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Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Die französischen Collectivités Territoriales und die bayerischen Kommunen

Titel: Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Die französischen Collectivités Territoriales und die bayerischen Kommunen

Hausarbeit , 2019 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sandro Pfeiffer (Autor:in)

Organisation und Verwaltung - Öffentliche Verwaltung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit behandelt die Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Dabei werden die französischen Collectivités Territoriales und bayerischen Kommunen kritisch verglichen.

Die französischen Gemeinden befinden sich in einer prekären Situation. Zwischen neu erlangter Freiheit und alter, zu großen Teilen weiterbestehender Abhängigkeit vom Zentralstaat scheinen sie ihre Rolle im Staatsgefüge selbst nach Jahrzehnten der fortgesetzten Dezentralisierungsstrategie nicht endgültig gefunden zu haben. Aktuelle Herausforderungen wie der demografische Wandel, der die Entleerung der Provinz beschleunigt, Haushaltsengpässe, die Investitionsstaus verursachen, sowie die Forderung der Bürgerschaft nach Partizipation und Teilhabe am kommunalpolitischen Prozess setzen die Kommunen zunehmend unter Druck. Die zusätzlichen Aufgaben, die den Gemeinden im Rahmen der Dezentralisierung übertragen wurden, bringen sie an die Grenzen ihrer personellen wie finanziellen Leistungsfähigkeit und übersteigen sie häufig sogar, sodass sie sich gezwungen sehen, diese in interkommunaler Zusammenarbeit zu erfüllen, wodurch sich ihr direkter Einfluss auf die Aufgabenerfüllung deutlich reduziert.

Es stellt sich daher die Frage, ob sich die Dezentralisierungsstrategie des Zentralstaats, die den Kommunen Autonomie und Handlungsfreiheit zur Erfüllung ihrer eigenen Angelegenheiten verschaffen sollte, vor diesem Hintergrund letztlich als inhaltsleere Pseudo-Regionalisierung entpuppt, zumal der Einfluss des Staates bis auf die lokale Ebene weiterhin ausgeprägt ist, obwohl die Idee der umfassenden "administration libre" französischen Ursprungs ist und dort zuerst in einer europäischen Verfassung verankert wurde.

Um eine historische, verwaltungskulturelle und –organisatorische Einordnung der kommunalen Selbstverwaltung der französischen Gebietskörperschaften vorzunehmen, bietet sich die Anstellung eines kritischen Verwaltungsvergleichs mit den Kommunen des Freistaats Bayern an, welche entsprechend der europäischen Verwaltungstradition mit umfangreichen Hoheiten und Rechten zur eigenverantwortlichen Regelung der eigenen Angelegenheiten ausgestattet sind und dementsprechend die Kompetenz besitzen, die örtliche Gemeinschaft weitgehend unabhängig von staatlichen Einflüssen gestalten können. Ziel des Vergleichs ist eine Bewertung des Grades der kommunalen Selbstverwaltung im Verhältnis zu staatlichem Handeln auf örtlicher und regionaler Ebene.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Wissenschaftliche Rahmenbedingungen als Grundlage für den Verwaltungsvergleich

2.1 Einheitliches konzeptionelles Verständnis

2.2 Einheitliches methodisches Verständnis

3 Vergleich des kommunalen Selbstverwaltungsrechts in Frankreich und Bayern

3.1 Deskription von Übereinstimmungen und Kontrasten der Vergleichssysteme

3.2 Generalisierung im Rahmen der systematisierenden Analyse

3.3 Kausale Erklärungsansätze und kritische Bewertung der Ergebnisse

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Grad der kommunalen Selbstverwaltung und Eigenverantwortlichkeit in Frankreich und Bayern, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten vor dem Hintergrund der jeweiligen historischen und verwaltungskulturellen Prägungen zu analysieren und den Erfolg von Dezentralisierungsreformen zu bewerten.

  • Vergleich des kommunalen Selbstverwaltungsrechts zwischen Frankreich und Bayern.
  • Analyse des Einflusses historischer und verwaltungskultureller Rahmenbedingungen.
  • Bewertung der Leistungs- und Handlungsfähigkeit von Gebietskörperschaften.
  • Untersuchung der Auswirkungen von Dezentralisierungs- und Funktionalreformen.
  • Evaluierung der Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit und territorialer Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Deskription von Übereinstimmungen und Kontrasten der Vergleichssysteme

Im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland kommt dem Subsidiaritätsprinzip seit ihrem Bestehen eine zentrale Rolle im Verwaltungsaufbau zu. Es beschreibt den Grundsatz der Zuständigkeit der jeweils kleineren Verwaltungseinheit, sofern die Aufgabenerfüllung ihre Leistungsfähigkeit nicht übersteigt (Tettinger 2007: 200). Letztlich erreicht das Prinzip seinen Höhepunkt in der Universalität der Gemeinde, wobei in Artikel 28 Absatz 2 des Grundgesetztes der unantastbare Kernbereich der eigenverantwortlichen Erfüllung aller Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft gewährleistet wird. Dieser umfasst die kommunalen Hoheiten, die in den eigenen Wirkungskreis der Gebietskörperschaft fallen, wie Artikel 83 der Bayerischen Verfassung näher ausführt (Gebiets-, Finanz-, Rechtsetzungs-, Personal-, Organisations- und Planungshoheit) (Weber/Köppert 2010: 13).

Trotz des traditionell unitarisch-zentralistischen Verwaltungsaufbaus der Republik Frankreich, ergeben sich hinsichtlich der verfassungsrechtlichen Verankerung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts seit der lokal-dezentralen Entwicklungen einige Parallelen zum bayerischen Modell. Der ebenfalls dreistufige kommunale Verwaltungsaufbau aus Communes, Départements und Régions ist in Artikel 72 der Verfassung festgeschrieben. Ebenso wird ihnen in dieser Norm das Recht zur selbständigen Verwaltung nach gesetzlichen Bestimmungen eingeräumt, wobei jedoch nicht klar hervorgeht, um welche Aufgaben es sich dabei handelt. Auch die schwache Form des Subsidiaritätsprinzips, das von der Verteilung der Aufgaben nach „Zuständigkeitsbereichen, die auf ihrer Ebene am besten wahrgenommen werden können“ spricht, bringt keine Klarheit. Letztlich werden die Universalität der Communes sowie die Aufgaben der Départements und Régions einfachgesetzlich geregelt. Hoheiten werden nur vereinzelt verfassungsrechtlich gewährleistet (z. B. Finanzhoheit in Artikel 72-2 der Verfassung).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die prekäre Situation französischer Kommunen zwischen zentralstaatlicher Abhängigkeit und Dezentralisierungsforderungen und leitet die Relevanz eines Vergleichs mit dem bayerischen Modell ab.

2 Wissenschaftliche Rahmenbedingungen als Grundlage für den Verwaltungsvergleich: Dieses Kapitel legt das konzeptionelle und methodische Fundament für den Vergleich, indem es Kriterien und Typologien zur Analyse politisch-administrativer Systeme definiert.

3 Vergleich des kommunalen Selbstverwaltungsrechts in Frankreich und Bayern: Der Hauptteil führt den detaillierten Vergleich durch, betrachtet die Konvergenzen und Divergenzen der Systeme und bewertet die kausalen Hintergründe der unterschiedlichen Entwicklungspfade.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Frankreich zwar eine Annäherung an das bayerische Modell vollzogen hat, jedoch strukturelle Mängel weiterhin eine echte Kommunalisierung hemmen.

Schlüsselwörter

Kommunale Selbstverwaltung, Frankreich, Bayern, Verwaltungsvergleich, Dezentralisierung, Subsidiaritätsprinzip, Gebietskörperschaften, Funktionalreform, Administrative Eigenverantwortlichkeit, Territorialstruktur, Politisch-administrativer Systemvergleich, Kommunale Autonomie, Staatsaufsicht, Europäische Verwaltungstradition, Reformanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einem kritischen Vergleich der Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften in Frankreich und Bayern, um den Grad der Autonomie und Eigenverantwortlichkeit auf lokaler Ebene zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die verfassungsrechtliche Verankerung der Selbstverwaltung, die funktionale Aufgabenverteilung zwischen Staat und Kommune sowie die Auswirkungen territorialer Strukturen auf die Leistungsfähigkeit der Gebietskörperschaften.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit die Dezentralisierungsstrategien in Frankreich tatsächlich zu einer Stärkung der kommunalen Handlungsspielräume geführt haben, indem diese mit der bewährten bayerischen Verwaltungstradition verglichen werden.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für den Vergleich verwendet?

Es wird ein methodischer Ansatz verfolgt, der das statisch-deskriptive Vorgehen der vergleichenden Politikwissenschaft mit der qualitativ orientierten Verwaltungswissenschaft kombiniert, ergänzt durch eine systematisierende Analyse und kausale Erklärungsansätze.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Deskription der Vergleichssysteme (Status, Funktionalität, Gebiet), eine systematisierende Generalisierung der Ergebnisse und eine kritische Bewertung der historischen und systembedingten Ursachen für die unterschiedlichen Entwicklungspfade.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie kommunale Selbstverwaltung, Dezentralisierung, Subsidiaritätsprinzip, territorialer Zuschnitt und administrative Eigenverantwortlichkeit maßgeblich geprägt.

Warum leidet die Leistungsfähigkeit vieler französischer Kommunen trotz Reformen?

Die Arbeit führt dies primär auf die extreme territoriale Zersplitterung durch eine Vielzahl kleiner Kleinstgemeinden zurück, die bei gleichzeitig dürftiger Finanzausstattung kaum in der Lage sind, ihre erweiterten Kompetenzen eigenständig und effizient wahrzunehmen.

Welche Rolle spielt das sogenannte „Cumul de Mandats“ in Frankreich?

Es beschreibt die engen Verflechtungen zwischen dem kommunalen und dem nationalen Mandat der politischen Akteure, was laut dem Autor bisher ein wesentliches Hindernis für ernsthafte Reformen zur territorialen Stärkung der Kommunen darstellt.

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Details

Titel
Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Die französischen Collectivités Territoriales und die bayerischen Kommunen
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Internationaler Governance- und Verwaltungsvergleich
Note
1,0
Autor
Sandro Pfeiffer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V1453338
ISBN (PDF)
9783963566233
ISBN (Buch)
9783963566240
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunen Organisation Staatsaufbau Exekutive Collectivités Territoriales Frankreich Bayern Zentralstaat Föderalismus föderales System
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandro Pfeiffer (Autor:in), 2019, Selbstverwaltungsrechte von Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Die französischen Collectivités Territoriales und die bayerischen Kommunen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453338
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Leseprobe aus  20  Seiten
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