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Zwingende Gesten in der politischen Kultur Roms. Das Fallbeispiel der "Narbenschau"

Titel: Zwingende Gesten in der politischen Kultur Roms. Das Fallbeispiel der "Narbenschau"

Hausarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zwingende Gesten galten als fester Bestandteil der politischen Kultur Roms, deren Vielfalt anhand ihrer verschiedenen Erscheinungsformen zur Geltung kam. Dabei konnte es sich beispielsweise um Bittgesten handeln, die entweder im Rahmen von inneraristokratischen Konfliktsituationen oder vor dem versammelten Volk ausgeführt wurden. Aber auch das Weinen von Imperatoren vor meuternden Legionen gehörte in das Repertoire dieser stark symbolisch aufgeladenen und performativ vollzogenen sozialen Praktiken. Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll jedoch das Fallbeispiel der „Narbenschau“ dazu dienen, diese spezielle Form der politischen Ausdrucksweise zu ergründen und in den Kontext der politischen Kultur einzubetten. Leitend für diese Untersuchung ist dabei die Fragestellung nach dem Stellenwert und der Funktion zwingender Gesten für die politische Kultur Roms.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Betrachtung der soziokulturellen Hintergründe einer „Grammatik der römischen Politik“

2.1 Der Blick auf die Praxeologie – die Bedeutung sozialer Praktiken

2.2 Habitus-Konzept, Kapitalsorten und Feldtheorie nach Pierre Bourdieu

3. Der Blick auf die politische Klasse Roms

3.1 Der Habitus der römischen Nobilität

3.2 Die Ausdrucksseite der politischen Kultur Roms

3.3 Die Funktion und Bedeutung von zwingenden Gesten als „Disposition des Nachgebens“

4. Das Fallbeispiel der „Narbenschau“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Stellenwert und die Funktion zwingender Gesten in der politischen Kultur des antiken Roms. Ausgehend von einem praxeologischen Forschungsansatz wird analysiert, wie diese Gesten als Ausdrucksmittel politischer Kommunikation und als Instrumente zur Sicherung gesellschaftlicher Ordnung sowie aristokratischer Führungsansprüche fungierten.

  • Praxeologische Grundlagen und Theoriekonzepte nach Pierre Bourdieu
  • Der Habitus der römischen Nobilität und seine performative Darstellung
  • Die politische Symbolik und Ausdrucksseite der römischen Kultur
  • Funktionsweise zwingender Gesten als sogenannte „Disposition des Nachgebens“
  • Die „Narbenschau“ als Fallbeispiel für politische Semantik und Selbstdarstellung

Auszug aus dem Buch

4. Das Fallbeispiel der „Narbenschau“

Das Verweisen auf Narben galt in der römischen Republik als gängige soziale Praxis, die nicht nur vor Gericht, sondern auch im Zuge der Abhaltung politischer Reden verwendet wurde, weshalb es auch nicht befremdlich war, wenn Amtsbewerber ohne Tunika umherliefen, um so ihre benarbten Körper zur Schau zu stellen. Sowohl auf dem Forum als auch vor der Volksversammlung und im Militärlager gehörte die Demonstration der Narben zum Alltag. So brachten beispielsweise Legionäre Feldherren, die Narben vorzuweisen hatten, automatisch auch mehr Respekt entgegen. Vor dem Senat hingegen kam es wahrscheinlich nur sehr selten zu einem Verweis auf die eigenen Narben. In den meisten Fällen galt der bloße Hinweis auf die Narben als glaubwürdig genug, weshalb es eher selten zu einer Entkleidung kam. Dabei wurde der Entblößung nicht nur ein besonderer Stellenwert, sondern auch eine hohe Intensität beigemessen. Die „ereignishafte Wucht“ der Enthüllung lässt sich dabei auf die Tatsache zurückführen, dass Römer - im Gegensatz zu den antiken Griechen - eigentlich sonst nie nackt in der Öffentlichkeit zu sehen waren, wodurch zugleich auch die Besonderheit dieser römischen Praxis zur Geltung kam, die sich als „eine äußerste Möglichkeit auf der Skala des Verweisens“ darstellte, weshalb es stets zu beachten galt, „nur sparsam von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.“ Die besondere Relevanz der Narben zeigt sich in ihrer Symbolhaftigkeit, durch welche die „Würdigkeit [...] und Untadeligkeit des Narbenträgers“ bekräftigt werden sollte, dessen Ansehen sich nach seinen für die res publica erbrachten Opfer bemaß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Funktion zwingender Gesten in der römischen Politik und führt in das methodische Vorgehen mittels praxeologischer Ansätze ein.

2. Die Betrachtung der soziokulturellen Hintergründe einer „Grammatik der römischen Politik“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Praxeologie sowie die Konzepte von Pierre Bourdieu hinsichtlich Habitus, Kapital und Feldtheorie.

3. Der Blick auf die politische Klasse Roms: Hier wird der Habitus der Nobilität untersucht und beschrieben, wie politische Akteure durch performative Handlungen und Kleidung ihre Stellung im sozialen Gefüge legitimierten.

4. Das Fallbeispiel der „Narbenschau“: Dieses Kapitel analysiert anhand konkreter historischer Vorfälle, wie die Zurschaustellung von Kriegsverletzungen als politisches Zeichen zur Selbstdarstellung und Machtbehauptung diente.

5. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung zwingender Gesten für die Konsensbildung und die politische Identität der römischen Elite.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Politische Kultur, Praxeologie, Habitus, Pierre Bourdieu, Narbenschau, Aristokratie, Performative Kommunikation, Symbolische Politik, Res Publica, Soziale Praktiken, Politische Semantik, Führungsanspruch, Körpersprache, Dispositon des Nachgebens

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die politische Kultur Roms mit einem Fokus auf die Bedeutung und Funktion von zwingenden Gesten, die von den nobiles als Kommunikations- und Distinktionsmittel eingesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung folgt einer praxeologischen Betrachtungsweise unter Einbeziehung soziologischer Theorien von Pierre Bourdieu, um politische Handlungen als soziokulturelle Praktiken zu analysieren.

Was versteht die Autorin unter der „Grammatik der römischen Politik“?

Dieser Begriff beschreibt ein System von kulturell geprägten Regeln und semiotischen Abläufen, die kommunikative Prozesse in der römischen Politik bestimmten und sinnhaft machten.

Welche Rolle spielt der Habitus in diesem Zusammenhang?

Der Habitus dient als strukturgebende Grundlage, die das Handeln, die Perspektiven und das Auftreten der römischen Nobilität maßgeblich prägte und deren Klassenzugehörigkeit sowie Führungsanspruch sicherte.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Praxeologie und soziale Felder sowie in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Ausdrucksweise der römischen politischen Klasse und deren symbolischem Auftreten.

Was zeichnet die Arbeit inhaltlich aus?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von moderner soziologischer Theorie mit historischem Quellenmaterial aus, wobei besonders die politische Bedeutung des Körpers als Zeichenträger hervorgehoben wird.

Was genau ist unter der „Disposition des Nachgebens“ zu verstehen?

Die Disposition des Nachgebens beschreibt das konfliktvermeidende Verhalten der politischen Klasse, das dazu diente, den sozialen Konsens im politischen System Roms aufrechtzuerhalten.

Warum wurde die „Narbenschau“ als Fallbeispiel gewählt?

Die „Narbenschau“ dient als musterhaftes Beispiel dafür, wie der Körper durch physische Narben als politisches Kapital eingesetzt wurde, um Tugend, Opferbereitschaft und den Anspruch auf Macht öffentlich zu inszenieren.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwingende Gesten in der politischen Kultur Roms. Das Fallbeispiel der "Narbenschau"
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut - Alte Geschichte)
Veranstaltung
Notfall in Rom - Krisen und Krisenbewältigung im antiken Rom
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V1453421
ISBN (PDF)
9783963564871
ISBN (Buch)
9783963564888
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwingende Gesten antikes Rom Narbenschau politische Kultur des antiken Rom Praxeologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Zwingende Gesten in der politischen Kultur Roms. Das Fallbeispiel der "Narbenschau", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453421
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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