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Politisches Framing im Diskurs um Terrorismus

Eine diskurslinguistische Analyse der Medienberichterstattung anhand des Terroranschlages im Dezember 2016 in Berlin

Titel: Politisches Framing im Diskurs um Terrorismus

Hausarbeit , 2023 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Clasen (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie wird in den Medien über Terroranschläge berichtet und welchen Einfluss hat die Art und Weise der Berichterstattung auf die Wahrnehmung von Flüchtlingen im Diskurs um Terrorismus?
Um diese Forschungsfrage beantworten zu können, wird die vorliegende Arbeit den Terrorismusdiskurs nach dem Terroranschlag in Berlin 2016 untersuchen. Dafür wird ein Korpus ausgewählter Artikel von fünf verschiedener Zeitungsträgern zusammengestellt und mithilfe von zwei verschiedenen Ansätzen aus der Diskursforschung untersucht. Hier wird zum einen der Ansatz des politischen Framings von Wehling herangezogen. Zum anderen werden Aspekte des Analyserasters von Spitzmüller und Warnke aus der Diskurslinguistik fruchtbar gemacht. Es wird sich im Rahmen der Analyse zeigen, dass der Terroranschlag und vor allem dessen Täter überdurchschnittlich oft mit der sogenannten Flüchtlingskrise in Verbindung gebracht werden. Durch eine emotionalisierende und dramatisierende Sprache manifestiert sich ein politisches Framing, das in Form von Gegenüberstellungen wie beispielsweise bösartige (muslimische) Terroristen vs. unschuldige (christliche) Opfer ermöglicht wird. Diese Dichotomisierung führt schließlich zu einer Stigmatisierung muslimisch gelesener Flüchtlinge durch die Medien. Entsprechend ist eine Sensibilisierung seitens der Bürger*innen sehr wichtig, die im Rahmen eines rassismuskritischen WiPo- und Deutschunterrichts integriert werden kann.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, gliedert sich die Arbeit in drei Teile: Zunächst erfolgt ein theoretischer Abschnitt, in dem anfangs der Forschungsstand aufgezeigt wird. Danach folgt eine Übersicht zur Diskursanalyse nach Spitzmüller und Warnke sowie eine Erläuterung des politischen Framing-Begriffs von Wehling. Auf dessen Basis wird das methodische Vorgehen der Arbeit vorgestellt, welches sich aus den eben genannten Ansätzen zusammensetzt.

Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt die darauf aufbauende Analyse. Zunächst werden auf textueller Ebene die Text- und Themenstruktur sowie die Darstellung der Akteure analysiert, um anschließend auf einer transtextuellen Ebene das politische Framing im Diskurs ausfindig machen zu können. Das letzte Kapitel widmet sich schließlich einer didaktischen Reflexion sowie einer abschließenden Betrachtung in Form eines Fazits.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Theoretischer Rahmen

3.1 Linguistische Diskursanalyse

3.2 Politisches Framing

4. Methodisches Vorgehen

5. Analyse auf textueller Ebene

5.1 Text- und Themenstruktur

5.2 Darstellung der Akteure

6. Analyse auf transtextueller Ebene: Politisches Framing

7. Didaktische Reflexion

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht diskurslinguistisch, wie die Medienberichterstattung über den Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 durch politisches Framing geprägt ist und welchen Einfluss diese Darstellung auf die Wahrnehmung von Geflüchteten im Terrorismusdiskurs hat.

  • Analyse sprachlicher Mittel in der Berichterstattung
  • Anwendung des Konzepts des politischen Framings nach Wehling
  • Untersuchung der strukturellen Darstellung von Tätern und Opfern
  • Ableitung didaktischer Implikationen für den Deutsch- und Politikunterricht
  • Kritische Reflexion über die Objektivität medialer Sprachverwendung

Auszug aus dem Buch

3.2 Politisches Framing

Hinter jedem Wort und Satz verbirgt sich immer mehr Bedeutung, als zunächst mit dem bloßen Auge erkennbar ist. Indem wir Worte oder Ideen wahrnehmen, wird im Gehirn ein Deutungsrahmen aktiviert, der in der kognitiven Wissenschaft als Frame (Rahmen) bezeichnet wird (vgl. Wehling 2019, 28). Lakoff und Wehling definieren Frames als Deutungsmuster, „die unser generelles Verständnis von der Welt strukturieren […] und die für uns schlicht wahr sind“ (Lakoff und Wehling 2009, S. 73).

Frames (Rahmen) können somit als mentale Strukturen oder Konzepte begriffen werden, die das menschliche Gehirn verwendet, um Informationen zu verstehen, zu organisieren und zu interpretieren. Die kognitiven Rahmen beeinflussen, wie wir Informationen verarbeiten und somit auch unsere Sichtweise auf die Welt. Sie helfen uns dabei, komplexe Informationen zu vereinfachen und ihnen eine Bedeutung zu geben (vgl. Wehling 2019, 27ff.).

Der Begriff Framing (Rahmung) bezieht sich auf den Prozess der Auswahl und Betonung bestimmter Aspekte eines Themas, um die Wahrnehmung, Interpretation und Haltung der Menschen zu beeinflussen. Durch das Hinzufügen des Suffixes „-ing“ (dt. „ung“), das als Substanvierungsmittel eingesetzt wird, wird die Prozesshaftigkeit des Wortes verdeutlicht. Es handelt sich somit offenbar um einen Prozess auf Sprachrezipienten oder Sprachproduzentenseite (vgl. Partetzk 2020, 159). Beim Framing geht es darum, wie Informationen präsentiert werden, um eine bestimmte Perspektive zu verstärken oder eine gewünschte Reaktion hervorzurufen. Framing kann bewusst oder unbewusst geschehen und betrifft nicht nur politische Themen, sondern jeden Bereich der sprachlichen Kommunikation (vgl. Wehling 2019, 42ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Terrorberichterstattung ein, definiert den Begriff Terroranschlag und stellt die Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit dar.

2. Forschungsstand: Hier erfolgt eine Einordnung der Arbeit in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zu Flüchtlingsdiskurs und Medienberichterstattung über Gewaltakte.

3. Theoretischer Rahmen: Es werden die Grundlagen der linguistischen Diskursanalyse und das Konzept des politischen Framings erläutert, welche als Basis für die Analyse dienen.

4. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel definiert die Auswahl der Zeitungsartikel und begründet die Anwendung des DIMEAN-Modells für die Analyse.

5. Analyse auf textueller Ebene: Die Untersuchung fokussiert sich auf die textliche Struktur sowie die Art und Weise, wie Täter und Opfer in den Artikeln dargestellt werden.

6. Analyse auf transtextueller Ebene: Politisches Framing: Hier wird aufgezeigt, wie durch die analysierten narrativen Muster spezifische politische Frames reproduziert werden.

7. Didaktische Reflexion: Dieses Kapitel diskutiert, wie die Erkenntnisse der Arbeit in den Schulunterricht integriert werden können, um Medienkompetenz zu fördern.

8. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Grenzen der Untersuchung sowie das Potenzial für zukünftige Forschungen.

Schlüsselwörter

Politisches Framing, Terrorismusdiskurs, Diskurslinguistik, Medienberichterstattung, Flüchtlingskrise, Emotionalisierung, Nachrichtensprache, Terroranschlag Berlin, DIMEAN-Modell, Sprachanalyse, Stigmatisierung, Didaktik, Medienkompetenz, Deutungsrahmen, Othering.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Sprachgebrauch in Medienberichten über den Berliner Terroranschlag von 2016 dazu beiträgt, politische Deutungsrahmen (Frames) zu erzeugen und zu manifestieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den drei Bereichen Flüchtlingsdiskurs, Medienberichterstattung und Terrorismus sowie deren wechselseitiger Verknüpfung in der journalistischen Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine emotionalisierende Sprache und spezifische Täter-Opfer-Darstellungen eine Stigmatisierung muslimischer Geflüchteter in deutschen Leitmedien stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen diskurslinguistischen Ansatz, primär das DIMEAN-Modell, um Texte auf textueller und transtextueller Ebene systematisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine textbasierte Untersuchung (Struktur, Akteursdarstellung) und eine übergeordnete Analyse der politischen Frames, wie etwa der Dichotomisierung in Ingroup und Outgroup.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Politisches Framing, Diskurslinguistik, Othering, Dichotomisierung und Medienkompetenz.

Wie wurde das Korpus für die Analyse ausgewählt?

Es wurden Artikel aus fünf einflussreichen deutschen Zeitungen (die tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bild) im Zeitraum vom 19. bis 26. Dezember 2016 ausgewählt.

Welche Rolle spielt die didaktische Reflexion für die Gesamtarbeit?

Die didaktische Reflexion überträgt die analytischen Ergebnisse in den Bildungsrahmen, um Konzepte zu entwickeln, wie Schüler für die Manipulation durch politische Sprache sensibilisiert werden können.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Sprachneutralität?

Die Arbeit schlussfolgert, dass Sprache niemals neutral ist, sondern durch implizite Frames stets Wahrnehmung und politische Weltbilder prägt, weshalb eine kontinuierliche Selbstreflexion der Rezipienten essenziell ist.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politisches Framing im Diskurs um Terrorismus
Untertitel
Eine diskurslinguistische Analyse der Medienberichterstattung anhand des Terroranschlages im Dezember 2016 in Berlin
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Deutsche Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Sprachunterricht und Demokratiebildung
Note
1,0
Autor
Katharina Clasen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
28
Katalognummer
V1452639
ISBN (PDF)
9783963563812
ISBN (Buch)
9783963563829
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politisches Framing, Diskurs, Terror, Terroranschlag, Berlin 2016, Weitnachtsmarkt, Mediendiskurs, Medienberichterstattung, linguistische Diskursanalyse, Didaktik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Clasen (Autor:in), 2023, Politisches Framing im Diskurs um Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452639
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Leseprobe aus  28  Seiten
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