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Liebe in der ethischen Bildung. Bedeutung, Funktion und Nutzen

Titre: Liebe in der ethischen Bildung. Bedeutung, Funktion und Nutzen

Thèse de Bachelor , 2022 , 44 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philosophie - Divers
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Im Rahmen dieser Bachelorarbeit werde ich die Bedeutung sowie die Funktionen und den Nutzen der Liebe untersuchen und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich der ethischen Bildung setzen. Hierzu werde ich damit beginnen zu erklären, was heutzutage unter dem Begriff der Liebe verstanden wird und einen Überblick darüber geben, wie die Liebe über die Zeit hinweg von verschiedenen Philosophen und in der Theologie aufgefasst und gewertet wurde.

Anschließend werde ich darauf eingehen, was es bedeutet, eine Person zu lieben, indem ich die Debatte zeitgenössischer Philosophen zwischen der rationalistischen Position und der phänomenologischen Position in Bezug auf die Liebe darstelle. Danach werde ich den Begriff der Liebe durch die Erläuterung von sieben verschiedenen Arten der Liebe genauer differenzieren. Da die Grundlage, der bis heute im abendländischen Denken verankerten Liebeskonzeption im antiken Griechenland durch Platon und sein Symposion gelegt wurde, wird die Entstehung dieses Liebeskonzepts und die dazugehörigen Reden des Symposions genau untersucht werden.

Da Platons Symposion die platonische Ideenlehre zugrunde liegt, werde ich diese vor der Untersuchung kurz darstellen, erläutern und anhand von Platons Höhlengleichnis sehr kompakt verdeutlichen. Nachdem ich die Bedeutung, Funktionen und Nutzen der Liebe aus Platons Symposion abgeleitet habe, werde ich eine Verbindung zwischen der Liebe und der Pädagogik sowie dem guten Leben herstellen. Dann werde ich mit der griechischen Antike abschließen und zur Liebens- und Care Ethik als eine Möglichkeit zu einer alternativen Moral der Nächstenliebe übergehen. Um auf die Möglichkeiten, die der Liebens- und Care Ethik innewohnen einzugehen, werde ich die Grundlagen und die Herkunft dieser Ethik darstellen, Carol Gilligans Arbeit "A different voice" beleuchten, diese Art der Ethik als Liebespflicht, Rechtspflicht und Tugendpflicht aufzeigen und die Prinzipien dieser Ethik auf den Bereich der Schule übertragen.

Daraufhin werde ich darauf eingehen, wie die Liebe wie etwa durch das Vermitteln und Kultivieren von unter anderem Herzensbildung wie etwa durch den Moral Sense ein Gewinn für die ethische Bildung sein kann. Als vorletzten Gegenstand dieser Arbeit werde ich eine Verbindung zwischen den gewonnenen Erkenntnissen über Bedeutung, Funktionen und Nutzen der Liebe und dem Bildungsplan der Sekundarstufe I des Fachs Ethik in Baden-Württemberg herstellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Liebe

2.1 Was heißt es zu lieben

2.2 Arten der Liebe

2.2.1 Romantische Liebe

2.2.2 Spielerische Liebe

2.2.3 Freundschaftliche Liebe

2.2.4 Pragmatische Liebe

2.2.5 Besitzergreifende Liebe

2.2.6 Altruistische Liebe

2.3.7 Pädagogische Liebe

3. Liebe in der griechischen Antike

3.1 Platons Ideenlehre

3.2 Platons Symposion

3.2.1 Der Mythos der Kugelmenschen (Rede des Aristophanes)

3.2.2 Eros als das Streben nach dem Schönen (Rede des Phaidros)

3.2.3 Egozentrische und sorgende Liebe (Rede des Pausanias)

3.2.4 Die Liebe in der Wissenschaft (Rede des Eryximachos)

3.2.5 Die Schöpfungskraft der Liebe (Rede des Agathon)

3.2.6 Zusammenführung der ersten Fünf Reden

3.2.7 Sorgende Liebe und philosophische Wissenssuche (Rede der Diotima)

3.2.8 Eine Kombination von Eros/Liebe und Pädagogik

3.3 Liebe als Teil des guten Lebens bei Platon

4. Liebens- und Care Ethik

4.1 Grundlagen der Liebens- und Care Ethik nach Conradi

4.1.1 Praxis

4.1.2 Interrelationalität

4.1.3 Achtsamkeit

4.2 Fürsorge als Liebes- Tugend und Rechtspflicht

4.3 Liebens und Care Ethik in der Schule

5. Sozialphilosophie/Bildungsphilosophie

5.1 Herzensbildung

5.1.1 Moral Sense

5.2 Eine Kultur der Anerkennung und der Liebe (Neokonfuzianismus)

6. Liebe in der ethischen Bildung: Bildungsplanbezug

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, die Funktionen und den Nutzen der Liebe. Dabei wird insbesondere erforscht, wie die Liebe als philosophisches Konzept eine zentrale Rolle in der ethischen Bildung spielen kann, um moralisches Handeln zu kultivieren und eine Kultur der Anerkennung zu fördern.

  • Philosophische Grundlagen der Liebe in der griechischen Antike (Platon)
  • Differenzierung verschiedener Liebesarten (Eros, Agape, etc.)
  • Analyse der Liebens- und Care Ethik als alternative Moralbasis
  • Bedeutung der Herzensbildung und des Moral Sense für pädagogische Kontexte
  • Umsetzbarkeit dieser Konzepte im Bildungsplan der Sekundarstufe I

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Mythos der Kugelmenschen (Rede des Aristophanes)

Einen guten Einstieg in das Thema Liebe in der griechischen Antike bietet der Mythos der Kugelmenschen, den Aristophanes in Platons Symposion erzählt. Laut diesem Mythos gab es ursprünglich drei Geschlechter, ein männliches, ein weibliches und ein mann-weibliches Geschlecht. Dieses dritte Geschlecht hatte einen kugelförmigen Körper und konnte aus zwei männlichen Hälften, zwei weiblichen Hälften sowie einer männlichen und einer weiblichen Hälfte bestehen. Die Kugelmenschen hatten auf beiden Hälften zwei Beine, zwei Hände, ein Gesicht und ein Geschlechtsorgan. Die Kugelmenschen konnten sich schnell bewegen, besaßen große Kraft und große Gedanken, die sie dazu einsetzen wollten, die Götter anzugreifen. Um sich selbst zu schützen und die Kugelmenschen für ihren Hochmut zu bestrafen, teilten die Götter die Kugelmenschen in zwei Hälften und verdrehten ihnen die Geschlechtsorgane, um sie dazu zu verdammen, von nun an aufrecht und auf zwei Beinen durch die Welt zu gehen und das Zeugen von Nachkommen zu verhindern.

Getrieben von der Sehnsucht nach seiner verlorenen anderen Hälfte suchten die getrennten Kugelmenschen einander und umschlangen sich in der Hoffnung, wieder eins zu werden. Aus Angst, wieder getrennt zu werden, blieben sie umschlungen, bis sie starben. Aus Erbarmen und um zukünftige Opfergaben sicherzustellen, verlegte Zeus die Geschlechtsorgane der Kugelmenschen auf ihre Vorderseite, wodurch aus ihrer Umschlungenheit Nachkommen entstehen konnten. Bei gleichgeschlechtlichen Hälften entstanden zwar keine Nachkommen, aber geschlechtliche Befriedigung, wodurch beide Hälften ihrem Tagesgeschehen wieder nachgehen konnten (Nida-Rümelin et al., 2017, S.149). In dieser Geschichte verursacht die Teilung eine Bedürftigkeit nach Vervollständigung, nach der Wiederherstellung der ursprünglichen Natur und damit eine Sehnsucht, die darauf gerichtet ist, sich selbst zu ergänzen. Eros ist hier die Kraft, die es vermag, die zwei individuellen Hälften zueinander zu führen und zum Glück zu verhelfen (Hardy, 2021, S.5-6).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle der Liebe in der modernen Philosophie und formuliert das Ziel der Arbeit, den Wert der Liebe sowie ihren Nutzen für die ethische Bildung herauszuarbeiten.

2. Was bedeutet Liebe: Dieses Kapitel definiert Liebe als eine intentional auf ein Objekt gerichtete Emotion und differenziert anhand verschiedener philosophischer Positionen sowie Kategorisierungen wie romantische, spielerische oder altruistische Liebe.

3. Liebe in der griechischen Antike: Der Hauptteil analysiert Platons Ideenlehre und das Werk „Symposion“, wobei verschiedene Reden die Entwicklung vom körperlichen Eros zur philosophischen Wissenssuche und zur Idee des Schönen und Guten nachzeichnen.

4. Liebens- und Care Ethik: Hier wird das Konzept der Care-Ethik nach Gilligan und Conradi vorgestellt, welches alternative moralische Urteilsgrundlagen jenseits der reinen Gerechtigkeitsmoral bietet und die Bedeutung von Verantwortung und menschlichen Beziehungen hervorhebt.

5. Sozialphilosophie/Bildungsphilosophie: Dieses Kapitel widmet sich der Herzensbildung und dem Moral Sense als wichtige Konzepte, um durch Empathie und eine intuitive Wahrnehmung des Guten den Charakter und moralisches Handeln zu schulen.

6. Liebe in der ethischen Bildung: Bildungsplanbezug: Zum Abschluss wird untersucht, wie die erarbeiteten Konzepte konkret in den Bildungsplan des Fachs Ethik in Baden-Württemberg integriert und für den Unterricht fruchtbar gemacht werden können.

Schlüsselwörter

Liebe, Eros, Agape, Platon, Symposion, Care-Ethik, Ethische Bildung, Herzensbildung, Moral Sense, Tugendhaftigkeit, Ideenlehre, Bildungsplan, Eudaimonie, Schöpfungskraft, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und bildungstheoretische Bedeutung der Liebe. Ihr Ziel ist es, die Liebe aus ihrer Verbannung in den privaten Bereich zu holen und ihren Nutzen als fundierte Grundlage für ethische Bildung in der Schule aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das Liebesverständnis der griechischen Antike (insbesondere Platons Symposion), die moderne Liebens- und Care-Ethik, die Konzeption der Herzensbildung sowie der konkrete Bezug dieser Theorien zum schulischen Bildungsplan.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Nützlichkeit der Liebe als pädagogisches Bindemittel und moralische Kraft in der ethischen Bildung darzustellen und damit einen Beitrag zur theoretischen Aufwertung der Liebe im Bildungskontext zu leisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine philosophische Begriffs- und Literaturanalyse, die auf dem Studium klassischer Texte (Platon) und zeitgenössischer gesellschafts- und bildungsphilosophischer Ansätze (Care-Ethik, Herzensbildung) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert differenzierte Liebeskonzepte, vergleicht rationalistische und phänomenologische Sichtweisen, beleuchtet die verschiedenen Reden im Symposion und überträgt die ethiktheoretischen Ansätze von Conradi, Noddings und anderen auf den unterrichtlichen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Charakteristika sind die Verbindung von Eros und Tugend, der Fokus auf die "Care-Ethik", die Bedeutung der "Herzensbildung" und der "Moral Sense" als intuitiver Zugang zum Guten.

Inwiefern spielt der "Mythos der Kugelmenschen" eine Rolle für die pädagogische Argumentation?

Der Mythos dient als anthropologischer Beleg für das Bedürfnis des Menschen nach Ergänzung und Ganzheit. In der Schule kann er genutzt werden, um Liebe als ein existenzielles Grundbedürfnis zu thematisieren und auf die Suche des Menschen nach dem Guten zu übertragen.

Warum ist die "Herzensbildung" für den Ethikunterricht von besonderer Relevanz?

Herzensbildung übersteigt die rein kognitive Argumentation. Sie ermöglicht es Schülern, durch Empathie und einen geschulten Moral Sense eine innere Haltung zum Guten zu entwickeln, die über bloßes theoretisches Wissen hinausgeht.

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Résumé des informations

Titre
Liebe in der ethischen Bildung. Bedeutung, Funktion und Nutzen
Université
University of Education Weingarten
Note
1,7
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
44
N° de catalogue
V1450084
ISBN (PDF)
9783963558146
ISBN (Livre)
9783963558153
Langue
allemand
mots-clé
Liebe Eros Platon Sokrates Symposion Mythos des Kugelmenschen Care-Ethik Neokonfuzianismus Moral Sense David Hume Arten der Liebe Antikes Griechenland Diotima
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2022, Liebe in der ethischen Bildung. Bedeutung, Funktion und Nutzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1450084
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Extrait de  44  pages
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