Die Finanzkrise – wie es dazu kommen konnte


Seminararbeit, 2009
11 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

2. Der Verlauf und die Ursachen der Finanzkrise
2.1 Die Entwicklung vor der Finanzkrise
2.2 Das Ende des Booms
2.3 Der Beginn der Krise
2.4 Der Höhepunkt

3. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entwicklung der Kreditvergabe an private Haushalte in den Vereinigten Staaten

Abb. 2: Entwicklung der Immobilienpreise in 20 GroBstadtregionen der Vereinigten Staaten

1. Einleitung

Die Welt erlebt aktuell die schlimmste Finanzkrise seit der groBen Depression vor 80 Jahren. Im Herbst 2008 stand das weltweite Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch. Der Sturz des US-amerikanischen Hypothekenmarktes war der Beginn der gegenwartig zu beobachtenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise (vgl. Manchau 2008, 1). Die von der Finanzkrise ausgehenden Schockwellen erlahmen den Welthandel, Auftragsbacher wie auch Aktienmarkte brechen ein. Zahlreiche Banken und andere traditionsreiche Unternehmen entkommen dem Schicksal nur noch durch Fusionen, Ubernahmen oder Verstaatlichungen. Doch nicht nur GroBkonzerne bekommen die Krise zu sparen. Der kleine Sparer ist ebenso betroffen wie Unternehmen und ganze Staaten. Die Arbeitslosenzahlen steigen, die Preise far Konsumgater und Dienstleistungen fallen, doch die Verbraucher schatzen sich vor unnotigen Ausgaben. Das Vertrauen in das Finanzsystem ist zweifellos beschadigt. Nur dank staatlicher Rettungspakete und MaBnahmen der Zentralbanken ist es bislang gelungen einen Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems zu verhindern.

1.1 Problemstellung

Wie konnte es aberhaupt soweit kommen? Worin können die Grande far diese Krise gesehen werden? Wie kann es sein, dass Banken in karzester Zeit am Rande des Ruins stehen und um ihre Existenz farchten massen? Und welche Folgen sind von der aktuellen Finanzkrise auf die Weltwirtschaft zu erwarten? Was kommt noch auf uns zu?

1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden. Dabei soll der Verlauf der Finanzkrise wiedergegeben und die Grande far das gewaltige AusmaB der Krise aufgezeigt werden. AnschlieBend folgen eine Zusammenfassung der Erkenntnisse und ein Ausblick far die Zukunft.

2. ie Ursachen der Finanzkrise

Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 markierte den bisherigen Hohepunkt der Krise. Die amerikanischen Behorden unterstatzten Lehman Brothers in ihrer schwierigen Situation nicht, da die Glaubiger des Instituts international gestreut waren. Man rechnete daher nicht mit schlimmeren Auswirkungen. Doch damit lag man falsch. Diese Fehleinschatzung loste eine Kettenreaktion aus. Kreditgeber erkannten, dass ihnen im Falle eines Bankzusammenbruchs der Staat nicht automatisch aus der Klemme hilft. Das hatte zur Folge, dass sich Unsicherheit bezaglich zahlreicher Finanzprodukte breit machte und durch den damit entstandenen Vertrauensverlust das Kreditgeschaft zwischen den Banken nahezu stoppte (vgl. Sachverstandigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2008, 122). Doch die Krise zeichnete sich schon vor dem Kollaps von Lehman Brothers ab. Im Folgenden werden der Verlauf der Krise und die Grande far diese Krise geschildert. um zu zeigen, dass sich die Finanzkrise frahzeitig angekandigt hat und ein Entgegenwirken moglich gewesen ware.

2.1 Die Entwicklung vor der Finanzkrise

Diejenigen, die zwischen 2002 und 2007 eine Krise voraussagten, wurden verpont. Denn die Weltwirtschaft befand sich in ihrer besten Zeit und profitierte dabei von niedrigen Verbraucherpreisen. Billige Produkte aus den neuen Industrielandern (vor allem aus China) wurden auf der ganzen Welt verbreitet und erlaubten den Zentralbanken die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau zu senken. In den USA lag der Leitzins 2003 bei einem Prozent, in Europa bei zwei Prozent. Die niedrigen Zinsen sorgten fur einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Finanz- und Immobilienmarkte boomten. Von 2003 bis 2004 waren die Zinsen in den USA unter der Inflationsrate, was dazu fhrte, dass diejenigen, die ihr Geld auf der Bank sparten, einen jahrlichen Wertverlust in Kauf nehmen mussten. Im Gegensatz dazu, erzielten diejenigen, die sich Geld borgten, jahrlich Gewinne, da die zu zahlenden Zinsen kleiner waren als der Wertverlust. Es war also intelligenter sich Geld zu leihen als es zu sparen. Die logische und historisch einzigartige Folge daraus war, dass in den USA erstmals eine negative Sparquote erreicht wurde. Daraus wiederum resultierte ein Anstieg der Preise auf dem Immobilienmarkt. Es entstand die so genannte Immobilienblase. Die billigen Zinsen machten damit auch Hypotheken billig. Zwischen 2000 und 2006 waren die amerikanischen Hauspreise teilweise um 180 Prozent an Wert gestiegen.

Doch die Immobilienblase blieb nicht die einzige Blase. Mit ihr kam eine weitere Blase, die Hypothekenblase. Auf dem Markt tauchten immer merkwurdigere Hypotheken auf. Besonders interessant ist hier eine Hypothek, die spater als Ausloser der Krise identifiziert werden konnte — die Subprime Hypothek. Darunter versteht man Kredite, die an Kunden mit niedriger Kreditwurdigkeit vergeben werden. Diese Kreditnehmer mussten weder ein regelmaBiges Einkommen noch einen festen Arbeitsplatz oder eigenes Vermogen vorweisen. Man vergab also Kredite an Kunden, von denen man nicht wusste, ob sie den Kredit zuruckzahlen konnen. Banken und Makler wetteten dabei auf weiter ansteigende Immobilienpreise. Dieses Spiel konnte aber nur funktionieren, solange der Immobilienmarkt weiter boomte (vgl. Munchau 2008: 1-9). Welches AusmaB die Hypothekenvergabe seit 2002 angenommen hatte, verdeutlicht das folgende Schaubild.

Abb. 1: Entwicklung der Kreditvergabe an private Haushalte in den Vereinigten Staaten 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2008, 126.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Finanzkrise – wie es dazu kommen konnte
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institute for International Business & Globalization)
Veranstaltung
Einführung in ausgewählte Aspekte der Weltwirtschaft
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V145345
ISBN (eBook)
9783640546664
ISBN (Buch)
9783640545858
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Lehman Brothers;, Investmentbank;, Finanzkrise;, Weltwirtschaft;, Subprime;, Hypothek;, Verbriefung;, Ratingagenturen;, Bear Stearns;, New Century;, US-Hypothekenmarkt;, Merrill Lynch;, Bank of America;, Citibank;, Internationaler Währungsfonds IWF;, Federal Reserve FED;
Arbeit zitieren
Mihael Lerotic (Autor), 2009, Die Finanzkrise – wie es dazu kommen konnte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145345

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