Legitimation politischer Ordnung: Hobbes vs. Hume

Thomas Hobbes´ Leviathan im Vergleich mit David Humes Kritik an der Vertragstheorie


Seminararbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Grundgedanke des Vertrags in Thomas Hobbes' Leviathan

3. David Humes vertragstheoretische Kritik

4. Vergleich der Positionen Humes und Lockes

5. Chancen und Probleme vertragstheoretischer Begriindungsmodelle

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich vergleichend mit den politischen Ansichten von Thomas Hobbes und David Hume und soll die Frage beantworten, wie aktuell Thomas Hobbes' Leviathan sowie die daran von Hume geiibte Kritik heute noch sind. Dazu soll im ersten Teil der Arbeit der Hobbessche Grundgedanke des Vertrags anhand seiner Schrift Leviathan dargelegt werden. AnschlieBend wird den daraus gewonnenen Erkenntnissen Humes Kritik an der Vertragstheorie gegenübergestellt, um somit eigene Kriterien fir einen Vergleich von vertragstheoretischer Begriindung und Legitimation politischer Ordnung zu finden. Zum Schluss sollen ein Vergleich der Standpunkte von Hobbes und Hume nach diesen gefundenen Kriterien und eine Beurteilung der Chancen und Probleme vertragstheoretischer Begriindungsmodelle die Frage nach der Aktualität und Relevanz des Kontraktualismus fir die heutige Zeit beantworten. Dabei sollen weniger die modernen Gesellschaftstheorien Buchanans und Rawls' Thema der Betrachtung sein, als vielmehr die historischen und damit fir die heutigen Ansichten grundlegenden Theorien Humes und Hobbes.

2. Der Grundgedanke des Vertrags in Thomas Hobbes' Leviathan

In diesem ersten Teil der Arbeit soll nun der Grundgedanke des Vertrags, welchen Thomas Hobbes in seinem Leviathan aufstellt, erläutert werden. Dabei stellt sich zuerst die Frage, warum der Vertrag als Grundlage der gesellschaftlichen und politischen Ordnung iiberhaupt notwendig ist. Die Antwort, welche Hobbes darauf gibt, ist kurz und prägnant. So haben die Menschen einen natiirlichen Hang zur Freiheit und Selbstbestimmung, welchen sie jedoch den Vorteilen, die ein gemeinsamer Vertrag mit sich bringt, opfern: Er verspricht Erlösung aus dem Zustand des Kriegs aller gegen alle und damit gröBere Chancen zur Selbsterhaltung (Hobbes 1980: 151). Gleichzeitig räumt Hobbes aber ein, dass Gesetze und Verträge allein diesen Zustand nicht aufzuheben vermögen. Dies begriindet er mit der Machtlosigkeit bloBer Worte. Haben die Menschen keine Konsequenzen fiir ihr gesetzwidriges Handeln zu fiirchten, so werden sich die Inhalte des Vertrags nur schwer durchsetzen lassen. Dies bedeute, dass neben den Gesetzen eine Zwangsmacht existieren miisse, welche VerstöBe gegen diese Gesetze zu strafen imstande sei (Hobbes 1980: 151). Diese Macht wird bei Hobbes durch das Kunstwerk Staat verkörpert. Dariiber hinaus ergebe sich allein schon durch das Wesen der Menschen die Notwendigkeit zum Vertrag: Anders als Ameisen oder Bienen können sie sich nicht selbst regieren, da sie „[...] der Ehre und Wiirde wegen miteinander in einem beständigen Wettstreit [...]" (Hobbes 1980: 153) lägen, untereinander Missgunst hegen und gegeneinander iiberheblich seien. Um diese Missstände abzustellen, sei es nun also nötig mittels eines Vertrags die Macht eines jeden einzelnen „[...] einem oder mehreren Menschen [zu] iibertragen, wodurch der Wille aller gleichsam auf einen Punkt vereinigt wird" (Hobbes 1980: 155). Dadurch seien das oder die Individuen, welche nun die Macht auf sich vereinigt haben, Stellvertreter eines jeden einzelnen. Diesen nun entstehenden Komplex nennt Hobbes Leviathan oder Staat. Mit ihm diirfen die Biirger nur unter der Bedingung einen Vertrag schlieBen, dass sie vorher noch keinen solchen mit einem (monarchischen) Staat getätigt haben. Nachdem dieser Vertrag mit dem Staat geschlossen worden ist, stehe es den Untertanen nicht mehr zu, diesen zu lösen (Hobbes 1980: 158). Im Gegenteil: Der Oberherr könne von seinen Untertanen nicht einmal fiir begangenes Unrecht bestraft werden, sind doch die Aktionen des Herrschers als Handlungen eines jeden Einzelnen zu sehen (Hobbes 1980: 160). Auch lässt sich der oberste Herrscher in der Wahl seiner Mittel zum Wohle des Volkes nicht einschränken (Hobbes 1980: 160). Durch die vertragliche Errichtung des Staates entstehen Grenzen fiir die persönliche Freiheit. Nur in den Bereichen, welche keinen vertraglichen Bindungen unterliegen, behält der Mensch seine Freiheiten bei (Hobbes 1980: 193). Der Vertrag beschränkt den einzelnen Burger in keiner Weise in seiner naturlichen Freiheit und damit auch nicht in seinem Drang und seiner Pflicht zum Selbsterhalt. Hobbes nennt dies explizit die „[...] Freiheit der Verweigerung [...]" (Hobbes 1980: 194). Von Bestand ist der zwischen den Menschen und dem Leviathan geschlossene Vertrag nur so lange, wie der Oberherr auch imstande ist, far seine Untertanen zu sorgen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. (Hobbes 1980: 197). Sobald dieser Umstand eintritt und der Vertrag zwischen dem Leviathan und dem Individuum gelöst wird, folgt die Rackkehr in den Naturzustand.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Legitimation politischer Ordnung: Hobbes vs. Hume
Untertitel
Thomas Hobbes´ Leviathan im Vergleich mit David Humes Kritik an der Vertragstheorie
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in das Studium der politischen Theorie WS 08/09
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V145108
ISBN (eBook)
9783640549207
ISBN (Buch)
9783640550302
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit beschäftigt sich vergleichend mit den politischen Ansichten von Thomas Hobbes und David Hume und soll die Frage beantworten, wie aktuell Thomas Hobbes Leviathan sowie die daran von Hume geübte Kritik heute noch sind. Dazu soll im ersten Teil der Arbeit der Hobbessche Grundgedanke des Vertrags anhand seiner Schrift Leviathan dargelegt werden. Anschließend wird den daraus gewonnenen Erkenntnissen Humes Kritik an der Vertragstheorie gegenübergestellt, um somit eigene Kriterien für einen Vergleich von vertragstheoretischer Begründung und Legitimation politischer Ordnung zu finden.
Schlagworte
Hume, Hobbes, Kontraktualismus, Gesellschaftsvertrag, Ballestrem, Gesellschaft, Vergleich, Leviathan, Vertragstheorie
Arbeit zitieren
Georg Thieme (Autor), 2009, Legitimation politischer Ordnung: Hobbes vs. Hume, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145108

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