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Sundown Towns. Ein Beispiel für ortsgebundenen Rassismus?

Title: Sundown Towns. Ein Beispiel für ortsgebundenen Rassismus?

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nils Fink (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Dieser Text behandelt das Phänomen sogenannter "Sundown Towns". Dies sind Städte in den USA, in denen historisch und zum Teil bis heute PoC's spätestens nach Sonnenuntergang unerwünscht sind.

Kann Rassismus als Phänomen ortsgebunden überleben und wenn ja, welche Erklärungen kann es dafür geben, dass eine Einstellung, die nach erstem Instinkt subjektiv von Mensch zu Mensch variiert, in bestimmten Regionen und/oder Ortschaften stärker ausgeprägt und erhalten bleibt, als in anderen?

Dazu soll zuerst die Entstehungsgeschichte des Phänomens der Sundown Towns, vor allem auf Basis der Arbeit des amerikanischen Soziologen James W. Loewen, erfolgen um nachvollziehen zu können, was diese Orte eigentlich sind und wie sie entstanden sind bzw. bis heute bestehen können. Dahingehend sollen anschließend ebendiese Orte mithilfe der Theorien über Räume der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann untersucht werden. Diese Arbeit ist aus kulturwissenschaftlicher Perspektive dem Feld der Rassismenforschung, aber auch der Raumforschung zuzuordnen und hat wie bereits erwähnt das Ziel, die empirischen Forschungen Loewens mit der Theorie Assmanns zu verbinden.

Am 25. Mai 2020 starb in der Stadt Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota im Norden der USA der 46-Jährige Afroamerikaner George Floyd, nachdem der weiße Polizist Derek Chauvin beinahe neun Minuten lang auf dessen Hals kniete; obwohl Floyd keine Anstalten machte, Gegenwehr zu leisten und zudem noch etliche Male dem Polizeibeamten mitteilte, er bekomme keine Luft und könne nicht atmen. Als ein Krankenwagen eintraf und Chauvin das Knie von Floyds Nacken entfernte, war es bereits zu spät; Floyd starb wenig später im Krankenhaus. Videos von Handykameras etlicher Passanten und Passantinnen hielten den Vorfall fest, welcher sich dadurch in den nachfolgenden Tagen im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete und weltweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus hervorrief.

Der Aufschrei führte auch zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus in den US-amerikanischen Medien. So bezeichnete unter anderem auch die US-amerikanische Zeitung Chicago Sun-Times den Tod Floyds in einem Artikel im Juni 2020 als "A modern-day lynching in Minneapolis" und "American Terrorism", bezeichnete die Tat also gezielt als Hassverbrechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sundown Towns – Entstehung und Entwicklung

3. Wirkmächtigkeit der Orte

4. Bestehende Ungleichheiten

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten "Sundown Towns" in den USA und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern Rassismus als Phänomen ortsgebunden überleben kann und warum sich dieses Gedankengut in spezifischen Regionen stärker erhalten konnte als in anderen.

  • Analyse der historischen Entstehungsgeschichte von Sundown Towns auf Basis der Forschung von James W. Loewen.
  • Untersuchung der Wirkmächtigkeit von Orten als kulturelle Erinnerungsräume mithilfe der Theorien von Aleida Assmann.
  • Verbindung von Raumforschung und Rassismenforschung zur Erklärung dauerhafter Ungleichheiten.
  • Betrachtung von Alltagsrassismus und dessen Einfluss auf die Identitätsbildung in betroffenen Regionen.
  • Diskussion der aktuellen Relevanz des Phänomens trotz eines tendenziellen Rückgangs in den vergangenen Jahrzehnten.

Auszug aus dem Buch

2. Sundown Towns – Entstehung und Entwicklung

Beginnen möchte ich mit einer Definition davon, was Sundown Towns überhaupt sind. Unter Sundown Towns werden in den USA Städte oder Ortschaften verstanden, deren Bevölkerung zum einen größtenteils aus weißen Menschen zusammengesetzt ist und zum anderen gezielt BIPoC ausschließen. Die Bezeichnung Sundown Towns stammt nach der Soziologin Heather A. OʼConnell davon ab, dass der Sonnenuntergang in diesen Ortschaften das zeitliche Kennzeichen für die ausgeschlossenen Menschengruppen war, den Ort zu verlassen, oder wie sie es schreibt: „The excluded group(s) may not have been welcome at any time of day, but they were prohibited most strictly after dark“ (O’Connell 2019: 312).

Die Entstehung von Sundown Towns ist nach Loewen zurückzuführen auf diverse Arten der Vertreibung, in erster Linie der schwarzen Bevölkerung, aus Ortschaften, die später als Sundown Towns bekannt wurden; beginnend ab 1870, als das Ende des Bürgerkrieges auch das offizielle Ende der Sklaverei bedeutete, und die nun freien schwarzen Bürger*innen begannen das Land zu besiedeln. Die größte Entstehung von Sundown Towns datiert Loewen allerdings auf die Zeitspanne zwischen 1890 und 1930 (Loewen 2005: 91f.), als die Segregation durch die Jim Crow Laws vielerorts schlimmer und strenger wurde (vgl. ebd.: 7).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Kontext rassistisch motivierter Gewalt in den USA, am Beispiel des Todes von George Floyd, und führt in die Fragestellung zur persistenten Natur ortsgebundenen Rassismus ein.

2. Sundown Towns – Entstehung und Entwicklung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sundown Towns und analysiert die historischen Entstehungsfaktoren wie Gewalt, Drohungen, die Rolle des KKK sowie offizielle Eingriffe von Behörden.

3. Wirkmächtigkeit der Orte: Hier wird das Konzept der Sundown Towns mithilfe von Aleida Assmanns Theorie der kulturellen Erinnerungsräume als Generationenorte analysiert, die Identitäten überdauern lassen.

4. Bestehende Ungleichheiten: Das Kapitel untersucht die heutigen ökonomischen und sozialen Spätfolgen der Segregation, unter Rückgriff auf die Arbeiten von Heather A. O’Connell und Ibram X. Kendi.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Rassismus in Orten durch gesellschaftliche Strukturen überleben kann, konstatiert jedoch den Bedarf für weitere empirische Forschung.

Schlüsselwörter

Sundown Towns, Rassismus, Segregation, BIPoC, Kulturwissenschaft, Erinnerungsraum, Raumforschung, USA, Lynchmord, Identität, Alltagsrassismus, Jim Crow Laws, Ungleichheit, soziale Kohäsion, historische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das US-amerikanische Phänomen der "Sundown Towns" – Ortschaften, aus denen Schwarze und andere Minderheiten systematisch ausgeschlossen wurden – und analysiert deren rassistische Prägung im historischen und gegenwärtigen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Forschung über Segregation und Lynchjustiz mit kulturwissenschaftlichen Theorien über Erinnerungsräume sowie soziologischen Ansätzen über Identität und Ungleichheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Rassismus als Phänomen ortsgebunden überleben kann und welche Erklärungen es dafür gibt, dass rassistische Einstellungen in bestimmten Orten hartnäckiger bestehen als in anderen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der vorwiegend die empirischen Forschungen von James W. Loewen mit den raumtheoretischen Konzepten von Aleida Assmann und aktuellen Rassismustheorien von Autoren wie Ibram X. Kendi verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, die Analyse der Orte als kulturelle Erinnerungsräume und die Diskussion der fortbestehenden ökonomischen und sozialen Ungleichheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Sundown Towns, Rassismus, Segregation, Erinnerungsraum, Identität und soziale Ungleichheit.

Welche Rolle spielt die Theorie von Aleida Assmann für das Verständnis von Sundown Towns?

Assmanns Theorie hilft zu erklären, wie rassistische Handlungsmuster und Identitäten in einem konkreten Ort verankert werden, sodass sie als "Generationenorte" auch lange nach der Entstehung noch wirkmächtig bleiben.

Gibt es laut dem Autor eine Lösung für das Fortbestehen von Sundown Towns?

Der Autor betont, dass ein einfacher Rückgang durch Modernisierung nur eine tendenzielle Entwicklung ist, und plädiert daher für weitere empirische Forschung, um die tatsächlichen Gründe zu verstehen, warum bestimmte Orte rassistisch geprägt bleiben.

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Details

Title
Sundown Towns. Ein Beispiel für ortsgebundenen Rassismus?
College
LMU Munich  (Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie)
Course
Rassismen. Geschichte, Erscheinungsformen, Gegenstrategien
Grade
2,0
Author
Nils Fink (Author)
Publication Year
2020
Pages
14
Catalog Number
V1450285
ISBN (PDF)
9783963558382
ISBN (Book)
9783963558399
Language
German
Tags
Rassismusforschung Sundown Towns Empirische Kulturwissenschaft Bachelor Raumforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Fink (Author), 2020, Sundown Towns. Ein Beispiel für ortsgebundenen Rassismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1450285
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