nicht.
Hinsichtlich des sozialen Kontextes verweist Tony Veale auf Parallelen zwischen Humor und Klatschkonversationen, führt diese Überlegungen jedoch noch nicht differenziert genug aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Humor und Klatsch

2.1. Reflexive Betrachtung linguistischer Humorforschung

2.2. Begriffsdefinition Klatsch

3. Dichotome Strukturen von Humor und Klatsch

3.1. Zentrale Unterscheidungskriterien

3.2. Gesellschaftliche Resonanz

3.3. Genese

3.4. Sozialer Kontext

3.5. Individueller und emotionaler Kontext

4. Grices Kooperationsprinzip und Klatsch

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und funktionalen Überschneidungen von Humor und Klatsch. Ziel ist es, deren konstitutive Bedingungen sowie deren Wirkung auf den sozialen und individuellen Kontext durch eine linguistische Analyse transparent zu machen.

  • Vergleichende Analyse von Humor- und Klatschkonversationen
  • Reflexion linguistischer Humortheorien (SSTH, GTVH)
  • Untersuchung der sozialen Funktionen, wie In-Group-Abgrenzung und Moralaushandlung
  • Anwendung von Grices Kooperationsprinzip zur Überprüfung von Kommunikationsmustern

Auszug aus dem Buch

3. Dichotome Strukturen von Humor und Klatsch

Die wohl entscheidendsten Unterschiede zwischen Humor und Klatsch bestehen darin, dass in einer humoristischen Konversation oder bei der Erzählung eines Witzes ein Lachen als Endresultat gewünscht ist, welches nicht selten durch eine Inkongruenz hervorgerufen wird. (Tuschling [2009] 2015: 121) In einer Klatschunterhaltung hingegen steht die moralische Bewertung des Inhalts im Vordergrund sowie mindestens ein Klatschobjekt, welchem nur durch eine natürliche Person entsprochen werden kann. Inkongruenz oder ein abschließendes Lachen spielt eine marginale, wenn nicht gar eine unerhebliche Rolle. (Tuschling [2009] 2015: 128)

Zwar kann es auch im Zuge einer Klatschunterhaltung zu Formen des Lachens, Lächelns, Grienens oder der Häme kommen, diese Reaktionen sind jedoch nicht vergleichbar mit dem charakteristischen explosiven Witzlachen. Darüber hinaus signalisiert Gelächter kein Ende der Klatschunterhaltung, wie beim Witz, sondern im Gegenteil die Fortsetzung des Erzählten. (Tuschling [2009] 2015: 121)

Von diesen wohl charakteristischsten Eigenschaften abgesehen, weisen Humor und Klatsch eine essenzielle Häufung von sich gleichenden oder ähnlichen Eigenschaften auf, den sozialen und individuellen Kontext betreffend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Forschungsabsicht, die Überschneidungen von Klatsch und Humor zu analysieren, und ordnet das Thema in den Kontext der linguistischen Humorforschung ein.

2. Humor und Klatsch: Dieses Kapitel reflektiert bestehende linguistische Humortheorien und liefert eine präzise Begriffsdefinition von Klatsch als Form des sozialen Informationsaustausches.

3. Dichotome Strukturen von Humor und Klatsch: Das Hauptkapitel arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bereichen wie Resonanz, Genese, sozialem Kontext sowie individueller und emotionaler Bedingtheit heraus.

4. Grices Kooperationsprinzip und Klatsch: Hier wird geprüft, inwiefern die Eigenschaften von Klatsch zu einer Verletzung oder Ausbeutung der Griceschen Konversationsmaximen führen.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die eine enge strukturelle Verwandtschaft von Humor und Klatsch als Instrumente der sozialen Moralaushandlung bestätigt.

Schlüsselwörter

Humor, Klatsch, Linguistik, Konversationsanalyse, Kooperationsprinzip, Moralaushandlung, In-Group, Egalisierungseffekt, Sozialer Kontext, Witz, Kommunikation, Subversion, Inkongruenz, Emotion, Triade

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die linguistischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Humor und Klatsch, um deren soziale Funktionen besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Humortheorie, die Konversationsanalyse, das Verhalten von sozialen Gruppen und die Anwendung auf Grices Konversationsmaximen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Klatsch und Humor als Instrumente der sozialen Moralaushandlung und In-Group-Abgrenzung transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse und vergleichende Betrachtung angewandt, ergänzt durch die Anwendung des Griceschen Kooperationsprinzips auf Klatschmerkmale.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den dichotomen Strukturen, der gesellschaftlichen Resonanz und den sozialen beziehungsweise emotionalen Faktoren beider Formen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichsten Begriffe sind Humor, Klatsch, Moralaushandlung, In-Group-Abgrenzung und Kooperationsprinzip.

Warum spielt die Gricesche Theorie eine so wichtige Rolle?

Die Theorie dient als methodisches Instrument, um zu belegen, dass beide Kommunikationsformen durch die bewusste Ausbeutung oder Verletzung von Konversationsregeln funktionieren.

Was ist der sogenannte Egalisierungseffekt?

Dabei handelt es sich um eine Gleichstellung von Produzent und Rezipient durch eine stille Übereinkunft oder ein geteiltes Wissen in der Kommunikation.

Können Tiere oder Gegenstände Klatschobjekte sein?

Nein, laut Definition und der Struktur der Klatschtriade müssen alle drei Parteien – Produzent, Rezipient und Objekt – natürliche Personen sein.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Humor und Klatsch. Dichotome Strukturen im sozialen und individuellen Kontext
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1449039
ISBN (PDF)
9783963556869
ISBN (Buch)
9783963556876
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Humor, Klatsch, Gossip, Sprachwissenschaften, Pragmatik, Witz, Anthropologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Humor und Klatsch. Dichotome Strukturen im sozialen und individuellen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449039
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Leseprobe aus  16  Seiten
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