Ich habe in dem Bereich der Sterbehilfe meine Bachelorarbeit geschrieben, weshalb ich gerne diese Unterrichtsstunde unterrichtet habe, da beim Schreiben der Arbeit aufgefallen ist, dass dieses Thema sehr persönlich ist, es aber dennoch behandelt werden sollte. Vor allem im Hinblick auf die aktuellen gesetzlichen Veränderungen zum Thema Sterbehilfe, sollten die SuS die Möglichkeit bekommen, eine Meinung zu dem Thema zu entwickeln. Der Mensch wird immer wieder mit dem Tod und dem Ende des Lebens in Kontakt kommen, weshalb dieses nicht verharmlost und verschwiegen werden sollte. Da es immer wieder zu Debatten in dieser Thematik kommt, hielten die Lehrkraft und ich es für sinnvoll, in meiner durchgeführten Stunde das Thema nochmal genauer zu erarbeiten und den SuS eine folgerichtige und schlüssige Argumentation näher zu bringen. Zudem durfte ich im Rahmen eines Seminares eine Unterrichtssequenz zu dem Thema Sterbehilfe erarbeiten, weshalb ich mich gefreut habe, mehrere Stunden, die ich im Rahmen meines Studiums ausgearbeitet habe, unterrichten zu dürfen.
Der besondere Fokus liegt vor allem auf der Debatte, die sich einer Perspektivübernahme widmet, während der die SuS lernen sollen, die Perspektiven anderer zu übernehmen und diese logisch und argumentativ zu begründen, da ich genau in diesem Punkt Bedarf der SuS sehe.
Die Unterrichtsstunde wurde an der XY gehalten. Bei dieser Schule handelt es sich um eine kooperative Gesamtschule, bei der die 5. und 6. Klasse als zusätzliche Orientierungsstufe genutzt wird und eine Aufteilung in die verschiedenen Schulniveaus (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) erst ab der 7. Klasse stattfindet. Ab der 7. Klasse findet der Unterricht dann in den verschiedenen Klassenverbänden (aufgeteilt nach Schulzweigen) statt, wobei auch schulzweigübergreifender Unterricht, wie beispielsweise Werte und Normen möglich ist. In diesem übergreifenden Unterricht kommen dann alle Schulzweige in Kursen zusammen. Dieses geschieht Jahrgangsweise. Nach der 9. und 10. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler1 die Möglichkeit ihren Haupt- oder Realschulabschluss zu absolvieren. Zudem können die SuS an der Schule ihr Abitur machen. Die 11. Klasse soll auf das Abitur vorbereiten und dient als Übergangsstufe in das Abitur. In diesem Jahrgang haben die SuS im Klassenverband Unterricht und gehen ab der 12. Klasse in die unterschiedlich gewählten Kurse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lerngruppe
2.1 Aufbau der Lerngruppe
2.2 Kompetenzen der Lerngruppe
2.2.1 vorhandene Kompetenzen
2.2.2 vorrangig geförderte Kompetenzen
3 Planung
3.1 Planung der Unterrichtsstunde
3.2 Begründung des methodisch-didaktischen Vorgehens und des Materials
4 Durchführung
5 Reflexion
5.1 allgemeine Reflexion zum Stundenthema
5.2 Reflexion von Schwierigkeiten und Alternativen
5.3 Schlussfolgerungen für die nächsten Unterrichtsstunden
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Nachbereitung eines 5-wöchigen Praktikums im Fach Philosophie/Werte und Normen. Das Hauptziel besteht in der Analyse der Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema Sterbehilfe, wobei der Fokus auf dem Stundeneinstieg mittels einer Karikatur sowie der Förderung der Argumentationsfähigkeit durch ein Rollenspiel (Debatte) liegt.
- Methodik des Stundeneinstiegs durch visuelle Impulse (Karikaturanalyse)
- Förderung der Diskussions- und Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler
- Perspektivwechsel durch Rollenspiele in ethischen Debatten
- Analyse von Gruppenprozessen und Unterrichtsreaktionen in der Oberstufe
Auszug aus dem Buch
3.1 Planung der Unterrichtsstunde
Die von mir durchgeführte Unterrichtsstunde befindet sich am Ende der Sequenz (7. Unterrichtseinheit). Die geplante Stunde soll sich der Handlungskompetenz widmen, in dem die SuS ihr zuvor angeeignet wissen, anwenden können sollen. Nach Hans-Peter Drögemüller wurden vorab die ersten drei Schritte von der unterrichtenden Lehrkraft übernommen. Das bedeutet, dass ich mit den SuS den vierten Schritt, die Anwendung des zuvor gelernten Lernstoffes erproben durfte. Zu Beginn der Stunde wird eine Karikatur mit einem Beamer an das Smartboard projiziert. Auf dieser Karikatur lässt eine Krankenschwester Besuch zu einem alten Mann. Der Besuch kennzeichnet den Tod. Diese Karikatur lasse ich wenige Minuten auf die SuS wirken, um Ihnen dann zunächst beschreibende Fragen zu stellen. Sobald die Karikatur beschrieben worden ist, kann ich den SuS Fragen zur Bedeutung der Karikatur stellen. Je nach dem, wie die Reaktionen der SuS sind, können die Fragetypen individuell angepasst werden. Mein Fokus setze ich hierbei allerdings auf den beschreibenden Fragetyp, da es sich nur um einen kurzen Input handeln soll. In diesem Zusammenhang sollen die SuS einen kurzen Überblick über die Thematik der Unterrichtsstunde erlangen. Nach diesem Stundeneinstieg haben die SuS nochmal die Möglichkeit sich in ihren Expertengruppen zu sammeln, ihre Argumentation vorzubereiten und zu wiederholen und sich dadurch auf die bevorstehende Debatte vorzubereiten. Zudem sollen sich die SuS während dieser Zeit auf eine Person einigen, die ihre Expertengruppe während der Debatte vertritt, sofern dieses zuvor noch nicht umgesetzt wurde. In dieser Vorbereitungszeit kann die Lehrkraft den Klassenraum soweit vorbereiten, dass die Debatte nach Eintreffen der SuS beginnen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den schulischen Kontext der kooperativen Gesamtschule und begründet die Themenwahl der Sterbehilfe basierend auf dem Vorwissen des Autors und der aktuellen gesellschaftlichen Relevanz.
2 Lerngruppe: Dieses Kapitel stellt die Struktur, die soziale Dynamik sowie die individuellen Kompetenzen des Grundkurses der 12. Klasse dar.
3 Planung: Der Abschnitt detailliert die Vorbereitung der Einheit, inklusive der methodischen Wahl der Debatte und der didaktischen Funktion des Stundeneinstiegs.
4 Durchführung: Hier erfolgt der Bericht über den tatsächlichen Unterrichtsverlauf, wobei insbesondere auf Schülerreaktionen und spontane Anpassungen eingegangen wird.
5 Reflexion: Der Autor bewertet den Unterrichtserfolg, reflektiert aufgetretene Schwierigkeiten wie die Erschöpfung der Schülerinnen und Schüler und leitet Konsequenzen für die weitere Praxis ab.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Ethikunterricht, Didaktik, Debatte, Rollenspiel, Perspektivübernahme, Argumentation, Suizidbeihilfe, Unterrichtsreflexion, Fachdidaktik Werte und Normen, Diskussionskompetenz, Karikaturanalyse, Urteilsbildung, Oberstufe, Handlungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Das Hauptanliegen ist die professionelle Reflexion einer Unterrichtseinheit zum sensiblen Thema Sterbehilfe im Fach Werte und Normen, unter besonderer Berücksichtigung methodischer Ansätze wie der Debatte.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zu den zentralen Themen gehören die verschiedenen Formen der Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen, Suizidbeihilfe, Symptomlinderung, Behandlungsabbruch) und deren ethisch-rechtliche Einordnung.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Unterrichtsstunde?
Das primäre Ziel ist die Förderung der Diskussions- und Argumentationskompetenz, indem Schülerinnen und Schüler lernen, fremde Perspektiven einzunehmen und diese logisch zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine didaktische Reflexionsmethode angewandt, die den gesamten Prozess von der Lerngruppenanalyse über die Planung bis hin zur kritischen Evaluation der Durchführung umfasst.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die konkrete Strukturierung der Unterrichtsstunde, einschließlich der Aktivierung der Schülerinnen und Schüler durch Karikaturen und der Organisation von Expertengruppen für das Debattentraining.
Welche Kernbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Diskussionskultur, Perspektivwechsel, moralisches Argumentieren und die praktische Anwendung von schulfachspezifischen Kompetenzen aus.
Warum war der zeitliche Ablauf der Debatte anders als geplant?
Die Debatte dauerte kürzer (25 Minuten statt 45 Minuten), da die Schülerinnen und Schüler aufgrund einer vorangegangenen Klausur erschöpft waren und weniger rege argumentierten, was eine Umplanung der Sicherungsphase erforderte.
Wie ging der Autor mit der emotionalen Belastung durch das Thema Tod um?
Er achtete auf ein respektvolles Unterrichtsklima und reagierte empathisch auf Schülerinnen und Schüler, die in ihrem persönlichen Umfeld Verluste erlitten hatten, indem er flexibel Pausen anbot und auf erzwungene detaillierte Fallbeispiele verzichtete.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Praktikumsbericht zur Unterrichtsstunde "Tod und Sterben" (12. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453728