Friedrich von Gentz, "Ueber den Einfluß der Entdeckung von Amerika auf den Wohlstand und die Cultur des menschlichen Geschlechts". Eine Analyse


Essay, 2009

9 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Biografie des Friedrich von Gentz
1.2. Analyse der Kernaussagen des Aufsatzes

2. Formanalyse und Wertung

Quellen und Literatur:

1. Einleitung

Die Abhandlung von Friedrich von Gentz zur Entdeckung Amerikas und deren Auswirkung auf den Wohlstand und die Kultur des menschlichen Geschlechts ist Inhalt dieser Arbeit. Einleitend werde ich kurz auf die Biografie des Autors und dessen politische Ausrichtung eingehen. Anschließend vertiefe ich die Textanalyse und werde die Kernthesen seiner Arbeit zusammenfassen. Abschließend erfolgen eine Einschätzung zu Stil und Form des Textes sowie eine Wertung.

1.1. Biografie des Friedrich von Gentz

Friedrich von Gentz wurde am 2.5.1764 in Breslau in Preußisch Schlesien geboren. Sein Vater war Friedrich Gentz (1726-1810) der als Bürokrat eine erfolgreiche Karriere mit dem Direktorat der Königlichen Münze in Berlin krönen konnte. Seine Mutter Elisabeth (1730-1804) war eine Enkelin des Charles Ancillon, der seinerseits nicht nur französischer Jurist und Diplomat war, sondern auch als Polizeidirektor von Berlin arbeitete.[1] Nach einem zweijährigen Studium bei Kant in Königsberg, entschied sich Gentz 1785 für eine Beamtenlaufbahn in Berlin, in welcher er es bis zum Kriegsrat (1793) brachte. In dieser Position fand er jedoch keine geistige Vervollkommnung und auch kein persönliches Glück, wodurch sich besonders seit der Französischen Revolution und der entscheidenden Begegnung mit Wilhelm von Humboldt (1790/91) Spannungen in ihm aufbauten. Zunächst war Gentz noch überzeugt von der Französischen Revolution und versuchte diese sogar in seiner Erstlingsschrift (1790/91) zu rechtfertigen. Nachdem er sich jedoch mit den Lehren von Montesquieu, den englischen Lehren, z.B. von Adam Smith und der Rechtslehre Kants konfrontierte und vor allem auch durch die intensive Auseinandersetzung mit Wilhelm von Humboldt gelangte er zu einer anderen Überzeugung. Diese ließ ihn 1793 „Reflections on the Revolution in France“ von Edmund Burke ins Deutsche übersetzen und kommentieren, was ihm zu europäischer Berühmtheit verhalf und ihn endgültig seine Berufung als politischer Denker und Schriftsteller erkennen ließ. 1798/99 formulierte er dann seine eigene hochkonservative Staatsauffassung, in welcher er Volkssouveränität, Menschenrechte, das Widerstandsrecht und das Recht auf Freiheit und Gleichheit ablehnte. Hinzu kam 1795 die Arbeit als Publizist und Verleger einer eigenen Zeitschrift, die „Neue deutsche Monatsschrift“, in welcher auch der hier thematisierte Aufsatz erschien. Dadurch führte er, mit Unterstützung des preußischen Staates die deutsche politische Schrift auf einen Höhepunkt. Am Ende dieser Entwicklung stand für Gentz die Erkenntnis, dass eine Grundordnung in Europa wieder hergestellt werden musste. Deutschland müsste den Dualismus überwinden und so gemeinsam mit Großbritannien den Hegemonialansprüchen Frankreichs entgegenwirken, um ein ausgewogenes Kräfteverhältnis zu schaffen. Diese Ansichten entrückten ihn immer mehr dem preußischen Hof und so kam Gentz über Umwege als Berater nach Wien. Dort stand er von 1810 bis 1830 in der Gunst Metternichs. Am 9.6.1832 verstarb Friedrich von Gentz in Wien. Er hinterließ einen unehelichen Sohn; seine Ehe mit Maria Wilhelmina (1773-1802) blieb kinderlos.[2]

1.2. Analyse der Kernaussagen des Aufsatzes

Gentz beginnt seinen Aufsatz mit einer Wertung der Entdeckung Amerikas im Vergleich mit anderen wichtigen Ereignissen der Frühen Neuzeit. Er ist der Meinung die Entdeckung Amerikas sei von größerer Bedeutung als die Kirchenreformation Luthers und die Erfindung des Buchdrucks.(S.269)[3] Da diese sich jeweils nur auf einen Teil Europas oder eben nur auf einen bestimmten Aspekt des Lebens der europäischen Bevölkerung auswirkten. Die Entdeckung Amerikas hingegen, habe nicht nur die Vereinigten Staaten hervorgebracht, welche als Quelle von Weisheit und Kraft für Europa dienlich wären, und als Staat auf einer Stufe der Freiheit und Prosperität stünden auf der sich kein anderer Staat der alten Welt befände. (S. 273) Sondern dank der Entdeckung Amerikas verbesserte sich Europa in der Kunst, in der Wissenschaft, in der Höhe der Aufklärung, der Verfeinerung und der Geselligkeit und der Freiheit jedes einzelnen, indem dieser riesige zu erschließende Markt in Übersee neue Reize und Wechselwirkungen in der Industrie des alten Kontinents setzte. (S. 274) Gentz beschreibt drei Hauptwirkungen des Amerikanischen Marktes auf die Europäische Welt.

[...]


[1] Golo Mann: Friedrich von Gentz, Geschichte eines europäischen Staatsmannes; Wien 1947; S. 17.

[2] Allgemeine deutsche Biographie & Neue deutsche Biographie; GaXC2al – Grasmann; Berlin 1964; S. 190 2.Sp. ff. in: http://mdz10.bib-bvb.de/~db/0001/bsb00016322/images/index.html?id=00016322&fip=77.7.87.155&no=5&seite=206; letzter Zugriff: 31.07.2009.

[3] sämtliche Seitenzahlen in runden Klammern in dieser Arbeit beziehen sich auf den Text: Friedrich v. Gentz; Ueber den Einfluß der Entdeckung von Amerika auf den Wohlstand und die Cultur des menschlichen Geschlechts; in: „Neue Deutsche Monatsschrift“ August 1795; 2. Band; S. 269 – 319.

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Details

Titel
Friedrich von Gentz, "Ueber den Einfluß der Entdeckung von Amerika auf den Wohlstand und die Cultur des menschlichen Geschlechts". Eine Analyse
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V145118
ISBN (eBook)
9783640549214
ISBN (Buch)
9783640553266
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Analyse, Abhandlung, Einfluß, Entdeckung, Amerika, Wohlstand, Cultur, Geschlechts<<, Friedrich, Gentz
Arbeit zitieren
Jan Erchinger (Autor), 2009, Friedrich von Gentz, "Ueber den Einfluß der Entdeckung von Amerika auf den Wohlstand und die Cultur des menschlichen Geschlechts". Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145118

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