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Diplomatie und Geschichte des Grundlagenvertrags

Title: Diplomatie und Geschichte des Grundlagenvertrags

Seminar Paper , 2010 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Johannes Tiegel (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Viele Interessen von Staaten können nicht unabhängig von anderen Staaten durchgesetzt werden. Um die eigenen Interessen verfolgen zu können, ist es deshalb notwendig, mit anderen Staaten in Kontakt zu treten. Stellt sich bei diesem Kontakt heraus, dass die Interessen der Staaten konträr verlaufen, muss darüber nachgedacht werden, wie es dennoch möglich ist, die eigenen Interessen durchzusetzen. Ein Mittel hierzu ist die Durchsetzung der Interessen mit militärischer Gewalt. Jedoch erscheint diese Methode in den meisten Fällen als nicht erstrebenswert. Eine andere Möglichkeit, die potentiellen Konflikte zu beheben, sind Verhandlungen. In diesen sollen Absprachen getroffen werden, die das Zusammenleben der Staaten regeln. Das Instrument Diplomatie nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Grundzügen der Diplomatie. Es soll anhand des Grundlagenvertrages gezeigt werden, wie es den Verhandlungsführern Egon Bahr und Michael Kohl gelang, ein Vertragswerk aufzusetzen, das sowohl die verschiedenen Interessen und Vorgaben der Weltmächte als auch die der beiden deutschen Staaten berücksichtigte und auf diese Weise eine Einigung über die Beziehungen der beiden deutschen Staaten erreichen konnte. Zu diesem Zweck werden in dieser Arbeit zunächst die Grundzüge der Diplomatie dargestellt. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Entwicklungen, die Aufgaben und die Verhandlungstechniken der Diplomatie. Hieran anschließend wird auf die spezielle Sprache der Diplomatie eingegangen, da diese das entscheidende Medium bei vertraglichen Regelungen darstellt. Um die Problematik und die Interessen der Vertragspartner im Grundlagenvertrag verstehen und einordnen zu können, werden im Anschluss an das Kapitel der Diplomatie die politischen Rahmenbedingungen erläutert innerhalb derer die Verhandlungen stattfanden. Dabei werden nur diejenigen Aspekte herausgegriffen, die zum Verständnis notwendig sind. Im vierten Kapitel wird der Grundlagenvertrag behandelt. Da dieser jedoch im Gesamtzusammenhang mit weiteren deutsch-deutschen Verhandlungen gesehen werden muss, werden diese zunächst kurz dargestellt. Hieran schließen sich die Ziele und Forderungen der Vertragsparteien an, die durch den Grundlagenvertrag erreicht werden sollten. Das sich anschließende Kapitel soll anhand einiger diplomatischer Formulierungen des Grundlagenvertrags zeigen, wie es möglich war, die verschiedenen Interessen der Parteien zu wahren

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundzüge der Diplomatie

2.1 Entwicklung, Aufgaben und Definition von Diplomatie

2.2 Die Verhandlungstechnik der Diplomatie

2.3 Die Sprache der Diplomatie

3 Rahmenbedingungen des Grundlagenvertrags

3.1 Die weltpolitische Ausgangslage

3.2 Willy Brandts Ostpolitik

3.3 Moskauer Vertrag und Berlin- Abkommen

4 Der Grundlagenvertrag

4.1 Deutsch-deutsche Verhandlungen

4.2 Der Grundlagenvertrag

4.3 Diplomatische Elemente des Grundlagenvertrags

4.4 Bewertung des Grundlagenvertrags

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Grundzüge der Diplomatie und zeigt anhand des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, wie komplexe politische Interessen durch diplomatische Verhandlungstechniken und eine spezifische Vertragssprache in ein einvernehmliches Vertragswerk überführt wurden.

  • Grundlagen, Definitionen und Aufgaben der Diplomatie
  • Verhandlungstechniken und die Bedeutung der diplomatischen Sprache
  • Die weltpolitische Ausgangslage und Willy Brandts Ostpolitik
  • Der Grundlagenvertrag als "diplomatische Kunst" und seine Wirkung

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Sprache der Diplomatie

In der Sprache der Diplomatie kommt es nicht nur auf die gewählten Worte an sich an, sondern auch auf deren Betonung. Es geht darum, wie ein bestimmter Inhalt übermittelt werden kann. Hierzu gibt es eine eigene Terminologie, die in vielen Wörterbüchern erläutert wird. Auch in unserer Umgangssprache verwenden wir den begriff „diplomatisch“, wenn es einer Person gelingt, einer heiklen Frage elegant auszuweichen. Die Entwicklung und Durchsetzung bestimmter diplomatischer Terminologien im internationalen Verkehr gehört nach Grewe zu den ältesten und besten Kunstgriffen der Diplomatie (vgl. Grewe 1987: 24 f.). Zur Anwendung dieser Sprache sind Intelligenz und Takt ein unumstößliches Erfordernis. Nur durch die Beachtung dieser Aspekte können offizielle Beziehungen zwischen verschiedenen, voneinander unabhängigen und souveränen Staaten unproblematisch unterhalten werden.

In der Sprache der Diplomatie werden hierzu häufig Phrasen verwendet, die einen bestimmten Wert zugeordnet bekommen und viele sprachliche Abstufungen besitzen. Zwar ist die wirkliche Bedeutung der Formulierungen jedem Teilnehmer bekannt, jedoch führt diese Art der Kommunikation dazu, dass die Gesprächsatmosphäre ruhig und sachlich bleibt. An dieser Stelle sollen zur Verdeutlichung einige dieser Phrasen dargestellt und kurz deren Bedeutung erläutert werden. Einer Sache „nicht gleichgültig zusehen können“ bedeutet, dass die Regierung intervenieren wird. Etwas „mit großer Sorge sehen“ bedeutet, dass der Staat eine starke Haltung gegenüber dem Vorhaben einnehmen wird (vgl. Nicolson 1947:173f. ). Die Wirksamkeit einer solchen Sprache ist unumstritten (vgl. Grewe 1987: 24 f.). Sie ist im Gegensatz zur Sprache, die beispielsweise im Parteikampf verwendet wird, sehr diszipliniert. Sie enthält weder Drohungen noch Beleidigungen. Es geht darum, sich und seinem Verhandlungspartner Möglichkeiten des Rückzugs zu lassen sowie sich selbst eine gewisse Bewegungsfreiheit zu erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Diplomatie als Instrument zur Interessenvermittlung zwischen Staaten ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Grundlagenvertrag als Fallbeispiel für erfolgreiche diplomatische Verhandlungsführung zu untersuchen.

2 Grundzüge der Diplomatie: Das Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und Definition der Diplomatie, stellt Verhandlungstechniken vor und analysiert die spezielle, deeskalierende Funktion der diplomatischen Sprache.

3 Rahmenbedingungen des Grundlagenvertrags: Hier werden die weltpolitischen Voraussetzungen, der Wandel unter Willy Brandts Ostpolitik sowie die entscheidenden Weichenstellungen durch den Moskauer Vertrag und das Berlin-Abkommen beleuchtet.

4 Der Grundlagenvertrag: Dieser Teil untersucht detailliert die deutsch-deutschen Verhandlungen, die inhaltliche Ausgestaltung des Vertrags sowie die diplomatischen Kunstgriffe, die den schwierigen Spagat zwischen Interessenwahrung und Kompromiss ermöglichten.

5 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der der Grundlagenvertrag als bedeutende diplomatische Leistung gewürdigt wird, die trotz ungelöster Grundsatzfragen den Weg für ein geregeltes Miteinander ebnete.

Schlüsselwörter

Diplomatie, Grundlagenvertrag, Außenpolitik, Willy Brandt, Egon Bahr, Entspannungspolitik, Verhandlungstechnik, deutsch-deutsche Beziehungen, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Ostpolitik, Souveränität, diplomatische Sprache, internationale Beziehungen, Modus vivendi.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Instrument der Diplomatie und wie dieses konkret zur Gestaltung zwischenstaatlicher Beziehungen eingesetzt wurde, unter besonderer Betrachtung des historischen Grundlagenvertrags zwischen der BRD und der DDR.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Diplomatie, die Bedeutung von Verhandlungstechniken, die Rolle der Sprache in diplomatischen Dokumenten und die politische Gesamtlage zur Zeit der Ostpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie es den Verhandlungsführern Egon Bahr und Michael Kohl gelang, ein Vertragswerk zu schaffen, das die gegensätzlichen Interessen der beteiligten Staaten und Weltmächte überbrückte, ohne die eigenen politischen Kernpositionen aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen der Diplomatie (basierend auf Fachliteratur) mit der historischen Untersuchung des Grundlagenvertrags und seiner Entstehung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Diplomatie, die Analyse der weltpolitischen Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Untersuchung der Verhandlungen und der konkreten Formulierungen im Grundlagenvertrag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Diplomatie, Entspannungspolitik, Ostpolitik, Grundlagenvertrag, Verhandlungstechnik und nationale Frage.

Warum war die "Sprache der Diplomatie" für den Grundlagenvertrag so entscheidend?

Sie diente als "Stoßdämpfer", um bei unüberbrückbaren politischen Differenzen Formulierungen zu finden, die zwar eine Einigung ermöglichten, aber den jeweiligen Vertragspartnern dennoch erlaubten, ihre grundsätzlichen Standpunkte zu wahren.

Welche Bedeutung hatte das Konzept "Wandel durch Annäherung" in diesem Kontext?

Das Konzept von Egon Bahr bildete die Basis dafür, den Osten durch Kooperation statt Konfrontation zur Öffnung zu bewegen und somit das starre Verhältnis der Blöcke in Europa aufzubrechen.

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Details

Title
Diplomatie und Geschichte des Grundlagenvertrags
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Diplomatie
Grade
2,3
Author
Johannes Tiegel (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V145402
ISBN (eBook)
9783640549474
ISBN (Book)
9783640551231
Language
German
Tags
Diplomatie Geschichte Grundlagenvertrags
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Tiegel (Author), 2010, Diplomatie und Geschichte des Grundlagenvertrags, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145402
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