Medienunternehmen stehen seit dem Wandel zur Informationsgesellschaft vor wachsenden Anforderungen was Multimediasysteme anbelangt. Ein entscheidender Schritt in der Medienbranche war die Digitalisierung von Daten. Durch sie wurde es möglich, dieselben Inhalte auf mehrere Darstellungsformen zu übertragen (sog. Mehrfachnutzungsstrategie). Begünstigt wurde dieser Fortschritt durch das Verschmelzen der Branchen Telekommunikation, Informationstechnologie und Medien (sog. Medienkonvergenz). Die rasante Entwicklung von stationären und mobilen Endgeräten bietet seitdem eine Vielfalt an Vertriebsmöglichkeiten multimedialer Inhalte. Dieser technologische Wandel in Produktion, Verwaltung und Vertrieb stellt jedoch neue technische Anforderungen an Multimedia-Datenbanken (MMDB). Konventionelle Datenbanken eignen sich wegen enormer Datenmengen und unterschiedlicher Strukturen der Medientypen kaum noch, um multimediale Daten adäquat verwalten zu können. Das Thema Multimedia-Datenbank in Medienunternehmen ist ein relativ neuer Bereich auf dem Gebiet der Informationswirtschaft und verdient wegen seiner praktischen Relevanz besondere Aufmerksamkeit und ist deshalb Gegenstand dieser Arbeit. Ähnlichkeit mit Datenbank-Systemen scheinen sog. Content-Management-Systeme zu haben, die sich heutzutage fast in jedem Großunternehmen finden lassen. Aber im Unterschied zu MMDB beschränkt sich deren Aufgabe auf die „Trennung von (redaktionellen) Inhalten, also Texten und Bildern, und ihre Präsentation in Gestalt eines Layouts und einer Navigationsstruktur“1. Wegen ihrer eingeschränkten Funktionalität bei der Verwaltung multimedialer Daten sollen sie in dieser Untersuchung nicht betrachtet werden. Im Folgenden werden die Grundlagen multimedialer Datenbanken dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Multimediale Datentypen und Dokumente
- Text
- Bild
- Audio
- Video
- Architektonische Perspektive auf Multimedia-Datenbanken
- Komponenten multimedialer Datenbank-Systeme
- Datenmodelle (logische Sicht)
- Datenhaltung (physische Sicht)
- Anforderungen an Multimedia-Datenbanken
- Quality of Service
- Informationsextraktion und Information Retrieval
- Speicherverwaltung
- Formatunterstützung
- Manipulation multimedialer Daten
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die technischen Grundlagen von Multimedia-Datenbanken (MMDB) in Medienunternehmen. Sie beleuchtet die Herausforderungen, die sich durch die wachsende Bedeutung multimedialer Daten und den Wandel zur Informationsgesellschaft für Medienunternehmen ergeben.
- Eigenschaften und Strukturen multimedialer Datentypen
- Referenzarchitektur für MMDB-Systeme
- Anforderungen an MMDB hinsichtlich Qualität, Informationsextraktion und -retrieval
- Speicherverwaltung und Formatunterstützung für multimediale Daten
- Manipulation von multimedialen Daten in MMDB-Systemen
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar und beleuchtet die Bedeutung von MMDB in der Medienbranche, die sich durch die Digitalisierung und Medienkonvergenz verändert hat. Die Arbeit grenzt sich von Content-Management-Systemen ab und betont die Notwendigkeit einer genaueren Betrachtung von MMDB.
- Kapitel 2: Multimediale Datentypen und Dokumente
Dieses Kapitel definiert den Begriff „multimediale Systeme“ und analysiert die Eigenschaften und Strukturen von verschiedenen multimedialen Datentypen wie Text, Bild, Audio und Video.
- Kapitel 3: Architektonische Perspektive auf Multimedia-Datenbanken
Kapitel 3 präsentiert eine Referenzarchitektur für MMDB, die die Komponenten, Datenmodelle und die Datenhaltung in diesen Systemen beleuchtet.
- Kapitel 4: Anforderungen an Multimedia-Datenbanken
Dieses Kapitel behandelt die wichtigsten Anforderungen an MMDB, darunter Aspekte wie die Quality of Service, Informationsextraktion und -retrieval, Speicherverwaltung, Formatunterstützung und die Manipulation von multimedialen Daten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den technischen Grundlagen von Multimedia-Datenbanken, Multimedia-Systemen, multimedialen Datentypen, Datenmodellen, Datenhaltung, Quality of Service, Information Retrieval, Speicherverwaltung, Formatunterstützung und Manipulation multimedialer Daten. Sie beleuchtet die Relevanz von MMDB im Kontext der Medienbranche und der Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Multimedia-Datenbanken (MMDB)?
MMDB sind spezialisierte Datenbanksysteme zur Speicherung und Verwaltung von multimedialen Datentypen wie Text, Bild, Audio und Video.
Warum reichen konventionelle Datenbanken für Medienunternehmen nicht aus?
Konventionelle Datenbanken können die enormen Datenmengen und die unstrukturierten oder zeitabhängigen Formate (wie Video/Audio) multimedialer Inhalte kaum adäquat verwalten.
Was bedeutet „Medienkonvergenz“?
Medienkonvergenz beschreibt das Verschmelzen der Branchen Telekommunikation, IT und Medien, was neue Strategien wie die Mehrfachnutzung von digitalen Inhalten ermöglicht.
Was ist der Unterschied zwischen MMDB und Content-Management-Systemen (CMS)?
Ein CMS dient primär der Trennung von Redaktionsinhalt und Layout. Eine MMDB hingegen bietet tiefere technische Funktionen für die Speicherung, Manipulation und das Retrieval komplexer Mediendaten.
Was versteht man unter „Quality of Service“ bei Multimedia-Datenbanken?
Es bezieht sich auf technische Anforderungen wie Übertragungsgeschwindigkeit und Fehlerraten, um eine unterbrechungsfreie Wiedergabe von Audio- und Videodaten zu garantieren.
- Quote paper
- Emanuel Fonth (Author), 2003, Multimedia-Datenbanken in Medienunternehmen: Technische Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14528