Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern der deutsche Mediendiskurs bezüglich des Islam den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt seitens der Migranten beeinflusst.
Mit einer Anzahl von ungefähr 17 Millionen Menschen und damit einem Anteil von etwa 21% an der deutschen Gesamtbevölkerung bilden die Migranten einen großen Pool an arbeitsfähigen Menschen für den deutschen Arbeitsmarkt. Unter den Migranten finden sich wiederum etwa 4,3 Millionen Muslime, welche somit fast ein Drittel der in Deutschland lebenden Migranten ausmachen. Aufgrund der Tatsache, dass Migranten aufgrund ihrer sozialen Herkunft bereits seit Jahren beim Zugang zum Arbeitsmarkt benachteiligt werden, gilt es dennoch herauszufinden, wie sich die Lage der Migranten aktuell entwickelt, um Prognosen für die Zukunft zuverlässiger treffen zu können. Aufgrund der Intensivierung und Verdichtung des Mediendiskurses bezüglich des Islams sowie der parallel wachsenden Anzahl an Muslimen unter den Migranten, gilt es gezielter zu untersuchen, welche Veränderungen die mediale Darstellung der Muslime in der deutschen Gesellschaft hervorruft und inwiefern diese mit einem verändertem Zugang der Migranten zum Arbeitsmarkt einhergeht.
Die Beantwortung der Forschungsfrage soll ferner dazu dienen, ähnliche Phänomene in anderen Staaten transparenter nachzuvollziehen. Zur sinnvollen Beantwortung der Forschungsfrage bedarf es deshalb einer strukturierten Vorgehensweise mit themenbasierter Literatur. Im ersten Kapitel soll zunächst die aktuelle mediale Situation des Islam dargestellt werden, um eine Basis bieten zu können auf der die Forschungsfrage bearbeitet werden kann. Anschließend soll geklärt werden, inwiefern eine Unterscheidung von Muslimen und Migranten im medialen Diskurs stattfindet, um festzustellen, ob und inwiefern Migranten bereits als Repräsentanten von Muslimen gelten. Im dritten Kapitel soll dem Aspekt der Ausgrenzung von Migranten und Muslimen in der deutschen Gesellschaft nachgegangen werden, um folglich Rückschlüsse über signifikante Veränderungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt vornehmen zu können. Im Schlussteil werden letztlich die Kernelemente zur Beantwortung der Forschungsfrage zusammengefasst aufgegriffen, um die Fragestellung abgerundet beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mediendiskurs Islam
2.1 Der Islam in den Medien
2.2 Vom Migrant zum Moslem
3 Islamophobe Tendenzen in der Gesellschaft
3.1 Messung und Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen
4 Der Zugang zum Arbeitsmarkt
4.1 Benachteiligungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt
5 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des deutschen Mediendiskurses über den Islam auf die Teilhabe von Migranten am deutschen Arbeitsmarkt, um zu klären, inwiefern eine medial verstärkte Islamfeindlichkeit bestehende Benachteiligungen verschärft.
- Analyse der medialen Darstellung des Islam und der Muslime.
- Untersuchung der Verschiebung des Migrantenbildes hin zum "Moslem".
- Einfluss islamophober Tendenzen in der Gesellschaft auf die Arbeitsmarktchancen.
- Identifikation direkter und indirekter Diskriminierungsfaktoren, insbesondere bei muslimischen Frauen.
- Diskussion von Stigmatisierungseffekten und deren Auswirkungen auf die Partizipation von Betroffenen.
Auszug aus dem Buch
Vom Migrant zum Moslem
Wie bereits erwähnt fand seit der iranischen Revolution, sowie seit dem 11. September 2001 ein erhöhter Fokus auf den Islam in den Medien statt. Zuvor geläufige Migrantenthemen wie Fremdenfeindlichkeit und Staatsbürgerschaft werden nach 9/11 durch Themen wie Terror und Kriminalität überholt (vgl. Wendekamm 2015: 209). Während vor 9/11 der Fokus auf der Nationalität der Migranten war, verschob sich dieser also auf die Religion der Migranten. Insgesamt folgte damit eine Wandlung vom bedrohlichen Ausländer hin zur Gefahr durch islamistische Extremisten. Dadurch wurde der Islam zunehmend als Bedrohung wahrgenommen womit öffentlich ein Diskurs über die Vereinbarkeit dieser mit der deutschen Gesellschaft angeschoben wurde. Die Religionszugehörigkeit wurde somit als zentrales Thema für Integrationsprobleme der Migranten (vgl. Wendekamm 2015: 214 f. + 237 f.). Besonders betroffen von der bereits negativen Einstellung gegenüber Einwanderung sind somit zusätzlich die muslimischen Migranten, welche einen Großteil aller Migranten ausmachen. Probleme und Herausforderungen werden dadurch auf Zuwanderer aus dem islamischen Kreis projiziert (vgl. Schneiders u.a. 2009: 127). Der deutsche Politikwissenschaftler Dieter Obernhöfer spricht deshalb in dem Sammelband Islamfeindlichkeit 2009 der Vermutung zu, das der „Ausländer mit all seinen negativen Konnotationen in der deutschen Geschichte auf den Begriff der ‚Muslime‘ überzugehen scheint.“ (Schneiders u.a. 2009: 128). Sämtliche soziostrukturellen Erscheinungen die vorher mit dem Ausländer zusammengestellt wurden, unterlagen dadurch eher einer religiösen Konnotation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses des medialen Islamdiskurses auf den Arbeitsmarktzugang von Migranten und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise.
2 Mediendiskurs Islam: Dieses Kapitel analysiert das mediale Islambild, welches stark mit Klischees und negativen Themen wie Terrorismus behaftet ist, und beschreibt den Wandel vom Migranten zum "Moslem" in der öffentlichen Wahrnehmung.
3 Islamophobe Tendenzen in der Gesellschaft: Es wird dargelegt, wie sich die negative mediale Berichterstattung in der deutschen Gesellschaft manifestiert und zu einer zunehmenden Ausgrenzung von Muslimen führt.
4 Der Zugang zum Arbeitsmarkt: Das Kapitel untersucht die tatsächliche Benachteiligung von Migranten bei der Arbeitssuche und analysiert, ob eine zusätzliche Stigmatisierung aufgrund der Religionszugehörigkeit besteht.
5 Schluss: Der Schlussteil fasst zusammen, dass die negative mediale Verbindung von Islam und Bedrohungsszenarien bestehende Arbeitsmarkthürden für Migranten, insbesondere für muslimische Frauen, weiter verstärkt.
Schlüsselwörter
Mediendiskurs, Islam, Migranten, Arbeitsmarkt, Diskriminierung, Islamfeindlichkeit, Stigmatisierung, Medienberichterstattung, Integration, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, 9/11, Religionszugehörigkeit, Muslimische Frauen, Arbeitsmarktchancen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der medialen Darstellung des Islam und der Benachteiligung von Migranten beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Medienanalyse, die Entwicklung islamophober Einstellungen in der Gesellschaft sowie die empirische Untersuchung von Diskriminierungsprozessen im Arbeitsleben.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, inwiefern der deutsche Mediendiskurs bezüglich des Islam als verstärkender Faktor für die Benachteiligung von Migranten am Arbeitsmarkt fungiert.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer strukturierten Vorgehensweise mit themenbasierter Literatur, die qualitative und quantitative Studien aus den Bereichen Medienwissenschaft und Soziologie synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die mediale Islam-Darstellung, gesellschaftliche Islamfeindlichkeit und die Analyse von Diskriminierungsmechanismen, insbesondere bei Bewerbungsprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den Kernbegriffen zählen Mediendiskurs, Islam, Arbeitsmarktdiskriminierung, Stigmatisierung und Integration.
Wie beeinflusst die mediale Darstellung des Islam das Bild der Frau?
Laut der Studie werden Themen wie Frauenunterdrückung und Zwangsehen übermäßig fokussiert, was insbesondere muslimische Frauen mit Kopftuch einer verstärkten Diskriminierung aussetzt.
Welche Rolle spielen religiöse Konnotationen für die Benachteiligung?
Die Arbeit stellt fest, dass nach 9/11 der Fokus von der nationalen Herkunft stärker auf die Religion verschoben wurde, was zu einer neuen Form der stigmatisierenden Wahrnehmung von Migranten als "Moslems" führte.
- Citar trabajo
- Haci Yunus Erdal (Autor), 2016, Der Mediendiskurs Islam und der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453361