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Der Krieg zwischen zwei Kriegen. Otto Dix und das Tryptichon "der Krieg" (1929)

Titel: Der Krieg zwischen zwei Kriegen. Otto Dix und das Tryptichon "der Krieg" (1929)

Essay , 2020 , 6 Seiten , Note: 1

Autor:in: Ilona Gruber Drivdal (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Otto Dix zeigt uns das wahre Gesicht des Krieges. Das Tryptichon "der Krieg" war eines der ersten Kunstwerke, die von den Nazis verboten und als Prototyp 'entarteter Kunst' ausgestellt wurden. Kaum deutlicher könnten die Schrecken und Traumata der Kriegserlebnisse dargestellt werden. Das Werk entstand zwischen den Ersten und dem Zweiten Weltkrieg: eine Rückschau und eine böse Vorausahnung? Das Essay war eine Hausarbeit an der Universität in Konstanz und wurde inspiriert von einem Besuch in Otto Dix' ehemaliger Villa, jetzt Museum, wo dieses Werk zu sehen ist. Diese Arbeit ist eine Bildbeschreibung mit einer Interpretation, die auf die Ästhetik der Gewalt fokussiert, und auf die Traumata der Menschen in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Ein Wohnzimmerbild des Schreckens: Erster Eindruck

II „Der Krieg“: Versuch einer Bildbeschreibung

III Das Triptychon. Die Entstehungsgeschichte des Bildes

IV Interpretationen

1) Alte Meister und Neue Sachlichkeit: Das Leiden realistisch darstellen

2) Ästhetik der Gewalt: Der Einfluss von Nietzsche

3) 1929. Zehn Jahre nach dem Krieg: Das Trauma von der Seele malen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Triptychon „Der Krieg“ (1929) von Otto Dix als Ausdruck der traumatischen Kriegserlebnisse einer ganzen Generation und analysiert die künstlerische Auseinandersetzung des Malers mit dem Ersten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Weimarer Republik.

  • Die kunsthistorische Einordnung des Werkes im Kontext der Neuen Sachlichkeit
  • Der Einfluss philosophischer Ideen, insbesondere Nietzsches, auf die Ästhetik der Gewalt
  • Die Funktion der Malerei als Mittel zur psychischen Verarbeitung von Kriegstraumata
  • Der Vergleich zwischen deskriptiver Bildanalyse und der historisch-biografischen Entstehungsgeschichte

Auszug aus dem Buch

II „Der Krieg“: Versuch einer Bildbeschreibung

Das Gemälde besteht aus vier Teilen – im Original sind es Holztafeln, symmetrisch angeordnet wie ein Altarbild, mit dem größeren Hauptteil in der Mitte, eingerahmt von zwei schmäleren Teilen zur rechten und zur linken Seite. Unter dem mittleren Teil befindet sich noch ein niedriger Sockel, eine sogenannte „Predella“ wie Altarbildern im Mittelalter. Von rechts nach links (vom Betrachter gesehen), in Schreibrichtung entfaltet sich eine Geschichte. Auf dem rechten Altarflügel sehen wir eine Gruppe Soldaten, die, mit den Rücken zum Betrachter, auf ein Ziel hinzu marschieren: an die Front. Sie tragen Stahlhelme, auf dem Rücken Tornister, Gewehrkolben ragen hoch hinaus. Ein einziger Soldat wendet sein Gesicht zum Betrachter. Im Vordergrund liegt ein Wagenrad, im Hintergrund ist eine Landschaft zu ahnen, in einen Nebel von blaugrauer, schmutzig‐bräunlicher Farbe gehüllt. Im Horizont zeigt sich ein Schimmer von rosa: Die Morgenröte?

Die mittlere Tafel holt den Betrachter mitten in das Schlachtfeld. Keine Kriegshandlungen spielen sich hier ab, es ist vorbei. Was wir sehen, ist das Chaos nach der Schlacht, ein Durcheinander von Ruinen, Baumstümpfen, Helmen, Blut und zerrissenen Körperteilen, ein Soldat mit Gasmaske – lebt er oder ist er tot? Zwei blutüberströmte Beine ragen in die Luft. Die Farben zerfließen von dem erdig‐bräunlichen Vordergrund über grau in ein schmutziges, gelbliches Weiß, ein Weiß wie Knochen und wie Asche, das dem Bild etwas Gespenstiges verleiht. – Über diese Szene streckt sich ein brauner Ast oder rostige Eisenstange, darauf aufgespießt eine Leiche - oder besser gesagt, die Überreste einer Leiche. Ein grinsendes Skelett in zerfetzten Lumpen streckt den knochigen Zeigefinger aus wie um uns etwas zu zeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Ein Wohnzimmerbild des Schreckens: Erster Eindruck: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und beschreibt die ersten Eindrücke bei der Betrachtung des Triptychons in der rekonstruierten Wohnsituation von Otto Dix.

II „Der Krieg“: Versuch einer Bildbeschreibung: Es erfolgt eine detaillierte visuelle Analyse der einzelnen Bildtafeln des Triptychons unter Berücksichtigung ihrer Komposition und symbolischen Anordnung.

III Das Triptychon. Die Entstehungsgeschichte des Bildes: Dieses Kapitel beleuchtet die Biografie des Malers, seine eigenen Front-Erfahrungen und die historisch-politischen Umstände zwischen den Weltkriegen, die zur Entstehung des Werkes führten.

IV Interpretationen: Hier werden zentrale Deutungsansätze erörtert, darunter der Bezug zur christlichen Ikonographie, der Einfluss von Nietzsche sowie die psychologische Funktion der Kunst als Verarbeitung von Kriegstraumata.

Schlüsselwörter

Otto Dix, Der Krieg, Triptychon, Erste Weltkrieg, Weimarer Republik, Neue Sachlichkeit, Kriegstrauma, Ästhetik der Gewalt, Kunstgeschichte, Malerei, Schützengraben, Entartete Kunst, Bildanalyse, 1929, Verlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit dem Triptychon „Der Krieg“ von Otto Dix und untersucht, wie der Künstler seine Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg verarbeitet hat.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Bildsprache der Neuen Sachlichkeit, die Auswirkungen des Kriegsas auf die Psyche eines Soldaten und die symbolische Verknüpfung von moderner Kriegsdarstellung mit alten Meisterwerken.

Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Triptychon nicht nur als bloßes Kunstwerk, sondern als Dokumentation eines historischen und individuellen Traumas zu verstehen und die künstlerischen Motive von Dix zu entschlüsseln.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse genutzt?

Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Bildbeschreibung mit einer historisch-biografischen Einordnung und vergleichenden kunsthistorischen Interpretationen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die formale Gestaltung des Triptychons, beschreibt die Entstehungsgeschichte unter dem Einfluss der Weimarer Ära und stellt verschiedene Interpretationsansätze zur Ästhetik des Schreckens vor.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zeitgeschichte, Bildpsychologie, Avantgarde, Traumata und künstlerische Aufarbeitung charakterisieren.

In welchem Maße spielte der Einfluss von Friedrich Nietzsche für Otto Dix eine Rolle?

Nietzsches Philosophie der „Ästhetik der Gewalt“ und die „Bejahung des Daseins“ dienten Dix als Interpretationsrahmen, um den Krieg nicht bloß abzulehnen, sondern als ein kosmisches, wenn auch grausames Naturereignis zu dokumentieren.

Warum wird das Triptychon von Dix oft mit kirchlichen Altarbildern verglichen?

Dix nutzte die Form des Altars und der Predella, um das profane Massensterben sakral zu überhöhen und eine Verbindung zur christlichen Bildtradition, etwa bei Grünwald, herzustellen.

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Details

Titel
Der Krieg zwischen zwei Kriegen. Otto Dix und das Tryptichon "der Krieg" (1929)
Hochschule
Universität Konstanz  (Deutsche Literatur)
Veranstaltung
1929
Note
1
Autor
Ilona Gruber Drivdal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
6
Katalognummer
V1453431
ISBN (PDF)
9783963566936
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg und Kunst Ästhetik des Hässlichen Otto Dix
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ilona Gruber Drivdal (Autor:in), 2020, Der Krieg zwischen zwei Kriegen. Otto Dix und das Tryptichon "der Krieg" (1929), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453431
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Leseprobe aus  6  Seiten
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