Ziel der Studie ist es, die unterschiedliche Meinungen von Lehrkräften, Eltern und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf zum Thema „Inklusion in Schulen in Beispielhausen“ zu erforschen und hierfür ein Forschungsdesign zu erarbeiten.
Das Forschungsdesign definiert expliziert die Schritte der Untersuchung und hilft dem Forscher, die Schritte zu erkennen, die zusammenwirken. Daher sind es die Richtlinien, auf die sich Forscher immer wieder verlassen können. Das Forschungsdesign beinhaltet wichtige Grundlagen wie formalisierte Fragestellungen, entsprechende methodische Positionen und Bestimmungen der Forschungsfelder. Der Forscher wählt demnach eine Forschungs- und Auswertungsmethode und entscheidet über die grundlegende theoretische Einbettung der Forschung und des Samplings.
Die Stadt Beispielhausen mit rund 75 Grundschulen hat seit der UN-Behindertenrechtskonvention entschieden, Schulen inklusiver zu machen. Hierzu wurden die Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf angeregt, reguläre Grundschulen zu besuchen.
Seit der Umsetzung der Inklusion in Schulen haben sich verschiedene Meinungen gebildet:
Einige Lehrer haben von außergewöhnliche Leistungsentwicklungen bei Kindern mit Beeinträchtigungen berichtet, während andere sich über die Zunahme der Arbeitsbelastung beschwerten, denn sie seien im Rahmen ihrer Ausbildung nicht ausreichend vorbereitet worden. Auch unter den Eltern von Schulkindern gibt es viele unterschiedliche Perspektiven. Sie berichten, dass sie froh seien, ihre Kinder mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf aufwachsen zu sehen. Andere Eltern sehen ihre Kinder weiterhin als Außenseiter und damit ausgegrenzt, was am Ende oft doch zur Anmeldung an einer Sonderschule führt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Inklusion Definition
2.2 Inklusion in Bezug auf Schule
3 Forschungsthema
3.1 Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen
4 Forschungsfrage
5 Methodische Positionierung
6 Bestimmung des Forschungsfeldes
7 Erhebung und Auswertungsverfahren
7.1 Erhebung
7.2 Aufbereitung
7.3 Auswertungsverfahren
7.3.1 Grounded Theory
7.3.2 Offene Kodierung
7.3.3 Axiale Kodierung
7.3.4 Selektive Kodierung
8 Sampling
9 Grundlagentheoretische Einbettung der Forschung
10 Erhebungsinstrument – Leitfadeninterview
11 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Fallstudie verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Perspektiven von Lehrkräften, Eltern und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf die schulische Inklusion in Beispielhausen zu erforschen, wobei ein besonderer Fokus auf das Phänomen Mobbing und die Erfahrungen von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen gelegt wird.
- Umsetzung der Inklusion in regulären Grundschulen
- Herausforderungen durch Sprachentwicklungsstörungen
- Die Rolle des Forschungsdesigns in der qualitativen Sozialforschung
- Methoden der Datenerhebung mittels Leitfadeninterviews
- Erfahrungen mit Mobbing im inklusiven Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.1 Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen
Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung (SES) sind beeinträchtigt in den Bereichen des Sprachverständnisses, des Wortschatzes, der Kommunikation und der Bildung von Lauten, Wörtern und Sätzen. Beim SES sind häufig mehrere Areale gleichzeitig betroffen. (vgl. Deutscher Bundesverband für Logopädie e. V., 2021) Durch diese Beeinträchtigungen haben diese Kinder größere Erschwernisse, stabile soziale Beziehungen in ihrer Altersgruppe zu finden und Freundschaften zu schließen. (Fujiki, Brinton, Isaacton & Summers, 2001; Durkin & Conti-Ramsden, 2010) Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen sind daher häufiger Opfer von Mobbing als Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. (Knox & Conti-Ramsden, 2011; Dockrell, et., 2014)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation in Beispielhausen nach der UN-Behindertenrechtskonvention und definiert das Forschungsziel, die verschiedenen Perspektiven auf Inklusion zu beleuchten.
2 Begriffsbestimmung: Hier werden zentrale Begriffe wie Inklusion im gesellschaftlichen Kontext sowie spezifisch im Bezug auf die Schule definiert.
3 Forschungsthema: Dieses Kapitel erläutert den Inklusionsgedanken in Beispielhausen und stellt den Fokus auf Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen vor.
4 Forschungsfrage: Die Forschungsfrage wird hergeleitet, um die Voraussetzungen für eine gelingende Integration im inklusiven Schulalltag in Bezug auf Mobbing-Problematiken zu untersuchen.
5 Methodische Positionierung: Es wird begründet, warum für das Vorhaben ein qualitativer Forschungsansatz und speziell Interviews die geeignete Methode darstellen.
6 Bestimmung des Forschungsfeldes: Das Kapitel definiert, wer zum Forschungsfeld gehört und warum die Auswahl der Schulen kritisch betrachtet werden muss.
7 Erhebung und Auswertungsverfahren: Dieser Abschnitt beschreibt den Prozess der Datenerhebung, die Aufbereitung mittels Transkription und die Anwendung der Grounded Theory zur Auswertung.
8 Sampling: Hier wird dargelegt, wie die Zielgruppe für die Interviews ausgewählt wurde, um ein repräsentatives Bild für die qualitative Untersuchung zu erhalten.
9 Grundlagentheoretische Einbettung der Forschung: Es werden statistische Daten zur Inklusions- und Exklusionsquote in Deutschland diskutiert sowie Studien zum Mobbingrisiko bei Kindern mit Sprachstörungen angeführt.
10 Erhebungsinstrument – Leitfadeninterview: Dieses Kapitel präsentiert den konkreten Aufbau des Leitfadens für die Befragung von Schülern, Eltern und Lehrkräften.
11 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Untersuchung zusammen und regt weiterführende Forschungsfragen für andere Behinderungsformen an.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schule, Beispielhausen, Sprachentwicklungsstörung, Qualitative Forschungsmethode, Mobbing, Leitfadeninterview, Grounded Theory, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Inklusionsquote, Exklusionsquote, Forschungsdesign, Elternperspektive, Lehrer, Sozialforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen in den Grundschulen der Stadt Beispielhausen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die schulische Inklusion, die Herausforderungen durch Sprachentwicklungsstörungen, die Erfahrungen mit Mobbing und die qualitative sozialwissenschaftliche Methodik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen von Lehrkräften, Eltern und Kindern zu erforschen und ein passendes Forschungsdesign zu entwickeln, um Mobbing entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine qualitative Forschungsmethode angewendet, die schwerpunktmäßig auf leitfadengestützten Interviews und dem Auswertungsverfahren der Grounded Theory basiert.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die methodische Vorgehensweise, die Bestimmung des Forschungsfeldes, das Sampling der Probanden sowie die theoretische Fundierung des Inklusionsbegriffs und der Problematik von Mobbing.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben Inklusion und Sprachentwicklungsstörung sind qualitative Forschung, Leitfadeninterview und Mobbing-Prävention zentrale Begriffe.
Warum wurde explizit das Thema Mobbing gewählt?
Aufgrund von Problemen im inklusiven Schulalltag, die teilweise zu Anmeldungen an Förderschulen führten, soll untersucht werden, wie Kinder besser in die Klassengemeinschaft integriert werden können.
Wie werden die 16 zu befragenden Kinder ausgewählt?
Die Auswahl umfasst vier weibliche und vier männliche Kinder mit sowie vier weibliche und vier männliche Kinder ohne Sprachentwicklungsstörungen aus den Klassen eins bis vier.
- Arbeit zitieren
- Valentina Clemenz (Autor:in), 2020, Schulische Inklusion in Beispielhausen. Fallstudie qualitative Forschungsmethode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449467