Die Welt erlebt aktuell die schlimmste Finanzkrise seit der großen Depression vor 80 Jahren. Im Herbst 2008 stand das weltweite Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch. Der Sturz des US-amerikanischen Hypothekenmarktes war der Beginn der gegenwärtig zu beobachtenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die von der Finanzkrise ausgehenden Schockwellen erlahmen den Welthandel, Auftragsbücher wie auch Aktienmärkte brechen ein. Zahlreiche Banken und andere traditionsreiche Unternehmen entkommen dem Schicksal nur noch durch Fusionen, Übernahmen oder Verstaatlichungen. Doch nicht nur Großkonzerne bekommen die Krise zu spüren. Der kleine Sparer ist ebenso betroffen wie Unternehmen und ganze Staaten. Die Arbeitslosenzahlen steigen, die Preise für Konsumgüter und Dienstleistungen fallen, doch die Verbraucher schützen sich vor unnötigen Ausgaben. Das Vertrauen in das Finanzsystem ist zweifellos beschädigt. Nur dank staatlicher Rettungspakete und Maßnahmen der Zentralbanken ist es bislang gelungen einen Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems zu verhindern.
Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen? Worin können die Gründe für diese Krise gesehen werden? Wie kann es sein, dass Banken in kürzester Zeit am Rande des Ruins stehen und um ihre Existenz fürchten müssen? Und welche Folgen sind von der aktuellen Finanzkrise auf die Weltwirtschaft zu erwarten? Was kommt noch auf uns zu?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Der Verlauf und die Ursachen der Finanzkrise
2.1 Die Entwicklung vor der Finanzkrise
2.2 Das Ende des Booms
2.3 Der Beginn der Krise
2.4 Der Höhepunkt
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen sowie den Verlauf der globalen Finanzkrise ab dem Jahr 2008 und analysiert, wie sich die Immobilienkrise in den USA zu einer weltweiten wirtschaftlichen Rezession ausweitete.
- Entwicklung und Dynamik der amerikanischen Immobilienblase
- Mechanismen der Kreditvergabe und Risikostreuung (Verbriefung)
- Die Rolle der großen Investmentbanken im Krisenverlauf
- Auswirkungen des Vertrauensverlustes auf den Interbankenmarkt
- Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Entwicklung vor der Finanzkrise
Diejenigen, die zwischen 2002 und 2007 eine Krise voraussagten, wurden verpönt. Denn die Weltwirtschaft befand sich in ihrer besten Zeit und profitierte dabei von niedrigen Verbraucherpreisen. Billige Produkte aus den neuen Industrieländern (vor allem aus China) wurden auf der ganzen Welt verbreitet und erlaubten den Zentralbanken die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau zu senken. In den USA lag der Leitzins 2003 bei einem Prozent, in Europa bei zwei Prozent. Die niedrigen Zinsen sorgten für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Finanz- und Immobilienmärkte boomten. Von 2003 bis 2004 waren die Zinsen in den USA unter der Inflationsrate, was dazu führte, dass diejenigen, die ihr Geld auf der Bank sparten, einen jährlichen Wertverlust in Kauf nehmen mussten. Im Gegensatz dazu, erzielten diejenigen, die sich Geld borgten, jährlich Gewinne, da die zu zahlenden Zinsen kleiner waren als der Wertverlust. Es war also intelligenter sich Geld zu leihen als es zu sparen.
Die logische und historisch einzigartige Folge war, dass in den USA erstmals eine negative Sparquote erreicht wurde. Daraus wiederum resultierte ein Anstieg der Preise auf dem Immobilienmarkt. Es entstand die so genannte Immobilienblase. Die billigen Zinsen machten damit Hypotheken billig. Zwischen 2000 und 2006 waren die amerikanischen Hauspreise teilweise um 180 Prozent an Wert gestiegen.
Doch die Immobilienblase blieb nicht die einzige Blase. Mit ihr kam eine weitere Blase, die Hypothekenblase. Auf dem Markt tauchten immer merkwürdigere Hypotheken auf. Besonders interessant ist hier eine Hypothek, die später als Auslöser der Krise identifiziert werden konnte – die Subprime Hypothek. Darunter versteht man Kredite, die an Kunden mit niedriger Kreditwürdigkeit vergeben werden. Diese Kreditnehmer mussten weder ein regelmäßiges Einkommen noch einen festen Arbeitsplatz oder eigenes Vermögen vorweisen. Man vergab also Kredite an Kunden, von denen man nicht wusste, ob sie den Kredit zurückzahlen können. Banken und Makler wetteten dabei auf weiter ansteigende Immobilienpreise. Dieses Spiel konnte aber nur funktionieren, solange der Immobilienmarkt weiter boomte (vgl. Münchau 2008: 1-9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Ausbruch der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen und Folgen dieser wirtschaftlichen Erschütterung.
2. Der Verlauf und die Ursachen der Finanzkrise: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Entstehung der Immobilienblase, die Rolle der Subprime-Kredite und den eskalierenden Prozess, der zum Zusammenbruch bedeutender Investmentbanken führte.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die langfristigen Auswirkungen der Krise auf die globale Realwirtschaft sowie die Aussichten auf eine wirtschaftliche Stabilisierung.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Immobilienblase, Subprime-Hypotheken, Investmentbanken, Leitzins, Verbriefung, Weltwirtschaft, Rezession, Kreditwürdigkeit, Liquiditätskrise, Lehman Brothers, Immobilienmarkt, Sparquote, Zentralbanken, Finanzsystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und den Verlauf der globalen Finanzkrise, die ihren Ausgangspunkt in der amerikanischen Immobilienkrise nahm und weitreichende globale Folgen hatte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die US-Immobilienblase, die Kreditvergabepraktiken, die Rolle von Finanzinnovationen wie Verbriefungen sowie der Zusammenbruch großer Finanzinstitute.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen für das enorme Ausmaß der Krise nachzuvollziehen und aufzuzeigen, warum die Anzeichen für den drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch im Vorfeld oft ignoriert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die sich auf aktuelle Fachliteratur und Berichte von Wirtschaftsinstituten stützt, um den kausalen Zusammenhang zwischen Geldpolitik und Marktversagen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Krise: von der Niedrigzinsphase über das Platzen der Immobilienblase bis hin zum systemischen Vertrauensverlust am Interbankenmarkt und dem globalen Börsencrash.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?
Die wichtigsten Begriffe sind Finanzkrise, Immobilienblase, Subprime-Kredite, Investmentbanken, Liquiditätskrise, Rezession und systemisches Risiko.
Wie wirkte sich die amerikanische Geldpolitik auf die Immobilienblase aus?
Die Senkung der Leitzinsen auf ein historisch niedriges Niveau machte Hypotheken sehr billig, was zu einer massiven Spekulationswelle und einem rasanten Anstieg der Immobilienpreise führte.
Welche Rolle spielten die Ratingagenturen bei der Eskalation der Krise?
Ratingagenturen bewerteten komplexe und riskante Kreditpakete als sicher, was dazu führte, dass Anleger und Banken die tatsächlichen Ausfallrisiken unterschätzten und blind in diese Produkte investierten.
Warum war der Zusammenbruch von Lehman Brothers ein Wendepunkt?
Die Insolvenz der Bank löste einen massiven Vertrauensverlust im globalen Finanzsystem aus, der die Kreditvergabe zwischen den Banken nahezu zum Erliegen brachte.
- Quote paper
- Mihael Lerotic (Author), 2009, Die Finanzkrise – wie es dazu kommen konnte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145345