In dieser Arbeit soll nachgewiesen werden, dass Burtons Bildästhetik sich ebenfalls sehr an den klassischen und expressionistischen Horrorfilmen orientiert. Dazu wird sein Erstlingswerk Vincent und sein erster großer Erfolg Edward Scissorhands betrachtet. An diesen Filmen zeigt sich deutlich Tim Burtons Faible für Monster und Gruselszenarien, aber auch für Märchenphantasien und popkulturellen Kitsch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (was zum Reg., Begründung der Filmauswahl usw.)
2. Bildästhetik in Horrorfilmen
2.1. Expressionismus
2.2. Klassischer Horror
3. Bildästhetik bei Tim Burton
4. „Vincent“
5. „Edward Scissorhands“
5.1. Edwards Villa
5.2. Suburbia
5.3. Einstellungen und Perspektive
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Bildästhetik des Regisseurs Tim Burton und analysiert, wie er Einflüsse des klassischen Horrorfilms und des deutschen Expressionismus mit Elementen der Märchenphantasie und des popkulturellen Kitschs verbindet. Anhand der Fallbeispiele „Vincent“ und „Edward Scissorhands“ soll aufgezeigt werden, wie Burton visuelle Zeichencodes einsetzt, um eine unverwechselbare Atmosphäre zwischen morbider Düsternis und zauberhaftem Märchen zu erzeugen.
- Analyse der expressionistischen Bildsprache und ihrer Bedeutung für das Horrorgenre.
- Untersuchung des Einflusses klassischer Universal-Horrorfilme auf Burtons Stil.
- Dekonstruktion der visuellen Gestaltung von Charakteren und Umgebungen in „Vincent“ und „Edward Scissorhands“.
- Betrachtung der Spannung zwischen der Suburbia-Idylle und gotischen, dunklen Elementen.
- Diskussion über die Rolle des Regisseurs als postmoderner Auteur in der zeitgenössischen Filmlandschaft.
Auszug aus dem Buch
2.1. Expressionismus
Der expressionistische Film entstand zu Beginn der 20er Jahre in Deutschland. Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um Horrorfilme, sondern um deren Vorläufer. Die meisten dieser phantastischen Werke sind Stummfilme und daher ganz besonders auf einen starken visuellen Ausdruck angewiesen. Demzufolge nutzen expressionistische Filmemacher, wie beispielsweise Fritz Lang oder Friedrich Wilhelm Murnau, den „[...]aesthetic style of expressing their subjective responses to the objective world. Rather than paint a picture of a flower, Expressionists would paint a picture of the feeling that the flower evoked.”
Dieses Genre ist, dem französischen Horrorfilmexperten Eric Dufour nach, „[...] die Figuration des Bösen: Golem, Dr. Mabuse, Dr. Caligari usw. Sie verkörpern das Böse, Unbegreifliche, Irrationale. Im Mittelpunkt des expressionistischen Filmes stehen die Geschöpfe der Nacht und die Dunkelheit, in der sich Konturen auflösen, Dinge verschmelzen, in der alles möglich ist.“ Daher sind jene Filme überwiegend dunkel gehalten und das Spiel mit Licht und Schatten sorgt für eine Atmosphäre des Unbehagens und Gruselns.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung (was zum Reg., Begründung der Filmauswahl usw.): Das Kapitel führt in die Biografie und die filmischen Einflüsse von Tim Burton ein und legt die Forschungsfrage zur ästhetischen Verbindung von Horror und Kitsch fest.
2. Bildästhetik in Horrorfilmen: Hier werden der deutsche Expressionismus und der klassische Horrorfilm als theoretische Grundpfeiler definiert, die Burtons visuelle Sprache maßgeblich prägten.
3. Bildästhetik bei Tim Burton: Dieses Kapitel erläutert den Begriff „Burtonesque“ und zeigt auf, wie der Regisseur klassische Filmvorbilder in seine eigene, postmoderne Bildsprache integriert.
4. „Vincent“: Eine Analyse des Erstlingswerkes, bei dem die Spiegelung der Filmwelt in der Realität eines kleinen Jungen im Zentrum steht.
5. „Edward Scissorhands“: Die Untersuchung befasst sich mit der visuellen Differenz zwischen dem dunklen Schloss und der bunten Suburbia-Welt sowie der Kameraarbeit in Burtons erstem großen Erfolg.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Burton die verschiedenen Einflüsse geschickt verwebt, um eine konsistente, wenn auch zunehmend bekannte ästhetische Handschrift zu schaffen.
Schlüsselwörter
Tim Burton, Bildästhetik, Expressionismus, Klassischer Horror, Vincent, Edward Scissorhands, Gothic, Suburbia, Filmanalyse, Postmoderne, Filmgeschichte, Monster, Märchen, Visuelle Symbolik, Regiestil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die visuelle Gestaltung und die ästhetischen Einflüsse der Filme von Tim Burton, mit besonderem Fokus auf der Verbindung von Horror-Elementen und popkulturellem Kitsch.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Filmästhetik, den deutschen Expressionismus, den klassischen Horrorfilm der 1930er und 40er Jahre sowie das Motiv des Außenseiters in Burtons Werk.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es nachzuweisen, dass Burtons Bildsprache stark an den klassischen und expressionistischen Horrorfilm angelehnt ist und wie er diese Stile in „Vincent“ und „Edward Scissorhands“ transformiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse der Bildästhetik (Set-Design, Licht, Perspektive) in ausgewählten Werken durchgeführt, ergänzt durch eine theoretische Einordnung in den Kontext der Filmgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Horrorästhetik und eine detaillierte Analyse der Filme „Vincent“ und „Edward Scissorhands“ hinsichtlich ihrer visuellen Komposition.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Tim Burton, Expressionismus, Bildästhetik, Gothic, Suburbia, Filmanalyse und die spezifische „Burtonesque“-Stilistik.
Wie beeinflusste die Kindheit von Tim Burton seine späteren Filme?
Die Arbeit erläutert, dass seine Kindheit in der Vorstadt von Burbank und der frühe Konsum von Horrorfilmen der Universalstudios sein Interesse an Monstern und bizarren Gruselszenarien maßgeblich geprägt haben.
Warum wählte die Autorin gerade die Filme „Vincent“ und „Edward Scissorhands“ aus?
Die Wahl fiel auf das Erstlingswerk und den ersten großen Erfolg, da diese Filme die ästhetische Grundlegung von Burtons gesamter späterer Karriere am deutlichsten illustrieren.
Inwiefern spielt der Kontrast eine Rolle in „Edward Scissorhands“?
Der Kontrast zwischen dem gotischen, „monströsen“ Schloss und der pastellfarbenen, biederen Suburbia-Umgebung ist zentral für die erzählerische und ästhetische Aussage des Films.
Was bedeutet der Begriff „Burtonesque“ in diesem Kontext?
Der Begriff beschreibt den für Burton typischen Stil, der eine infantile Affinität zur gotischen Ästhetik mit morbiden Elementen, schrägen Perspektiven und einem Hang zum Märchenhaften verbindet.
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- Diana Weschke (Autor), 2008, Kitsch und Horror, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145487