Blickt man zurück auf die 60er und 70er Jahre, so ging es im Finanzwesen aus¬schließlich um die Finanzberichterstattung von Unternehmen. Doch die Weltwirtschaft erlebt seither einen Wandel. Die großen Konzerne dieser Welt sehen sich zunehmend mit umweltrelevanten Themen konfrontiert. Der Klimawandel, der schnelle Ressourcenverbrauch, die Wasserknappheit, der CO2-Ausstoß, und andere umweltbedrohende Belange zwingen Unternehmen dazu aktiv zu werden. Die Veränderung könnte Geschäftstätigkeiten einschränken und die Märkte neu ausrichten. Der größte Druck für Unternehmer geht jedoch von den Stakeholdern aus. Sie bestimmen das Schicksal der Unternehmen und können Einfluss nehmen auf die Finanzierung anstehender Projekte. Unterschiedliche Interessensgruppen möchten heute über die umweltrelevanten Auswirkungen von Unternehmenstätigkeiten benachrichtigt werden. Zu den Interessensgruppen zählen neben der Gesellschaft, den Mitarbeitern, den Konsumenten, den Geschäftspartnern, und Wettbewerbern auch die Investoren. Das Umweltmanagement eines Unternehmens stellt für viele Investoren ein Abbild des gesamten Managements dar.
Immer mehr Unternehmen weiten den Umfang ihrer umweltpolitischen Veröffentlichungen freiwillig aus, um positiv von ihren Investoren wahrgenommen zu werden. Nach Deegan und Rankin glauben die Leser von Geschäftsberichten, dass umweltrelevante Informationen ihre Investitionsentscheidungen beeinflussen. Investoren leiten aus den umweltbezogenen Informationen Auswirkungen auf zukünftige Kosten und Cashflows ab und berücksichtigen diese bei der Wahl einer geeigneten Investition. Die vorliegende Arbeit soll eine Antwort auf die Frage liefern, ob Investoren ihre Investitionsentscheidungen von umweltbezogenen Informationen beeinflussen lassen? Wenn Umweltinformationen tatsächlich wichtig sind, welche Art von Informationen sind für Investoren entscheidungsrelevant? Sind es qualitative oder eher quantitative Informationen? Und welche Rolle spielt der dargelegte Zeithorizont? Gibt es einen Unterschied in der Wirkung qualitativer und quantitativer Umweltinformationen auf kurzfristige und langfristige Investitionsentscheidungen?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Fragestellung
- 1.2 Ziel und Gang der Analyse
- 2. Umweltinformationen und Unternehmensmotive für die angewandte Offenlegungsstrategie
- 2.1 Die Relevanz von Umweltinformationen
- 2.2 Unternehmensmotive für die Offenlegung umweltrelevanter Informationen
- 2.3 Die Legitimitätstheorie
- 3. Vergleichbare Studien und deren Ergebnisse
- 4. Die Studie von Pall Rikhardsson und Claus Holm
- 4.1 Vernachlässigte Aspekte früherer Studien
- 4.2 Die angewandte Methodik
- 4.2.1 Die Beschreibung der Studie
- 4.2.2 Die Testpersonen
- 4.2.3 Das Analyseverfahren
- 4.3 Die Ergebnisse
- 5. Kritische Würdigung der Studie
- 5.1 Die Auswahl der Teilnehmer
- 5.2 Das gewählte Forschungsdesign
- 5.3 Unberücksichtigte Einflussfaktoren
- 6. Fazit, Implikationen, und Stand der aktuellen Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Relevanz von Umweltinformationen für Investitionsentscheidungen und analysiert kritisch die Studie "THE EFFECT OF ENVIRONMENTAL INFORMATION ON INVESTMENT ALLOCATION DECISION" von Rikhardsson/Holm (2008). Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, ob und wie Umweltinformationen die Investitionsentscheidungen von Investoren beeinflussen.
- Relevanz von Umweltinformationen für Investitionsentscheidungen
- Unternehmensmotive für die Offenlegung umweltrelevanter Informationen
- Kritik an der Studie von Rikhardsson/Holm (2008)
- Aktuelle Entwicklungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland
- Einfluss von Umweltinformationen auf den Unternehmenswert
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung
Diese Einleitung führt in das Thema der Umweltberichterstattung und deren Relevanz für Investitionsentscheidungen ein. Sie erläutert die wachsende Bedeutung von Umweltthemen für Unternehmen und deren Stakeholder und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
- Kapitel 2: Umweltinformationen und Unternehmensmotive für die angewandte Offenlegungsstrategie
Dieser Abschnitt beleuchtet die Relevanz von Umweltinformationen für Investoren und analysiert die Motive von Unternehmen für die freiwillige Offenlegung dieser Informationen. Er betrachtet dabei auch die Legitimitätstheorie, die die Bereitschaft von Unternehmen zur Offenlegung von Umweltinformationen erklärt.
- Kapitel 3: Vergleichbare Studien und deren Ergebnisse
Kapitel 3 stellt vergleichbare Studien zur Relevanz von Umweltinformationen für Investitionsentscheidungen vor und diskutiert deren Ergebnisse.
- Kapitel 4: Die Studie von Pall Rikhardsson und Claus Holm
Dieser Abschnitt analysiert die Studie von Rikhardsson/Holm (2008) und betrachtet die angewandte Methodik, die Beschreibung der Studie, die Auswahl der Testpersonen und das Analyseverfahren.
- Kapitel 5: Kritische Würdigung der Studie
In diesem Kapitel wird die Studie von Rikhardsson/Holm (2008) kritisch beleuchtet. Es werden die Auswahl der Teilnehmer, das gewählte Forschungsdesign und unberücksichtigte Einflussfaktoren analysiert.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter der Arbeit sind Umweltberichterstattung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Investitionsentscheidungen, Umweltinformationen, Unternehmenswert, Stakeholder, Legitimitätstheorie, Finanzmarkt, Risiko, und die Studie von Rikhardsson/Holm (2008). Diese Begriffe umfassen die wichtigsten Themen und Forschungsgebiete der Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die Umweltberichterstattung für Investoren?
Umweltbezogene Informationen helfen Investoren dabei, zukünftige Kosten und Cashflows abzuleiten. Sie dienen oft als Abbild des gesamten Managements und beeinflussen maßgeblich die Wahl einer geeigneten Investition.
Was sind die Motive für Unternehmen, Umweltinformationen offenzulegen?
Viele Unternehmen weiten ihre Berichterstattung freiwillig aus, um von Investoren positiv wahrgenommen zu werden und ihre Legitimität gegenüber verschiedenen Interessensgruppen (Stakeholdern) zu sichern.
Was besagt die Legitimitätstheorie im Kontext der Umweltpolitik?
Die Legitimitätstheorie erklärt die Bereitschaft von Unternehmen zur Offenlegung von Informationen damit, dass sie ihr Handeln als innerhalb der gesellschaftlichen Normen und Erwartungen liegend darstellen wollen.
Sind qualitative oder quantitative Umweltinformationen wichtiger?
Die Arbeit untersucht genau diesen Unterschied und analysiert, ob harte Fakten (quantitativ) oder beschreibende Aspekte (qualitativ) eine stärkere Wirkung auf kurz- und langfristige Investitionsentscheidungen haben.
Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Wasserknappheit zwingen Unternehmen dazu, aktiv zu werden, da diese Faktoren Geschäftstätigkeiten einschränken und Märkte neu ausrichten können.
Wer sind die wichtigsten Stakeholder für ein Unternehmen?
Zu den Interessensgruppen zählen neben Investoren auch die Gesellschaft, Mitarbeiter, Konsumenten, Geschäftspartner und Wettbewerber.
- Quote paper
- Mihael Lerotic (Author), 2009, Die Relevanz der Umweltberichterstattung für Investitionsentscheidungen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145400