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Künstliche Intelligenz mit Rechtspersönlichkeit? Die Debatte um die ePerson

Titel: Künstliche Intelligenz mit Rechtspersönlichkeit? Die Debatte um die ePerson

Bachelorarbeit , 2024 , 37 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Mayla Pame (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die rasante Entwicklung technologischer Innovationen stellt sowohl unsere Gesellschaft als auch unser Rechtssystem vor neue und komplexe Herausforderungen. In diesem Kontext rückt insbesondere die Thematik der Künstlichen Intelligenz (KI) immer stärker in den Fokus. Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Aufgaben eigenständig zu lösen und mitunter sogar Entscheidungen zu treffen, die bisher dem menschlichen Vorbehalt unterlagen, eröffnet KI nicht nur neue Möglichkeiten, sondern wirft auch eine Vielzahl rechtlicher Fragen auf.

Der vorliegenden Arbeit liegt die Zielsetzung zugrunde, einen umfassenden Einblick in die rechtlichen Aspekte des Einsatzes Künstlicher Intelligenz zu geben. Hierbei sollen insbesondere die zivilrechtlichen Herausforderungen beleuchtet werden, denen sich Gesetzgebung und Rechtsprechung gegenübersehen. Denn gerade im Bereich des Zivilrechts werden grundlegende Fragen aufgeworfen, die den Umgang mit autonom agierenden Systemen betreffen, angefangen von der Abgabe von Willenserklärungen bis hin zur Frage der Haftung im Falle von Schäden.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in mehrere Abschnitte. Zunächst erfolgt eine Klärung grundlegender Begriffe und Konzepte im Zusammenhang mit KI. Darauf aufbauend werden die zivilrechtlichen Herausforderungen, die sich aus dem Einsatz von KI ergeben, eingehend analysiert. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Fragen der Rechtsfähigkeit und Haftung von autonomen Agenten sowie auf der Suche nach Lösungsansätzen für bestehende Rechtslücken.

Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Diskussion um den Rechtsstatus einer elektronischen Person (ePerson) gelegt, wie sie von einigen Experten und sogar vom Europäischen Parlament angeregt wurde. Die Überlegung, autonome Agenten als eigenständige Rechtssubjekte anzuerkennen, wirft grundlegende Fragen auf und könnte potenziell wegweisende Konsequenzen für die Zukunft des Rechtsystems haben.

Insgesamt soll diese Arbeit dazu beitragen, ein besseres Verständnis für die rechtlichen Implikationen des Einsatzes Künstlicher Intelligenz zu schaffen und mögliche Lösungswege für aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Diskussion um den Umgang mit KI und autonomen Systemen erst am Anfang steht und weitere interdisziplinäre Forschung und rechtliche Entwicklung erforderlich sind, um diesem rasanten technologischen Wandel angemessen gerecht zu werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Begriffsbestimmung und Einordnung Künstlicher Intelligenz

I. Automatik und Autonomie

II. Künstliche Intelligenz

III. Autonom agierende Systeme

C. Zivilrechtliche Herausforderungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz

I. Ein Überblick

II. Abgabe von Willenserklärungen und Vertragsschluss

III. Haftungsfragen und Verschulden

1. Vertraglicher Bereich

2. Außervertraglicher Bereich

IV. Zwischenergebnis

D. Rechtsstatus einer elektronischen Person (ePerson)

I. Personenlehre und Rechtsfähigkeit

II. Die Rechtsperson

III. Das Rechtssubjekt ePerson

IV. Das Konzept der Teilrechtsfähigkeit

V. Potenzielle Lückenschließung durch die ePerson

1. Rechtssubjektivität zur Lösung der rechtlichen Herausforderungen

2. Haftungsausgestaltung der ePerson

VI. Kritische Betrachtung und Notwendigkeit der ePerson

E. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zivilrechtlichen Herausforderungen, die durch den zunehmenden Einsatz autonomer Systeme und Künstlicher Intelligenz entstehen, und hinterfragt kritisch, ob die Einführung eines neuen Rechtssubjekts wie der "elektronischen Person" (ePerson) zur Schließung von Haftungslücken notwendig und sinnvoll ist.

  • Grundlagen und Abgrenzung von Automatik, Autonomie und Künstlicher Intelligenz
  • Vertragsrechtliche Implikationen bei der Nutzung autonom agierender Systeme
  • Analyse von Haftungsfragen im vertraglichen und außervertraglichen Bereich
  • Kritische Bewertung bestehender Rechtsinstitute im Kontext digitaler Akteure
  • Diskussion über die Einführung eines speziellen Rechtsstatus für KI (ePerson)

Auszug aus dem Buch

I. Automatik und Autonomie

Zu Beginn sind zunächst automatisierte von autonomen Systemen zu unterscheiden. Automatisierung beschreibt die selbsttätige Steuerung von Abläufen, ohne Hilfe von Menschen. Die Funktionsweise richtet sich nach einer eindeutig vorgegebenen Programmierung, welche zu spezifischen, sich regelmäßig wiederholenden Mechanismen führt.

Einfache Autonomie ist für technische Systeme bereits gegeben, wenn diese durch Sensorik und Programmlogik selbstständig handeln können. In Abgrenzung dazu gilt für natürliche Personen die bewusste Selbstbestimmung von Handlungen und Verhaltensweisen als komplexeste Form von Autonomie.

Autonome Systeme ähneln aufgrund ihres Spielraumes einem menschlichen Vertreter, wohingegen ein System, das vorgefasste automatische Willenserklärungen abgibt, Ähnlichkeit mit einem Boten aufweist. Während es sich bei der Automatisierung um starre Algorithmen handelt, die abhängig vom Wissen und der darauf aufbauenden Programmierung des Entwicklers sind, kommt bei der Autonomie das Lernen zum Einsatz, wodurch der Algorithmus eine ständige Veränderung erfährt. Der entscheidende Unterschied zwischen Automatik und Autonomie liegt somit in der Entscheidungsgewalt eines Systems, welche durch weite und unpräzise Rahmenbedingungen geschaffen wird.

In diesem Zusammenhang entsteht das Autonomierisiko, welches das Risiko der programmierten Nichtprognostizierbarkeit von Entscheidungen beschreibt. Es ergibt sich aus dem prinzipiell unvorhersehbaren Verhalten selbstlernender Algorithmen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die technologischen und juristischen Herausforderungen ein, die durch autonome Systeme entstehen, und stellt die Kernfrage nach der rechtlichen Zuordnung und Verantwortung.

B. Begriffsbestimmung und Einordnung Künstlicher Intelligenz: In diesem Kapitel werden die notwendigen technischen Grundlagen wie Automatik, Autonomie und Künstliche Intelligenz definiert und voneinander abgegrenzt.

C. Zivilrechtliche Herausforderungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz: Das Kapitel analysiert die Schwierigkeiten bei Vertragsschluss und Haftungszuordnung im bestehenden Recht bei Einsatz autonomer Systeme.

D. Rechtsstatus einer elektronischen Person (ePerson): Hier wird debattiert, ob ein neuer Rechtsstatus der ePerson notwendig ist, um Lücken in der Haftung und Rechtsfähigkeit digitaler Entitäten zu schließen.

E. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den Untersuchungsergebnissen und bewertet die Notwendigkeit gesetzgeberischen Handelns im Kontext der technologischen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Künstliche Intelligenz, Autonome Systeme, Zivilrecht, Haftungsfragen, Vertragsschluss, ePerson, Rechtspersönlichkeit, Rechtsfähigkeit, Maschinenlernen, Haftungslücke, Deliktshaftung, Automatisierung, Willenserklärung, Rechtssubjektivität, Haftungsmasse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen Problemen, die durch den Einsatz von KI und autonomen Systemen auftreten, insbesondere im Hinblick auf deren Einordnung in das bestehende Zivilrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Abgrenzung von KI-Begriffen, die vertragsrechtliche Behandlung autonomer Willenserklärungen sowie die komplexen Haftungsfragen bei Schäden durch solche Systeme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob bestehende Rechtsnormen ausreichen oder ob die Einführung einer "elektronischen Person" (ePerson) als neues Rechtssubjekt erforderlich ist, um auftretende Verantwortungs- und Haftungslücken effektiv zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die vorwiegend die Analyse bestehender Gesetze, Literatur und Ansätze der funktionalen Gesetzesinterpretation nutzt, um Lösungswege zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Haftung für autonome Systeme im vertraglichen und außervertraglichen Bereich sowie einer detaillierten Erörterung des Konzepts der ePerson.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Künstliche Intelligenz, Autonome Systeme, Rechtsfähigkeit, Haftungsfragen, Willenserklärung und das Konzept der elektronischen Person (ePerson).

Warum wird die automatisierte Willenserklärung kritisch hinterfragt?

Weil bei hochgradig autonomen Systemen die Zurechnung zum menschlichen Akteur nach bestehenden Kriterien (wie dem Botenprinzip) oft nicht mehr rechtssicher möglich ist, da das System eigene Entscheidungen trifft.

Was sind die Hauptbedenken gegen eine "ePerson"?

Kritiker führen an, dass eine solche Rechtspersönlichkeit Privilegierungen schaffen könnte, während das Problem der Haftungsabdeckung mangels natürlicher Verantwortungsinstanz und für die Komplexität der technischen Haftung oft unzureichend gelöst bleibt.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Künstliche Intelligenz mit Rechtspersönlichkeit? Die Debatte um die ePerson
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Mayla Pame (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
37
Katalognummer
V1449572
ISBN (PDF)
9783963559105
ISBN (Buch)
9783963559112
Sprache
Deutsch
Schlagworte
KI AI Rechtsperson Rechtspersönlichkeit ePerson Künstliche Intelligenz Autonomie Robotik Haftungslücke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mayla Pame (Autor:in), 2024, Künstliche Intelligenz mit Rechtspersönlichkeit? Die Debatte um die ePerson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449572
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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