Ein Mann, der während der Zeit des DDR-Regimes inhaftiert wird, den Fall der Mauer im Gefängnis erlebt und nach der Wiedervereinigung entlassen wird – dies ist der authentische Hintergrund des deutschen Films Berlin is in Germany aus dem Jahr 2001. Der Regisseur Hannes Stöhr hat diese wahre Geschichte als Ausgangspunkt für seinen, auf der Berlinale prämierten Film, gewählt und als „Märchen“ fortgesetzt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des Neuanfangs eines Ex-Häftling im vereinten Deutschland und dem zentralen Thema der ‚Wende’ und deren Darstellung im untersuchten Film. Es soll unter anderem betrachtet werden, wie der Protagonist im Film mit seinem Schicksal umgeht und sich in die für ihn neue Gesellschaft einfügt, nachdem er einen gesamten gesellschaftlichen und politischen Wandel, durch seine Inhaftierung, verpasst hat.
Als Basis für diese Arbeit dient das gleichnamige Referat vom 08.01.2009, aus der Veranstaltung „Die ‚Wende’ in Literatur und Film“. Die gegebene Gliederung orientiert sich demzufolge an der Struktur des Referats, so dass ein Hauptteil für diese Ausarbeitung vorliegt. Einleitend soll eine Inhaltsangabe einen Überblick über die filmische Handlung bieten, ferner werden hier generelle Daten zum Film und zum Regisseur Hannes Stöhr getätigt. Darauf folgt die Problemdarstellung im Film, welche gleichermaßen die Charaktere im Film, die Darstellung der ‚Wende’ und das Gesamtthema DDR und die DDR-Vergangenheit einbezieht. Symbolik sowie weitere filmische Stilmittel sollen den Abschluss dieses analytischen Teils bilden. Filmbeispiele, die während des Referats zur genaueren Darstellung vorgeführt wurden, sind hier als Verweise, beziehungsweise Fußnoten vermerkt. Der Schluss der Arbeit ist durch eine bibliografische Übersicht gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Berlin is in Germany
2.1 Plot
2.2 Allgemeine Filmdaten
2.3 Die Problemstellung
2.3.1 Die Figuren
2.3.2 Darstellung und Einbeziehung der ‚Wende’ im Film
2.3.3 Thema DDR und die Vergangenheit
2.4 Symbolik und filmische Mittel
2.5 Bezugnahmen zu anderen Werken
3. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen eines Ex-Häftlings bei der gesellschaftlichen Re-Integration im wiedervereinigten Deutschland, wobei der Fokus auf der filmischen Darstellung des Neuanfangs und der Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit liegt.
- Die Problematik des Neuanfangs nach einer langjährigen Inhaftierung.
- Die Darstellung und Verarbeitung der ‚Wende‘ im deutschen Film.
- Analyse der zentralen Charaktere und ihrer Identitätsfindung.
- Einsatz von Symbolik und filmischen Mitteln zur Verdeutlichung des Ost-West-Konflikts.
- Vergleich der Thematik mit anderen Werken der Literatur- und Filmgeschichte.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 DIE FIGUREN
Mit der Entlassung von Martin Schulz aus der JVA Brandenburg, ändert sich nicht nur sein persönliches Leben, sondern auch das der Menschen, die sich in seiner nächsten Umgebung befinden. Er erlebt den Mauerfall in seiner Zelle im Gefängnis lediglich über den Fernseher, so dass er nach seiner Entlassung mit einer völligen neuen Welt konfrontiert wird. Gleichzeitig trifft er auch auf sein altes soziales Umfeld wieder und lernt erstmals seinen Sohn Rokko kennen. All diese Personen, außer Martin Schulz, haben die ‚Wende’ hautnah miterlebt; wie der Fall der Mauer aber vor allem die Entlassung von Martin Schulz nun das Leben der einzelnen Figuren beeinflusst hat, soll in kurzer Form nun anhand der jeweiligen Charakterbeschreibungen dargestellt werden.
Martin Schulz, den Protagonisten im Film, lernt der Zuschauer als einen gutmütigen Menschen kennen, der nicht wirklich viel Glück im Leben hatte. Aufgrund seiner versuchten Republikflucht gemeinsam mit seiner Frau Manuela und dem Mord an seinem Hausverwalter, wird er noch zu DDR-Zeiten inhaftiert. Dennoch zeigt er – auch nach seiner Entlassung – dem Osten seine Treue und fügt sich erneut in sein altes soziales Umfeld Ostberlins ein, trotz seiner gegnerischen Haltung dem DDR-Regime gegenüber.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Films und des zentralen Anliegens, die Problematik der Re-Integration eines Ex-Häftlings im vereinten Deutschland zu analysieren.
2. Berlin is in Germany: Detaillierte Betrachtung der Filmhandlung, der historischen Hintergründe, der Charakterentwicklung sowie der eingesetzten Symbolik und Bezüge zu anderen Werken.
2.1 Plot: Zusammenfassung der Lebensgeschichte des Protagonisten Martin Schulz von seiner Verhaftung bis zu seiner zweiten Entlassung.
2.2 Allgemeine Filmdaten: Eckdaten zur Produktion, zum Genre, zum Regisseur Hannes Stöhr und zum Hintergrund der Filmidee.
2.3 Die Problemstellung: Erläuterung der Authentizität des Films und der zentralen Herausforderungen bei der sozialen Eingliederung nach der Wende.
2.3.1 Die Figuren: Charakterisierung der Hauptpersonen und deren Einfluss auf die Entwicklung von Martin Schulz.
2.3.2 Darstellung und Einbeziehung der ‚Wende’ im Film: Analyse der filmischen Umsetzung des Mauerfalls und der geschichtlichen Zäsur.
2.3.3 Thema DDR und die Vergangenheit: Untersuchung des Umgangs mit dem Erbe der DDR und dem Verlust der alten Alltagskultur.
2.4 Symbolik und filmische Mittel: Deutung von Symbolen wie dem Fernsehturm oder dem Fernseher und filmischer Stilmittel im Kontext des Neuanfangs.
2.5 Bezugnahmen zu anderen Werken: Vergleich der Thematik mit Werken wie "Berlin Alexanderplatz" und "Good Bye Lenin!".
3. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Film- und Literaturquellen.
Schlüsselwörter
Berlin is in Germany, Hannes Stöhr, Wende, Mauerfall, Neuanfang, Ex-Häftling, Re-Integration, DDR-Vergangenheit, Ostalgie, Identität, Sozialisation, Jörg Schüttauf, Berlin, Filmtheorie, Gesellschaftswandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den deutschen Film "Berlin is in Germany" im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Mauerfall, insbesondere fokussiert auf die Re-Integration eines ehemaligen Häftlings.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Neuanfang eines Individuums in einem politisch gewandelten System, die Darstellung von DDR-Vergangenheit und die symbolische Verarbeitung der deutschen Wiedervereinigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Protagonist Martin Schulz mit den Herausforderungen der neuen Realität umgeht und wie der Regisseur Hannes Stöhr diese Entwicklung filmisch darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung basierend auf einer filmwissenschaftlichen Betrachtung der Handlung, der Charaktere und der symbolischen Elemente des Werkes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Filmhandlung (Plot), die Charakterzeichnungen, die filmische Einbettung der Wende-Thematik, die Symbolik sowie Vergleiche zu anderen relevanten Werken wie "Good Bye Lenin!" analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wende, Re-Integration, Identitätsfindung, Ostalgie und der Regisseur Hannes Stöhr charakterisiert.
Warum ist der Fernsehturm ein zentrales Symbol für Martin Schulz?
Der Fernsehturm fungiert als zeitloses Wahrzeichen Ostberlins, das für Martin als Ankerpunkt in einer sich stark verändernden Umgebung dient und die Verbindung zu seiner Vergangenheit symbolisiert.
Wie unterscheidet sich Martin Schulz von Franz Biberkopf aus "Berlin Alexanderplatz"?
Während beide Ex-Häftlinge sind, die in Berlin neu anfangen müssen, unterscheidet sich Martin Schulz dadurch, dass er versucht, Delikte zu vermeiden, wohingegen Biberkopf in einen Teufelskreis aus neuen Straftaten gerät.
Welche Rolle spielt der Fernseher für den Protagonisten?
Der Fernseher ist für Martin das einzige Informationsmedium, durch das er die Wende im Gefängnis mitverfolgen konnte, und bleibt auch nach seiner Entlassung ein essenzieller Begleiter.
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- B.A. Hülya Akkaş (Author), 2009, Berlin is in Germany - eine Filmanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145455