Diese Arbeit befasst sich mit außerschulischen Lernorten im Geographieunterricht und thematisiert dabei die Ausstellung "Das zerbrechliche Paradies", welche bis Ende 2023 im Gasometer in Oberhausen zu sehen war. Zunächst wird die Bedeutung von außerschulischen Lernorten im Geographieunterricht aufgezeigt, zudem findet eine Abgrenzung zum Exkursionsbegriff statt. Es folgt ein fachlicher Teil zu direkten und indirekten Reliefeingriffen durch den Menschen im Anthropozän. Anschließend erfolgt die Einordnung des Themas in das Kerncurruculum und es wird exemplarisch aufgezeigt, wie die Thematik in den Schulunterricht eingebunden werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Außerschulische Lernorte und die Abgrenzung zum Exkursionsbegriff
3. Einordnung der Thematik in das Kerncurriculum
4. Sachanalyse
5. Didaktisch – methodische Analyse
5.1 Didaktische Analyse
5.2 Methodische Analyse
6. Bezug auf BNE und die Gestaltungskompetenzen
7. Fazit
Zielsetzung und Themenbereiche
Diese Arbeit untersucht den Einsatz außerschulischer Lernorte im Geographieunterricht, speziell am Beispiel der Ausstellung "Das zerbrechliche Paradies" im Gasometer Oberhausen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein solcher Besuch zur Vermittlung komplexer geographischer Inhalte wie dem Anthropozän beitragen und Schülerkompetenzen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern kann.
- Definition und Abgrenzung von außerschulischen Lernorten und Exkursionen
- Einbettung der Ausstellungsthematik in das schulische Kerncurriculum der Oberstufe
- Sachanalyse anthropogener Eingriffe in das Relief der Erde
- Didaktisch-methodische Ausgestaltung eines Lernortbesuchs
- Förderung von BNE-Gestaltungskompetenzen im Geographieunterricht
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Der Mensch ist seit Beginn des Industriezeitalters zu einem der prägendsten geologischen Faktoren auf der Erde geworden (Meyer 2002). Seit der zunehmenden Erkenntnis des anthropogenen Klimawandels in den 1980er Jahren manifestierte sich der Begriff Anthropozän als ein neues geologisches Zeitalter. Die Kernaussage dieses Begriffs ist, dass wir in einer Phase der „geology of mankind“ (Gebhardt 2016: 28) leben, also dass die Eingriffe durch den Menschen in die Umwelt mittlerweile ein solches Ausmaß angenommen haben, sodass der Charakter eines eigenen und neuen geologischen Zeitalters erkennbar ist.
Ein weit verbreiteter Ansatz in der Gliederung von anthropogenen Reliefformen und Prozessen ist die Einteilung in direkte und indirekte menschliche Eingriffe in die Reliefsphäre. Die Intensität dieser Eingriffe ist dabei proportional mit der Weltbevölkerung und parallel zum technologischen Fortschritt gewachsen (Harnischmacher 2015). „Ihren anthropogeomorphologischen Ausdruck finden die Veränderungen in dem pro Kopf vom Menschen verlagerten Gesteins- und Bodenmaterial“ (Harnischmacher 2015: S.8). Als Folge direkter und indirekter Eingriffe beträgt dies nach Angaben des Geologen Roger L. Hooke für das Jahr 2000 ungefähr 21 Tonnen, was einem Volumen von etwa 400 Schubkarren entspricht (Harnischmacher 2015).
Direkt vom Menschen geschaffene Reliefformen sind zum einen Vollformen, wie sie vor allem im Bergbau durch die Aufschüttung von Halden und Kippen oder bei der Aufschüttung von Mülldeponien entstehen. Ebenfalls dazu gezählt werden können Aufschüttungen im Zusammenhang mit dem Siedlungsbau, zum Beispiel Schutzdämme in der Nähe von Küsten oder Fließgewässern (Kasielke und Zepp 2022). Zum anderen sind direkt geschaffene anthropogene Reliefformen Hohlformen, wie sie etwa bei dem Abbau von Rohstoffen in Tagebauen entstehen. Ein klassisches Beispiel sind die Braunkohletagebaue im Rheinland, in welchen durch den Abbau der Braunkohle ein großer Volumenverlust entsteht und große Hohlformen zurückbleiben (Leser 2009).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung außerschulischer Lernorte und Vorstellung der Zielsetzung dieser Arbeit anhand des Beispiels der Gasometer-Ausstellung.
2. Außerschulische Lernorte und die Abgrenzung zum Exkursionsbegriff: Theoretische Definition von Lernorten außerhalb der Schule und Differenzierung zum Begriff der Exkursion.
3. Einordnung der Thematik in das Kerncurriculum: Darstellung, wie die Ausstellung in die Lernvorgaben der Einführungs- und Qualifikationsphase integriert werden kann.
4. Sachanalyse: Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Anthropozän und den verschiedenen Kategorien menschengemachter Eingriffe in das Relief.
5. Didaktisch – methodische Analyse: Planungsvorschläge für den Unterricht, inklusive konkreter Arbeitsaufträge zur eigenständigen Erkundung der Ausstellung.
6. Bezug auf BNE und die Gestaltungskompetenzen: Begründung des hohen Potenzials der Ausstellung zur Förderung von Reflexionsfähigkeit und nachhaltigem Handeln durch die Schüler.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Herausforderungen beim Einsatz außerschulischer Lernorte im Unterricht.
Schlüsselwörter
Außerschulische Lernorte, Geographieunterricht, Anthropozän, Relief, Anthropogene Eingriffe, Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Gestaltungskompetenzen, Nachhaltigkeit, Kerncurriculum, Exkursion, Röhrstoffgewinnung, Gasometer Oberhausen, Geomorphologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Wert von außerschulischen Lernorten im Geographieunterricht am Beispiel der Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Geologie-Zeitalter Anthropozän, die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf die Erdoberfläche und die didaktische Verknüpfung von Ausstellungsbesuchen mit schulischen Lehrplänen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein authentischer Lernort wie die Ausstellung im Gasometer die Kompetenzentwicklung bei Schülern unterstützt und als Ergänzung zum Unterricht legitimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die mit einer Sachanalyse zu den geomorphologischen Auswirkungen menschlichen Handelns kombiniert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Lernorten, eine Einordnung in das Kerncurriculum für die Oberstufe sowie detaillierte fachliche Analysen zum Anthropozän und didaktische Konzepte zur Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Anthropozän, Außerschulische Lernorte, BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung), Kerncurriculum und Morphodynamik beschreiben.
Warum wird gerade der Gasometer Oberhausen als Beispiel gewählt?
Der Gasometer bietet durch seine großformatige Ausstellung "Das zerbrechliche Paradies" eine anschauliche und multiperspektivische Darstellung menschlicher Eingriffe in die Natur, die eine direkte Auseinandersetzung mit dem Anthropozän ermöglichen.
Welche Bedeutung haben "anthropogene Reliefformen" für den Unterricht?
Sie dienen als konkrete, sichtbare Belege für den menschlichen Einfluss auf die Geologie, die es Schülern ermöglichen, abstrakte Prozesse wie den Klimawandel oder Ressourcenabbau räumlich besser zu begreifen.
Wie können Schüler ihre "Gestaltungskompetenz" während der Exkursion stärken?
Durch die Bearbeitung von Erkundungsbögen, die nicht nur auf Faktenwissen abzielen, sondern auch eigene Handlungsperspektiven und die Reflexion des persönlichen Lebensstils einfordern, werden Schüler zur aktiven Teilhabe an Nachhaltigkeitsprozessen ermutigt.
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- Noah Kahmen (Author), 2022, Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht. Eine Analyse der Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453637