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Perikles und die Ursachen und Anlässe des Peloponnesischen Krieges

Title: Perikles und die Ursachen und Anlässe des Peloponnesischen Krieges

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Weltersbach (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das „Perikleische Zeitalter“ steht für demokratische Reformen, eine große Baupolitik und eine bedeutende Kulturförderung. Doch die Meinungen über die Leistungen des Perikles sind in der heutigen Geschichtsforschung teilweise sehr konträr.
Während Wolfgang Will das „Perikleische Zeitalter“ als „Konstrukt“ bezeichnet und behauptet, dass die eigentliche Dominanz des athenischen Politikers sich nur auf die Jahre 443-430 v. Chr. beziehe, befand der deutsche Historiker Hermann Bengtson, dass die Außenpolitik von 461 v. Chr. bis zum Beginn des Peloponnesischen Krieges untrennbar mit Perikles verbunden sei.
Die widersprüchliche und gleichzeitig aber auch prägende Rolle des Perikles wird in dieser Arbeit genauer untersucht. Was sagen die Quellen über seine politischen Tätigkeiten aus? Und welches Ansehen genoss Perikles in der athenischen Bevölkerung? Wie verändert sich dieses Verhältnis? Und einer ganz wichtigen Frage soll im 3. Kapital nachgegangen werden: War Perikles ein Kriegstreiber oder war der Peloponnesische Krieg eine unausweichliche Folge der damaligen äußeren Umstände?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Literatur und Quellen

1.3 Leben und Werk des Thukydides

2. Zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges

2.1 Der Attische Seebund

2.2 Die Anlässe und der wahre Grund

3. Die Kriegsschuldfrage

3.1 Persönliche Motive

3.2 Finanzielle Probleme

3.3 Prestigedenken Athens und Spartas

4. Zusammenfassende Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des athenischen Staatsmannes Perikles im Kontext der Ursachen und Anlässe des Peloponnesischen Krieges, um zu klären, ob er als Kriegstreiber agierte oder ob der Konflikt als unvermeidliche Folge der damaligen politischen Machtkonstellationen zu betrachten ist.

  • Historische Bewertung der Politik des Perikles
  • Analyse der thukydideischen Geschichtsschreibung
  • Untersuchung der strukturellen Ursachen des Konflikts (Machtstreben)
  • Diskussion der Kriegsschuldfrage anhand persönlicher und finanzieller Motive
  • Die Bedeutung von Prestigedenken und Hegemonieansprüchen

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Anlässe und der wahre Grund

Thukydides unterscheidet drei Anlässe, welche ich der Reihe nach genauer beschreiben möchte:

1. das militärische Eingreifen Athens zugunsten von Kerkyra gegen Korinth

2. die athenische Belagerung des von Athen abgefallenen Poteidaia

3. den athenischen Volksbeschluss gegen Megara: das „Megarische Psephisma“

1. Kerkyra- Konflikt

Eine Schlüsselrolle in der Entstehungsphase des Konflikts liegt bei Korinth, einem Verbündeten Spartas. Als bei einem Bürgerkrieg in Epidamnos (um 435 v. Chr.) die „demokratische“ Partei Korinth, die Adelspartei hingegen Korinths Tochterstadt Kerkyra um Hilfe bat, entstand zwischen diesen beiden Poleis ein Konflikt um die Vorherrschaft im ionischen Meer. Nach ersten Niederlagen gegen Kerkyra rüstete Korinth eine derart große Flotte auf, dass Athen um seinen Status als größte Seemacht fürchtete und deshalb im Sommer 433 v. Chr. mit Kerkyra ein Defensivbündnis einging. Thukydides schildert das Auftreten der Gesandtschaften aus Korinth und Kerkyra in Rede und Gegenrede:

» Die Kerkyraier nehmt nicht als Bundesgenossen auf gegen unseren ausdrücklichen Willen, und unterstützt sie nicht in ihrem ungerechten Tun. Mit einem solchen Verhalten werdet ihr handeln, wie es angemessen ist, und einen Entschluss fassen, der euch die größten Vorteile bietet. »

So sprachen also die Korinther. Die Athener hörten beide Teile an, dann beriefen sie sogar zweimal eine Volksversammlung; in der ersten zeigten sie sich mit den Ausführungen der Korinther völlig einverstanden, in der folgenden änderten sie ihre Meinung und entschieden, mit den Kerkyraiern zwar kein Waffenbündnis mit gleichen Feinden und Freunden zu schließen- würden nämlich die Kerkyraier sie zu gemeinsamen Angriff gegen Korinth auffordern, wäre ihr Vertrag mit den Peloponnesiern gebrochen -, sondern sie gingen einen Schutzvertrag ein mit der Bestimmung, einander zu Hilfe zu kommen, wenn jemand Kerkyra angreife oder Athen oder ihre Bundesgenossen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die konträren Forschungsmeinungen zum „Perikleischen Zeitalter“ vor und definiert die Forschungsfrage nach der persönlichen Verantwortung des Politikers für den Kriegsausbruch.

2. Zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges: Das Kapitel analysiert den Attischen Seebund als Machtinstrument und erläutert die spezifischen äußeren Anlässe (Kerkyra, Poteidaia, Megara) für den Kriegsausbruch.

3. Die Kriegsschuldfrage: Hier werden verschiedene Thesen zu den Motiven des Perikles, darunter persönliche Prozesse, finanzielle Zwänge und das imperiale Prestigedenken der Großmächte, kritisch erörtert.

4. Zusammenfassende Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Krieg ein Resultat des unerbittlichen Kräftemessens zweier Hegemonialmächte war und nicht allein auf das Handeln einer einzelnen Person reduziert werden kann.

Schlüsselwörter

Perikles, Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Attischer Seebund, Kriegsschuld, Hegemonie, Megarisches Psephisma, Antike, Staatskunst, Machtpolitik, Geschichte Athens, Sparta, Anlässe, Korinth, Poteidaia

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit untersucht die Rolle des Perikles im Kontext des Peloponnesischen Krieges und hinterfragt, ob er für den Ausbruch des Krieges verantwortlich gemacht werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Außenpolitik Athens, die Bedeutung des Attischen Seebundes, die thukydideische Geschichtsschreibung und die Analyse verschiedener Kriegsgrund-Thesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Perikles ein bewusster Kriegstreiber war oder ob der Kriegsausbruch durch systemische Zwänge und das Machtstreben der beteiligten Staaten unvermeidlich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der antiken Quelle Thukydides sowie auf moderne historisch-kritische Forschungswerke, um verschiedene Thesen zur Kriegsschuld zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der konkreten Kriegsanlässe (Kerkyra, Poteidaia, Megara) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kriegsschuldfrage hinsichtlich persönlicher, finanzieller und machtpolitischer Motive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Perikles, Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Hegemonie, Kriegsschuld und Machtpolitik beschreiben.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Phidias-Affäre bei?

Die Arbeit diskutiert die Phidias-Affäre als Indiz für die Theorie, dass Perikles durch innenpolitische Prozesse bedroht war und möglicherweise aus Angst vor Machtverlust zum Krieg drängte.

Warum war das „Megarische Psephisma“ laut der Autorin ein so kritischer Faktor?

Das Handelsverbot gegen Megara wird als „Kleinigkeit“ eingestuft, die jedoch durch das Prestigedenken von Athen und Sparta zur entscheidenden Zerreißprobe wurde, da ein Nachgeben den Verlust der Vormachtstellung bedeutet hätte.

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Details

Title
Perikles und die Ursachen und Anlässe des Peloponnesischen Krieges
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Grade
1,7
Author
Julia Weltersbach (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V144944
ISBN (eBook)
9783640559596
ISBN (Book)
9783640559992
Language
German
Tags
Perikles Ursachen Anlässe Peloponnesischen Krieges
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Weltersbach (Author), 2008, Perikles und die Ursachen und Anlässe des Peloponnesischen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144944
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