Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen von Männerdomänen in Führungsebenen im Hinblick auf Maskulinisierungstendenzen bei weiblichen Führungskräften.
Diese Thematik ist relevant, um die Ursache besagter Maskulinisierungstendenzen zu erkennen und Lösungsansätze zu deren Behebung zu erarbeiten. Die Hypothese lautet: „In der Modebranche weisen weibliche Führungskräfte genauso viele beabsichtigte Maskulinisierungstendenzen auf wie Frauen in Führungspositionen aus anderen Branchen, obwohl hier eine weniger männerdominierte Domäne vorliegt.“ Sie wird hauptsächlich anhand von Literaturrecherche untersucht, die von einer eigenen Vergleichsreihe unterstützt wird, die weibliche Führungskräfte aus verschiedenen Branchen auf äußerliche Maskulinisierungstendenzen untersucht.
Das Ergebnis dieser Untersuchung entkräftet meine These und verweist darauf, dass Männer einen Einfluss auf Maskulinisierungstendenzen haben können. Allerdings entsteht hierbei die Schwierigkeit, das Ergebnis zu verallgemeinern, da keine Studien über das Verhalten von weiblichen Führungskräften mit Maskulinisierungstendenzen vorliegen. Außerdem ist die Untersuchung von äußeren Maskulinisierungstendenzen unter der Annahme entstanden, dass alle Frauen aus der Modebranche in keiner Männerdomäne arbeiten und die restlichen Branchen Männerdomänen darstellen. Diese Arbeit ist von großem Interesse für Soziologen und Soziologinnen oder Betriebswissenschaftlern und Betriebswissenschaftlerinnen, die sich mit der Thematik von weiblichen Führungskräften auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stereotypisierung von Männern und Frauen
2.1 Die geschlechterrollenorientierte Geschichte von Männern und Frauen
2.2 Geschlechtstypisches Verhalten der heutigen Zeit
2.2 Geschlechtsrollenidentifizierung und Geschlechterrollenidentifikation
3. Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsstilen
3.1 Berufliche Ambitionen
3.2 Umgang mit Hierarchien
3.3 Kommunikation
4. Einschätzung von Maskulinisierungstendenzen weiblicher Führungskräfte
4.1 Äußere Erscheinung
4.2 Umgang mit Mitarbeitern
4.3 Umgang mit Geschäftspartnern
5. Geschlecht und Modebranche
5.1 Die Mode und die Gesellschaft
5.2 Das Frauenbild der Mode- und Kosmetikindustrie
5.3 Businessfrauen der Modebranche
6. Schluss
6.1 Ergebnisse und Handlungsempfehlungen
6.2 Diskussion
6.3 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Männerdomänen auf Maskulinisierungstendenzen bei weiblichen Führungskräften, mit einem speziellen Fokus auf die Modebranche. Das Ziel ist es zu ergründen, ob weibliche Führungskräfte in der Modebranche aufgrund einer weniger männerdominierten Struktur weniger Maskulinisierungstendenzen aufweisen als in anderen Branchen.
- Analyse der geschlechterrollenorientierten Geschichte und Stereotypisierung
- Untersuchung von Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Führungsstilen
- Einschätzung von Maskulinisierungstendenzen in äußerer Erscheinung, Kommunikation und Mitarbeiterführung
- Vergleich der Situation in der Modebranche mit anderen Branchen mittels eigener Erhebung
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Förderung kooperativer Führungsstile
Auszug aus dem Buch
3.1 Berufliche Ambitionen
Die Berufstätigkeit von Frauen ist in unserer Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit geworden. Trotzdem bleiben Frauen innerhalb ihrer Laufbahn im Vergleich zu Männern zurück. Im Bereich der Medizin sind mittlerweile 50 % der Studienanfänger Frauen. Dabei schließt aber nur die Hälfte aller Ärztinnen eine Facharztausbildung ab. Unter den leitenden Positionen in Krankenhäusern sind Frauen zudem eine Rarität. Sie sind zu weniger als 5 % an der oberen Spitze. Und ein weiteres Drittel übt seinen Beruf gar nicht aus. Dabei ist jedoch nur jede siebte als arbeitslos gemeldet. Dies zeigt ganz eindeutig, dass viele Frauen mehr oder weniger sogar freiwillig auf ihren Beruf verzichten. Im Gegensatz dazu war zu früheren Zeiten der Mann der Alleinverdiener und musste seine Familie meist ohne die Hilfe der Frau versorgen. Bereits in der Kindheit wird den Jungen erklärt, sie sollten sich einen anständigen Beruf aussuchen. Somit liegt nahe, dass ihr Selbstbewusstsein stark über ihre berufliche Tätigkeit definiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der Hypothese bezüglich Maskulinisierungstendenzen bei weiblichen Führungskräften in der Modebranche im Vergleich zu anderen Branchen.
2. Stereotypisierung von Männern und Frauen: Untersuchung der historischen und sozialen Ursprünge geschlechtstypischer Stereotype sowie deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Männern und Frauen.
3. Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungsstilen: Analyse geschlechtsspezifischer Führungsmerkmale, beruflicher Ambitionen und Kommunikationsstile im beruflichen Kontext.
4. Einschätzung von Maskulinisierungstendenzen weiblicher Führungskräfte: Empirische Betrachtung der äußeren Erscheinung und des Verhaltens weiblicher Führungskräfte hinsichtlich Anpassungen an männliche Normen.
5. Geschlecht und Modebranche: Beleuchtung der Besonderheiten der Modebranche, der Rolle der Industrie beim Frauenbild und der spezifischen Situation von Businessfrauen in diesem Umfeld.
6. Schluss: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse, Diskussion der Grenzen der Untersuchung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Maskulinisierungstendenzen, weibliche Führungskräfte, Modebranche, Stereotypisierung, Geschlechterrollen, Führungsstil, Geschäftswelt, Arbeitsplatz, Karriere, Männerdomäne, berufliche Ambitionen, Kommunikation, soziale Identität, Management, berufliche Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und warum weibliche Führungskräfte dazu neigen, männliche Verhaltensweisen oder äußerliche Merkmale anzunehmen – sogenannte Maskulinisierungstendenzen –, um in ihrer jeweiligen Branche beruflich erfolgreich zu sein und sich dort zu behaupten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Geschlechterrollen, die Stereotypisierung von Männern und Frauen, Unterschiede in Führungsstilen sowie der spezifische Einfluss von Branchenstrukturen auf das Auftreten von Frauen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die primäre Forschungsfrage lautet, ob weibliche Führungskräfte in der Modebranche – einer tendenziell weniger männerdominierten Domäne – weniger beabsichtigte Maskulinisierungstendenzen aufweisen als Frauen in Führungspositionen aus anderen, stärker männerdominierten Branchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfangreiche Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung sowie auf eine eigene vergleichende Analyse (Vergleichsreihe), in der weibliche Führungskräfte aus der Modeindustrie und anderen Sektoren anhand äußerer Merkmale untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Differenzen zwischen männlichen und weiblichen Führungsstilen, die Einschätzung von Maskulinisierungstendenzen (Erscheinung, Mitarbeiterführung, Geschäftspartner) und die spezifische Beleuchtung der Modebranche hinsichtlich ihres Einflusses auf das Frauenbild.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Maskulinisierungstendenzen, weibliche Führungskräfte, Modebranche, Stereotypisierung, Geschlechterrollen und Führungsstil geprägt.
Wie unterscheidet sich die Situation von Frauen in der Modebranche zu anderen Branchen?
Die Untersuchung legt nahe, dass der direkte Kontakt zur weiblich geprägten Modeindustrie sowie ein höheres Maß an Selbstbestimmung über die äußere Erscheinung dazu führen können, dass Frauen in Modeunternehmen weniger stark zu Maskulinisierungstendenzen greifen müssen als in konservativeren Wirtschaftszweigen.
Welche Rolle spielt die "gläserne Decke" in dieser Arbeit?
Die gläserne Decke wird als Metapher für unsichtbare Hindernisse verwendet, die Frauen den Aufstieg in die obersten Führungsetagen erschweren. Die Autorin diskutiert, dass Maskulinisierungstendenzen von Frauen oft als "Tarnfunktion" eingesetzt werden, um diese gläserne Decke zu durchbrechen und von männlichen Kollegen als führungskompetent akzeptiert zu werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Die Ausprägungen von Maskulinisierungstendenzen bei weiblichen Führungskräften in der Modebranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1450450