Konflikte beinhalten auch eine Chance

Intrapersonale und interpersonelle Konflikte in Kindertageseinrichtungen


Hausarbeit, 2009
15 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Was wird unter den Begriffen aus der These verstanden

3. Der Konflikt
3.1 Die Konfliktentwicklung
3.2 Konfliktebenen
3.2.1 Der intrapersonale Konflikt
3.2.2 Der interpersonelle Konflikt
3.3 Die Konfliktanalyse

4. Der erfolgreiche Umgang mit Konflikten und sein Nutzen
4.1 Die wünschenswerte Umgang mit Konflikten und sein Nutzen
4.2 Konflikte fördern Beziehungsaufbau und Teamentwicklung
4.3 Konflikte tragen zu Veränderungen bei

5. Fazit

Literatur

Links

Konflikte beinhalten auch eine Chance

1. Einleitung

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der These „Konflikte beinhalten auch eine Chance“. Innerhalb der einzelnen Kapitel in der Arbeit wird immer wieder Bezug auf die Situation in der Kindertageseinrichtung genommen, um so den Nutzen aus der Hausarbeit für die pädagogische Praxis ziehen zu können.

Um in das Thema einzusteigen, werden zunächst die grundlegenden Begriffe aus der These in Form von Definitionen erläutert. Im Anschluss daran geht es darum, der Leserin* die Form eines Konflikts zu verdeutlichen. Es soll veranschaulicht werden, wie genau ein Konflikt aussieht, da es wichtig ist, einen Konflikt von einem „Nicht-Konflikt“ zu unterscheiden, um eine Konfliktdiagnose bzw. -behandlung vornehmen zu können. Das Kapitel soll somit die Frage nach der Konfliktentwicklung, den Konfliktebenen und der Konfliktanalyse klären. Diese Aspekte müssen zur Auseinandersetzung mit der These deutlich gemacht werden. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu überschreiten, werden bei der Darstellung der Konfliktebenen ausschließlich die Form des intrapersonalen und die des interpersonellen Konfliktes herausgearbeitet. Innerhalb des Abschnittes der Konfliktanalyse wird eine Möglichkeit vorgestellt, die gut im Kindergarten anwendbar ist. Der Leserin soll mit Hilfe des ersten Kapitels der Arbeit die Möglichkeit gegeben werden, einen Konflikt erkennen zu können, um so eine konstruktive Konfliktlösung vornehmen zu können, die evtl. dazu führt, die Chance eines Konfliktes zu erfassen. Der anschließende Teil der Arbeit geht darin über, den erfolgreichen Umgang mit Konflikten aufzuzeigen. Dazu soll die Leserin zunächst erfahren, welche Grundhaltung gegenüber Konflikten wünschenswert wäre, um den positiven Nutzen aus einer solchen Situation ziehen zu können. Im Anschluss daran werden zwei Beispiele aufgezeigt, die deutlich machen sollen, inwieweit sich Vorteile aus Konflikten ergeben können, gerade wenn die Haltung gegenüber Konflikten positiv ist. Die Beispiele sind so ausgewählt, dass sie unter anderem den Nutzen von Konflikten in der pädagogischen Praxis darstellen. Dieser Abschnitt soll somit eine Verknüpfung zur These herstellen.

Nach der theoretischen Darstellung geht es im abschließenden Teil, dem Fazit, vor allem darum, ein Resümee zu ziehen, inwieweit sich die These bestätigen lässt. Zudem soll unter anderem ein Blick in die aktuelle eigene Einrichtungspraxis dazu beitragen, ob eine Auseinandersetzung zu dem Thema im Team sinnvoll ist.

*Hinweis: Unabhängig von der weiblichen Sprachform sind stets beide Geschlechter gemeint.

2. Was wird unter den Begriffen aus der These verstanden

Ob im privaten Leben oder im Beruf, überall herrschen Konflikte vor, bei dem Gegensätzlichkeiten und unvereinbare Handlungsalternativen aufeinander treffen (vgl. Wagner, P. 1998, S. 14). Der Begriff Konflikt stammt aus dem lateinischen und lässt sich mit dem Wort „Widerstreit“ übersetzen. Bei einem Konflikt handelt es sich um ein Aufeinandertreffen von entgegen gesetzten Interessen, Intentionen oder auch Motivationen. (o. V. 05.12.2008 www.lexikon.meyers.de) Ein Konflikt kann als eine Art der Kommunikationsstörung verstanden werden. Interpersonelle sowie soziale Konflikte gehören zum Dasein des Menschen, trotz allem werden sie als unerträglich erlebt und häufig zum Tabuthema erklärt. (vgl. Vollmer, K. 2005, S. 173) Durch die Art und Weise, wie mit den Unstimmigkeiten umgegangen wird, wird der Konflikt bestimmt. Außerdem hängt davon eine evtl. Eskalation oder auch der wesentliche Verlauf des Konflikts ab. (vgl. Weber, K. 2004, S. 6) Ein Konflikt herrscht nicht immer nur zwischen zwei Parteien vor, die eine Situation übereinstimmend als unstimmig erleben und im Handeln austragen. Auch wenn sich nur eine Partei der Tatsache bewusst ist, dass sie von der anderen Partei in der Verwirklichung ihrer Ziele, Interessen oder Auffassung frustriert oder gehindert wird, wird der Konflikt zur psychologischen Wirklichkeit. (vgl. Keller, M. 2004, S. 21)

Die Chance wird als günstige Gelegenheit oder Möglichkeit verstanden, um etwas zu erreichen mit der Aussicht auf Erfolg (vgl. Zwahr, A. 2006, S. 392). Der Begriff stammt aus dem frz. bzw. ist aus dem altfrz. Wort „cheance“ abgeleitet, was soviel heißt wie „(glücklicher) Wurf beim Glücksspiel“. (o. V. 05.12.2008 www.lexikon.meyers.de)

3. Der Konflikt

3.1 Die Konfliktentwicklung

Konflikte entwickeln sich aus kleinen Situationen, das heißt sie sind nicht plötzlich da (vgl. Herzlieb, H.-J. 2008, S. 16). Von einem Konflikt kann dann gesprochen werden, wenn die Beeinträchtigungen im Gefühls-, Denk- und/oder Willensbereich von einem Realisierungshandeln begleitet werden (Keller, M. 2004, S. 23). Im Verlauf von Ereignissen können die Situationen durch die beteiligten Personen nicht mehr richtig eingeschätzt werden, so dass das Denk- und Vorstellungsleben Zwänge verfolgt, die in der Sachlage keiner Partei mehr richtig bewusst sind. Dabei wird unter anderem auch das Gefühlsleben beeinflusst mit dem Ergebnis, das die Beteiligten evtl. die Kontrolle über sich selbst verlieren. (vgl. Keller, M. 2004, S. 23f) Die Perzeptionen, Gefühle und der Wille manifestieren sich dann im äußeren Verhalten (Keller, M. 2004, S. 24). Ein Konflikt kann sich dahingehend ausweiten, dass er eskaliert. Konflikte haben in der Regel die Tendenz sich auszuweiten, sie hören nicht so einfach von alleine auf. (vgl. Janssen, L. 2002). Ein Vermeiden von Konflikten ist im Grunde nicht möglich, sie gehören zum Leben wie die Harmonie. Freilich werden Konflikte als störend, bedrohlich oder anstrengend erlebt. Weil Konflikte die Harmonie stören, besteht immer wieder die Gefahr, dass sie unterdrückt werden. Allerdings hat die Annahme, Konflikte aussitzen zu können, in der Regel zur Folge, dass sie, wenn sie nicht ausgesprochen oder bearbeitet werden, in einem ziemlich ungünstigen und überraschenden Zeitpunkt zum Vorschein kommen. (vgl. Weber, K. 2004, S. 5) Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich alle Arten von Konflikten auf eine bestimmte Art und Weise entwickeln. Die Differenzen in einer Sachfrage eskalieren zunächst zu Problemen auf der Beziehungsebene, die Probleme verschlimmern sich bis hin zur Behandlung der Beziehung wie Sachfragen, dabei wird auf den Gegner keine Rücksicht genommen. Innerhalb der ersten Stufe, Differenzen in einer Sachfrage, haben die Parteien noch die Möglichkeit ihre Unstimmigkeiten zu klären. Die darauffolgende Stufe kann nur zu einer Lösung geführt werden, wenn ebenfalls in die Beziehung der Parteien eingegriffen wird. In der letzten Stufe hingegen scheint eine gemeinsame Lösung des Konflikts unmöglich. (vgl. Janssen, L. 2002)

3.2 Die Konfliktebenen

Konflikte können in erster Linie unterschieden werden zwischen sozialen und inneren Konflikten. In Kindertageseinrichtungen liegen in der Regel Konflikte vor, die sozialer Art sind und selten innerpsychischer Natur. (vgl. Weber, K. 2004, S. 9)

3.2.1 Der intrapersonale Konflikt

Spielen sich Konflikte innerhalb einer Person ab, handelt es sich um den so genannten inneren bzw. intrapersonalen Konflikt (vgl. Herzlieb, H.-J. 2008, S. 10). Die Betroffene fühlt sich aus dem Gleichgewicht gebracht und verunsichert. Der Konflikt wird unter anderem dann deutlich, wenn zwei innere Stimmen sich zur selben Zeit Gehör und Realität verschaffen wollen. Es baut sich eine Spannung auf, die als belastend und unangenehm empfunden wird. (vgl. Mahlmann, R. 2000, S. 32ff) In dem Fall ist die Rede vom Annäherungs-/Annäherungskonflikt. Ein weiteres Muster in einem inneren Konflikt kann der Vermeidungs-/Vermeidungskonflikt sein. In diesem Fall hat die Betroffene die Möglichkeit, zwischen Alternativen zu wählen, die sie allerdings alle ablehnt. Das letzte Bild des intrapersonalen Konfliktes ist der Annäherungs-/Vermeidungskonflikt, dabei will die Mitarbeiterin zwei Ziele erreichen, die sowohl Vor- und Nachteile mit sich bringen. (vgl. Wagner, P. 1998, S. 55) Treten innere Konflikte bei einer Mitarbeiterin auf, verfügt sie über geringe Handlungsalternativen. Somit besteht die Gefahr, dass sehr schnell die persönlichen Grenzen erreicht sind. Der innere Konflikt wirkt sich möglicherweise auf den Arbeitsalltag aus, so dass sich die Kollegin zurückzieht, distanziert und den Kontakt vermeidet. Werden die inneren Konflikte nicht bearbeitet, nimmt die Schwierigkeit, die sie mit sich bringt, in der Regel zu. Somit besteht die Gefahr, dass sich die Konfliktdimension zuspitzt oder an Häufigkeit zunimmt. (vgl. Weber, K. 2004, S. 9) Natürlich muss nicht jeder innere Konflikt ein solches Ausmaß an Dominanz haben. Anspannung, Belastung oder Unsicherheit sind allerdings wichtige Merkmale für einen seelischen Konflikt. Der Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen, ist gegeben, und es entwickelt sich eine Ambivalenz, da die Person hin und her schwankt zwischen dem Für und Wider einer Entscheidung. (vgl. Mahlmann, R. 2000, S. 34) Eine Erzieherin kann z. B. hin- und hergerissen sein, inwieweit sie die Beobachtungen bezüglich der Auffälligkeiten eines Kindes bereits im ersten Elterngespräch weitergibt (vgl. Vollmer, K. 2005, S. 173). Es gelingt nicht immer, dass die Betroffene den inneren Konflikt mit sich selber austrägt. Sie sucht sich ein Ventil, wenn es nicht gelingt, so kann sie die Spannungssituation z.B. an einer anderen Person austragen. Somit gibt es die so genannte Konfliktpartnerin, und es kommt zu einem interpersonalen Konflikt. (Oraison, M. 01.2002)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Konflikte beinhalten auch eine Chance
Untertitel
Intrapersonale und interpersonelle Konflikte in Kindertageseinrichtungen
Veranstaltung
Konfliktschlichtung
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V145328
ISBN (eBook)
9783640668038
ISBN (Buch)
9783640667987
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikte in Teams, Kindertageseinrichtung Teamkonflikte
Arbeit zitieren
Kerstin Rohdenburg (Autor), 2009, Konflikte beinhalten auch eine Chance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145328

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