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Die Chansons Georg Kreislers und ihre Stellung in der Entwicklung des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts

Title: Die Chansons Georg Kreislers und ihre Stellung in der Entwicklung des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts

Thesis (M.A.) , 2000 , 149 Pages , Grade: 1

Autor:in: Stefan Balzter (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Sinn und Zweck dieser Arbeit ist es, dem Leser ein tiefergehendes Verständnis der Chansons Georg Kreislers zu vermitteln und diese innerhalb der Geschichte des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts zu verorten.

Analog zu diesen beiden Zielen gliedert sich der Text – neben der obligatorischen Einrahmung durch Einleitung und Schlusswort – in zwei zentrale Kapitel.

Das erste dieser beiden, Kapitel 2, beschäftigt sich mit Kreislers Werk selbst. Um die inhaltlich wie stilistisch äußerst vielfältigen und heterogenen Stücke zu systematisieren, unterteile ich das Oeuvre in sechs verschiedene Phasen, die sich jeweils durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und durch künstlerische Innovationen auszeichnen. Meines Wissens ist dies der erste Versuch einer wissenschaftlich begründeten Untergliederung von Kreislers umfangreichem Schaffen.

Analysen sollen diese Aufteilung untermauern. Natürlich ist es im Rahmen einer einzelnen Arbeit nicht möglich, sämtliche Kreisler-Lieder oder auch nur eine repräsentative Stichprobe der 500-1.000 Stücke aus seiner Feder zu untersuchen. Anstatt also einen zwangsläufig oberflächlichen Überblick möglichst vieler Werke bieten zu wollen, konzentriere ich mich auf exemplarische Einzelanalysen einiger weniger Lieder aus jeder Phase.

In Kapitel 3 wird der historische Kontext hergestellt. Mögliche Vorbilder Kreislers und Einflüsse aus vorhergehenden Generationen von Kabarettisten werden auf Ähnlichkeiten in Inhalt und Stil untersucht, ebenso wie einige seiner Zeitgenossen und schließlich im letzten Unterkapitel jüngere Musikkabarettisten.

Naturgemäß muss auch hier eine Auswahl getroffen werden. Wer in diesem Kapitel vertreten ist und wer nicht, gründet sich auf meine eigenen Vorstudien zu dieser Arbeit und erhebt keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. Um der Frage nachzugehen, welche Stellung Georg Kreisler in der Entwicklung des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts einnimmt, ist es auch nicht zwingend notwendig, ausnahmslos jeden Kabarettisten zu erwähnen, der sich in irgendeiner Form an ihm orientiert; wichtig ist vielmehr die Frage, ob Kreisler tatsächlich die "gloriose Randerscheinung" (Klaus Budzinski) ist, die geschichtslose Singularität, als die ihn manche Kritiker wie auch Bewunderer betrachten, oder ob sein Werk nicht vielmehr lebendiger Teil der Kabaretthistorie ist, bestimmten Traditionslinien folgt und auch selbst bestimmte Traditionen des musikalischen Kabaretts begründet hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einteilung in Schaffensphasen und exemplarische Analysen

2.1 Die amerikanische Phase: Hollywood und New York

2.1.1 Beschreibung

2.1.2 Analyse: Please, shoot your husband

2.2 Die makabre Phase: Wien und die Marietta Bar

2.2.1 Beschreibung

2.2.2 Analysen: Frühlingslied, Der Musikkritiker

2.3 Die surrealistische Phase: Seltsame Gesänge und Liebeslieder

2.3.1 Beschreibung

2.3.2 Analysen: Der schöne Heinrich, Der Bluntschli

2.4 Die jüdisch orientierte Phase: Nichtarische Arien

2.4.1 Beschreibung

2.4.2 Analyse: Ich fühl mich nicht zu Hause

2.5 Die politische Phase: Tauben vergiften gegen Atomkraft

2.5.1 Beschreibung

2.5.2 Analyse: Ich soll immer was Lustiges schreiben

2.6 Die retrospektive Phase: Ein kleines Comeback

2.6.1 Beschreibung

2.6.2 Analyse: Der Politiker. Über partielle Modifikation und komplette Neufassung

3. Historischer Kontext

3.1 Vorläufer, Vorbilder, Einflüsse. Kabarett vor Kreisler

3.1.1 „Platscheplitsch“, „Trippeltrab“. Die Anfänge des deutschsprachigen Kabarettchansons

3.1.2 „Es ist ein Knie, sonst nichts.“ Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz

3.1.3 „Und als die Leichen rochen…“. Bertolt Brecht und Kurt Weill

3.1.4 „Clown, du hast deine Stellung verloren.“ Friedrich Hollaender und Erich Kästner

3.2 Zeitgenossen. Die fünfziger und sechziger Jahre

3.2.1 „Poisoning Pidgeons In The Park“. Tom Lehrer und der Vorwurf des Plagiats

3.2.2 „Die Mitzi hat ja noch ein Messer“. Kreislers ‚Kollegen‘ im „Kabarett ohne Namen“

3.2.3 „wo bleibb da hummoooa“. Ernst Jandl und H.C. Artmann

3.3 Nachfolger? Kreislers Einfluß auf spätere Kabarettgenerationen

3.3.1 „I’ve got the right to sing wrong“. Hubert Wolf und Bruno Reininger

3.3.2 „Du hast vergessen zu geh’n“. Die Wiederkehr des Chansons im gehobenen Schmalz

3.3.3 „Lullt euch ein, ich lall’ euch zu“. Die Rotzfreche Asphalt Kultur

3.3.4 „Prager Blutwurst“ – KIP records und ihre Künstler

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tiefergehendes Verständnis der Chansons von Georg Kreisler zu vermitteln und sein Werk innerhalb der Geschichte des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts zu verorten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern Kreisler als singuläres Phänomen oder als lebendiger Teil einer kabarettistischen Traditionslinie zu betrachten ist.

  • Systematisierung des umfangreichen Werks in sechs Schaffensphasen mit exemplarischen Analysen.
  • Untersuchung von Einflüssen durch Vorläufer wie Bertolt Brecht, Friedrich Hollaender und Christian Morgenstern.
  • Analyse der Rezeption Kreislers durch Zeitgenossen wie Tom Lehrer sowie spätere Generationen von Kabarettisten.
  • Diskussion des schwarzen Humors und der grotesken Stilelemente als zentrale Merkmale seines künstlerischen Ausdrucks.
  • Betrachtung der methodischen Entwicklung von der ursprünglichen Komposition bis hin zu späteren Modifikationen und Neufassungen.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Analyse: Please, shoot your husband

Im Gegensatz zu späteren Liedern, die fast immer sehr textlastig sind – gerade in den meist nicht wenigen Strophen – hat man bei „Please, shoot your husband“ den Eindruck, das ganze Lied sei um die zweifellos griffige und provokante Refrainzeile herum geschrieben worden. Kreisler selbst beschreibt, wie ein Lied oft von einer einzigen Zeile seinen Ausgang nimmt: „[Ich] erfand also die erste Textzeile gleichzeitig mit der Musik, schrieb dann die Musik zu Ende und erst dann den Rest des Textes.“

Der Vorgehensweise, die Strophen beinahe stiefmütterlich zu behandeln, um einen bemerkenswerten Refrain ins rechte Licht zu rücken, begegnen wir in den sechziger Jahren wieder in dem beinahe zum Bonmot gewordenen „Der Tod, das muß ein Wiener sein“. Selbst Reiseführer kommen bei einer Beschreibung der Wiener Lebensart nicht um diesen Satz herum – meist jedoch ohne Angabe seines Verfassers. Er ist fast eine Art Volksgut geworden. Selbst sein Autor definiert das Chanson hauptsächlich über „die Refrainzeile dieses Liedes[, die] hier in Wien so in der Luft liegt.“

Ein ähnliches Procedere liegt also wohl schon 1947 vor. Strophen als formal gleichbleibende, textlich unterschiedliche Abschnitte eines Liedes kommen in „Please, shoot your husband“ überhaupt nicht vor, lediglich ein Intro und eine Art Intermezzo, das man vielleicht als Strophe bezeichnen würde, wenn es nicht das einzige seiner Art bliebe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, Kreislers Werk in sechs Phasen zu systematisieren und historisch im Kabarettkontext einzuordnen.

2. Einteilung in Schaffensphasen und exemplarische Analysen: Analysiert Kreislers Werk durch exemplarische Lieder aus sechs verschiedenen Schaffensperioden.

3. Historischer Kontext: Untersucht Vorbilder, Einflüsse und Zeitgenossen, um Kreislers Stellung innerhalb der Kabarettgeschichte zu bestimmen.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Führt die Erkenntnisse über die Phasen und die historische Einordnung des Werks zusammen.

Schlüsselwörter

Georg Kreisler, Kabarett, Chanson, Schwarzer Humor, Groteske, Musikkabarett, Parodie, Wiener Kabarett, Politische Satire, Kabaretthistorie, Surrealismus, Zeitkritik, Liedermacher, Kabarettgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das umfangreiche musikalische Werk von Georg Kreisler, systematisiert es in sechs Schaffensphasen und analysiert dessen Einordnung und Bedeutung für die Geschichte des deutschsprachigen Kabaretts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Kompositionstechnik, der Verwendung von schwarzem Humor und Groteske, sowie dem Vergleich mit historischen Vorbildern und nachfolgenden Künstlergenerationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Kreisler als isolierte "gloriose Randerscheinung" zu verstehen ist oder als integraler Bestandteil und Wegbereiter einer Tradition innerhalb der Kabarettgeschichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine exemplarische Analyse von Einzelstücken aus jeder der sechs definierten Schaffensphasen aus, um die stilistischen Merkmale und inhaltlichen Entwicklungen nachvollziehbar zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine werkimmanente Analyse der sechs Phasen sowie eine umfassende historische Kontextualisierung, die Einflüsse und Wechselwirkungen mit anderen Kabarettisten beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Georg Kreisler, Kabarett, Chanson, Schwarzer Humor, Groteske, Parodie, Wiener Kabarett und politische Satire.

Wie geht Kreisler mit musikalischen Zitaten um?

Kreisler nutzt Zitate aus der klassischen Musik teils als atmosphärisches Mittel, teils als ironische Parodie, um durch den Kontrast zum unpassenden Textinhalt komische oder groteske Wirkungen zu erzielen.

Was zeichnet die "politische Phase" bei Kreisler aus?

In dieser Phase, insbesondere ab 1968, werden die Aussagen direkter und kämpferischer; Kreisler setzt sich explizit mit politischen und ökonomischen Verhältnissen auseinander, wobei der Tonfall oft wütender und bitterer wird.

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Details

Title
Die Chansons Georg Kreislers und ihre Stellung in der Entwicklung des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Musikwissenschaftliches Institut)
Grade
1
Author
Stefan Balzter (Author)
Publication Year
2000
Pages
149
Catalog Number
V14511
ISBN (eBook)
9783638198905
ISBN (Book)
9783638699006
Language
German
Tags
Chansons Georg Kreislers Stellung Entwicklung Kabaretts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Balzter (Author), 2000, Die Chansons Georg Kreislers und ihre Stellung in der Entwicklung des deutschsprachigen musikalischen Kabaretts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14511
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