Luis Bunuel in Spanien

Ein Surrealist und die Unterdrückung seiner geistigen Freiheit


Hausarbeit, 2008
30 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Luis Buñuel
2.1 Das Leben eines surrealistschen Regisseurs
2.2 Die Rolle des Surrealismus bei Luis Buñuel

3. Der spanische Film unter dem Franquismus
3.1 Die Franco-Ära und die Zeiten der Zensur
3.2 Entwicklungen nach dem Franco-Regime

4. Filmische Werke
4.1 Filmografie
4.2 Zensierte Werke Buñuels
4.2.1 Las Hurdes (Tierra sin pan)
4.2.2 Viridiana
4.2.3 Tristana

5. Bibliografie

1. Einleitung

Als einer der wohl bekanntesten – weil außergewöhnlichsten – Regisseure Spaniens ist es, trotz vergangener 25 Jahre nach seinem Tod, immer noch Luis Buñuel, der einem ins Gedächtnis kommt, wenn man an Surrealismus und Film, besser gesagt Surrealismus im Film denkt. Seine außergewöhnliche Art den Surrealismus, der bis dato hauptsächlich in der malerischen Kunst zu finden war, in das Medium Film zu transportieren hat Buñuel zu damaligen Zeiten oft in den Mittelpunkt kritischer Blicke und Äußerungen gedrängt. Seine oft auch satirische Haltung der Gesellschaft und vor allem der Bourgeoisie gegenüber spiegelte sich durch Traumvisionen in seinen Werken wider. Viele seiner Filme wurden allerdings durch die staatliche Macht Francos zensiert und seine geistige Freiheit sowie die vieler anderer Künstler und Freidenker, wurde unterdrückt. Trotz dessen oder vielleicht gerade deshalb, wurde Luis Buñuel zu einem Wegbereiter der folgenden Generationen von Filmemachern, die nach dem Abdanken von Franco ihren Gedanken und Vorstellungen über die Gesellschaft größeren Raum bieten konnten, als ihr Vorbild.

Die vorliegende Arbeit soll sich einleitend mit Luis Buñuel als Surrealisten beschäftigen und hierfür die Bedeutung des Surrealismus in Buñuels Leben näher betrachten. Weiterführend wird auf die Grundthematik der Zensur eingegangen, die durch die Diktatur Francos dafür verantwortlich war, dass ein Teil der Filme Buñuels in seinem Heimatland Spanien nicht gezeigt werden konnten. In diesem Teil der Arbeit soll ein allgemeiner Überblick über die Auswirkungen des Franco-Regimes auf das spanische Kino geboten werden. Ferner soll die Zeit nach der Franco-Ära und die Entwicklung des spanischen Films, ohne Unterdrückung und Zensur, betrachtet werden. Den vierten und somit den Hauptteil der vorliegenden Arbeit, bilden drei Werke Buñuels, die – unter anderen – nach ihrer Fertigstellung ein Vorspielverbot in Spanien (und anderen Ländern) erhielten. Nachdem in diesem Abschnitt die Filmografie des Regisseurs einen Überblick über sein Schaffen geboten hat, soll die Thematik der Zensur von Buñuels Werken und der analytische Teil zu drei Beispielen dieser Werke – Las Hurdes – Tierra sin pan, Viridiana und Tristana – folgen. Da drei Filme dieser Arbeit als Vorlage dienen, soll an dieser Stelle bemerkt werden, dass letztmöglich nicht detailgenaue Analysen zu den einzelnen Werken vorgenommen werden können. Andernfalls würde der für die vorliegende Arbeit vorgesehene Rahmen möglicherweise noch weiter übertroffen werden. Dennoch soll angestrebt werden, die wichtigsten Elemente und den gemeinsamen Nenner der Zensur als Hauptaspekte der drei Filme herauszustellen. Den Abschluss soll die bibliographische Übersicht zu der Arbeit bilden.

2. Luis Buñuel

2.1 Das Leben eines surrealistschen Regisseurs

Luis Buñuel, bekannt als einer der größten Regisseure, die Kino als Kunst betrieben haben, wurde am 22. Februar 1900 in Calanda (Aragón, Spanien) geboren. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen als Sohn eines erfolgreichen Kaufmanns auf. Seine Kindheit verlebte er in der Jesuitenschule, die er ab seinem siebten Lebensjahr besuchte und in welcher er eine strenge Erziehung erlebte. Die Zeit, in die Buñuel hineinwuchs, gilt als die unruhigste Zeit der modernen Geschichte.

Nach seiner katholischen Erziehung in der Jesuitenschule machte Luis Buñuel sein Abitur und begann – auf Wunsch seines Vaters – ein Studium in Agrarwissenschaften in Madrid. Ohne Gefallen daran zu finden, brach er dieses Studium ab und erlangte 1924 seinen Abschluss in Literatur und Philosophie. Während seiner Studienzeit kommt Buñuel erstmals auch in Kontakt mit der intellektuellen Künstlerszene in Madrid. So lernt er beispielsweise die später bekannten Künstler Salvador Dalí und García Lorca kennen. Zu dieser Zeit befasste er sich auch erstmals mit der Psychoanalyse nach Siegmund Freud. Sein Interesse für den Film und das Kino zeichnen sich zu dieser Zeit ebenfalls schon ab; so zeigte er großes Interesse für die Filme von Sergej Eisenstein, Friedrich Wilhelm Murnau aber auch Buster Keaton und veröffentlicht auch seine ersten Filmkritiken. Mit diesem Interesse verschlug es Buñuel nach Paris, wo er an der sagenhaften Académie du Cinéma von Jean Epstein sein Schauspielstudium begann. Dort begann dann auch im Jahr 1929 seine Karriere als Filmemacher. In Paris kam Buñuel auch erstmals in engen Kontakt mit dem Surrealismus, welcher in bürgerlichen Kreisen als provokant und skandalös angesehen wurde. Sein Interesse für die Gesamtthematik des Traums und des Irrationalen und seine stetige persönliche Wendung in Richtung dieser Kunstbewegung, machte ihn erst zu einem Anhänger und später zu einem Vertreter des Surrealimus.

Gemeinsam mit Dalí schuf Luis Buñuel seinen Debütfilm Un chien andalu (Frankreich 1929). Es handelt sich um einen experimentellen Kurzfilm, der sich allerdings weniger durch seine Länge auszeichnet, als dadurch, dass er wohl einen der bemerkenswertesten aber ebenso anmutig schockierenden Filme der damaligen Zeit wurde. Für die ersten und unvorbereiteten Zuschauer des Films war die „einschneidende“ Szene, in der ein Schnitt mit einer Rasierklinge in das Auge einer Frau gezeigt wird, ein Schockmoment, der möglicherweise immer noch seinesgleichen sucht. Das besagte durchgeschnittene Frauenauge, welches in Wirklichkeit ein Kuhauge war, wurde innerhalb einer Traumvisualisierung dargestellt. Somit zeichnete sich bereits früh ab, was Buñuel später im Bezug auf seine Person – unter anderem auch kritisch – von Außen beigelegt wurde und ihn lebenslang begleitete; nämlich dass er ein „Surrealist“, „Provokateur“, „Außenseiter“, „Störenfried“ aber gleichzeitig auch ein „Tabubrecher“[1] sei, was für das damalige Verständnis und den Zeitgeist ganz und gar nicht nachvollziehbar war.

Im Jahr darauf entstand in erneuter Zusammenarbeit mit Dalí L`âge d`or (Frankreich 1930). Dieser ebenfalls surrealistische Film wurde zu seinem ersten Skandalerfolg und rief ein Filmverbot hervor, da er die religiösen und bürgerlichen Werte und Normen in demontierter Weise dargestellt habe. 1931 kehrt Luis Buñuel zurück nach Spanien und dreht 1933 seinen Film Las Hurdes – Tierra sin pan (Spanien 1933). Es ist sein erster Film, der einer Dokumentation nahe kommt. Darin berichtet er über eine Region im Südwesten Spaniens, deren Einwohner an Hungersnot leiden und unter Bedingungen leben, die bereits eine Art Zerfall mit sich tragen und eigentlich nur weit ab von der Realität sein können – es aber letztendlich nicht sind. Nach seinem Folgefilm España leal en armas (Spanien 1936/1937) tritt eine zwangsläufige Pause in Buñuels Lebenslauf auf, die durch die damalige politische Situation zustande kam: der Putsch und die Machtübernahme des faschistischen Franco-Regimes nach dem Spanischen Bürgerkrieg, bei dem die Republikaner besiegt wurden, verdrängen Luis Buñuel ins Exil.

Er flüchtet daraufhin nach Mexiko und beginnt 1946 erneut Filme zu drehen. Im Oktober 1949 nimmt Buñuel die mexikanische Staatsbürgerschaft an.[2] Seine Filme, die er in der Zeit von 1947-1962 in Mexiko gedreht hat, bilden sozusagen den wichtigsten Teil in Buñuels Schaffenszeit. Während er zuvor in seinen Filmen „karikierend“[3] kritische Blicke auf die europäische Bourgeoisie warf und der Surrealismus sich in anderer Weise in seinen Filmen niederschlug, wandte er sich in den mexikanischen Projekten zwar ebenfalls der Realität zu, allerdings auf eine andere, neue Art. Er arbeitet dort in einer neuen Filmindustrie und seine Filme werden zu Genrefilmen, die für ihn eine neue Form der Realität implizieren. Dennoch ist seine Handschrift bei all seinen Werken unverkennbar; seine persönlichen Interessen für den Surrealismus und die Philosophie und viele – oft überraschende und tabuisierte – Details, die oft in vermischter Weise zu einem ironischen Ganzen werden, finden sich stets in seinen Filmen wieder. Während seiner Zeit in Mexiko dreht Buñuel unter anderem auch Los Olvidados (Mexiko 1950) – sein dritter Film, aus der mexikanischen Zeit – welcher internationalen Erfolg erzielte und 1951 in Cannes den Regiepreis gewann. Dieser Film zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er im Gegensatz zu seinen anderen Werken, einen deutlich stärkeren realistischen Ausdruck hat und somit eine Besonderheit innerhalb seiner Filme darstellt. Auch Viridiana (Mexiko 1961), den er ebenfalls in Mexiko drehte, wurde in Cannes ausgezeichnet. Seine Filme aus dieser mexikanischen Schaffensperiode litten stark unter den Bedingungen des kommerziellen Kinos und den politischen Verboten und Zensuren, die gegen sie ausgeübt wurden.

Trotz des Franco-Regimes kann Buñuel während dieser Periode noch zwischenzeitig nach Spanien zurückkehren, um sich dort 1961 und 1969 für Dreharbeiten aufzuhalten. Mitte der 60er Jahre kehrt Buñuel nochmals nach Frankreich zurück, was nun zum dominierenden Mittelpunkt seiner letzten Filme wurde. Dort drehte er unter anderem Tristana (1970) und seinen letzten Film Cet obscur objetz du désir (1977). Beide Filme sind erneut bekannt dafür, dass sie durch skandalöse Darstellungen internationales Interesse erweckt haben und Buñuels surrealistischen Charakter widerspiegeln. Seinen international größten Erfolg allerdings feierte Luis Buñuel mit dem Film Le charme discret de la bourgeoisie (1972), welcher in zwei Kategorien (bestes Drehbuch und bester fremdsprachiger Film) für den Oscar nominiert wurde und ihn auch erhielt. Fokus des Films ist der Filmemacher an sich und die Kritik des bürgerlichen Werte- und Normensystems.

Noch vor seinem Tod bringt er seine Autobiografie Mi último suspiro heraus. Am 29. Juli 1983 verstirbt Luis Buñuel in Mexiko-City an einer Leberzirrhose. Der Regisseur hinterlässt allerdings einen außergewöhnlichen Werdegang und seine ganz spezielle Art des Filmemachens, die sich immer dadurch auszeichnete, entgegen der gewöhnlichen Konventionen erzählt zu werden.

2.2 Die Rolle des Surrealismus bei Luis Buñuel

Neben der Gesamtthematik „Buñuel in Spanien“, soll in der vorliegenden Arbeit nun an dieser Stelle auch der Frage nachgegangen werden, wie und wodurch Luis Buñuel in seinem persönlichen Schaffen und seinen Filmen beeinflusst wurde. Wie sich bereits obig und nach Beschäftigung mit Buñuel und seinen Werken erschließen lässt, liegt die Annahme nahe, dass sein künstlerischer Schwerpunkt auf dem Surrealismus ruht. Seine Filme und die Themen zu diesen sind auf dieser, ihn lebenslang begleitenden, Kunstrichtung aufgebaut.

Retrospektiv betrachtet kann es – insbesondere für Laien im Bereich der Kunst – schwierig sein, den Surrealismus als solchen und in seiner Gesamtheit zu verstehen. Einordnen lässt sich diese Kunstbewegung in die Zeit der 20er Jahre, wo sie sich zum Beginn dieses Jahrzehnts aus dem Dadaismus heraus entwickelt hat. Allerdings gehen seine Wurzeln noch ein wenig zurück, nämlich zum Ende des Ersten Weltkrieges, an welchem auch die Spanier teilnahmen. Zu dieser Zeit fand innerhalb des Kreises der desillusionierten Intellektuellen ein kollektives Auflehnen gegen die Gesellschaft und die Kirche statt. Dieses Auflehnen war ein Mittel, die traumatischen Erlebnisse des Krieges zu verarbeiten. So wird mit dem Surrealismus – welcher grundsätzlich auf Illusionen und Träumen beruht – jedem die Möglichkeit geboten, sich damit zu identifizieren. Der französische Schriftsteller und Theoretiker des Surrealismus definierte den Surrealismus in seinem Manifest des Surrealismus von 1924 wie folgt:

„SURREALISMUS, Substantiv, m., reiner, psychischer Automatismus, durch welchen man, sei es mündlich, sei es schriftlich, sei es auf jede andere Weise, den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht. Denk-Diktat ohne jede Vernunft-Kontrolle und außerhalb aller ästhetischen oder ethischen Fragestellungen.

ENZYKLOPÄDIE. Philosophie. Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis heute vernachlässigter Assoziations-Formen, an die Allgewalt des Traums, an das absichtsfreie Spiel des Gedankens. Er zielt o darauf hin, die anderen psychischen Mechanismen zu zerstören und ihre Stelle einzunehmen zur Lösung der wichtigsten Lebensprobleme. [. . .] (1924 )

(1) Man muß die - Tiefe - im räumlichen Sinne des Traums in Rechnung stellen. Im allgemeinen behält man nur, was von seinen oberflächlichsten Schichten stammt. Was ich besonders an ihm in Betracht ziehen möchte, ist das, was beim Erwachen untergeht, alles, was nicht Übriggebliebenes ist vom vorhergehenden Tag, dunkles Laub, blödes Gezweig. Auch in der ,Wirklichkeit' ziehe ich es vor, zu fallen.“[4]

Insbesondere die französische Avantgarde hat sich mit dem Begriff des Surrealismus auseinandergesetzt, um in die Welt des Unterbewusstseins, des Irrationalen und des Zufälligen vorzudringen. Somit entstand eine neue Wirklichkeit – eine „Überwirklichkeit“, die auf den Begriff des Surrealismus schließen lässt (frz.: „sur“ = dt.: „über“). Der Surrealismus wandelt sich darüber hinaus von einer Kunstrichtung der bildenden Künste zu einer Bewegung, die kulturübergreifend ist. So werden auch die Fotografie und die Literatur und ebenso der Film ein Teil dieser Bewegung, die ihre Blütezeit in Paris unter den Intellektuellen entwickelt. Eben diese Gruppe der Surrealisten ist es, zu welcher auch Luis Buñuel zustößt.

Besonders Siegmund Freuds Theorien zur Psychoanalyse bieten den neuen Surrealisten erstmalige Hintergründe, die sie zu erforschen versuchen. Die Tatsache, dass es neben der realen Identität und Welt auch eine unterbewusste und nicht sichtbare Identität und Welt gibt, welche sich größtenteils in Träumen abspielt, fasziniert die jungen Intellektuellen derartig, dass sie dieses Gebiet näher ergründen möchten. Ihre Haupterkenntnis hierbei wird diejenige, dass gerade die Traumwelt das Unterbewusste und Verdrängte der Menschen offenbart. Somit formt sich der Rahmen des Surrealismus durch all die Ebenen eines Menschen, die sich auf das unter- und unbewusste Erleben beziehen.

Luis Buñuel kommt mit den neuen Anhängern des Surrealismus erstmals während seiner Zeit in Madrid in Kontakt. Dieses intellektuelle Umfeld der Studierenden nimmt einen entscheidenden Einfluss auf sein Denken und seine persönliche Weltanschauung. Diese Gruppe der Surrealisten verfolgt und verbindet ein bestimmter Leitgedanke, nämlich die Idee des Schockierens und Verblüffens und der Gedanke auch die anstößigen und sittenlosen Gegebenheiten der Gesellschaft zu betrachten und zu enthüllen. Um dieses Anliegen in die Tat umsetzen zu können, stützte sich die surrealistische Bewegung auf das Mittel und die Auswirkung des Skandals. Buñuel selbst hat bezüglich dessen zu verstehen gegeben, dass ein Skandal das wichtigste Mittel sei, gegen die ihnen so entgegenstehende Gesellschaft der Bourgeoisie anzukämpfen: „Für die Surrealisten, die sich nicht als Terroristen, als bewaffnete Aktivisten betrachten, war die Hauptwaffe im Kampf gegen die ihnen verhaßte Gesellschaft der Skandal.“[5] Weiterhin äußerte er sich wie folgt zu der Thematik des Skandals und seiner Absichten:

„Er [der Skandal] erschien ihnen lange Zeit als das wirksamste Mittel, um die sozial Ungleichheit, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, den verdummenden Zugriff der Religion, den plumpen kolonialistischen Militarismus zu entlarven und die geheimen, widerwärtigen Triebfedern des zu stürzenden Systems aufzudecken […]. Das eigentliche Ziel des Surrealismus war nicht, eine literarische Bewegung ins Leben zu rufen, auch keine neue Malerei, nicht einmal eine neue Philosophie, sondern die Gesellschaft hochgehen zu lassen, das Leben zu ändern.“[6]

Einhergehend mit der Skandalthematik ist der Bereich der absoluten Liebe – die amour fou – anzusprechen, welcher ebenfalls eine Quelle des Einflusses für die Surrealisten gewesen ist. André Breton ist neben Buñuel einer derer gewesen, die auch von diesem Element des Surrealismus fasziniert waren – André Breton so sehr, dass er ein gleichnamiges Buch herausgegeben hat.[7] Buñuel selbst ist von dieser absoluten Liebe daher so fasziniert, widerspricht sie doch den konventionellen Normen der Gesellschaft und somit der gewöhnlichen Vorstellung der Liebe. Das Modell dieser Art von Liebe beeindruckt Luis Buñuel derart, dass er dieses Prinzip bereits in seinen ersten Film Un chien andalu einbaut und ebenso in L`age d`or davon Gebrauch macht. Auch in weiteren seiner Werke aus seiner späteren Karriere findet sich diese surreale Struktur der amour fou wieder, wie beispielsweise in Él (1955) und seinem letzten Film Cet obscur object du désir von 1977.

[...]


[1] Deutsche Kinemathek (Hg.) (2008): Luis Buñuel – Essays Daten, Dokumente. Berlin: Bertz+Fischer Verlag. S. 9. [fortan vermerkt als: Deutsche Kinemathek (2008)].

[2] Ebd., S. 45.

[3] Ebd., S. 10.

[4] http://www.schlingensief.com/downloads/manifest.pdf [10. Dezember 2008].

[5] Deutsche Kinemathek (2008). S. 43.

[6] BUÑUEL, Luis: Objekte der Begierde. S. 121.

[7] BRETON, André: L' amour fou. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1985.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Luis Bunuel in Spanien
Untertitel
Ein Surrealist und die Unterdrückung seiner geistigen Freiheit
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Espana en tres tiempos
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V145457
ISBN (eBook)
9783640558285
ISBN (Buch)
9783640558889
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hülya, Akkas, Luis Bunuel, Spanien, Surrealist, Viridiana, Tristana, Las Hurdes, Tierra sin pan, Land ohne Brot, Film, Regisseur
Arbeit zitieren
B.A. Hülya Akkaş (Autor), 2008, Luis Bunuel in Spanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145457

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