Die Nutzung und Reichweite des Internets in der BRD


Hausarbeit, 2008
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodiken empirischer Studien

3. Reichweite des Internets in der BRD
3.1. Faktor Geschlecht
3.2. Faktor Alter
3.3. Faktoren Einkommen und Bildung
3.4. Faktor Haushaltsgröße
3.5. Zwischenfazit

4. Motive für die Nutzung von Online-Medien

5. Die Gruppe der Offliner

6. Zukunft der Internetnutzung

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: ACTA 2007. Keine feste Gruppe von Internetverweigerern

Abb. 2: Reichweite der Medien an einem Durchschnittstag 2005

Abb. 3: Internetnutzer in Deutschland nach Geschlecht 2007

Abb.4: Alterstruktur der PC- und Internetnutzer im ersten Vierteljahr 2002 im Vergleich zur Alterstruktur der Bevölkerung insgesamt nach Geschlecht

Abb.5: Bildungsstruktur der On- und Offliner im ersten Vierteljahr 2002

Abb.6: Haushalte mit Internetzugang im ersten Vierteljahr 2002 nach Haushaltszusammensetzung

Abb.7: Motive zur Nutzung des Internets 2007

Abb.8: Offliner in Deutschland 2002 bis 2007

Abb.9: Offliner: Gründe sich keinen Internetzugang anzuschaffen 2005 bis 2007

1. Einleitung

Das Internet ist ein junges Medium, welches zahlreiche neue Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen des Lebens eröffnet. Es ist „Forschungsraum (Wissenschaft), Lernraum (Schule- und Weiterbildung), öffentlicher Raum (Politik, Verwaltung), kultureller Raum (Kunst und Communities), wirtschaftlicher Raum (E- bzw. M- Commerce) und privater Raum (Lifestyle).“1

Die Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten der Menschen sind somit ebenso vielfältig und revolutionär. Die Dichotomien von Inividual- und Massen-, öffentlicher und privater Kommunikation wurden weitgehend aufgelöst, asynchrone und Gruppenkommunikation wurde gestärkt und der Rezipient kann viel mehr auf Prozesse einwirken und selbst zum Kommunikator werden.2

Die Entwicklung des Internets und seine Ausbreitung verliefen dementsprechend unglaublich rasant und dynamisch. Während 1993 gerade einmal 500 Domains registriert waren, liegt die Schätzung aller Seiten 2007 bei 8 Milliarden.3

Aufgrund all dieser Fakten liegt es nah, die aktuelle Verbreitung von Onlinemedien innerhalb Deutschlands zu betrachten und eventuelle Schlüsse für die Zukunft daraus zu ziehen.

Daher wurden in dieser Arbeit aus Gründen der Aktualität auch keine Studien von vor 2002 verwendet. Denn ich möchte nicht die Frage der vergangenen Entwicklung, sondern die des derzeitigen Standes und dem daraus resultierenden Potenzial für die Zukunft klären.

Um einen vielfältigen Blick auf die Internetverbreitung zu werfen, wählte ich verschiedene Studien aus, was aber auch dazu führt, dass die Ergebnisse nicht eins zu eins vergleichbar sind. So wurde beispielsweise in manchen Studien die Reichweite nach Haushalten ausgewertet, in anderen wiederum nach Einzelpersonen. Dies ermöglicht es aber die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Im Folgenden wird nur auf die generelle Nutzung eingegangen, aber nicht auf das konkrete Nutzungsverhalten, da dies den Umfang dieser Arbeit überschreiten würde und auch nicht wesentlich für die zukünftige Verbreitung des Internets ist.

2. Methodiken empirischer Studien

Mediennutzung im Allgemeinen, und auch die Internetnutzung im Speziellen, kann mit quantitativen sowie qualitativen Merkmalen beschrieben werden. Zu den quantitativen Indikatoren zählen beispielsweise Dauer, Tageszeit, Häufig- und Regelmäßigkeit der Nutzung, während unter qualitativen Aspekten die inhaltliche Nutzung oder auch die Aufmerksamkeit bei der Rezeption verstanden wird.4

Studien der Internetnutzung können methodisch in Beobachtung, mündliche oder schriftliche Befragung und Experimente eingeteilt werden. Des Weiteren unterscheidet man zwischen „Online- und Offlineerhebungen“5. „Dass gerade zum Thema Online- Nutzung besonders intensiv von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, Daten auch online zu erheben, verwundert auf Grund der Nähe von Untersuchungsgegenstand und Erhebungsart nicht.“6, meint Welker zur Logik der Onlinemethodiken. So kann anhand von Onlinestudien zwar nichts über den Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung ausgesagt werden, jedoch gewähren sie Aufschluss über die innere Struktur der Onliner.

Will man aber etwas über Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets erfahren, muss auf offline gezogene Stichproben zurückgegriffen werden. Seit der hohen Zahl an Onlinenutzern ist es jedoch auch nicht mehr aufwendig repräsentative Ergebnisse zur Nutzung des Internets anhand von Offlinestudien zu erlangen. Vor beispielsweise 10 Jahren allerdings wäre dies nicht möglich gewesen, da der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung so gering gewesen ist, dass eine Offlinestudie unzureichend repräsentative Ergebnisse zur Webnutzung erbracht hätte.

Es wurden allerdings auch schon Studien durchgeführt, welche parallel zueinander Online- sowie Offlineerhebungen nutzen. Beispielhaft dafür ist „Online-Nutzung 1999/2000“ von TNS Emnid und ComCult Research. Hierbei wurden 26000 Haushalte telefonisch befragt, während 2000 weitere Personen über ein Online-Panel rekrutiert wurden. Bei derartigen Methoden geht es meist um die Herausstellung der Unterschiede beider Erhebungsarten.7

Mit Beobachtungen wird das Nutzungsverhalten kleinerer Nutzergruppen qualitativ ermittelt. Beteiligt sich ein Forscher selbst am Geschehen, wie zum Beispiel in Chats, spricht man von teilnehmender Beobachtung. Bei den Experimenten sind von Labor- über Feld- nun auch Webexperimente möglich, die eine „Hybridform“8der beiden ersten Gruppen bilden.

Da mittlerweile schon zahlreiche Studien zur Internetnutzung durchgeführt wurden, fällt auch auf, dass es oftmals zu voneinander abweichenden Ergebnissen kommt. Dieses Problem lässt sich durch die verschiedenen Nutzungsdefinitionen erklären. Auch wird teilweise nach der Möglichkeit der Nutzung durch Zugang zu oder Besitz von technischer Ausrüstung gefragt, andererseits aber nach der tatsächlichen Nutzung.9Seit der großen Verbreitung von Breitbandverbindungen und Flatrate-Verträgen stellt sich des Weiteren die Frage nach passiver Nutzung im Hintergrund, z.B. beim Downloaden von Dateien. Eine große Problematik speziell beim Online-Research ist die Selbstselektion der Probanden und die niedrige Hemmschwelle zum Teilnahmeabbruch oder zur Falschangabe.

In den in dieser Arbeit behandelten Studien wurden hauptsächlich die klassischen Offlinemethoden der Befragung verwandt. So sind die drei repräsentativen ARD/ZDF- Studien alle telefonisch durchgeführte Langzeitstudien mit Bundesbürgern ab 14 Jahren. Für „Massenkommunikation 2005“ wurden 4500 Personen mit Hilfe von computergestützten gesplitteten Telefoninterviews befragt. Das heißt, die Teilnehmer konnten nach der Hälfte der insgesamt cirka 50-minütigen Befragung entscheiden, ob sie fortfahren oder das Interview zu einem anderen Zeitpunkt beenden möchten.

Bei den Onliner- und Offliner-Studien handelte es sich um einen zweistufigen Versuchsaufbau, bei dem aus 2618 Teilnehmern jeweils die Onliner von den Offlinern unterschieden wurden und dann beide Gruppen einen separaten Fragenkatalog zu beantworten hatten.10

Die „Europäische Pilotstudie zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie 2002“ befragte innerhalb Deutschlands 4000 Haushalte mit Teilnehmern ab 10 Jahren mit Hilfe von „pencil and paper“-Fragebögen.11Ebenso sind auch die Studien des Allensbacher Instituts für Demoskopie hochgradig repräsentative Befragungen mit Bundesbürgern ab 14 Jahren. So werden für die AWA (Allensbacher Markt- und Werbeträger- Analyse) jährlich ca. 21000 Personen face-to- face oder telefonisch befragt, während bei der ACTA (Allensbacher Computer- und Technik-Analyse) cirka 11000 Teilnehmer persönlich befragt werden.12

Weniger großflächig ist beispielsweise die Studien zur Internetnutzung von Jugendlichen und Kindern. Bei „Kinder Online 2004“ wurden gerade einmal 277 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren an Frankfurter Grund-, Gesamt-, Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien schriftlich befragt.13 Auch wenn diese Untersuchung eher im kleinen Rahmen gehalten ist, wird sie in dieser Arbeit betrachtet, da sie einen besonderen Aufschluss über das Nutzungsverhalten der jüngeren Generation gibt, welche schließlich die zukünftige Entwicklung der Internetnutzung bestimmen wird.

3. Reichweite des Internets in der BRD

Die Reichweite eines Me- diums gibt an, wie viele Personen oder welcher Anteil von Personen dieses Medium nutzen. Beim Internet kann man von einem rasanten An- stieg der Reichweite sprechen. Der ACTA zufolge gab es 2007 35,8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Köcher/Schneller 2007.

Millionen Internetnutzer in Deutschland, was einem Anstieg von 6% zum Vorjahr entspricht. Davon waren 19,3 Millionen User, die das Web täglich nutzten.14

Auch die Entwicklung in den letzten 10 Jahren verweist auf die große Beliebtheit des neuen Mediums (s. Abb.1). Während 1998 gerade einmal 12% der Bundesbürger das Internet nutzen, hatte sich diese Zahl zwei Jahre später schon mehr als verdoppelt und jeder dritte Deutsche war online. Bis 2007 stieg die Nutzerzahl weiterhin steil an, so dass 72% BRD-Bürger Onlinenutzer waren. Gleichzeitig wurde auch die Gruppe derer, die eine Anschaffung planten kleiner, woraus sich schließen lässt, dass diese Personen in die Nutzergruppe hinüber gewechselt sind.

Betrachtet man die Reichweite aller Medien an einem Durchschnittstag fällt jedoch auf, dass das Internet zwar auf dem Vor- marsch ist, die klassischen Me- dien den Alltag

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ridder/Engel 2007: 426. aber noch domi- nieren (s. Abb.2).

Neun von Zehn Deutschen schauen täglich fern und 84% hören Radio. Die Tageszeitung hingegen wird nur von jedem Zweiten gelesen und das Internet gerade einmal von einem Drittel der Bundesbürger genutzt. Dies betätigt aber die, von der ACTA ermittelten cirka 20 Millionen täglicher Nutzer. Und das Internet liegt damit gleich auf mit auditiven Medien und weit vor den audiovisuellen Speichermedien und den Printerzeugnissen Buch und Zeitschrift.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland jedoch trotz der guten Entwicklung der Internetverbreitung bei der Reichweite nicht ganz an der Spitze. Die Daten der

„Europäischen Pilotstudie zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie 2002“ besagen, dass 43% aller deutschen Haushalte Anfang 2002 über einen Webzugang verfügten. „Damit liegt Deutschland etwas über dem EU-Durchschnitt, welcher nach Angaben des Eurobarometers im Juni 2002 bei 40% lag“15, verweilt innerhalb Europas aber dennoch hinter den Niederlanden mit 66% und Großbritannien mit 45% Onlinehaushalten. Auch in den USA und Kanada ist jeweils jeder zweite Haushalt mit dem Internet verbunden.16

Derartige Unterschiede weisen daraufhin, dass eine Person oder ein Haushalt nicht willkürlich zu den Internetnutzern zählt oder eben nicht, sondern dies in gewisser Weise von bestimmten Voraussetzungen der Rezipienten abhängt. Die Frage nach diesen verschieden Faktoren wird in den folgenden Unterkapiteln geklärt.

3.1. Faktor Geschlecht

Der Frauenanteil lag 2007 bei 56,9%, da 1,6 Millionen Frauen mehr als im Vorjahr den Schritt ins Internet wagten. Somit sind nun 19, 3 Millionen der Onlineuser weiblich. Bei den Männern hingehen kamen von 2006 auf 2007 gerade einmal 1,6% neue Nutzer hinzu, was ihre Gesamtzahl im Netz auf cirka 21,5 Millionen steigerte.17

Einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern findet man bei der Betrachtung der einzelnen Altersgruppen (s. Abb.3). Während die Internet- beteiligung der 30- 49-Jährigen gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt ist, sind in der jüngeren - noch stärker sogar in der älteren- Gruppe Differenzen zu finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: van Eimeren/ Frees 2007: 365.

[...]


1Marotzki, Winfried: Informationelle Selbstbestimmung als bilungstheoretischer Grundsatz am Beispiel eines pädagogisch sinnvollen Umgangs mit dem Internet. In: Schäfer, Eva (Hrsg.), Internet.Film.Fernsehen: Zur Nutzung aktueller Medien als Folie für Selbst- und Weltbilder. München: KoPäd-Verlag, 2000, S. 18.

2vgl. Eichmann 2000: 237.

3 vgl. van Eimeren/Frees 2007: 326.

4vgl. Welker 2000: 72.

5Welker, Martin: Determinanten der Internet-Nutzung. Eine explorative Anwendung der Theorie es geplanten Verhaltens zur Erklärung der Medienwahl. München: Verlag Reinhard Fischer, 2000, S.83.

6 Ebd., S.80.

7vgl. Welker 2000: 84ff.

8Welker (2000), S.100.

9 vgl. Welker 2000: 71.

10vgl. Engel/Ridder 2005: 423; Gerhards/Mende 2007: 379; van Eimeren/Frees: 362f.

11vgl. Pötzsch/Decker/Kühnen 2003: 95ff.

12vgl. Köcher 2006; Köcher/Schneller 2007.

13 vgl. Agentur für neue Medien NEUE DIGITALE 2004.

14 vgl. Meyer-Lucht 2007.

15Pötzsch, Olga/Decker, Jörg/Kühnen, Carola: Private Haushalte in der Informationsgesellschaft. Europäische Pilotstudie zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie 2002. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnitts veroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Informationsgesellschaft/Privhaushalte,property=file.pdf [Stand: 16.02.2008], 2003.

16vgl. Pötzsch/Decker/Kühnen 2002.

17 vgl. van Eimeren/Frees 2007: 365.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Nutzung und Reichweite des Internets in der BRD
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Publizistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V145493
ISBN (eBook)
9783640561261
ISBN (Buch)
9783640561780
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Methodiken empirischer Studien Reichweite des Internets in der BRD Faktor Geschlecht Faktor Alter Faktoren Einkommen und Bildung Faktor Haushaltsgröße Motive für die Nutzung von Online-Medien Die Gruppe der Offliner Zukunft der Internetnutzung Zusammenfassung
Schlagworte
Internet, Deutschland, Massenkommunikation, Reichweite, Nutzung, www, Empirisch, Offliner, Onliner, Methodik, ACTA, Rundfunk, Medien, Medium
Arbeit zitieren
Diana Weschke (Autor), 2008, Die Nutzung und Reichweite des Internets in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145493

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