Diese Hausarbeit widmet sich dem Thema "Lebensborn e.V." im Kontext seiner sozialen und ideologischen Hintergründe im Nationalsozialismus. Zeitzeugen, wie beispielsweise die Ehefrau von Gregor Ebner, dem damaligen Leiter des Gesundheitswesens von Lebensborn, bezeichnete die Heime als "schöne Einrichtung" und gab an, dass man dort Mütter und Kinder unterstützte.
Es wird der Fragestellung nachgegangen, welche fürsorgliche Aufgabe der Verein im Nationalsozialismus für Mütter und Kinder hatte. Mithilfe von verschiedener Fachliteratur und Recherche im Internet wird dem nachgegangen. Kapitel 2 behandelt die Gründung des Vereins und zeigt seine Aufnahmekriterien auf. Im darauffolgenden Kapitel wird auf die Organisation und Struktur der Heime eingegangen. Ebenfalls wird aufgezeigt, welche Unterstützungen für verheiratetet und unverheiratete Mütter angeboten wurden und in dem Kontext der Unterstützung die Geheimhaltung thematisiert. Das darauffolgende Kapitel behandelt die Kinder, die für den Lebensborn "Mittel zum Zweck waren". Aufgrund der begrenzten Länge dieser Hausarbeit, wird das Thema Kinder in diesem Kapitel auf Kinder aus Polen und Kriegswaisen begrenzt, und ein Einblick in die Relevanz für Lebensborn aufgezeigt. Im letzten Kapitel folgt eine Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER LEBENSBORN E.V.
2.1 GRÜNDUNG
2.2 AUFNAHMEKRITERIEN
3. LEBENSBORN – EINE FÜRSORGEEINRICHTUNG DER NS
3.1 ORGANISATION UND STRUKTUR
3.2 UNTERSTÜTZUNG FÜR VERHEIRATETE FRAUEN
3.3 UNTERSTÜTZUNG FÜR UNVERHEIRATETE FRAUEN UND DEREN KINDER
3.4 DIE GEHEIMHALTUNG
4. LEBENSBORN UND DIE „WERTVOLLEN“ KINDER
4.1 GERAUBTE KINDER AUS POLEN
4.2 DEUTSCHE KRIEGSWAISEN
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle des Vereins Lebensborn e.V. innerhalb der nationalsozialistischen Sozial- und Rassenpolitik. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, welche fürsorglichen Ziele der Verein tatsächlich verfolgte und inwieweit diese als Deckmantel für ideologische Selektion und die Förderung der sogenannten „arischen“ Rasse dienten.
- Gründungsgeschichte und ideologische Ausrichtung des Lebensborn e.V.
- Strukturen der Fürsorge für Mütter und Kinder im Nationalsozialismus
- Die selektive Natur der Betreuung basierend auf Rassemerkmalen
- Methoden der „Germanisierung“ durch das Verschleppen von Kindern
Auszug aus dem Buch
3.1 Organisation und Struktur
Die Lebensborn Entbindungsheime wurden von einem Arzt der SS geleitet. Der ortsansässige Kinderarzt war für die Versorgung der Kinder im Heim zuständig (vgl. ebd. S.60). Frauen und Kinder erhielten Betreuung durch Kranken- und Kinderschwestern in den Heimen. Organisatorisch achtete der Verein darauf, seine Fürsorge den Kindern gegenüber gegenüber mit einfließen zu lassen, indem er Mütter und Kinder räumlich trennte. Die Mütter konnten ihren Alltag in den verschiedenen Räumlichkeiten verbringen, während Säuglinge in einem Saal untergebracht und betreut wurden, und die größeren Kinder im Kindergarten verblieben (vgl. Bryant, 2011, S. 116-117).
Der Tagesablauf war für Mütter und Kinder fest strukturiert. Mahlzeiten wurden gemeinsam und in festgelegter Sitzordnung eingenommen. Kinder waren von den Müttern getrennt und bekamen ihre Mahlzeit in einem separaten Essensraum. Das Essen war für damalige Verhältnisse reichhaltig und ausgewogen (vgl. Schmitz-Köster, 2010, S. 150).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung legt den Fokus auf die rassenideologische Bedeutung des Lebensborn e.V. und definiert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. DER LEBENSBORN E.V.: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des Vereins im Jahr 1935 unter SS-Führung sowie die Aufnahmevoraussetzungen für die betreuten Frauen.
3. LEBENSBORN – EINE FÜRSORGEEINRICHTUNG DER NS: Das Kapitel analysiert die interne Struktur der Heime, die gezielte Unterstützung nach rassistischen Kriterien sowie die institutionalisierte Geheimhaltung von Schwangerschaften.
4. LEBENSBORN UND DIE „WERTVOLLEN“ KINDER: Hier wird die ideologische Rolle des Lebensborns bei der „Germanisierung“ durch geraubte polnische Kinder und der Betreuung von Kriegswaisen beleuchtet.
5. FAZIT: Das Fazit stellt die Erkenntnis zusammen, dass die Hilfeleistungen für Mütter und Kinder lediglich ein politisches Instrument zur Umsetzung nationalsozialistischer Rassevorstellungen darstellten.
Schlüsselwörter
Lebensborn e.V., Nationalsozialismus, SS, Rassenideologie, Bevölkerungsbilanz, uneheliche Mütter, Germanisierung, Gesundheitswesen, Fürsorgeeinrichtung, zwangsweise Umerziehung, Selektion, Reichsmütterdienst, arische Rasse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Tätigkeit und die ideologische Ausrichtung des Lebensborn e.V. als nationalsozialistische Organisation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der rassenideologischen Motivation des Vereins, der Organisation der Entbindungsheime und dem Schicksal der betreuten Mütter und Kinder.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche tatsächliche fürsorgliche Funktion der Verein Lebensborn e.V. für Mütter und Kinder im Nationalsozialismus ausübte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturanalyse, um den historischen Kontext und die internen Prozesse des Vereins darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Aufnahmebedingungen, die täglichen Abläufe in den Heimen, die Selektion von Kindern und die Versuche der Germanisierung.
Wie lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die den Lebensborn e.V. als Instrument der NS-Bevölkerungspolitik entlarvt.
Warum war die Geheimhaltung bei Lebensborn so wichtig?
Die Geheimhaltung diente dazu, uneheliche Schwangerschaften vor dem sozialen Stigma zu schützen, um das Ziel der Geburtensteigerung unter rassenpolitischen Gesichtspunkten zu stützen.
Welche Rolle spielten geraubte polnische Kinder im Lebensborn?
Diese Kinder wurden zwangsweise „eingedeutscht“ und ideologisch umerzogen, um sie dem rassenpolitischen Anforderungsprofil des NS-Regimes anzupassen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Der Lebensborn e.V. als Verein der Fürsorge für Mütter und Kinder? Eine Analyse im Kontext des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449339