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Die Figur der Mutter in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm

Titel: Die Figur der Mutter in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm

Hausarbeit , 2021 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Katharina Clasen (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit analysiert die Figur der Mutter in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm vor dem Hintergrund der Rolle der Mutter im 18. und 19. Jahrhundert. Analyseschwerpunkte sind die Verlagerung des Bösen und die Idealisierung der Mütterlichkeit.

Es soll herausgearbeitet werden, wie die Mutter in den Märchen dargestellt wird und warum dies der Fall ist. Um dieser Frage nachzugehen, wird zunächst die Rolle der Mutter zu Entstehungszeiten der Kinder- und Hausmärchen erarbeitet, um vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund ihre Rolle in den Märchen einordnen zu können. Danach erfolgt eine Einteilung des Muttertyps in die leibliche Mutter und die Stiefmutter. Auf weitere Mutterfiguren wie die Schwieger-, Pflege- oder Großmutter wird aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit verzichtet. Ferner werden einige Abweichungen von den beiden untersuchten Typen aufgezeigt und erläutert.

Anschließend werden die Textbearbeitungen der Brüder Grimm aufgezeigt, um darauf aufbauend die folgenden Kapitel der Verlagerung des Bösen und der Idealisierung der Mütterlichkeit nachvollziehen zu können. Aufgrund des begrenzen Rahmens dieser Hausarbeit werden nicht alle Märchen berücksichtigt. Es wird sich lediglich auf eine begrenzte Auswahl bezogen, die in ihren Figurenkonstellationen begründet ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Rolle der Mutter im 18./19. Jahrhundert

3 Typisierung der Mutterfigur

3.1 Die gute leibliche Mutter

3.2 Die böse Stiefmutter

4 Abweichungen

5 Bearbeitung durch Brüder Grimm

5.1 Verlagerung des Bösen

5.2 Idealisierung der Mütterlichkeit

6 Fazit

Zielsetzung & Themen der Hausarbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Mutterfigur in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, um herauszuarbeiten, wie diese Figuren konstruiert sind und welche gesellschaftlichen Hintergründe des 19. Jahrhunderts diese Rollenbilder prägten.

  • Historische Einordnung des Mutterbildes im 18./19. Jahrhundert
  • Typisierung der Mutter in "gute leibliche Mutter" und "böse Stiefmutter"
  • Analyse der narrativen Abweichungen von diesen Archetypen
  • Untersuchung der redaktionellen Bearbeitungen durch die Brüder Grimm
  • Reflektion über die Idealisierung der Mütterlichkeit und die Verlagerung des Bösen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die böse Stiefmutter

Die Stiefmutter gehört zu den populärsten weiblichen Figuren, obwohl sie gerade mal in einem Dutzend Kinder- und Hausmärchen vorhanden ist. Die Termini Stiefmutter bezeichnet die spätere Partnerschaft der Mutter in Beziehung zu den Kindern aus der vorherigen Partnerschaft des Vaters. Hierbei beläuft sich die Bezeichnung auf eine soziale und nicht auf eine leibliche Bindung. Etymologisch gesehen steht der Begriff stiefverwandt im Gegensatz zum Begriff blutsverwandt. Der Bestandteil Stiefbedeutet ursprünglich beraubt, womit impliziert wird, dass die Stiefmutter dem Kind das Mütterliche raube. Sie verkörpert also das Gegenteil jeglicher Form von Mütterlichkeit.

Das Aufkommen der Stiefmutter ist aus dem historischen Kontext heraus zu betrachten. Da es im 18. und 19. Jahrhundert eine hohe Sterblichkeitsrate der Mutter bei der Geburt gab, waren die Väter dazu gezwungen, neu zu heiraten. Die neuen Mütter brachten dann häufig Kinder aus erster Ehe mit. In diesem Zusammenhang wurde Mithilfe dieses Umstands auch der Rolle der Stiefmutter in den Märchen eine höhere Bedeutung zugeschrieben. In den Kinder- und Hausmärchen ist die Stiefmutter, die am häufigsten auftretende Gegenspielerin der Helden. Häufig reicht die Benennung als Stiefmutter, um eine Frau als böse zu charakterisieren. Sie ist die Verkörperung des Bösen und ihre Gegnerschaft zum Stiefkind stellt ein wesentliches Charakteristikum dar.

Prinzipiell kann die böse Stiefmutter in zwei Gruppen eingeteilt werden: die hexenhafte Stiefmutter und die normale Stiefmutter. Die häufigsten Handlungsmotive sind bei bösen Stiefmüttern jedoch identisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Mutterdarstellung in den Märchen der Brüder Grimm ein und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung sowie die methodischen Einschränkungen.

2 Die Rolle der Mutter im 18./19. Jahrhundert: Das Kapitel beleuchtet den historischen Wandel des bürgerlichen Familienbildes und die damit einhergehende neue Definition des Mutterbegriffs als tugendhafte Hüterin des Heims.

3 Typisierung der Mutterfigur: Hier erfolgt eine Klassifizierung der Märchen-Mütter in die zwei Hauptkategorien der guten leiblichen Mutter und der bösen Stiefmutter.

4 Abweichungen: Dieses Kapitel analysiert Ausnahmen in den Märchen, in denen Mütter nicht dem klaren Schema von "gut" oder "böse" entsprechen.

5 Bearbeitung durch Brüder Grimm: Die Untersuchung zeigt auf, wie die Brüder Grimm durch redaktionelle Eingriffe das Böse auf Stiefmütter verlagerten und das Ideal der Mütterlichkeit festigten.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Mutterdarstellung als Spiegel der damaligen idealisierten Mütterideologie und als Mittel zur Charakterisierung von Helden und Antagonisten fungiert.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Mutterfigur, Mütterlichkeit, Stiefmutter, bürgerliches Familienbild, Rollenbilder, Märchenanalyse, pädagogische Einflüsse, Geschlechterrollen, 19. Jahrhundert, Sozialisation, literarische Typisierung, Wirkungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von Mutterfiguren in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm vor dem Hintergrund des bürgerlichen Mutterideals des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Typisierung der Mutter in "gut" und "böse", historische Einflüsse auf die Rollengestaltung und die redaktionelle Bearbeitung dieser Texte durch die Brüder Grimm.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll untersucht werden, wie Mütter in Grimms Märchen dargestellt werden, warum dies der Fall ist und wie die spezifischen Charakterisierungen durch historische gesellschaftliche Normen geprägt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung historischer und gesellschaftswissenschaftlicher Kontexte der Biedermeierzeit.

Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die typologische Unterscheidung von Müttern, die Analyse von Abweichungen vom Schema sowie die Untersuchung von Modifikationen der Märchentexte über die verschiedenen Auflagen hinweg.

Was zeichnet die Märchen-Stiefmutter laut der Analyse aus?

Die Stiefmutter wird als Gegenentwurf zur fürsorglichen leiblichen Mutter dargestellt, verkörpert das Böse und dient häufig als Antagonistin, um den sozialen Status der leiblichen Kinder der Stiefmutter zu sichern.

Warum wird die "gute Mutter" in den Märchen oft früh aus der Handlung entfernt?

Die Arbeit stellt fest, dass die leibliche Mutter oft als passive Nebenfigur oder durch ihren Tod idealisiert wird, um den Helden oder die Heldin in den Fokus der Handlung zu rücken und das Ideal des "tugendhaften Muttertodes" zu bedienen.

Welchen Einfluss hatte Wilhelm Grimm auf die Darstellung des Bösen?

Wilhelm Grimm verstärkte in den redaktionellen Überarbeitungen der Märchenauflagen das Bild der bösen Stiefmutter gezielt, indem er Textpassagen verlängerte und die Bösartigkeit der Figur durch zusätzliche Handlungen unterstrich.

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Details

Titel
Die Figur der Mutter in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Neuere Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Volksmärchen in der Romantik
Note
1,7
Autor
Katharina Clasen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1452644
ISBN (PDF)
9783963564000
ISBN (Buch)
9783963564017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mutterfigur Märchen Grimm Stiefmutter Mutter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Clasen (Autor:in), 2021, Die Figur der Mutter in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452644
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Leseprobe aus  18  Seiten
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