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Wie Algorithmen unseren Marktwert bestimmen. Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Online-Dating

Title: Wie Algorithmen unseren Marktwert bestimmen. Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Online-Dating

Term Paper , 2023 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Vincent Herkert (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist, die Einflüsse und Entwicklungen, welche durch die Nutzung von Online-Dating entstehen, aufzuzeigen, als auch die Auswirkungen auf die Nutzer am Beispiel der Dating-App Tinder zu untersuchen. Zwecks Sicherstellung eines grundlegenden Verständnisses der Thematik, gibt das zweite Kapitel einen Einblick in die verschiedenen Arten von Online-Dating Plattformen. Außerdem werden die Funktionsweise des Partner-Matchings, wie Tinder den Nutzern passende Partner vorschlägt, und das spielerische Nutzererlebnis der App, auch bezeichnet als Gamification, weiter ausgeführt. Das darauffolgende Kapitel 3 behandelt, inwiefern sich Online-Dating psychologisch und gesellschaftlich auswirkt und welche weiteren Risiken sich durch Apps wie Tinder ergeben, bevor im letzten Abschnitt, dem Fazit, eine zusammenfassende Einordnung der Inhalte stattfindet.

Die Partnersuche über das Internet ist heute ein Massenphänomen und ist für viele Menschen weltweit ein integrierter Bestandteil des Alltags. Umfragen aus dem Jahr 2019 zeigen, dass knapp ein Viertel der User von Dating-Apps den aktuellen Partner durch Online-Dating kennenlernten und 44 Prozent gaben an, bereits jemanden dadurch kennengelernt zu haben. Aber nicht bloß die fortschreitende Technologisierung trug zu dieser Entwicklung bei. Die zunehmend knapperen Zeitressourcen und veränderte Lebensformen innerhalb der Gesellschaften sowie die schnelle Zugänglichkeit der Dating-Services via Website- und App-Format sind relevant. Die Nutzer von Apps wie Tinder sind weder zeitlich noch örtlich gebunden. Dies gibt viel Freiraum. Zum Stand des Jahres 2023 nutzen 77 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 66 Prozent der 30- bis 49-Jährigen in Deutschland Dating-Apps oder Online-Partnervermittlungen. Vor allem bei dem jüngeren Anteil der Bevölkerung zählt digitales Dating demnach zur Norm. Den Erfolg der digitalen Partnersuche zeigen ebenfalls die Umsatzzahlen. In Deutschland, einem der weltweit größten Märkte, erwirtschaftet Online-Dating schätzungsweise 109 Millionen Euro und in den USA rund 1,3 Milliarden Euro (Stand 2022). Innerhalb der Gesellschaft entsteht das Gefühl, neue Menschen kennenzulernen, könne nur noch über Plattformen geschehen. Die romantische Liebe hat es möglich gemacht, den Partner frei zu wählen und ihn als eine einzigartige Person zu wählen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Online-Dating

2.1 Arten von Online-Dating-Plattformen

2.2 Funktionsweise des Matching-Algorithmus

2.3 Die Tinder-Gamification

3 Risiken des Online-Dating

3.1 Negative Beziehung und Negative Wahl

3.2 Liebesmarkt und Objektifizierung

3.3 Psychische und körperliche Auswirkungen

3.4 Täuschung und Datenmissbrauch

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht kritisch, wie Algorithmen von Dating-Apps den individuellen Marktwert von Nutzern definieren und welche psychologischen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen daraus resultieren. Dabei wird analysiert, inwiefern die zunehmende Kulturalisierung des Datings zu einer Objektifizierung des Menschen führt und welche neuen Formen von Beziehungen durch das digitale Umfeld entstehen.

  • Wirkungsweise von Matching-Algorithmen und der Einfluss der Elo-Score-Logik.
  • Die psychologische Komponente der Gamification bei Dating-Apps.
  • Risiken wie Objektifizierung, Täuschung durch Fake-Profile und Datenmissbrauch.
  • Gesellschaftliche Veränderungen durch die so genannte "Multi-Optionsgesellschaft" und "Negative Wahl".

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Tinder-Gamification

„We always saw Tinder, the interface, as a game.“ - Heute zählt Tinder zu einer der populärsten Dating-Apps, welche bereits wenige Monate nach dessen Markteintritt 2012 die Online-Dating Branche veränderte. Nach Abolfathi/Santamaria [2020] lassen sich zum einen der Fokus auf junge Erwachsene als Zielgruppe, aber vor allem die sogenannte Gamification der App feststellen. Gamification bedeutet die Integration spielähnlicher Elemente in spielfremde Bereiche. Durch diese Technik sollen komplexe, unangenehme oder auch langweilige Prozesse zugänglicher gemacht werden. Ein Konzept, welches sich durch die Digitalisierung weiterentwickelt und deutlich verbreitet hat, findet sich beispielsweise in leistungsbezogener Bezahlung, Boni oder Gruppenarbeiten als spielerischer Wettbewerb in der Schule wieder. Smartphones, Wearables und andere Geräte sowie dessen Anwendung tragen zu dieser Entwicklung maßgeblich bei. Laut Sean Rad, dem Co-Founder des Unternehmens, registriere sich niemand bei Tinder, um etwas zu suchen. Menschen gehen auf Tinder, weil sie Spaß haben wollen. Seiner Ansicht nach sei es nicht wichtig, Matches mit anderen Personen zu haben, weil das Swipen der User Profile so sehr Spaß mache. Die Gamification besitzt das Potenzial die extrinsische Motivation in hohem Maße zu steigern, da eine Form der Belohnung in Aussicht gestellt wird. Des Weiteren wird auch der Grat intrinsischer Motivation erhöht. Sie kennzeichnet sich durch das wiederholte freiwillige Aufnehmen einer bestimmten Aktivität und erzeugt eine Art Flow-Erlebnis, was als Zustand des Versunkenseins bezeichnet werden kann. Durch das Konzept der Gamification geschehen diese Prozesse simultan. Der freiwillige Eifer nach der bevorstehenden Belohnung führt zum Versinken in die Tätigkeit. Fest steht also, dass die Gamification-Ansätze Tinders das Nutzererlebnis beim Online-Dating verändert und Konsumbarrieren verringert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Etablierung von Online-Dating als Massenphänomen und führt in die Fragestellung zur Veränderung durch digitale Technologien ein.

2 Grundlagen des Online-Dating: Dieses Kapitel definiert verschiedene Plattformtypen, erläutert die algorithmische Funktionsweise von Matching-Systemen und analysiert das spielerische Nutzererlebnis durch Gamification.

3 Risiken des Online-Dating: Hier werden die negativen Auswirkungen des digitalen Datings untersucht, darunter Entscheidungsdruck, Objektifizierung, psychische Belastungen und Sicherheitsrisiken wie Datenmissbrauch.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur technologisch bedingten Transformation romantischer Beziehungen zusammen und bewertet die ethischen Implikationen des "Liebesmarktes".

Schlüsselwörter

Online-Dating, Tinder, Matching-Algorithmus, Gamification, Liebesmarkt, Objektifizierung, Multi-Optionsgesellschaft, Negative Wahl, Digitale Medien, Ghosting, Datenschutz, Psychologie, Soziologie, Partnersuche, Belohnungsmechanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kritischen Auswirkungen von Online-Dating-Plattformen auf Individuen und die Gesellschaft im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der algorithmischen Steuerung der Partnersuche, den psychologischen Effekten der App-Nutzung (Gamification) und gesellschaftlichen Folgen wie der Objektifizierung von Personen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Dating-Apps durch algorithmische Rankings den Marktwert von Nutzern bestimmen und welche Risiken, wie z.B. Frustration oder Datenmissbrauch, daraus resultieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Forschungsergebnisse, soziologische Theorien und Umfragedaten zum Thema Online-Dating verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen und Mechanismen von Apps wie Tinder sowie die psychologischen und sozialen Risiken, die mit dem modernen Online-Dating verbunden sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Algorithmen, Gamification, Liebesmarkt, Objektifizierung und die Multi-Optionsgesellschaft geprägt.

Was bedeutet der Begriff "Tinder-Gamification" im Kontext der App?

Er beschreibt die Einbettung von spielerischen Elementen in die App, die Nutzer motivieren sollen, Zeit auf der Plattform zu verbringen, auch ohne den primären Fokus auf eine konkrete Partnersuche.

Wie unterscheidet sich die "Negative Wahl" von herkömmlichen Entscheidungsprozessen bei der Partnerwahl?

Die Negative Wahl bezeichnet ein durch Überforderung und Langeweile geprägtes Entscheidungsverhalten, bei dem die Auswahlmöglichkeiten so groß sind, dass ein verbindlicher Entschluss oft ausbleibt.

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Details

Title
Wie Algorithmen unseren Marktwert bestimmen. Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Online-Dating
College
Fresenius University of Applied Sciences Hamburg  (Wirtschaft & Medien)
Grade
1,0
Author
Vincent Herkert (Author)
Publication Year
2023
Pages
20
Catalog Number
V1449347
ISBN (PDF)
9783963556616
ISBN (Book)
9783963556623
Language
German
Tags
Online Dating Dating Apps Tinder Dating und Soziologie Dating Social Dating Bumble Ghosting Dating Markt Liebe & Beziehungen Dating-Algorithmen Tinder-Gamification
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vincent Herkert (Author), 2023, Wie Algorithmen unseren Marktwert bestimmen. Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Online-Dating, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449347
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