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Nahrungsmittelpräferenzen nach Paul Rozin

Title: Nahrungsmittelpräferenzen nach Paul Rozin

Term Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Angelika Hahl (Author)

Psychology - General
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Summary Excerpt Details

Paul Rozin ist einer der wichtigsten Ernährungspsychologen, der sich ausgiebig mit Nahrungsmittelpräferenzen beschäftigt hat. Nahrungsmittelpräferenzen sind die Nahrungsmittel, die Menschen oder Tiere wählen, wenn alle Nahrungsmittel gleichermaßen und gleichzeitig verfügbar sind. Da es, außer im Labor, kaum eine gleiche Verfügbarkeit gibt, kann man Nahrungsmittelpräferenzen nicht mit Nahrungsmittelauswahl gleichsetzen. Es gibt genetisch determinierte und umweltbedingte Nahrungsmittelpräferenzen. In der folgenden Arbeit werden die Uebernahme von Präferenzen und die Klassifikation von Nahrungsmittelaversionen beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GENETISCH DETERMINIERTE NAHRUNGSPRÄFERENZEN

2.1 Geschmack

2.2 Nahrungsmittel

3. UMWELTBEDINGTE NAHRUNGSPRÄFERENZEN

3.1 Lernerfahrungen mit Nahrungsmitteln

3.1.1 Der bloße Kontakt mit bestimmten Speisen

3.1.2 Nahrungsaufnahme, in deren Folge Veränderungen im Ernährungszustand auftreten können

3.1.2.1 Spezifischer Hunger

3.1.3 Nahrungsaufnahme, in deren Folge Krankheiten auftreten

3.1.3.1 Klassisches Konditionieren

3.1.3.2 Geschmacksaversionslernen beim Menschen und beim Tier

3.1.4 Nahrungsaufnahme mit anderen Folgeereignissen

4. ÜBERNAHME VON PRÄFERENZEN

4.1 Direkter Kontakt zwischen Organismen

4.2 Indirekter Kontakt zwischen Organismen

5. KLASSIFIKATION DER NAHRUNGSMITTELAVERSIONEN

5.1 4 Typen der Nahrungsmittelaversion beim Menschen

6. WEITERE THEMEN ROZINS

6.1 Einflüsse kultureller Traditionen auf Nahrungsmittelpräferenzen

6.2 Vorliebe für Chili

6.3 Vorliebe für Schokolade

6.4 Schlankheitsidealerkundungsstudie

7. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und biologischen Grundlagen von Nahrungsmittelpräferenzen bei Menschen und Tieren unter besonderer Berücksichtigung der Forschungen von Paul Rozin. Dabei steht die zentrale Frage im Mittelpunkt, wie angeborene genetische Veranlagungen und durch Umweltfaktoren geprägte Lernprozesse zusammenwirken, um die individuelle Lebensmittelauswahl zu steuern und zu beeinflussen.

  • Genetische Determinanten der Geschmackspräferenzen (süß, bitter, salzig, sauer)
  • Einfluss von Lernerfahrungen, wie der "Mere Exposure Effect" und Geschmacksaversionslernen
  • Mechanismen der Übernahme von Nahrungsmittelpräferenzen durch soziales Lernen
  • Klassifikation menschlicher Nahrungsmittelaversionen (ekelerregend, ungeeignet, gefährlich)
  • Kulturelle und psychologische Faktoren, wie das Schlankheitsideal und spezifische Vorlieben für Chili oder Schokolade

Auszug aus dem Buch

3.1.2.1 Spezifischer Hunger

Spezifischer Hunger bedeutet, dass der Körper offensichtlich nach Nahrung verlangt, die die in der jeweiligen Ernährung fehlenden Nährstoffe enthält (Grunert, 1993, S. 14). Spezifischer Hunger hängt aber nicht von charakteristischen Geschmacks- oder Geruchsqualitäten der verschiedenen Nahrungsmittel ab. Ein charakteristisches Beispiel für spezifischen Hunger ist Pica. Die American Psychiatric Association definierte 1987 Pica folgenderweise: Pica ist das wiederholte Essen einer ungenießbaren Substanz im Zeitraum von mindestens einem Monat. Pica kommt oft bei Kindern oder bei Schwangeren vor. Am häufigsten werden Farbe, trockene Wäschestärke, Lehm und Erde gegessen. Rozin und Cooper nehmen an, dass Pica die Folge eines spezifischen Hungers für Mineralstoffe wie Eisen entsteht, da sie hauptsächlich bei Menschen mit erhöhtem Nährstoffbedarf auftritt. Aber auch Pflanzenfresser, wie Rotwild und Schafe in Schottland, fressen junge Seevögel, um sich mit Kalzium zu versorgen (Logue, 1995, S. 160).

Die folgenden 3 Experimente zeigen, dass Nahrungsmittelpräferenzen durch die Nahrungsaufnahme beeinflusst werden können:

Auswahl eines einzelnen Nährstoffes

Paul Rozin führte dazu eine Reihe von Experimenten mit Ratten durch. Er fütterte die Ratten zuerst mit Nahrung, die bis auf einen alle lebensnotwendigen Nährstoffe enthielt. Dann bot er ihnen zwei verschiedene Nahrungsmittel an: das gleiche Futter mit dem fehlendem Nährstoff und Futter, das durch den zuvor fehlenden essentiellen Nährstoff angereichert wurde. Die Ratten konnten zwischen den 2 Futtersorten auswählen. „Wenn es sich bei dem Nährstoff um Thiamin (Vitamin B1) handelte, fraßen die Ratten große Mengen der neuen Nahrung und fast nichts vom vorhergehenden, defizitären Futter. Außerdem warfen die Ratten die Futterschale mit dem alten Futter um, ein Verhalten, das sie auch gegenüber einem bitter schmeckenden, verabscheuten Futter zeigten, welches Chinin enthielt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Person Paul Rozin und die grundlegende Differenzierung zwischen angeborenen und umweltbedingten Nahrungsmittelpräferenzen.

2. GENETISCH DETERMINIERTE NAHRUNGSPRÄFERENZEN: Erläuterung der gustatorischen Wahrnehmung sowie der angeborenen Präferenzen für bestimmte Nährstoffe und deren evolutionärer Nutzen.

3. UMWELTBEDINGTE NAHRUNGSPRÄFERENZEN: Analyse der erlernten Aspekte der Nahrungswahl, einschließlich des Einflusses von Sättigung, Krankheit und klassischen Konditionierungsprozessen.

4. ÜBERNAHME VON PRÄFERENZEN: Darstellung der Übertragungswege für Nahrungsmittelpräferenzen durch direkten und indirekten Kontakt mit anderen Organismen.

5. KLASSIFIKATION DER NAHRUNGSMITTELAVERSIONEN: Vorstellung einer Kategorisierung in vier Aversionstypen, basierend auf Geschmack, Ekel, Eignung und potenzieller Gefahr.

6. WEITERE THEMEN ROZINS: Untersuchung spezifischer kultureller Einflüsse, Vorlieben für Chili und Schokolade sowie psychologischer Studien zum Schlankheitsideal.

7. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Selbstregulationsmechanismen des Körpers bei der Nahrungsselektion im Kontext psychologischer und biologischer Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Nahrungsmittelpräferenzen, Paul Rozin, Ernährungspsychologie, Geschmacksaversionslernen, Spezifischer Hunger, Klassisches Konditionieren, Pica, Laktoseintoleranz, Ekelgefühl, Neophobie, Capsaicin, Schlankheitsideal, Selbstregulation, Evolutionspsychologie, Ernährungsverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen und biologischen Hintergründe, die bestimmen, warum Menschen und Tiere bestimmte Nahrungsmittel bevorzugen oder ablehnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen genetisch festgelegte Geschmacksmuster, die Rolle von Lernerfahrungen, den Einfluss sozialer Kontakte auf die Nahrungswahl sowie eine Klassifizierung verschiedener Aversionsformen gegenüber Nahrungsmitteln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen angeborenen Bedürfnissen und umweltbedingten Prägungen bei der Herausbildung von Ernährungsverhalten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung psychologischer Fachliteratur, insbesondere den Werken von Paul Rozin und A. W. Logue, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die genetischen Grundlagen, umweltbedingte Faktoren, Mechanismen der Übernahme von Präferenzen, eine Typologie von Aversionen sowie spezifische Fallbeispiele wie den Chili-Konsum oder das Schlankheitsideal.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Nahrungsmittelpräferenzen, Geschmacksaversionslernen, Ekel, Selbstregulation und der spezifische Hunger.

Welche Rolle spielt die Evolution bei der Nahrungswahl?

Die Evolution hat laut Rozin Mechanismen wie die Bitteraversion und das Ekelgefühl hervorgebracht, um Individuen vor der Aufnahme giftiger oder ungeeigneter Substanzen zu schützen.

Was ist unter dem "gustofazialen Reflex" zu verstehen?

Dies bezeichnet die angeborene Mimik von Säuglingen in Reaktion auf verschiedene Geschmacksrichtungen, wie etwa ein Grinsen bei Süßem oder ein abwehrendes Gesicht bei bitterem Geschmack.

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Details

Title
Nahrungsmittelpräferenzen nach Paul Rozin
College
University of Bremen  (FB Psychologie)
Course
Psychologie der Ernährung
Grade
1
Author
Angelika Hahl (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V14542
ISBN (eBook)
9783638199162
ISBN (Book)
9783638787789
Language
German
Tags
Nahrungsmittelpräferenzen Paul Rozin Psychologie Ernährung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angelika Hahl (Author), 2001, Nahrungsmittelpräferenzen nach Paul Rozin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14542
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