Krisensituationen stellen eine enorme Belastung für Unternehmen dar. Die Bandbreite und die Schnelligkeit des Auftretens solcher Situationen nehmen durch die mit Informationen immer sensibler umgehende Gesellschaft zu. Informationen zu Krisen können durch Medien, insbesondere das Internet, von jedermann unabhängig ihres Wahrheitsgehaltes zeitnah publiziert und weltweit ungefiltert verbreitet werden. Diese Informationen sind orts- und zeitunabhängig öffentlich einsehbar. Der Schaden für das Unternehmen wächst mit der Verbreitung der Kriseninformationen. Neben den entstehenden materiellen Schäden kann das Image des Unternehmens nachhaltig beeinträchtigt nehmen.
Um Nachteile für das Unternehmen möglichst gering zu halten, kommt dem Krisenmanagement in Unternehmen eine große Bedeutung zu. Seine Haupt-aufgaben ist die "Vorbeugung, Vorbereitung, Bewältigung und Nachbereitung einer Krise". Eine wesentliche Rolle im Rahmen des Krisenmanagements hat die Kommunikationspolitik des Unternehmens in der Krise, insbesondere die Public Relations. Ihre Aufgabe ist es, das in solchen Fällen verlorene Vertrauen der Anspruchs- und Interessengruppen in das Unternehmen wieder zu gewinnen. Die Public Relations dienen damit vor allem der Existenzsicherung der von Krisen betroffenen Unternehmen. Denn meistens sind die Ursachen einer Krise schnell erkannt und behoben, die "Negativschlagzeilen bleiben aber lange im Gedächtnis der Öffentlichkeit, abhängig von der Qualität der PR-Arbeit in der Krise".
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Abgrenzung der Arbeit und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Charakterisierung von Unternehmenskrisen
2.1.1 Definition einer Krise
2.1.2 Definition einer Unternehmenskrise
2.1.3 Krisentypen und Krisenauswirkungen
2.2 Krisenkommunikation durch das Unternehmen
2.2.1 Krisenkommunikation im Internet
2.2.2 Krisenkommunikation vor der Krise
2.2.3 Krisenkommunikation während der Krise
2.2.4 Krisenkommunikation nach der Krise
2.3 Unternehmenslandschaft des Konzerns
2.4 Vorhandene Softwarearchitekturen
2.4.1 Pirobase® 5.0.3 Content Management System
2.4.2 Die Programmiersprachen Java und JSP
2.4.3 Die relationale Datenbank Oracle
3 Unternehmen im Krisenkontext
3.1 Beziehung zwischen Unternehmen und der Risikogesellschaft
3.2 Erwartungshaltung der Öffentlichkeit
3.2.1 Der Begriff der Öffentlichkeit und des öffentlichen Anliegens
3.2.2 Anspruchsgruppen im Krisenkontext
3.3 Public Relations im Kontext von Krisensituationen
3.4 Asymmetrische Public Relations im Internet im Kontext von Krisensituationen
3.5 Gesetzliche Rahmenbedingungen
4 Konzeption der Internet Applikation zur Krisenkommunikation
4.1 Erreichbarkeit der Applikation
4.1.1 Erreichbarkeit über stationäre Computer
4.1.2 Erreichbarkeit über mobile Systeme
4.2 Vernetzung der Applikation mit den Internetstartseiten der Vertriebslinien
4.2.1 Kommunikation zwischen Applikation und Vertriebslinie
4.2.2 Datenübergabe zwischen Applikation und Vertriebslinie
4.3 Darstellung von Kriseninformationen
4.3.1 Darstellung und Struktur der Kriseninformationsseite
4.3.2 Integration der Kriseninformationsseiten im Internetauftritt
4.4 Sicherheitsmaßnahmen
4.4.1 Client Authentifizierung
4.4.2 Verschlüsselung der Kommunikationswege der Internetserver
4.5 Funktionalität und Ergonomie der Administration
5 Entwicklung der Internet Applikation zur Krisenkommunikation
5.1 Modul zur Verwaltung der Kriseninformationen
5.2 Modul zur Benutzerverwaltung
5.3 Modul zur Servererreichbarkeitsprüfung
5.4 Darstellungsseiten der Kriseninformationen und deren Verlinkung
5.5 Datenflüsse zwischen den Webservern
6 Leistungsbewertung
6.1 Veränderung der Unternehmensstruktur / -prozesse
6.2 Wirtschaftlicher Vergleich
7 Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.1.1 Zusammenfassung des theoretischen Hintergrundes
7.1.2 Zusammenfassung der Applikationsentwicklung
7.2 Zukunftstendenzen für Krisenkommunikation im Internet
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, ein Konzept für eine internetübergreifende Applikation zu entwickeln, die es einem Handelskonzern wie der METRO Group ermöglicht, im Krisenfall (insbesondere bei Lebensmittelkrisen) schnell, einheitlich und automatisiert öffentlichkeitsrelevante Informationen zu publizieren. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie durch den Einsatz moderner Webtechnologien die externe Krisenkommunikation effizienter gestaltet und das Vertrauen der Anspruchsgruppen gestärkt werden kann, wobei die Kommunikation unabhängig von Zeit und Ort sowie ohne hohen administrativen Aufwand erfolgen soll.
- Krisenmanagement in großen Unternehmen und die Rolle der Public Relations
- Bedeutung des Internets als strategisches Massenkommunikationsmittel bei Krisensituationen
- Konzeption und Architektur einer Applikation zur Krisenkommunikation auf CMS-Basis
- Integration von Sicherheitskonzepten (Authentifizierung, Verschlüsselung) in webbasierte Kommunikationsprozesse
- Wirtschaftliche Bewertung und Prozessoptimierung durch Automatisierung in der Öffentlichkeitsarbeit
Auszug aus dem Buch
1.1 Abgrenzung der Arbeit und Problemstellung
Diese Arbeit umfasst neben der theoretischen Thematik des Krisen managements von Unternehmen die Erstellung einer internetübergreifenden Softwareapplikation, deren Architektur an die Unternehmensstruktur der METRO Group angepasst ist und somit eine Individuallösung darstellt. Durch die individuelle Infrastruktur der METRO Group ist es aus betriebswirtschaft-
licher und technischer Sicht nicht möglich, diese Applikation ohne großen An passungsaufwand auf anderen Unternehmenslandschaften abzubilden.
Zurzeit ist die externe Krisenkommunikation der METRO Group nur unter er schwerten Bedingungen, mit großem Zeitaufwand und innerhalb der Büro- und Geschäftszeiten gesichert.
Der Prozess zwischen der Kommunikation der Holding und den Verantwort lichen der Vertriebslinien dauert sehr lange und ist von Einzelpersonen ab hängig. Eine einheitliche Kommunikation über ein einheitliches Medium ist nicht möglich, da die Vertriebslinien nicht verbunden sind. Zudem ist eine externe Krisenkommunikation außerhalb der Geschäfts- und Bürozeiten schwierig, da die Verfügbarkeit der Verantwortlichen nicht gewährleistet ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Belastung durch Krisensituationen für Unternehmen, definiert die Problemstellung der manuellen Krisenkommunikation und skizziert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Vermittelt die theoretischen Basiskenntnisse über Krisendefinitionen, Kommunikationskanäle im Internet sowie die vorhandene technische Softwarearchitektur (CMS, Java, Oracle).
3 Unternehmen im Krisenkontext: Analysiert das Spannungsfeld zwischen Unternehmen und der „Risikogesellschaft“, beleuchtet die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und erläutert die Anforderungen an eine moderne Public Relations.
4 Konzeption der Internet Applikation zur Krisenkommunikation: Beschreibt die theoretische Konzeption der Applikation unter Berücksichtigung von Erreichbarkeit, Vernetzung, Sicherheit und Ergonomie.
5 Entwicklung der Internet Applikation zur Krisenkommunikation: Detailliert die praktische Implementierung der Softwaremodule, deren Einbettung in das bestehende CMS und die technischen Details der Datenflüsse.
6 Leistungsbewertung: Führt eine organisatorische und wirtschaftliche Bewertung ein, die den Prozessvorteil und die Kosteneinsparung durch Automatisierung der Kommunikation belegt.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die theoretischen und praktischen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen der Krisenkommunikation im Internet.
Schlüsselwörter
Krisenmanagement, Krisenkommunikation, Public Relations, Internet, Content Management System, METRO Group, Krisen-PR, Risikogesellschaft, Online-Kommunikation, Softwarearchitektur, Prozessautomatisierung, Webapplikation, Krisenprävention, Öffentlichkeitsarbeit, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung einer internetbasierten Softwarelösung für die Krisenkommunikation in einem großen Handelskonzern, konkret der METRO Group.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben dem theoretischen Krisenmanagement stehen die Aspekte der Public Relations im Internet, die technische Integration in bestehende CMS-Architekturen sowie die Prozessoptimierung für eine schnelle Krisenreaktion im Mittelpunkt.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist die Automatisierung und Beschleunigung der externen Krisenkommunikation, um unabhängig von Ort und Zeit Informationen effizient an die Öffentlichkeit zu bringen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden eine theoretische Literaturanalyse zu Krisenmanagement und PR-Methoden sowie ein konzeptionell-technischer Entwicklungsansatz für die Erstellung einer spezifischen Software-Applikation angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Krisenkontextes, die detaillierte Konzeption der Applikation, deren technische Entwicklung (Module, Schnittstellen, Sicherheit) sowie eine abschließende Leistungsbewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Krisenmanagement, Krisenkommunikation, Public Relations, Internet, CMS, Prozessautomatisierung und Risikogesellschaft.
Wie wird die Erreichbarkeit der Applikation sichergestellt?
Der Autor schlägt eine Unterteilung in stationäre Nutzung via Browser und eine mobile Nutzung per E-Mail vor, um auch außerhalb der Bürozeiten flexibel auf Krisen reagieren zu können.
Welche Rolle spielen Sicherheitsmaßnahmen in der Applikation?
Aufgrund des hohen strategischen Risikos einer unbefugten Manipulation sind Client-Authentifizierung durch TANs und die Verschlüsselung von Kommunikationswegen (Schlüsselzeichenketten) essenzielle Bestandteile des Konzepts.
- Arbeit zitieren
- Thomas Schaaf (Autor:in), 2008, Erstellung und Einführung einer Applikation zur internetübergreifenden Publikation öffentlichkeitsrelevanter Informationen bei auftretenden Krisen im Lebensmittelbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145110